Von Henrik · 07. Juni 2013 · 8 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Planung

ZeitsprungWir hatten ihn zum ersten Mal in der Nacht zum 28. Oktober 2012 gewagt. Nach einer Idee vom Timekiller und Chief Balla ging im Münchner Ostpark der 1. Bestzeitmarathon über die Bühne. Und die war prächtig. Prächtig weiß. In dieser Nacht brach der erste Schnee in München herein und wir hatten eine skurril anmutende Kulisse für die Premiere des Rekordversuchs vor uns. Gut, mit 10 angemeldeten Teilnehmern, von denen dann 7 tatsächlich um Mitternacht an der Startlinie standen, war der 1. Bestzeitmarathon noch deutlich unterbucht. Aber wer will schon riskieren, bei so einem gewagten Experiment zu Schaden zu kommen. Die genauen physikalischen Mechanismen zwischen 3 und 2 Uhr sind schließlich unerforscht, aber das Phänomen des Zeittunnels wurde andernorts bereits für Marathonbestzeiten und sogar Weltrekorde genutzt. Jammerschade wäre es, wir würden diese Chance im Süden des Landes einfach verstreichen lassen.

Der 2. Bestzeitmarathon wartet mit einer ganzen Reihe von Neuerungen auf. Für alle Läufer, die sich um Mitternacht keinen Marathon zutrauen, wird in diesem Jahr auch der Fun-Halbmarathon angeboten. Bei Start um Mitternacht müsste man aber schon sehr langsam laufen, um die Phänomene des Zeittunnels erfahren zu können. Also überlegen wir hier noch, den Start nach hinten zu schieben. Die volle Distanz wird um Punkt Mitternacht gestartet. Für einen freiwilligen Kostenbeitrag von 15 EUR bekommt jeder Laufverrückte Verpflegung, eine Startnummer mit Namen, elektronische Chipzeitmessung und die schon jetzt legendäre Finisher-Medaille. Gelaufen wird auf einem 2,1 Km langen Rundkurs im Ostpark.Bestzeitmarathon – 56 Die Zwischenzeiten jeder Runde werden live auf die Homepage übertragen und auch auf dem Bestzeitmarathon-Twitterkanal zu sehen sein. Die Strecke ist beleuchtet und hat schon nach einer Runde hohen Wiedererkennungswert. Wo gibt’s denn sonst sowas? Es wird also wieder eine liebevoll organisierte Veranstaltung geben, die deutlich mehr Teilnehmer und Anfeuerer als bei der Premiere verdient. Dort wurde übrigens die 3h-Marke für den Marathon souverän geknackt.

Wer selbst das Phänomen des Zeittunnels erfahren möchte: hier geht’s zur Anmeldung. Anfeuerer, Unterstützer, Fans, Groupies, Zaungäste sind herzlich willkommen zum Zeitsprung 2.0!

Von Henrik · 07. April 2013 · 4 Kommentare · Kategorien: Ausrüstung, Strecken, Trainingstagebuch

#starnberg30München-Starnberg, ein echter Klassiker! Zur 4. Auflage von #starnberg30 haben sich heute 5 Teilnehmer eingefunden, die sich vom Olympiaeinkaufszentrum zum Starnberger See aufmachten. Rekordteilnehmer Lars passte wegen Trainingsrückstand, dafür fanden sich mit Lissy und Philipp zwei neue Teilnehmer. Timekiller und meine Wenigkeit komplettierten die Runde. Immerhin 32 Km sah der Plan vor. Diesmal sollte nicht in Starnberg Nord Schluss sein, sondern das letzte Stück bis zum Seeufer gelaufen werden. Geplant, getan. Das Tempo wurde konstant unter 6 min/Km gehalten, am Ende waren es im Schnitt 5:52 min/Km. Lissy startet am 21.04. beim Hamburg Marathon und nutzte #starnberg30 als letzten langen Lauf. Am Seeufer angekommen, stürzte die Meute in die Eisdiele -wir hatten uns bei der Terminplanung durchaus wärmere Bedingungen erhofft- und Lissy lief noch zwei weitere Kilometer am See auf und ab. Sie schaffte mit Endbeschleunigung sogar die gleiche S-Bahn wie wir zurück. Bei Km 8 wartete Ludwig und begleitete uns für 6 Kilometer. Das werten wir natürlich nicht als vollständige Teilnahme ;).

