60 Wochenkilometer – das hatte ich schon seit längerer Zeit nicht mehr (das letzte Mal wohl Anfang Mai). Ein Ziel, das ich mit einem morgendlichen Lauf in den Tag heute erreichen wollte. Damit das frühe Aufstehen auch klappt, hatte ich meinen Kollegen Paul gestern abend noch eingespannt und ihn zum längeren Lauf überredet. Gesagt, getan. Heute früh quälte ich mich dann um halb 6 aus den Federn, um Punkt halb 7 mit Paul vom S-Bahnhof zum Startpunkt loszufahren. Eine schöne Strecke hatte ich mir gestern bereits überlegt. Anfangs schön entspannt 10km am Langen See entlang und dann zurück quer durch die Müggelberge mit etwas anspruchsvolleren Pfaden. Um Punkt 05:45 scheiterte der Plan schonmal grandios – Paul schaffte es leider nicht. Was nun? Kurz überlegte ich, wieder ins Bett zu gehen, dann aber rappelte ich mich auf und machte mich mit Trinkflasche und Powergel allein auf den Weg. Geplant hatte ich nun eine Müggelsee-Runde. Von zuhause und zurück ca. 28km. Viel habe ich nicht erwartet nach dem gestrigen Garteneinsatz (keine körperlich harte Arbeit mehr gewohnt!), aber ich kam kaum vom Fleck. Keinen Muskelkater, aber die Beine waren übelst schwer. Trotz niedrigem Puls (~145) und einem für mich wirklich langsamen Tempo (06:30/km) fühlte ich mich nicht gut. Vielleicht wird es ja noch…aber es wurde heute nicht. Nachdem ich den Spreetunnel (siehe Foto) passiert hatte und noch ganz in Ruhe eine Pause am Spreeufer eingelegt hatte, beschloss ich, nicht nach rechts Richtung Rahnsdorf, sondern nach links in Richtung Köpenick abzubiegen. Ich war mir nicht sicher, ob ich die knapp 30km wirklich gut überstehen würde. Und bei dem Tempo hätte ich bestimmt 3h benötigt, das war mir zu langsam. So war ich dann Punkt halb 8 zurück und wir konnten alle gemeinsam frühstücken. Dafür war ich nach den 10km noch recht fit. Im Nachhinein fand ich meine Entscheidung gut, manchmal sollte man auf seinen Körper hören und der hat heute zu mir gesagt – lass es sein.
Sportliche Höchstleistungen gibt es bei mir in diesem Sommer nicht zu vermelden. Vielmehr finde ich aufgrund verschiedener Baustellen einfach nicht die Kraft und die Zeit, um meiner Laufpassion zu frönen. Damit ich nicht ganz einroste, nehme ich gelegentlich mein Mountain Bike zur Hand und lege die 15km-Strecke zur Arbeit zurück. Eine Ausnahme gibt es aber wenigstens noch: das Laufen am Mittwoch Mittag mit den Kollegen. Das ist schon seit einem Jahr ein fester Termin, anfangs bin ich noch allein gelaufen, aber dann gesellten sich zum Glück noch einige andere motivierte Läufer zu mir und wir haben es sogar über den kalten Winter durchgehalten. Drei Strecken sind wir bisher gelaufen: zwei Runden im Tiergarten, am Ufer der Spree entlang und zuletzt immer wieder durch den Volkspark Friedrichshain und den Volkspark Prenzlauer Berg. Im Letzteren bietet sich auch eine gute Gelegenheit für ein wenig alternatives Training: eine längere Treppe zur höchsten Erhebung (91m?, auf dem Foto zu sehen) ist zum festen Bestandteil der Runde geworden. Meistens geht es zweimal dort hoch. Der aktuelle konditionelle Zustand wird einem hier gnadenlos vor Augen geführt. Wenn man ordentlich Tempo macht, ist der Maximalpuls nicht weit. Aber man wird mit einer tollen Sicht über Berlin entschädigt. Anschließend heißt es entspannt wieder nach unten laufen und den Rückweg Richtung Alexanderplatz antreten. Das nächste Meeting wartet bereits.
