IsarstreckeAnfängerfehler? Sowas kann doch einem erfahrenen Läufer (wie mir?) nicht passieren. Bis gestern mal wieder. Am Nachmittag brach ich auf, um etwa 15 Km an der Isar zu laufen. Beste Bedingungen, nicht zu warm, ein leichter Wind, Sonnenbrille und Cap auf, Forerunner und iPod umgeschnallt. Ich lief die Isar von Sendling an abwärts in gemächlichem Tempo, mehr war bei den Massen an Fußgangstern und Radlern sowieso nicht drin. Vorbei am Maximilianeum, vorbei am Isarwehr, ich verlor das räumliche Gefühl. Ich folgte einem Läufer, der vor mir die Strecke lief und ein schönes Tempo vorgab. Warum ich nach 10 Kilometern immer noch nicht umdrehte, weiß ich nicht so richtig. Flußabwärts mit leichtem Rückenwind lief es sich einfach sehr angenehm. Und schon war ich 1 Km vor Ismaning. Also Pause und dann zurück – das wäre der längste Lauf meiner Karriere geworden. Wäre.

Ich hielt die erhitzten Füße in’s Wasser und genoss für 20 Minuten die Nachmittagssonne. Dann wollte ich zurücktraben. 200 Meter waren absolviert und der Mann mit dem Hammer sagte: Henrik, vergiss es ganz schnell. Die Beine wollten nicht mehr so richtig. Ich hatte dank meiner 15 km-Planung natürlich nichts zu trinken dabei. Wie war das mit den Anfängerfehlern? Der Kohlenhydratespeicher war jetzt leer und mein Magen meldete schlagartig Bedarf. Jeder Läufer weiß, dass ab diesem Zeitpunkt wenig bis nichts mehr geht. Also 100 Meter laufen, 100 Meter gehen, es kam mir wie eine demütigende Ewigkeit vor. Endlich – das Isarwehr und ich bog ab in den Englischen Garten. Um keinen Meter zuviel zu gehen, hielt ich an jedem Plan und studierte den Weg zur U-Bahn. Am Ende konnte ich sogar wieder 500 Meter am Stück laufen. Nach fast drei Stunden meines Ausflugs habe ich mich noch nie mehr gefreut, in der U-Bahn zu sitzen und mich keinen Meter mehr zu bewegen.

10 Kommentare

  1. Pingback: GA ist kein Geldautomat | Running Twins

  2. Logisch… Schein statt Silber… Alles unnötiger Ballast… Seufz… Ich wünschte ich könnte wieder in meine Schuhe schlüpfen :-( … ich hab solch Sehnsucht… Aber es ist noch nicht wirklich besser geworden :-(

  3. @Britta: Ja, ein 5 EUR-Schein ist auf jeden Fall ein gutes Mitbringsel in der Tasche des Läufers.

  4. Na mal gucken, wann mir so etwas passiert. Zur Not stecke ich mir nen Euro in die Tasche :-)

  5. Pingback: Erfolg an der Dahme | Running Twins

  6. Ich kenne wenige, denen dies noch nicht passiert ist. Egal wie lange sie schon Laufen. Ich selbst hatte erst vor kurzem wieder dieses Vergnügen. ;-)
    Ich hoffe Du hast es einigermassen überstanden!

  7. Anfängerfehler? Nein. Laufliebe. Wenn das Laufen so toll ist, kein Wunder, dass man immer mehr will. Für solche Momente muss man dann eben doch etwas zu trinken dabei haben ;)

  8. @Markus – gerne, schick mir einfach eine Mail und sollte ich da sein, machen wir das!

  9. Mensch du machst Sachen – nix zu trinken ist schon sehr ungünstig auf so einer langen Strecke. Wenn man auch noch Hunger bekommt, wird es richtig übel. Harte Sache!

  10. Das doch schön – bin im Oktober für zwei Tage in München.. wenn du Lust und Zeit hast könnten wir uns mal auf eine gemeinsame Laufrunde treffen :-)

  11. @Markus ja, wir teilen uns Deutschland jetzt auf: Marek Nord, Henrik Süd. Bin im Juli nach München gezogen.

  12. Wohnt jetzt einer von euch in München und der andere in Berlin? Oder verwechsel ich jetzt was?! :-)

    In München war ich auch mal laufen.. trotz der vielen Fußgänger macht es verdammt viel Spaß – man bekommt von der Großstadt wenig mit durch die vielen Grünanlagen – PR??â??CHTIG! Da darf man auch mal die Strecke vergessen…. :-)