Ich wagte ein kleines technisches Experiment. Das iPhone habe ich mit der App “Lifelapse” ausgestattet. Diese nimmt alle 30 Sekunden ein Foto auf. Eine passende Umhängetasche habe ich mir selbst gebastelt, dafür taugte eine alte iPhone-Gürteltasche mit Clip. Aus der lugt das iPhone etwas heraus, damit die Kameralinse sichtbar ist. Die Fixierung erfolgte zusätzlich an den Gurten des Trinkrucksacks. Damit gelingt es erstaunlich gut, Bilder von der Strecke einzufangen. Beim nächsten Mal muss ich weniger vorne laufen, damit man die anderen Teilnehmer öfter erwischt. Ein paar Schnappschüsse habe ich exportiert und in die Galerie eingefügt. Die App kann per Knopfdruck alle aufgenommenen Bilder zu einem Daumenkinofilm zusammenpacken und den dann auf YouTube hochladen. Ich habe mit iMovie noch Musik runtergelegt:

Steffen hat mit seiner Minikamera ein paar schöne Clips aufgenommen, die er hier zusammengeschnitten hat. Ein schönes Video, vielen Dank, Steffen!

Zumindest kann man so einen Eindruck gewinnen, wo wir so immer langlaufen. Beim nächsten Mal soll es wieder Wurm-abwärts von Starnberg nach München gehen. Vielleicht dank dieser Dokumentation mit neuer Rekordteilnehmerzahl?

Von Henrik · 11. Februar 2013 · 5 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Kann Henrik seinem Schatten entkommen?Da ist sie auch schon wieder gelaufen, die Münchner Winterlaufserie. Einen großartigen Abschluss gab es heute mit den 20 Km im Olympiapark zu feiern, aus verschiedenen Gründen. Wie bestellt kam heute Morgen um 07:30 Uhr die Sonne raus. Die angesagten -7 Grad verloren damit schnell ihren Schrecken. Und auch die Befürchtungen, die Strecke um den Olympiasee könnte mit Eis und Schnee rutschig werden, waren zum Glück unbegründet. Da gingen also langsam die Ausreden aus. Dass wie auf den 15 Km mit Bianca heute kein Pacemaker vorneweg rannte, war schade, aber an so einen Luxus muss man sich ja gar nicht erst gewöhnen. Dafür konnte ich ja mit dem schnellen Thomas zusammen laufen. Also volle Attacke auf die zwei Jahre alte Bestzeit auf vier Runden durch den malerisch verschneiten Olympiapark. Olympiapark mit OlympiabergAuf der Strecke kenne ich inzwischen fast jeden Stein. Das Ziel war, das gleiche Tempo wie auf den 15 Km zu gehen. Nur halt eine Runde länger musste ich das durchhalten. Das klappte heute wie am Schnürchen, vor allem dank der gemeinsamen Tempoarbeit mit Thomas. Wir konnten das Tempo von ca. 4:10 min/Km gut halten. Locker ist das bei mir nicht mehr, aber solange man das Gefühl hat, das Tempo (wie auch immer) durchhalten zu können, ist alles gut. Anfeuerungsrufe auf der Strecke halfen zusätzlich, habe ich schon erwähnt, dass alle Supporter einfach toll sind? ZieleinlaufDie Schuhwahl war heute nicht so glücklich, ab der zweiten Runde merkte ich in den New Balance Minimus Trail wirklich jeden Stein. In Runde drei riss eine Lücke zu Thomas auf und -wie ich erst später mitbekam- musste er nach drei Runden aufgrund Übelkeit aufgeben. Runde vier war dann der erwartete Kampf. Auf der letzten Rille am Olympiastadion vorbei und ab durch den Erdinger-Bogen – geschafft! Die Uhr hielt bei 1:24:12, damit war die Bestzeit pulverisiert. Ein negativer Split ist mir erst zum zweiten Mal nach Altötting 2012 gelungen. Darauf bin ich schon ein wenig stolz. Der Ergebnisdienst rechnet gleich die Zeiten aller drei Läufe der Winterlaufserie zusammen. Fast 7 Minuten habe ich damit auf die Serie 2010/2011 herausgelaufen:

  • 10 Km: 0:43:26
  • 15 Km: 1:02:53
  • 20 Km: 1:24:12
  • Serie: 3:10:31

Damit bleibt Platz 28 bei der Serie stehen, ein schönes Ergebnis und ein echter Mutmacher für die bevorstehende Herausforderung auf Gran Canaria. Mit 3:10h würde ich dort nicht nur gewinnen, sondern auch den Streckenrekord einstellen. Spaß beiseite, das Streckenprofil wird brutal genug sein, um überhaupt in die Nähe von 4 bis 4,5h zu kommen. Aber beruhigend zu wissen, dass das Training zumindest für flache Strecken einschlägt.

Von Henrik · 04. Januar 2013 · 2 Kommentare · Kategorien: Planung, Strecken

Deutschlands Winterlaufserien erfreuen sich großer Beliebtheit. Dabei fällt auf, dass die “Klassiker” aus den Distanzen 10, 15 und 20 Km bestehen, gelegentlich wird statt der 20 Km ein Halbmarathon gelaufen. Zwischen den Läufen liegen gute 4 Wochen. Die Zusammenstellung der Serie folgt einer Idee von Manfred Steffny, die er schon in den 70er Jahren propagierte. Er hatte die Summe der Zeiten einer Winterlaufserie mit denen eines folgenden Frühjahrsmarathons verglichen und kam dabei auf erstaunliche Übereinstimmungen. Er schloss daraus, dass eine aus vollem Training heraus gelaufenene Winterlaufserie eine ziemlich gute Indikation für die zu erwartende Marathonzeit im Frühjahr abgibt. Schauen wir doch mal in die persönliche Ergebnisliste. Leider habe ich erst eine Winterlaufserie komplett absolviert, das war die 2010/2011er Serie. Rechnen wir die Zeiten zusammen: 43:42 (10 Km) + 1:05:33 (15 Km) + 1:27:58 (20 Km) ergeben 3:17:13h. Da hätte ich also unbedingt im Frühjahr 2011 einen Marathon laufen sollen! Spaß beiseite, zu diesem Zeitpunkt war Berlin noch in weiter Ferne. Nach der Verletzungsmisere reichte es 2011 in Berlin immerhin noch zu 3:38h – das hatte mit der Prognose nicht mehr wirklich viel zu tun. Aber zwischen Winterlaufserie und Herbst liegt natürlich zuviel Zeit, Steffny sprach ja auch von einem Frühjahrsmarathon. In diesem Jahr klappt die Verprobung der Faustformel auch nicht so richtig. Der Transgrancanaria-Marathon liegt zwar zeitlich perfekt Anfang März, aber ist vom Streckenprofil nicht mit dem der Winterlaufserie vergleichbar – es sind 3.600 Höhenmeter zu bewältigen. Wohlgemerkt bergab auf spaßigen Trails. Wenn ich hier unter 4:30h das Ziel sehe, wäre das schon ein großer Erfolg. Da bleibt nur der Ehrgeiz, die Serienzeit von vor 2 Jahren bei der aktuellen Serie zu toppen. Das erscheint realistisch, zumal ich beim Zehner trotz Knieprellung schon bescheidene 16 Sekunden auf die Zeit vom Dezember 2010 gutmachen konnte. Am Sonntag steigt nun Teil 2 mit 3 etwas drögen Olympiaparkrunden über jeweils 5 Km. Wenn ich nicht zuviel Pulver in Runde 1 verschieße, sollte eine Zeit unter 1:05h drin sein. Überraschung: eine Serienzeit von unter 3:15h stimmt ziemlich genau mit dem Marathonziel für 2013 überein. Das gilt zwar erst für den Berlin-Marathon im Herbst, aber ein gutes Omen nehmen wir auch gern mit in dieses Laufjahr.

