von Running Twin Marek am 26. Januar 2015 · Kommentieren · Kategorien: Wettkampfbericht

20150126_212344Zugegeben, es war ein Experiment. Wettkämpfe im Januar? Da stehen in meiner Laufhistorie bisher nur zwei Einträge: 2010 und 2013 bin ich beim Berliner Towerrun in Neukölln gestartet. Als echte Standortbestimmung dienten diese Ausflüge in die Treppenlaufszene aber nicht. Da sieht es bei der Winterlaufserie des BSV anders aus: drei Termine innerhalb von drei Wochen im grauen Januar. Eine Zeit, in der ich die vergangenen Jahre eher etwas “konservativer” trainiert habe. Da die Serie dieses Jahr bereits zum 42. Mal stattfand, kann man das Attribut des Klassikers durchaus gelten lassen. Natürlich steht bei der Anmeldung der unbändige Ehrgeiz, alle drei Läufe über 10km, 15km und 21,1km auch durchzuziehen und somit in die Serienwertung einzugehen. Aber die Erkältungswelle schlägt auch bei den so fitten Läufern gnadenlos zu und so mußten einige gestern den letzten Kanten vernünftigerweise sausen lassen. Ich blieb zu meinem Glück davon verschont und konnte durchaus selbstbewußt mein Ziel “Platz 1 in der M35″ angehen.

“8 Runden + Einlaufrunde” hieß es vor dem Start, aber da sowieso keiner in der Lage ist, sich das zu merken, einigte man sich auf die Parole “9 Mal den Berg hoch”. Wobei “Berg” etwas übertrieben ist für den kleinen Anstieg neben der A100, aber die 200m bringen einen schon jede Runde etwas aus dem Rhythmus. Vorne machen Tobias und Stephan von Fortuna Marzahn den Sieg unter sich aus. Ich konnte mich noch glücklich schätzen, von den beiden nicht überrundet worden zu sein! Insgesamt laufe ich ein halbwegs konstantes Rennen, der Anfang ist nicht so fix wie über 10k und 15k, sodass ich zwar ab km7 etwas rausnehmen muss und die gute Gruppe mit Reiner und Christian sprenge, aber doch noch recht komfortabel unter den magischen 4min/km bleiben kann. Tja, viel passiert auf dieser öden Strecke nicht. Wäre da nicht dieser Anstieg und das unermüdliche Fotografieren und Anfeuern von Sahra (alle Bilder sind von ihr, danke dafür!) – es könnte einem fast langweilig werden.

Irgendwann bricht dann aber endlich die letzte Runde an. André zieht plötzlich recht entspannt an mir vorbei, ich kann sein Tempo dann aber etwas nutzen und in Reichweite bleiben. Die Stadionrunde geht immer hervorragend am Ende – das Ziel ist ja in Sicht! Mit 01:21:28 bin ich glücklich. Der nächste M35-er kommt 3s hinter mir rein – ich hätte also nicht trödeln dürfen! Überhaupt sind diese Zeiten bei dieser Serie wie vom anderen Stern. Ich kann mich an keinen Volkslauf erinnern, der so gut besetzt war. Mit dem Resultat nähere ich langsam meinem Jahresziel – der 01:20 auf dem Halbmarathon. In der Serie reicht es sogar zum 7. Platz. Mit 02:54:56 (10k+15k+21,1k) hätte ich vorher niemals gerechnet. Vielleicht sollten wir unsere Wettkämpfe wirklich nur noch im Winter machen :-)?

von Running Twin Marek am 13. Januar 2015 · 12 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