Tap Tap Tap – heute habe ich den ersten Lauf mit den fivefingers gewagt. Das war weniger aufregend als erwartet. Ich habe mir eine Strecke im Westpark ausgesucht, weil man dort oft auf die Naturwege -sprich Gras- ausweichen kann. Aber auch das Laufen auf Asphalt ist unproblematisch, solange dieser sauber ist. Generell läuft man langsamer und vorsichtiger. Und die Blicke der Spaziergänger sind garantiert. Auf der Seite am Sportplatz im östlichen Westpark gibt einen ca. 400 Meter langen Trailrun, den ich ein paar Mal abgelaufen bin. Viele Wurzeln erfordern viel Konzentration, denn man spürt den Untergrund schon ziemlich deutlich. Da ist ja auch nix, was dämpft oder abfedert. Jetzt bin ich auf morgen gespannt, was die Waden zu der ungewohnten Belastung sagen werden. Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar Fotos geschossen von unserem “Kiez” – wenn man das hier in München so sagen kann. Schuheputzen war auch noch Pflicht – jede Menge Gras bleibt zwischen den “Zehen” hängen.
Hitze kann nicht mehr als Entschuldigung für das Sommerloch durchgehen, ist die Temperatur in den letzten Tagen doch gefühlt herbstlich. Immerhin bleibt ein bißchen Zeit, um auf die Planung der 2. Jahreshälfte zu schauen. Welche Planung? Hier steht tatsächlich nicht viel im Kalender. Der übliche Müggelsee-Halbmarathon ist für Marek in der Oktobermitte angesetzt. Für Ende August steht der Bleistifttermin für den Berliner SportScheck Stadtlauf im Kalender, aber der Radiergummi liegt schon bereit, denn der Termin liegt in der Hochphase des Projekts Eigenheim. Was wir als attraktive Möglichkeit für einen gemeinsamen herbstlichen Halbmarathon ausgeguckt haben, ist der Münchner HM am 10.10.2010, der in diesem Jahr erstmalig im Rahmen des München Marathons angeboten wird. Attraktiv deshalb, weil die Strecke der zweiten Hälfte des Marathons entspricht. Sie führt durch die Münchner City und endet im Olympiastadion. “Überschneidungen” mit Marathonis sind nicht möglich, weil diese parallel am Startpunkt des Marathons in das Rennen gehen. Die inzwischen 45 EUR hohe Organisationsgebühr finden wir happig. Ob es mit dem gemeinsamen Lauf klappt, hängt wesentlich von der Logistik ab, die noch penibel geplant werden muss. Ein Highlight wäre der Lauf auf jeden Fall. Danach neigt sich die Wettkampfsaison dann auch dem Ende zu. Im November gibt es immer noch 1-2 schöne -eher spontane- Rennen über 10 Km, bevor traditionell der Berliner Silvesterlauf das Jahr abschließt. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Running Twins mal wieder gemeinsam den Teufelsberg hochkraxeln.
Sommerloch oder was? Die Antwort lautet schlicht und einfach: ja. Es gibt kaum etwas Neues von der Lauffront der Twins zu berichten in letzter Zeit. Henrik lief Ende Juni noch einen Wettkampf in seiner Wahlheimat München, aber danach ist auch bei ihm die schöpferische – äh sportliche Pause eingetreten. Die Temperaturen der letzten beiden Wochen tragen ihr Übriges dazu bei. Ist ja nicht so, dass man keinen Sport machen kann – beim dosierten Training sind diese sicher auszuhalten – aber so richtig kann ich mich momentan nicht aufraffen. Dazu kommt noch, dass wir beruflich stark eingebunden sind und ich noch mit unserem Hausbauprojekt zu tun habe. Immerhin habe ich gestern abend nach längerer Zeit eine lockere Montain-Bike-Tour unternommen. Quer durch Köpenick bin ich in 2h auf knapp 46km gekommen. Hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich gegen Ende gemerkt habe, dass die Beine müde wurden. Nix mehr gewohnt! Bei dem “entspannten” Programm macht es auch wenig Sinn, für Wettkämpfe im August/September zu planen. Wenn wir realistisch sind, dann wird man sich damit keinen großen Gefallen tun. Also lieber doch Sommer, Sonne, Cabrio!