Von Henrik · 31. Dezember 2012 · 5 Kommentare · Kategorien: News, Strecken

Silvesterlauf 2006 (Marek: 1.v.l.; Henrik: 2.v.r.)Am 31.12.2006 -also vor genau sechs Jahren- nahmen wir im Berliner Grunewald am Pfannkuchenlauf teil. Das war Mareks erster offizieller Wettkampf, und die Running Twins als Laufduo mit eigenem Blog hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ansatzweise auf dem Radar. 6,3 Kilometer ging es über den Drachenfliegerberg zum alten SCC Berlin-Vereinshaus. Im Ziel gibt es den verdienten Pfannkuchen. Auf die 10 Km-Strecke, die bei hinreichend guten Wetterbedingungen auch über den Teufelsberg führt, hatten wir uns noch nicht getraut. Die Silvesterlauftradition war jedenfalls für uns begründet.

Im gesamten Land finden entweder an Silvester oder kurz davor Volksläufe statt. Wen wundert’s, denn was gibt es Schöneres, als das (Lauf-)Jahr mit dem liebsten Hobby ausklingen zu lassen? Klar, dass sich der Ehrgeiz, nochmal eine richtig schnelle Zeit abzuliefern, in überschaubaren Grenzen hält. Die Silvesterläufe dienen ähnlich wie die Firmenläufe so manchem Laufeinsteiger als ideale Gelegenheit, Wettkampfluft zu schnuppern und ganz ungezwungen und ohne Leistungsdruck mitzulaufen. Danach (und auch davor) mit Gleichgesinnten plaudern, die Vorsätze für das neue Jahr in Erinnerung rufen (“wieder mehr laufen”) und Platz schaffen für das üppige Silvestermenü – gibt es alles inklusive. Zum Beispiel bei diesen Klassikern:

  • Sparkassen-Silvesterlauf von Werl nach Soest
    Immerhin 15 Kilometer sind hier zu bewältigen beim wohl größten Silvesterlauf Deutschlands mit mehr als 7.000 Teilnehmern. Die Erlöse fließen zu 100% karitativen Zwecken zu. Auch Walker und Skater können teilnehmen.
  • Bitburger Silvesterlauf Trier
    Beachtliche 1.800 Teilnehmer gehen an den Start in Trier. Sogar der Top-Läufer Moses Kipsiro aus Uganda wurde eingeflogen für diese Traditionsveranstaltung. Die deutsche Elite mit Mocki und Arne Gabius gibt sich zudem die Ehre.
  • MRRC Silvesterlauf München
    Mehr als 3.000 Läuferinnen und Läufer begeben sich auf die immer wieder überraschende Strecke im Olympiapark. Als Finisherpräsent gibt es traditionell die MRRC-Tasse. Start ist vor der Event-Arena.
  • Pfannkuchenlauf im Berliner Grunewald
    Durchaus “cross” geht es in Berlin beim Überqueren des Drachenfliegerbergs zu. Zur Auswahl stehen 6,3 Km oder 9,9 Km. Mit einer 10 Km-Bestzeit wird es also nichts, aber das interessiert wirklich niemanden.

SektflascheUnd wo werden die Running Twins starten? Marek hat sich den Eichwalder Silvesterlauf ausgesucht und ich werde in München auf die Olympiaparkrunde(n) gehen. Die Bedingungen könnten kaum besser sein, denn Schnee und Eis sind erstmal nicht in Sicht.