10517211_10205719088881326_5422403866579785958_oIm Winter werden die Sieger des Sommers gemacht. Wahrhaben will man es nicht und doch ist an dem platten Spruch mehr als ein Körnchen Wahrheit dran. Ohne vernünftige Grundlagen kann man im Frühjahr und Sommer nichts reißen. Für diejenigen, die die Laufbänder in Fitnesstudios nur äußerst ungern betreten heißt das: man muss im Januar raus. Grundlagen legen. Egal bei welchen äußeren Bedingungen. Um die miese Form bestätigt zu bekommen und das läuferische Potential für die Saison auszuloten, bietet sich folgerichtig ein Wettkampf an. Die Auswahl ist nicht gerade spektakulär zu dieser kalten Jahreszeit. In Berlin bietet sich einzig die Winterlaufserie des BSV an. Achim Achilles hat die Strecke als “Rundkurs des Grauens” bezeichnet. 10834983_10205719126282261_5838984461715931677_o10k, 15k und ein Halbmarathon sind an drei Wochenenden im Januar zu bewältigen. Wer den Wettkampf-Schnickschnack sucht, ist beim BSV an der falschen Adresse: die Zeitnahme erfolgt per Hand, die Startnummer muss ganze drei Rennen halten und Runden zählen muss man selbst. Auch den Startschuss soll es noch nicht so lange geben. Wo der Start stattfindet, wissen nur die Eingeweihten: auf allen drei Distanzen geht es woanders los. Die Runde an der Stadtautobahn ist etwas über 2km lang und führt am immer gut gefüllten Wilmersdorfer Eisstadion vorbei. Ziel ist jeweils die Tartanbahn im Leichtathletik-Stadion. Nicht zu unterschätzen ist der Anstieg an der Autobahn, der mit jeder Runde steiler wird und am Ende gefühlt Mont-Blanc-Niveau hat. 10896395_10205719083721197_493758285012184724_oDer Winter meint es dieses Jahr aber gut mit uns Läufern und verzichtet bei meiner Premiere bisher auf Schnee und Eis. Nach den ersten beiden Läufen über 10k und 15k ist bis zum 25.01. erstmal Pause angesagt. Bis jetzt läuft es für mich sehr ordentlich. Beide Läufe summiert liege ich auf Platz 9 der Gesamtwertung und habe Platz 1 der M35 inne. Als Ziel hatte ich mir vorher eine Top10-Platzierung und eine Gesamtzeit unter 3h vorgenommen. Das könnte sogar klappen. Das Niveau ist insgesamt verdammt hoch, hier nehmen Leute teil, die auch im Winter richtig schnell unterwegs sind. Möchte nicht wissen, was die alle für Zeiten im Frühjahr auf den Asphalt zaubern. Nach Sonntag zwicken meine Waden heftig, jetzt muss die Blackroll ganze Arbeit leisten, damit ich zielgerichtet auf den Höhepunkt der Serie zusteuern kann: 9 quälende Runden für den Halbmarathon. Am Ende fragt man sich schon, wofür man das im “Winter” auf sich nimmt. Aber: im Winter…ihr wißt schon!

Animal-Equality-HeaderIn den letzten beiden Jahren haben wir das Kinderhilfswerk World Vision und insbesondere das Laufteam “Team World Vision” unterstützt. In wunderbarer Erinnerung bleiben die “Running Twins & Team World Vision Marathonstaffel”-Läufe, die wir 2012 und 2013 in Berlin veranstaltet haben. Wir bleiben World Vision weiterhin treu, z.B. im Kilometerspiel, wo sich das Team wacker in der ersten Liga hält, möchten aber den Fokus in diesem Jahr auf ein anderes Thema und eine andere gemeinnützige Organisation richten und eine Stimme für diejenigen sein, die in unserer Gesellschaft keine haben.

Animal Equality e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit für das Leiden von Tieren zu schaffen. Durch Recherchen, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit arbeitet AE für eine bessere Welt für Tiere – und das mit beachtlichen Erfolgen. Der jüngste “Skandal” im Zusammenhang mit der Massentierhaltung, der in den Medien ein gewaltiges Echo gefunden hat, beruht auf einer Recherche von AE. Auch in Erinnerung ist die spektakuläre Aktion von AE-Aktivisten vor dem Brandenburger Tor in Berlin, die sicher viele Menschen zum Nachdenken angeregt hat.

