Gestern abend “gingen wir mal fremd” und anstatt auf die Laufstrecke zog es uns in die großzügige Tennishalle der Ferienanlage am Weißenhäuser Strand. Ein paar Jahre ist das letzte Match schon her, aber sowas verlernt man doch nicht? Nach ein paar Schlägen zum Warmwerden ging es an’s Eingemachte: Ein Match über drei Gewinnsätze. Streckenweise sah das Ganze richtig nach Tennis aus, so flott droschen wir die Bälle über’s Netz. Gegen Mareks Granatenaufschlag und die einhändige/durchgezogene Steffi-Graf-Gedächtnisrückhand hatte ich aber erwartungsgemäß kein Chance. Der Endstand von 6:1, 6:0, 6:3 klingt eindeutiger als es war. Immerhin habe ich dritten Satz 3:1 geführt, aber dann schlichen sich zu viele “unforced errors” ein und der erste Aufschlag landete so gut wie immer im Aus/Netz. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und man glaubt nicht, wieviel man auf einem Tennisplatz laufen muss! Wir werten das Spiel floglich als adäquaten Laufersatz. Einstand!
Morgen vormittag ist es nun soweit: der erste Höhepunkt der noch jungen Laufsaison steht an: der Berliner Halbmarathon. Voll wird es in jedem Fall: Nachmeldungen sind nicht mehr möglich, weil das Teilnehmerlimit bereits früh dieses Jahr erreicht war. Laut laufmarkt.de ist der Frühjahrsklassiker gemessen an den Finishern der drittgrößte Lauf Deutschlands (nach dem Berlin-Marathon und dem Firmenlauf in München). Das Wetter wird sehr warm: um die 18° (damit ein wenig kühler als heute), aber trotzdem ungewohnt nach dem kalten Winter. Die kurze Hose kommt jedenfalls erstmal mit, mit großer Wahrscheinlichkeit ziehe ich diese bei den Temperaturen auch an. Was nehmen wir uns vor? Ich kann mich momentan schlecht einschätzen. Im März habe ich immerhin 175km gelaufen, 40km mehr als im letzten Jahr. Aber ich bin realistisch, dass es keinen großen Unterschied machen wird. Es wird vor allen Dingen darauf ankommen, nicht zu schnell loszulaufen. Das hat im letzten Jahr (daher stammt noch meine Bestzeit von 01:38:22) super geklappt. Wenn ich mich da im Zaum halten kann, dann könnte es – gut werden. Nach meinem längeren Lauf letzte Woche hoffe ich auch, dass die letzten Kilometer besser gehen und ich nicht so hart kämpfen muss wie vor einem Jahr. Da hatte ich eine bessere Zeit “verlaufen”. Henrik hat die Startnummer 9804, ich laufe mit der 9811. Los geht es um 10.45 Uhr!
Hört sich etwas martialisch an, ist aber ein neuer Wettbewerb auf Nike+, von dem auch der Brennr schonmal berichtet hat. Der Wettbewerb läuft nun ca. 2 Wochen und so wie es aktuell aussieht, liegen die Männer deutlich vorne. Am Ende gewinnt das Team, das 2 von den 3 Wettbewerben für sich entscheiden konnte (meiste km eines Teams, durchschnittliche Strecke pro Teilnehmer, meiste km eines Teilnehmers an einem Tag). Ich wüßte nicht, wie die Frauen das noch aufholen sollten. Vielleicht sollte ich mich als Frau anmelden :-) Aber meine 3km sind sicherlich nicht entscheidend für den Ausgang des Events. Tja, liebe Frauen, auf gehts!
LH 194 aus Frankfurt um 21:35. Mit diesem Flieger kommt Henrik gleich aus seinem wohlverdienten Urlaub zurück und die Running Twins sind wieder vereint. 3 Wochen Faulenzen und Beine Hochlegen haben nun ein Ende, Bruderherz! Jetzt geht es wieder ran ans Training, schließlich sind es nur nur exakt 2 Wochen bis zum Halben in Berlins City – die Zeit rennt wahnsinnig. Aber wie ich dich kenne, warst du nicht wirklich so faul und bist morgens bei Sonnenaufgang den Strand langgejagt. Bestimmt waren die 3 Wochen auch nur geschwindelt und du warst im Höhentrainingslager :-)
Da meine bessere Hälfte an diesem Wochenende eine Weiterbildung macht, habe ich keine Zeit zum Sport und unterstütze sie mit unserem Kleinen (der jetzt auch schon 8 Monate wird). Heute nutzten wir das schöne (aber kalte!) Frühlingswetter und spazierten gemeinsam insgesamt 4 Stunden durch Schöneberg und Kreuzberg. Der Racker schlief natürlich die gesamte Zeit und bekam gar nicht mit, wie ich mir bis dato unbekannte Ecken von Berlin erkundete. Einen fantastischen Blick hatte ich vom höchsten Punkt des Viktoriaparks in Kreuzberg, den ihr auch auf dem Bild bewundern könnt. So bin ich wenigstens ein paar Kilometer gelaufen, wenn auch nur zu Fuß mit Kind im Gepäck. Mir hats Spaß gemacht und dem Kleinen auch.
Heute trudelte der Stand nach dem ersten Lauf im Berlin-Cup in meinen Mail-Postkasten. Unser Volkslaufwart schreibt dazu: “Liebe Berlin-Cup-Teilnehmer/-innen, ich bin von meiner 1-jährigen Weltreise zurück und habe wieder meine Pflichten als Volkslaufwart übernommen. Nochmals an dieser Stelle herzlichen Dank an Ralf Milke, der mich hervorragend vertreten hat. Kurz zur Statistik: Bisher 230 Anmeldungen (166 männlich + 64 weiblich). Beim 1. Lauf haben davon 141 teilgenommen (105 männlich + 35 weiblich), die Teilnahmequote ist 61% gesamt (63% männlich + 55% weiblich).”