Dies ist der letzte Blogartikel für das Jahr 2012. In Bildern hatten wir das Jahr bereits gewürdigt, alle schönen Momente und neue wie alte Bekanntschaften hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Ein ganz herzliches Dankeschön senden wir an euch für ein grandioses Lauf- und Blog-Jahr 2012. Das war noch lange nicht alles. Wir wünschen euch und euren Liebsten einen schönen läuferischen Jahresausklang und eine rauschende Neujahrsnacht!

Von Henrik · 16. Dezember 2012 · 3 Kommentare · Kategorien: Strecken, Trainingstagebuch

Foto: Lars-Peter BeckHeimo fiel bei Km 12 auf, dass er wieder vergessen hatte, das Ortseingangsschild von Starnberg für sein Blog zu fotografieren. Ich glaube ja, dieses Foto wird es nie geben. Denn solange es das Foto nicht gibt, wird #starnberg30 immer wieder stattfinden. So auch heute die zweite Auflage des zugegebenermaßen noch sehr jungen Laufklassikers. Die Schneemassen der letzten beiden Wochen wechselten in der Nacht den Aggregatzustand und die Motivation, heute mit dem Timekiller und Haudegen Lars-Peter auf den Klassiker “Die 30 Km von Starnberg zum Münchner Olympiaeinkaufszentrum” zu gehen, war heute Morgen um 7 nicht mit mir aufgestanden. Schnell noch die hochgeheime Facebook-Veranstaltung auf neue Einträge gecheckt – vielleicht hat in der Nacht noch jemand abgesagt wegen nasse-Füße-Phobie? -Nein-. Kneifen geht in dieser kleinen, aber sehr entschlossenen Laufgruppe offensichtlich nicht. Pünktlich um 8 Uhr hörte der Regen auf, ein Lichtblick an diesem düsteren Sonntagmorgen. Und so kam es, wie es kommen sollte: die S6 Richtung Tutzing sammelte schrittweise die Teilnehmer des Laufspektakels im Wagen 1 ein. Heimo traute dem Braten nicht und hatte die Windstopper-Regenjacke an Bord. Er hatte schließlich das Regenradar geprüft und wirklich Schlimmes gesehen. Wird das hier eine Wasserschlacht? Bei der ersten Auflage von #starnberg30 im Sommer sehnten wir uns noch nach Wasser von oben. Aber im Dezember ist dieser Landschaftslauf einfach nichts für Schönwetterläufer, hatten wir doch erfolglos Werbung betrieben. Der Startpunkt S-Bahnhof Starnberg Nord ist dabei taktisch klug gewählt: die Teilnehmer können vor dem Start noch die sanitären Anlagen aufsuchen. Um 09:27 Uhr ertönte der Startschuss (habt ihr den nicht gehört?) und die Combo begab sich auf die Reise entlang der Würm. Weiterlesen »

Von Henrik · 28. Oktober 2012 · 7 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Wettkampfbericht

Nach dieser langen Nacht hatte ich da so meine Zweifel. So ganz ernstgenommen hatte ich den Aufruf zum “Bestzeitmarathon” nicht, der schon eine Weile kursierte und auf den der Timekiller als Mitorganisator in seinem Blog aufmerksam machte. Nach dem Vorbild des Hildesheimer Zeittunnelmarathons sollten in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auch im Münchner Ostpark die Gesetze der Physik auf die Probe gestellt werden. Da der Olympiaturmlauf in diesem Jahr mangels Sponsoren ausfiel, beschloss ich unter der Woche, eben dort mitzulaufen. Das Orga-Team um Chief Balla versprach auf der Homepage nicht weniger als eine Chipzeitnahme für jede Runde mit Liveübertragung ins Internet, individuelle Startnummern, ein Teamzelt mit Verpflegung und eine Riesengaudi. Den gesamten Samstag schneite es aber dann in München und die Temperatur steuerte zum Abend unter den Gefrierpunkt. Das dezimierte das Starterfeld noch, so dass sich um 00:00 Uhr bei heiterem Schneetreiben im Ostpark immerhin sieben Läufer an der Startlinie einfanden, tlw. in sehr auffälliger Kostümierung. Nur leider war außer uns niemand im Park, der die Outfits hätte würdigen können. 20 Runden à 2,11 Km lagen vor uns. Dank der Zeitumstellung wird das Ganze ja nicht so lange dauern! Weiterlesen »