Henrik-im-AE-ShirtAuch uns. Wir haben uns entschieden, keine Tiere und keine Tierprodukte mehr zu essen und sind auf eine Tierleid-freie Lebensweise umgestiegen. Marek hat mit seiner Frau Britta bereits im letzten Jahr den Schritt hin zur veganen Ernährung gemeistert und auch über die Auswirkungen auf das Laufen berichtet. Ultraläufer Scott Jurek ist seit vielen Jahren Veganer und landete mit seinem aktuellen Buch “Eat and Run” einen Achtungserfolg. Leistungssport und vegane Ernährung bilden keinen Widerspruch.

Mitleid mit den Tieren allein hilft jedoch nicht. Organisationen wie Animal Equality sind auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit machen zu können. Mit unserer Spendenaktion möchten wir einen kleinen Teil zu dieser Arbeit beitragen und für eine bessere Welt für alle Tiere laufen. Die Aktion ist dauerhaft in der Leiste rechts auf unserem Blog verlinkt. Wir möchten euch motivieren mitzumachen und haben uns überlegt:

Für jeden von uns gelaufenen Kilometer des Jahres 2015 werden wir am Jahresende 5 Cent an Animal Equality spenden.

Und wenn man die Steigerungsraten der letzten Jahre hochrechnet, werden am 31.12.2015 wieder einige Tausend Kilometer auf unserem Tacho stehen. Dann schnell an die frische Luft zum Kilometersammeln. Für einen verdammt guten Zweck.

(c) TheRunningTwinsWusstet ihr das schon? Im letzten Jahr haben wir nicht schlecht gestaunt, als uns die Seite der Running Twins aufgefallen ist. Nein, nicht unser Blog, sondern die Homepage der Running Twins Stefan und Christof Siebenhofer aus Österreich. Wir sind also nicht die einzigen Running Twins, die über ihre Leidenschaft bloggen. Die beiden sind aufgrund ihres Wohnorts im Salzburger Land und in der Steiermark natürlich viel in den Bergen unterwegs und schnupfen damit deutlich mehr Höhenmeter als wir. Und sie laufen nicht nur selbst auf den schönen Trails, sondern sind auch in der Eventorganisation tätig: Christof ist Chef- und Stefan Mitorganisator des Preber PanoramaLaufs, einem der “schönsten Familien- und Volksläufe Österreichs”. Dieser findet am Preber in der Steiermark statt. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie zeitaufwändig und intensiv die Organisation einer derartigen Laufveranstaltung ist. Und damit nicht genug. Auch den MurtalLaufcup, eine ganze Laufserie im oberen Murtal, haben die beiden mit ins Leben gerufen. Diese fand 2014 bereits zum 2. Mal statt. Es gibt auf dem Vimeo-Kanal sogar einige Clips zu sehen, u.a. vom Wolfgangseelauf. Jungs, wir werden euren Weg verfolgen! Und vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit, euch live zu treffen – dann wird natürlich gleich auf zwei Blogs berichtet. Running Twins hoch vier sozusagen.

