von Henrik am 24. August 2009 · 10 comments · Categories: Trainingstagebuch

IsarstreckeAnf├Ąngerfehler? Sowas kann doch einem erfahrenen L├Ąufer (wie mir?) nicht passieren. Bis gestern mal wieder. Am Nachmittag brach ich auf, um etwa 15 Km an der Isar zu laufen. Beste Bedingungen, nicht zu warm, ein leichter Wind, Sonnenbrille und Cap auf, Forerunner und iPod umgeschnallt. Ich lief die Isar von Sendling an abw├Ąrts in gem├Ąchlichem Tempo, mehr war bei den Massen an Fu├čgangstern und Radlern sowieso nicht drin. Vorbei am Maximilianeum, vorbei am Isarwehr, ich verlor das r├Ąumliche Gef├╝hl. Ich folgte einem L├Ąufer, der vor mir die Strecke lief und ein sch├Ânes Tempo vorgab. Warum ich nach 10 Kilometern immer noch nicht umdrehte, wei├č ich nicht so richtig. Flu├čabw├Ąrts mit leichtem R├╝ckenwind lief es sich einfach sehr angenehm. Und schon war ich 1 Km vor Ismaning. Also Pause und dann zur├╝ck – das w├Ąre der l├Ąngste Lauf meiner Karriere geworden. W├Ąre.

Ich hielt die erhitzten F├╝├če in’s Wasser und genoss f├╝r 20 Minuten die Nachmittagssonne. Dann wollte ich zur├╝cktraben. 200 Meter waren absolviert und der Mann mit dem Hammer sagte: Henrik, vergiss es ganz schnell. Die Beine wollten nicht mehr so richtig. Ich hatte dank meiner 15 km-Planung nat├╝rlich nichts zu trinken dabei. Wie war das mit den Anf├Ąngerfehlern? Der Kohlenhydratespeicher war jetzt leer und mein Magen meldete schlagartig Bedarf. Jeder L├Ąufer wei├č, dass ab diesem Zeitpunkt wenig bis nichts mehr geht. Also 100 Meter laufen, 100 Meter gehen, es kam mir wie eine dem├╝tigende Ewigkeit vor. Endlich – das Isarwehr und ich bog ab in den Englischen Garten. Um keinen Meter zuviel zu gehen, hielt ich an jedem Plan und studierte den Weg zur U-Bahn. Am Ende konnte ich sogar wieder 500 Meter am St├╝ck laufen. Nach fast drei Stunden meines Ausflugs habe ich mich noch nie mehr gefreut, in der U-Bahn zu sitzen und mich keinen Meter mehr zu bewegen.

10 Comments

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  2. Logisch… Schein statt Silber… Alles unn├Âtiger Ballast… Seufz… Ich w├╝nschte ich k├Ânnte wieder in meine Schuhe schl├╝pfen :-( … ich hab solch Sehnsucht… Aber es ist noch nicht wirklich besser geworden :-(

  3. @Britta: Ja, ein 5 EUR-Schein ist auf jeden Fall ein gutes Mitbringsel in der Tasche des L├Ąufers.

  4. Na mal gucken, wann mir so etwas passiert. Zur Not stecke ich mir nen Euro in die Tasche :-)

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  6. Ich kenne wenige, denen dies noch nicht passiert ist. Egal wie lange sie schon Laufen. Ich selbst hatte erst vor kurzem wieder dieses Vergn├╝gen. ;-)
    Ich hoffe Du hast es einigermassen ├╝berstanden!

  7. Anf├Ąngerfehler? Nein. Laufliebe. Wenn das Laufen so toll ist, kein Wunder, dass man immer mehr will. F├╝r solche Momente muss man dann eben doch etwas zu trinken dabei haben ;)

  8. @Markus – gerne, schick mir einfach eine Mail und sollte ich da sein, machen wir das!

  9. Mensch du machst Sachen – nix zu trinken ist schon sehr ung├╝nstig auf so einer langen Strecke. Wenn man auch noch Hunger bekommt, wird es richtig ├╝bel. Harte Sache!

  10. Das doch sch├Ân – bin im Oktober f├╝r zwei Tage in M├╝nchen.. wenn du Lust und Zeit hast k├Ânnten wir uns mal auf eine gemeinsame Laufrunde treffen :-)

  11. @Markus ja, wir teilen uns Deutschland jetzt auf: Marek Nord, Henrik S├╝d. Bin im Juli nach M├╝nchen gezogen.

  12. Wohnt jetzt einer von euch in M├╝nchen und der andere in Berlin? Oder verwechsel ich jetzt was?! :-)

    In M├╝nchen war ich auch mal laufen.. trotz der vielen Fu├čg├Ąnger macht es verdammt viel Spa├č – man bekommt von der Gro├čstadt wenig mit durch die vielen Gr├╝nanlagen – PR??├ó??CHTIG! Da darf man auch mal die Strecke vergessen…. :-)