Nach dem ersten Lauf belege ich wie im letzten Jahr Platz 9 mit 12 Punkten. Diesmal aber in der M30, wie ungewohnt. Ob ich dieses Jahr wieder die 8 Wertungsläufe schaffe, glaube ich eher nicht. Dazu steht bei uns einfach zuviel auf der Agenda. Aber der Anfang ist gemacht und damit bin ich sehr zufrieden. Kann ja noch besser werden, oder?
Morgen ist es soweit: während Henrik im Urlaub weilt und morgen Richtung Sonne fliegen wird, steige ich ins Wettkampfgeschehen ein und werde 10km im Britzer Garten absolvieren. Das ist gleichzeitig auch der Startlauf für den Berlin-Cup, aber es wird erfahrungsgemäß wenig Punkte geben, da viele den Lauf als Saisonauftakt benutzen. Ich bin mir noch unschlüssig, wie ich loslaufen werde. Die letzte Zeit konnte ich gut trainieren. Aber die Bestzeit zu schlagen (vom letzten Jahr auf dieser Strecke), ist unrealistisch, das ist mir bewußt. “Wetterprognose am Veranstaltungstag: wolkig 4 / 5°C, Niederschlag: 35 % Risiko” heißt es im Newsletter des Vereins. Eigentlich mein Wetter. Ich freue mich jedenfalls schon tierisch drauf und wir werden ja sehen, was möglich ist. Unter 45min möchte ich schon landen und das wäre ja so früh in der Saison kein schlechter Beginn. Ich melde mich dann morgen, wie es war!
Aus den SCC-News: “Wegen starken Andrangs: Keine Nachmeldungen möglich beim 29. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON am 5. April. Beim 29. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON gibt es keine Möglichkeit sich nachzumelden. Grund ist der starke Anmelde-Eingang, der im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent höher liegt, sodass das Teilnehmerlimit von 22.000 beim Halbmarathonlauf voraussichtlich schon vor dem Meldeschluss am 13. März erreicht sein wird. Die Anmeldebedingungen sehen vor, dass bei Erreichen des Teilnehmer-Limits keine Anmeldungen mehr möglich sind. Insgesamt, d.h. zusammen mit Skatern und Teilnehmern des Vattenfall FUN RUNs werden über 25.000 Teilnehmer erwartet, was Rekord bedeuten würde.”
Na, wir haben ja rechtzeitig gemeldet. Der erste Saisonhöhepunkt rückt näher…
Nachdem ich am Donnerstag noch bei eisigem Regen meine abendliche Runde gedreht hatte, meinte das Wetter es heute zum Ausgleich sehr gut mit mir. Bei nahezu frühlingshaften Temperaturen konnte ich heute vormittag einen längeren Lauf absolvieren. Ich hatte vorher “nur” 15km auf dem Plan stehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mein Tempo zu finden, konnte ich schließlich die Natur am Müggelsee genießen und ich entschied mich spontan, noch ein paar mehr Kilometer draufzulegen. Mir taten es viele andere Sportler gleich: soviele Läufer, wie ich heute vormittag zu Gesicht bekam, habe ich den ganzen Winter nicht gesehen. Da plagt den einen oder anderen doch wohl das schlechte Gewissen und bei dem Wetter gibt es aber nun wirklich keine Ausreden mehr. Ich habe mir auch mal den Spaß gemacht und die Vierbeiner gezählt, die meinen Weg kreuzten: 18 an der Zahl. Und keiner hat versucht, meine (durchtrainierten :-)) Waden zu packen. Hannes hatte ja ähnliche Erfahrungen mit freundlichen Hundebesitzern gemacht diese Woche. Ich muss auch sagen, dass ich sehr selten bis jetzt mit Hunden Probleme hatte, obwohl ich eine typische Hundeauslaufstrecke laufe. Ich kann mich nur an einen Vorfall erinnern, bei dem mich ein Hund angesprungen hat und das war bei einem Lauf in Bremen. Sonst finde ich, dass viele Herrchen da schon Rücksicht nehmen und ihren Hund bewußt zurückhalten und an die Leine nehmen. Finde ich gut! Zumal ich dann nach insgesamt 22km keinen Drang mehr verspürte, einem Vierbeiner näherzukommen. Nachdem ich wieder da war, hat es auch meine Freundin gepackt und sie ist das erste Mal seit langer Zeit wieder losgelaufen. War ein richtig sportliches Wochenende bei uns :-)
Ja, es kann keiner mehr hören und sehen, wann hat das ein Ende? Heute abend habe ich noch eine abendliche Runde eingelegt. Als ich vor die Tür trat, wollte ich schon wieder kehrt machen und hochgehen. Ich rang mich durch und joggte los. Leichter Nieselregen zu Beginn. Die ersten Kilometer hatte ich noch Spaß. Dann aber wurde der Regen stärker. Fieser Seitenwind kam auch noch dazu. Ich muss zugeben, Spaß hatte ich nicht mehr. Ich kämpfte mich durch und kam ziemlich nass zuhause an. Meine rechte Hand war dann eingefroren. Warum habe ich eigentlich keine Regenklamotten? So, genug gejammert und gemeckert. Der Frühling kommt ja bald!