ÖjendorferSeeMRT_5Nun war das Laufjahr für mich eigentlich richtig gut und so erfolgreich wie lange nicht. Der wiederholt gescheiterte Versuch, eine Zeit unter 3:15h auf der Marathondistanz zu erreichen, hat mich aber beschäftigt. In München war ich so gut vorbereitet und fit wie nie und trotzdem lief ich wieder deutlich an der Marke vorbei. Und habe meine Lehren daraus gezogen. Das sollte der vorerst letzte Versuch eines schnellen Straßenmarathons sein. Aber die Dinge entwickelten sich im Nachgang zum München Marathon anders als gedacht. Ich nahm erst danach richtig Fahrt auf lief Bestzeiten über 5 Km, 10 Km (2 Mal) und Halbmarathon. Woran lag das? Das ist wieder so Sache des Betrachters. Eine Lehre aus München war, dass mein Körper bei relativ hohen Temperaturen auch mit viel Wassernachschub verhältnismäßig früh auf Lebenserhaltung schaltet. Das ist nicht nur beim München Marathon zu beobachten gewesen. Ich habe in der Laufhistorie mehr als 10 Läufe entdeckt, die genau das gleiche Bild boten. Ich sollte also lange Wettkämpfe bei sommerlichen Temperaturen einfach lassen. Und dann entdeckte ich kurz vor Weihnachten den letzten Marathon in diesem Jahr im Kalender: den Öjendorfer See-Marathon in Hamburg vom 100 Marathon Club. Die Form war dermaßen gut, dass ich selbst bei einem recht lockeren Trainingslauf vor 2 Wochen noch unter meiner Bestzeit von München blieb. Wenn nun das Wetter passt und kein Wintereinbruch kommt, dann wäre es doch regelrecht blöd, es nicht zu versuchen. Diese 3:15h-Trauma hinter mir lassen. Ich ergatterte noch einen Nachrücker-Startplatz vom Organisationsteam und für gerade einmal ZEHN Euro landete mein Name auf der Starterliste.

Der Hamburger Wettergott hatte nicht nur ein Einsehen, nein, er servierte heute früh ein Traumwetter. Die Sonne zeigte sich kurz nach dem Startschuss um 9:00 und ließ den See in malerischem Licht erscheinen. Eine Runde ist 3,7 Km lang, inkl. einer Pendelstrecke nach dem Start sind 11 leicht profilierte Seerunden à 3,7 Km auf einem Schotterweg zu laufen. Schon vor dem Ende der Pendelstrecke überholte ich den 30-fachen Sieger des Laufes und beschloss, die Pace zu machen. Das war natürlich viel zu schnell, aber ich hatte zum einen das Bedürfnis, mich zügig warmzulaufen angesichts der Außentemperatur von 0 Grad und zum anderen wollte ich die Routiniers etwas beeindrucken. Heute ging es schließlich auch um Platzierungen. Das war vor dem Hintergrund der überschaubaren Teilnehmerzahl (150) und des Zeitpunkts dieses Laufs zu erwarten – viele wollten einfach einen ruhigen langen Lauf genießen. Auf der zweiten Runde war es schon vorbei mit der Führungsposition. Sven und Yacine schlossen auf und fragten ab, was ich denn so laufen möchte. Wir plauderten kurz und nach dem Anstieg zum Kiosk zog ich wieder davon. Eine dumme Entscheidung, denn wenn die beiden zusammen laufen, haben sie jederzeit bessere Karten, um mich abzufangen. Es kam dann aber anders. Ich spulte Runde für Runde ab und konnte mein Tempo von 4:15 min/Km so einigermaßen halten. Halbzeit war in etwa bei 1:31h. Ich fühlte mich weiterhin gut, aber pro Runde verlor ich nun ca. eine Sekunde pro Kilometer auf die Gesamtpace. Erst bei Km 26 nahm ich ein Powerbar Blend zu mir und nahm mir sogar die Zeit, die Verpackung in der Mülltonne zu entsorgen – Ordnung muss sein. Vielleicht war ich mir meiner Sache zu sicher. Nach Kilometer 30 hörte ich plötzlich die sich nähernden Schritte vom Yacine, der sich eine Weile weigerte vorbeizulaufen. Zu halten war er aber am Eingang der 10. Runde nicht mehr. Die letzten beiden Runden zogen sich und zogen sich. Das stärker werdende Spaziergängeraufkommen auf der Runde nervte zusätzlich, da man oft Slalom laufen musste. Ich war froh, dass endlich die Ansagemaschine (oder war es doch ein Mensch?) “Nummer 145 letzte Runde” verkündete. Nochmal den kleinen Anstieg hoch, nochmal am Glühweinkiosk vorbei und schon näherten sich wieder Schritte – ein furchtbares Geräusch! Ich wagte mich nicht umzudrehen und versuchte mich an einem Endspurt. Den 2. Platz wollte ich mir nicht auch noch nehmen lassen. Und es reichte, 20 Sekunden nach mir lief der Drittplatzierte ein, der mich für einen zu Überrundenden gehalten hatte – Glück gehabt! Die Uhr stoppte bei 3:08:31, was einer Verbesserung meiner Bestzeit um mehr als 11 Minuten gleichkommt.