Erstellt von Running Twin Marek am 03.07.2010 in der Kategorie News | 1 Kommentar
Dieser Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Bei 37° haben wir unseren Jungs die Daumen gedrückt und mitgefiebert. Am Ende stand ein fast unglaublicher Sieg. Amazon bietet sogar “Don’t cry for me Argentina” als Gratis-Download an. Die Hitze ist einer der Gründe, warum wir momentan mit dem Laufen etwas kürzer treten. Diese Temperaturen sind einfach nix für mich. Ganz eingestellt haben wir das Training aber nicht. Ich war am Mittwoch mit den Kollegen auf eine kurze Runde, und das in der Mittagshitze. 12km mit den Five Fingers. Super war, dass mir die Waden danach kaum noch Probleme gemacht haben. Das sah nach dem Lauf am Samstag noch anders aus. Da konnte ich Sonntag kaum richtig gehen. Trotzdem habe ich mir eine fette Blase unter dem großen Zeh gelaufen. Wettkämpfe habe ich erstmal keine weiter geplant. Mir fehlt jetzt im Sommer auch einfach die Zeit zum kontinuierlichen Training. Ein wenig werde ich noch versuchen, meinen irischen Kollegen Paul bei seiner Marathonvorbereitung zu unterstützen, aber mehr ist leider nicht drin. Unser Hausbau ist mitten in der heißen Phase und bald wollen wir ja auch umziehen. Es wird heiß!
Nach DIESEM Fußballnachmittag traten so ziemlich alle anderen Events heute in den Hintergrund. Bevor unsere Mannschaft der Redewendung “Football is coming home” eine ganz wörtliche Bedeutung eingehaucht hat, fand heute Vormittag der Münchner Stadtlauf statt. Ich war ganz optimistisch, eine schnelle Zeit laufen zu können, mein Trainingszustand war ganz ordentlich. Allerdings hatte ich nicht auf hohe Pace hintrainiert. Zum Start um 11:10 nach dem elendig langen Glockenspiel auf dem Marienplatz brannte schon die Mittagssonne. Zusammengefasst: zügig angegangen, stark nachgelassen und in’s Ziel gekämpft unter 45′. Die Zwischenzeiten sprechen Bände. Ich wollte gerne schneller, konnte aber nicht. Daran gab es heute nichts zu deuteln. Natürlich, die Sonne knallte, die Wege waren trocken, die Schuhe ungeeignet,… lassen wir die Erklärungen. Mehr ist momentan einfach nicht drin, was mich jetzt nicht unruhiger schlafen lässt. Umso schöner war der Sportnachmittag.
Heute war ich zum zweiten Mal mit den Five Fingers unterwegs. Samstag gekauft, habe ich es am Montag auf 11km gebracht. Dienstag war ich dann für Christians WM-Laufspiel 19km in den Mizunos unterwegs (hat ja leider nicht gereicht). Durch meine Erkältung konnte ich nicht alles geben. Aber mir haben die Waden schon ordentlich gezwickt nach dem ersten Ausflug. Heute dann der zweite Streich: 20km quer durch den Wald mit einigen Höhenmetern in den Müggelbergen Berlins. Wenn man es erstmal geschafft hat, alle Zehen in den vorgesehenen Platz zu bekommen, gehts los. Eines muss ich vorneweg schicken: das Gefühl beim Laufen ist einfach nur gut. Anfangs ist es sehr gewöhnungsbedürftig. Dämpfung gleich null, sehr puristisches und deswegen auch sehr natürliches Auftreten. Da ich eh nur Neutralschuhe laufe, fällt mir die Umstellung sicherlich leichter als Läufern mit gestützten Schuhen. Auf Asphalt zu laufen, ist vom Barfußlaufen wirklich nicht weit weg. Nicht der ideale Untergrund. Man spürt schon beim Laufen jeden Muskel, gerade in den Waden. Es “platscht” ordentlich bei jedem Auftreten. Der Wechsel auf weicheren Waldboden ist eine Wonne. Hier machen die Dinger richtig Spaß. Aufpassen muss man hier nur auf Untergrund, der mit kleinen spitzen Steinen gespickt ist. Sonst kann man einfach drauflos rennen. An kleinere “Fehltritte” auf Wurzeln o.