Von Henrik · 19. Juni 2012 · 3 Kommentare · Kategorien: Grundsätzliches, Strecken

In der Laufhistorie steht an 2. Stelle der Berliner Firmenlauf am 25.08.2006. 26:01 min habe ich über eine dunkle und verregnete Strecke durch den Tiergarten gebraucht und war danach sehr stolz auf das Ergebnis. Das war der Einstieg in ein regelmäßigeres Lauftraining. Marek war zu diesem Zeitpunkt nicht so richtig zu motivieren und belächelte mich damals noch. Eine andere Zahl klingt fast unglaublich. 68.586 Läuferinnen und Läufer waren am vergangenen Donnerstag bei der J.P. Morgan Corporate Challenge in Frankfurt am Start. Dieser “Firmenlauf” ist damit mal eben die größte Laufveranstaltung auf dem Erdball. Beim Berliner Firmenlauf am 01.06.2012 -also gute 6 Jahre nach meinem Initialzündungserfolgserlebnis- starteten mehr als 8.000 Teilnehmer. Mit dem B2RUN hat sich inzwischen eine ganze Firmenlaufserie etabliert. Allein beim Münchner Ableger waren im Jahr 2011 mehr als 30.000 Teilnehmer dabei und schoben sich auf der rund 6 Km langen Strecke durch den Olympiapark. Die Veranstaltung ist Monate vorher ausverkauft. Warum boomen Firmenläufe, während die großen Laufveranstaltungen tendenziell rückläufige Teilnehmerzahlen melden? Die Motivation für einen Firmenlauf liegt auf der Hand:

  • Die Teilnahme ist für den Mitarbeiter i.d.R. umsonst, da der Arbeitgeber die Startgebühren übernimmt
  • Ein Laufshirt gibt es im Startpaket meist mit dazu, schließlich möchte man nach außen corporate identity ausstrahlen
  • Das gemeinsame Starten fördert das Teaming – wenn man zusammen laufen kann, dann geht auch das Zusammenarbeiten, oder?
  • Die Ergebnisliste fördert gnadenlos zutage, wer der/die Schnellste und Langsamste in der Firma war, also im nächsten Jahr schneller?
  • Mit Arbeitskollegen ungezwungen Zeit außerhalb der Firma verbringen, welche bessere Gelegenheit gibt es dafür?
  • Die Streckenlänge ist mit 5-6 Kilometern relativ kurz, diese Distanz schafft jeder in einer würdigen Zeit
  • Ein erfolgreiches Finish war für so manchen Hobbyläufer der Einstieg in ein regelmäßiges Lauftraining

Eigentlich also ein Pflichtprogramm für jeden angestellten Läufer. Kann man doch die Kollegenschar über die kurze Strecke locker in die Tasche stecken. Trotzdem nehmen wir an Firmenlaufveranstaltungen nicht (mehr) teil. Das kommerzielle Interesse an Firmenläufen ist unbestreitbar gewachsen. Auf die Firmenanmelder ist Verlass und das Kleinklein bei der Anmeldung entfällt, wenn Konzerne mal eben eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern anmelden. In Frankfurt werden inzwischen 22 EUR fällig, wohlgemerkt pro Teilnehmer. Die Läufe sind inzwischen dermaßen überfüllt, dass es eigentlich Firmenhindernislauf heißen müsste. In Frankfurt haben meine Teamkollegen und ich vor drei Jahren sagenhafte 45 Minuten gebraucht, um zur Startlinie vorzudringen. Auf eine Zeitnahme verzichtet man dort übrigens vollständig. Ja natürlich, es geht ja bei Firmenläufen erst in zweiter Linie um Sport. Im Vordergrund steht der Teamgeist, der Zusammenhalt, der Gesundheitsgedanke. Das ist auch völlig in Ordnung so. Aber damit ist das ganze für ambitioniertere Läufer nicht mehr interessant. Insofern haben wir eine gewisse Entwicklungskurve beschritten. Und so können sicher viele Läufer Geschichten erzählen, die mit “Es war einmal ein unsportlicher Mitarbeiter, der sich zur Teilnahme an einem Firmenlauf überreden ließ…” beginnen.