Die Siegerehrung wurde dann sogleich vollzogen, was mich sehr gefreut hat. Ich musste ja schließlich gleich los. Überhaupt, die Organisation des Events war hervorragend, man merkt, dass hier erfahrene Leute am Werk sind. Kann es einen schöneren läuferischen Jahresabschluss geben? Ab sofort laufe ich nur noch Marathons bei einer Außentemperatur um den Gefrierpunkt.

Bloggercamp 2014 – 38470Im Fernsehen ist ja üblich, Jahresrückblicke schon Anfang Dezember zu senden. Leider verpasst man so einiges, was im Dezember noch passiert. Wir sind auch etwas früh dran -es soll tatsächlich nicht der letzte Beitrag des Jahres 2014 werden-, aber zwei Tage vor Weihnachten wird sich nichts mehr ereignen, worüber wir hier unbedingt berichten müssten. Dann folgt der übliche Silvesterlauf und schwupps ist es auch rum und wir üben, Jahreszahlen zu schreiben, 2015, 2015, 2014, 2015 – klappt doch schon ganz gut.

Es war ein recht ambivalentes Jahr. Für Marek und unser Blog war es eher durchschnittlich. Die Verletzungsmisere dauerte bis ins Frühjahr hinein und damit ein gutes Jahr an. Mit unendlicher Geduld ging es wieder ins Lauftraining. Deshalb musste unser Ziel, beim Run & Bike in Neuzelle wieder anzutreten, auf 2015 verschoben werden. An Marathonlaufen war nicht mal im Traum zu denken, deshalb war Marek im Spreewald und in Weltrekord-Berlin auch nur Zuschauer. Doch so eine Verletzungspause lehrt Demut. Und bietet auch Chancen. Die Formkurve nach dem Wiedereinstieg zeigt aktuell dermaßen steil nach oben, dass für 2015 so einiges zu erwarten ist. Für mich war es fast der übliche Jahresverlauf, im Frühjahr schon lief der Saisonhöhepunkt mit dem Transgrancanaria, im Sommer folgte eine Delle, im Herbst und Winter lief es dann wieder erstaunlich gut und die Bestzeiten purzelten in die Isar. Vor allem für mich neue Events bleiben in Erinnerung. So einige Seen wurden in Wettkampftempo umrundet (Achensee, Tegernsee). Und große Pläne, irgendwann einmal einen Ultratrail zu laufen, fanden erste zarte Annäherungsversuche. Gleich drei Mal wagte ich mich über Strecken jenseits der 50 Kilometer, u.a. um den Starnberger See oder Chiemsee. Aber das geht alles nur, wenn man verletzungsfrei bleibt. Die größte Dankbarkeit gilt also dafür. Warum das erstmals seit Jahren so war, ist schwerlich zu sagen. Ein Baustein ist und bleibt für mich das regelmäßige EMS-Training. So kann es weitergehen!