Ä. gewöhnt man sich schnell. Man läuft automatisch über den Vorfuß, ohne dass man etwas dafür tun muss. Bergauf geht es sehr gut, man tritt nur kurz auf und kommt fix nach oben. Bergab kommt es ein wenig auf die Steigung an: wenn es nicht zu steil ist, kann man ordentlich Gas geben und steht den Laufschuhen in nichts nach. Richtig geeignet für steile Downhills sind die normalen KSOs aber nicht. Hier fehlt der Grip, man rutscht schnell weg, was gefährlich werden kann. Marco hat die Trek-Variante beschrieben, die aber auch deutlich teurer ist (105,- / 190,- wenn ich richtig informiert bin). Auch bei der längeren Strecke hatte ich heute keine Probleme mit Schweiß in den Füßen (Socken hat man ja nicht an :-)). Das Aussehen ist sicher ungewohnt, aber mir gefallen die Teile. Zumal man die ja auch tagsüber anziehen kann (sind auch maschinenwaschbar). Mein Urteil fällt sehr positiv aus. Ich habe die Five Fingers jetzt sicher öfters im Alltag und zum Laufen an, gerade auf Strecken im Wald. Sehr empfehlenswert, wenn man nicht gerade nur auf asphaltierten Straßen laufen kann. Hier noch ein kleines Video von heute (mit dem IPod aufgenommen):
Am Sonntag steigt in München eine ziemlich große Laufveranstaltung: der Sportscheck Stadtlauf. Es wird wohl nicht zu übersehen sein, wenn 18.000 Läufer vom Marienplatz aus Richtung Englischer Garten laufen. Angeboten werden Halbmarathon und 10 Km. Da der “Halbe” schon um 08:00 Uhr startet, habe ich mich für die 10 Km entschieden. Unabhängig von der Distanz wurden 29 EUR Startgebühr fällig – happig. Da der letzte “Zehner” unter regulären Bedingungen -der Westparklauf im Schnee zählte nicht so richtig- schon fast ein Jahr her ist, bin ich mir schwer unsicher über die mögliche Zeit. Nach wie vor steht eine 42:40 vom Köpenicker Altstadtlauf vom April 2009. Allein schnell wegzukommen, dürfte bei den vielen Startern im orangefarbenen Shirt schwierig werden. Die Strecke ist allerdings schön flach, und der Zieleinlauf auf dem Marienplatz sehr attraktiv und motivierend. Ich lasse mich mal überraschen, was geht. Anstrengend finde ich den Zwang, das signalfarbene Teilnehmershirt anzuziehen. Das gilt nämlich als Startberechtigung – Startnummern gibt es dafür nicht.
Erstellt von Henrik am 22.06.2010 in der Kategorie News | 2 Kommentare
Heute genau vor einem Jahr ging die Meldung vom Mord an der Joggerin am Morgen des 20.06.2009 in Berlin-Spandau über die Nachrichtenticker. Das Thema wurde natürlich auch in den Blogs diskutiert. Jüngst gab es anlässlich des traurigen Jahrestags bei German Road Races dazu einen Artikel, der uns auf den aktuellen Stand der Ermittlungen bringt. So konnte der Täter bisher nicht gefasst werden, und das, obwohl sogar Aufzeichnungen einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatorts vorhanden sind, die er mit Rad passiert hat. Auch ein Aufruf bei “Aktenzeichen XY” brachte noch nicht den Durchbruch. Früher oder später wird der Täter gefunden werden, auch wenn das die Frau nicht mehr lebendig machen wird. Christian hatte einige Tipps zusammengetragen, die man beherzigen kann. Aber ehrlich, mit so etwas kann man nicht kalkulieren. Ich werde mir deshalb auch in Zukunft die Freiheit nehmen, alleine im Wald zu laufen und den iPod anzuschalten.