Wie haltet ihr es? Nehmt ihr regelmäßig und wenn ja, an welchen Firmenläufen teil und unterstützt euren Arbeitgeber? Welcher ist der schönste Firmenlauf Deutschlands?

Von Henrik · 14. Dezember 2011 · 9 Kommentare · Kategorien: Gesundheit, News, Strecken

In ganz Deutschland wurden schon fleißg die Florena Adventsabenteuerkisten gesucht. Was es damit auf sich hat? Florena hat einen besonderen Adventskalender, der in die Aktion “Natur erleben” eingebettet ist. Florena sammelt eure Lieblingsplätze in der Natur und teilt diese auf der eigenen Plattform.

Zum Start der Florena Men Serie gibt es auch in diesem Jahr wieder den Mitmach-Adventskalender. Blogger verstecken die Florena Adventsabenteuerkiste mit diversen Produkten aus der neuen Serie an ihrem Lieblingsplatz. Der erste, der den Hinweisen auf den Lieblingsplatz folgt und die Kiste findet, darf sie behalten und macht z.B. auf Natur erleben auf sich aufmerksam. Klar, dass wir eine Zwillingsaktion starten und heute Morgen sowohl in Berlin als auch München jeweils eine Kiste versteckt haben. Als Goodie liegt in der Münchner Kiste sogar noch ein Running Twins Laufcap. Jetzt aber auf zum Suchen! Nur wo genau? Weiterlesen »

Von Henrik · 12. Dezember 2011 · 3 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Das hat es lange nicht gegeben: Marek läuft in Berlin und ich in München zu exakt der gleichen Zeit einen Wettkampf. Das war es dann aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Fassen wir die Läufe aus der Sicht eines jeden von uns zusammen:

  • Henrik bei der 21. Winterlaufserie Ismaning über 13 Km
  • “Henrik sah gut aus, hatte aber eine komische Hose an.” So funkte der IM der Running Company von der Strecke über meinen heutigen Lauf. Ein Wagnis war die Teilnahme schon. Am letzten Sonntag habe ich beim Nikolauslauf im Olympiapark sicherheitshalber zugeschaut. Trotz dünnem Trainings unterhalb der Woche aufgrund unserer Firmenweihnachtsfeier in Salzburg wollte ich heute unbedingt mitlaufen, um wenigstens noch einmal in diesem Jahr nach dem Berlin Marathon die berühmte Wettkampfluft zu inhalieren. Und das war eine gute Entscheidung. Viel war heute sowieso nicht zu verlieren. Physiotherapeut Werner gab grünes Licht, auch beim Aufwärmen fühlte ich mich richtig gut. In Ismaning gibt es sogar eine Nettozeitnahme, edel. Um kurz vor 10:00 drängelte ich mich in Startblock 1 “unter 60 Minuten”. “Lächerlich” dachte ich, aber unterwegs fiel mir ein, dass es ja DREIZEHN und nicht nur 10 km sind. Trotzdem sollte der Zieleinlauf unter eine Stunde auch in der Verfassung unproblematisch sein. Startschuss und los, endlich wieder ein Rennen! Im Übermut lief ich gnadenlos das Tempo der zweiten Gruppe mit (4:05/Km), das Übliche halt. An der Isar angelangt drosselte ich etwas und wurde genauso gnadenlos durchgereicht. Ich habe mitgezählt: während des gesamten Laufs habe ich exakt einen Läufer überholt. Auch mal eine interessante Erfahrung. Mir fehlte aber heute das Selbstbewusstsein (hält der blöde Muskel?) und natürlich Streckenkenntnis. Erst nach 10 Km konnte ich moderat zulegen. Ein vertrödelter Km 12 und ein Endspurt, der diesen Namen nicht verdient, da war auch schon wieder das Stadion des TSV Ismaning. Startnummer 898 wurde mit 57:40 min gemessen. Knapp unter 4:30/km ist mir schon fast peinlich angesichts Mareks heutiger Pace, aber ich darf ja (noch bis weit in das nächste Jahr ;)) auf meinen desolaten Trainingszustand verweisen. Und die Hose war nicht komisch – das ist die ultimative SKINS Camouflage Long Tight, die erst bei Schnee so richtig zur Geltung kommt. Weiter geht es am 15.01.2012 mit Teil 2 über 17 km. Und dann liegt ganz sicher Schnee.