Und wie geht es weiter? Sollte nichts Dramatisches dazwischenkommen, wird 2015 UNSER Jahr. Erfahrungsgemäß ist das mit großen Ankündigungen so eine zweischneidige Sache. Also schauen wir mal von Monat zu Monat. Weiter geht es im Januar mit den Winterlaufserien. Vielleicht können wir bereits im März (soweit zu “irgendwann”!) einen kleinen Traum wahr werden lassen, wenn es an einem Samstag unfassbare 83 Km und 4700Hm durch die Berge von Gran Canaria geht. Der Terminkalender ist rappelvoll und wir freuen uns auf neue Veranstaltungen wie z.B. den Wings for Life World Run im Mai. Im Juli geht es wohl nach Davos zum Swissalpine Marathon. Und auch der Marathon du Médoc steht mit Bleistift auf dem Zettel. Und vieles mehr…

Unser Laufblog erfuhr -statistisch gesehen- im abgelaufenen Jahr einen herben Dämpfer. Das überschaubare Feedback und die schmaler gewordenen Zugriffszahlen haben wir uns zu Herzen genommen. Jeder Blogger weiß, wieviel Zeit man für qualitativ hochwertige Beiträge investieren muss. Die hat uns leider oft gefehlt, wenn man auch noch selber läuft und einen Vollzeitjob hat. Auch die Familie fordert zurecht ihre Zeit. Und vom Laufen allein können wir leider noch nicht ganz leben ;). Wir haben auch offen über eine Einstellung des Blogs diskutiert, diese Idee aber letztendlich verworfen. Dennoch stellt sich für uns die knifflige Frage, was interessante Themen sind. Wir sind uns einig, dass z.B. Wettkampfberichte von jährlichen Veranstaltungen so spannend sind wie die jüngsten Wasserstandsmeldungen von Pellworm. Also was interessiert euch?

Wir wünschen euch schöne Feiertage und einen guten Start in das Laufjahr 2015!

von Thomas Mangel am 08. Dezember 2014 · 2 Kommentare · Kategorien: Aktuelles, Technik

ThomasMangelWir nutzen für unsere Trainingsanalyse die Webapp “Runalyze“. Dass ein großer Funktionsumfang und unzählige Analysemöglichkeiten auch in einer App funktionieren können, zeigt uns Gastautor Thomas mit der von ihm entwickelten App “Trainalyse”:

01_Trainalyse_AppCover_GermanWir Läufer lieben es unser Training aufzuzeichnen. Man will ja wissen, wie weit man gelaufen ist, wie hoch der Puls war usw.. Zur Aufzeichnung benutzen wir unsere GPS-Laufuhr oder das Smartphone mit einer App. Die Radfahrer benutzen Radcomputer, auch Schwimmer vermessen dank Uhren mit Beschleunigungs-Sensor mittlerweile ihr Training im Wasser dank wasserdichter Armcomputer.

Was machen wir danach mit all den Daten? Die App unserer Wahl oder das zur Uhr gehörige Internetportal zeigt uns die Liste unserer Aktivitäten an, zeigt die Strecke einer Aktivität auf einer Karte und visualisiert uns Geschwindigkeit und Puls in einem Graph. Meist endet hier aber schon der Funktionsumfang. Gelaufene Kilometer im letzten, vorletzten Training oder vor einem Monat oder Jahr? Oft Fehlanzeige. Bleibt die Option dedizierter Analyse-Programme am Computer. Zwar sind diese oft sehr mächtig, aber auch umständlich zu bedienen. Weiterlesen »