Es folgt ein kleiner Ausflug in die Technik-Abteilung. Da viele Läuferblogs auf WordPress basieren, könnte das von allgemeinem Interesse sein. Vor ein paar Tagen haben die Entwickler WordPress Version 3.0 veröffentlicht. Leider waren wir mit unserem Blog technisch in’s Hintertreffen geraten, die letzte Aktualisierung erfolgte auf die Version 2.8.1. Zudem standen immer noch die Daten mit der Zeichkodierung ISO-8859-1 in der Datenbank, die über die Version MySQL 4.0.1 nicht hinausgekommen war. WordPress 3.0 setzt jedoch eine MySQL-Version ab 4.1.3 voraus. Grund genug für eine radikale Operation und dem Upgrade von WordPress und Datenbank. Die Daten sind nahezu heilig, also muss vorher ein Backup aller Datenbanktabellen und Files auf dem Server angefertigt werden. Für die Datenbank empfehle ich dafür das kostenlose Tool MySQLDumper. Einfach zu installieren und zu administrieren, hat man damit in wenigen Minuten die komplette Datenbank komprimiert auf der Festplatte. Zudem umgeht das Tool das Problem von PHP-Timeouts beim Wiedereinspielen der Daten (die Tabellen sind schlicht und ergreifend zu groß). Bei unserem Provider, der im Fernsehen durch den unsäglichen Marcel Davis präsentiert wird, muss man nämlich seine Datenbank löschen und neu anlegen, um auf eine neue Version zu gehen. Natürlich heißt die DB nach dem Upgrade komplett anders. Die WordPress-Files kann man einfach per FTP lokal sichern. Geplant, gemacht. Beim Wiederherstellen der DB-Tabellen muss man angeben, welche Zeichenkodierung die Tabellen im Backup haben – in unserem Fall war das ja immer noch das problematische ISO-8859-1. Beim Import erfolgt dann die Konvertierung auf UTF-8. Die WP-Dateien habe ich manuell auf den Server gespielt. Danach das Upgrade-Skript von WordPress starten, dabei wird die DB “konvertiert” (es kommt eine Tabelle hinzu). Unbedingt prüfen, ob die Plugins noch werkeln. Fertig war die Operation am offenen Herzen.
Marek erlebte mit seiner Teamstaffel vor einer Woche eine Hitzeschlacht, bei uns war es heute einfach nur nass. Pünktlich zum Start setzte ein heftiger Regen über München ein, der Erinnerungen an unsere erste (letzte gemeinsame) Teamstaffel vor 3 Jahren hervorrief, als der Berliner Tiergarten absoff. Aufgrund des übersichtlichen Starterfeldes war das heute gar nicht so schlimm: gerade mal 53 Staffeln wagten sich auf die 5×5 Km. Hier sind die Dimensionen doch anders als in der Hauptstadt, auch eine Erfahrung. Eine fast familiäre Veranstaltung. Der Chef vom Dienst drehte mit allen Teilnehmern erstmal eine Runde zum Kennenlernen der Strecke. Auch das habe ich noch nie erlebt. Das hatte einen einfachen Grund: die Strecke war nicht durch Streckenposten, sondern nur mit wenigen Pylonen markiert. Wir disponierten um, da uns unser 4. Mann aller Wahrscheinlichkeit auch abhanden kam, der 5. hatte im Vorfeld bereits abgesagt. Startläufer Sebastian, dann Henrik, danach Stefan und dann wieder von vorn. Sebastian kämpfte sich gut den Wolkenbruch, solide 21:42 standen auf der Uhr und ich übernahm. Alles konnte ich nicht geben, immerhin musste ich ja nochmal am Ende ran. Also lief ich mit angezogener Handbremse in 20:25 durch den Regen. Da jeder Läufer drei Runden a 1,65 Km zu absolvieren hatte, war spätestens jetzt der ??berblick völlig verloren. Immerhin gab es eine Nettozeitnahme jedes Läufers, da der Chip als Staffelstab fungierte – gute Idee! Stefan lief entspannt seinen Stiefel in 26:50 runter und immerhin hörte jetzt der Regen auf. Spätestens jetzt war klar, dass die 2h fallen würden. Sebastian ging zum zweiten Mal auf die Strecke. Unverhofft kommt oft, in diesem Fall der Michael, der an der Strecke eintraf. Ich musste also eigentlich nicht mehr ran. Da Michael aber die abenteuerliche Streckenführung nicht kannte, lief ich mit ihm. Wir übernahmen nach weiteren 22:46 von Sebastian. Michael kämpfte, aber der Trainingszustand reichte nicht für einen schnellen Lauf. Zwei Teams zogen an uns vorbei. Ich feuerte ihn nochmal an, letztlich reichte es immerhin zu einem Zielsprint. “Wir” brauchten 23:55 für das letzte Segment und finishten damit in 1:55:38. Das war deutlich unter der angepeilten 2h-Marke und dafür ein Riesenkompliment an mein Team! Platz 11 von 25 ist mehr als respektabel. Es bleibt noch Luft für das nächste Jahr, dann hoffentlich mit Sonnenschein.