  • Marek beim 70. Plänterwaldlauf Berlin über 20 Km
  • Die Bedingungen waren im Vergleich zum letzten Jahr mit Schnee und Eis unverschämt gut. Trocken, sonnig, keine Minusgrade. Also stand meiner 9. Teilnahme bei der insgesamt 70. Auflage des Plänterwaldlaufs nichts im Wege. Britta reiste mit als Support an – sie zog ihr Training einfach “nebenbei” durch, als ich auf der Strecke war. An den markanten Wegpunkten war sie stets zur Aufmunterung zur Stelle – der Rundkurs hat in dieser Hinsicht seine Vorteile. Eine Runde á 5km (und erstmals offiziell vermessen, habe trotzdem keine Änderung bei der Strecke festgestellt), das Ganze dann 4x, mussten ja auch unbedingt wieder 20km sein. Aber ich wollte einen Vergleich zum Februar haben, wo ich eine gute 01:27 zum Saisonanfang lief. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Läufen gab es kaum Gedrängel am Start – lag wohl daran, dass ich mich ziemlich weit vorne einsortiert hatte. Ich hatte mir vorgenommen, recht fix anzulaufen und dann zu schauen, was möglich ist. Gedacht, getan. Runde 1 ging hervorragend mit 19:43. Auf Runde 2 wurde mir bewußt, dass ich vielleicht doch ein wenig zu optimistisch bei der Renneinteilung war. Ab km6 oder 7 wurden die Beine und das Atmen zunehmend schwerer. Ich mußte zuviel einsetzen, um das Tempo zu halten. 10km: ich kam bei 40min und ein paar zerquetschten Sekunden durch. Jetzt mußte ich zwangsläufig Tempo rausnehmen, um nicht später einen Einbruch zu bekommen. Runde 3 war dann mit 21:10 schon gemächlicher, die 15km-Marke zeigte eine 01:01 an, da war der Traum von der 01:20 schon lange ausgeträumt. Ich mobilisierte alle Kräfte, um noch die 01:21 zu packen. Aber auf Runde 3 und 4 war es plötzlich wieder voller, weil ich viele Läufer überrunden mußte (…ist nur eine Ausrede: ich hatte einfach nix mehr zuzusetzen). Die letzte Runde stand mit einer 21:13 zu Buche, so dass ich am Ende bei 01:22:25 (Netto) ins Ziel huschte. Britta wartete bereits auf mich, so dass wir noch gemeinsam den warmen Pausen-Tee tranken und für ein Foto posierten. Ganz zufrieden war ich nicht. Aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen – fast 5min schneller als noch im Februar – mehr war nicht zu erwarten nach diesem verkorksten Jahr. Und Gesamtplatz 5 von 110 ist ja nicht so schlecht für einen Lauf in der Nebensaison.