von Henrik am 30. November 2014 · 2 Kommentare · Kategorien: Aktuelles, Reisen

(c) laufcamp-kalender.deDie Planung des Laufjahres 2015 läuft bei den meisten auf Hochtouren. Vor allem geht es darum, an welchen Wettkämpfen man teilnehmen möchte. Immer mehr Läuferinnen und Läufer zieht es in ein Laufcamp. Nachvollziehbarerweise, denn dort bekommt man zum Pauschalpreis ein Rundum-Lauf-Paket und kann in der Gruppe trainieren. Für alle Leistungsgruppen gibt es inzwischen eine Vielzahl von Angeboten. Nur wie findet man die? Klar kann man googeln, wenn es z.B. nach Spanien gehen soll. Aber es geht noch einfacher. Seit einiger Zeit ist der Laufcamp-Kalender von Michael online. Er hat sich die Mühe gemacht und so ziemlich alle Angebote für Laufcamps auf seiner Seite zusammengefasst. Auf der Startseite sind gleich die nächsten Laufcamps gelistet, man kann aber ganz flott nach Veranstalter, Art, Land oder Monat filtern. Im Januar 2015 Sonne auf den Kanaren tanken? Da hat z.B. die RUNNING Company was im Angebot. Oder in heimischen Gefilden mit Herbert Steffny am Fleesensee trainieren? Beeindruckend, wie viele Veranstalter es mittlerweile gibt. Und das beste: Michael hat Erfahrungsberichte von Teilnehmern verlinkt, so dass man gleich ein authentisches Bild und eine Art Bewertung vergangener Laufcamps bekommt. Das Projekt “Laufcamp-Kalender” ist nicht kommerziell angelegt, hier hat ein Läufer viel Arbeit investiert, um diesen Service auf die Beine zu stellen. Wer jetzt noch die Ausrede hat, dass er kein geeignetes Laufcamp für 2015 gefunden hat, der kennt wohl den Laufcamp-Kalender noch nicht!

Faial C2C Trail 33Aus neun bezaubernden Inseln besteht die Azoren. Die Vulkaninseln gehören politisch zu Portugal und liegen mitten im Atlantik etwa 3 Flugstunden von Lissabon. Ein kleines Paradies, das vom Massentourismus à la Kanaren oder Madeira zum Glück weit entfernt ist. Wer hier urlaubt, sucht keine Strandpartys, sondern Ruhe und Natur. Klar, dass man auf den Wanderwegen auch sehr gut laufen kann. Auf der recht beschaulichen Insel Faial habe ich die Trails unsicher gemacht und den “Inselcross” von Madeira wiederholt. Eine irre Tour!

Faial C2C Trail 41Der “Costa a Costa“-Trail ist mit ca. 37 Kilometern der längste Wanderweg auf Faial und führt von Ost nach West. Der Weg ist aber in beide Richtungen beschildert. Es geht ziemlich kräftig hoch bis auf ca. 1.000 Meter, zudem sind Trittsicherheit und eine gewisse Windresistenz erforderlich. Los geht es in Porto da Ribeira, einem alten Hafen im Osten der Insel, in dem das jüngste Erdbeben von 1998 sichtbare Schäden hinterlassen hat. Faial C2C Trail 14Der als “GR1″ beschilderte Weg führt gleich zackig nach oben zum alten Leuchtturm von Riberinha, von dem nur noch eine Ruine übrig ist. Die rot-weiße Markierung am Wegesrand hilft bei der Orientierung. Es gibt allerdings kaum Möglichkeiten, sich zu verlaufen, so viele Wege gibt es nicht. Nach ca. 30 Minuten auf sehr rutschigem Boden kreuze ich die Küstenstraße und habe auf ca. 400 Meter schon einen großartigen Blick auf die Ostküste. Das Wetter wechselt im Herbst sehr schnell und die Sicht kann sich innerhalb von Minuten auf Null reduzieren. Faial C2C Trail 21Es ist ungewöhnlich windstill, zwei Tage zuvor sind wir an gleicher Stelle fast weggefegt worden. Der Weg folgt nun der schmalen Straße, die zum Windpark und weiter zum Vulkankrater des “Caldeira” führt. Traumhafte Aussichten begleiten mich und kein einziger Mensch kreuzt meinen Weg. Ich bin die steilen Passagen bisher hochgegangen, um die Kräfte einzuteilen. Auf der linken Seite türmt sich langsam der mächtige Krater auf, zu dem sich ein Schotterweg nach oben schlängelt. 14 Kurven sind zu laufen -und die laufe ich tatsächlich hoch-, bis ich auf den spektakulärsten Teil des Trails einbiege: die 8 Km lange Runde auf dem Rand des Caldeira-Kraters. Weiterlesen »

von Running Twin Marek am 15. November 2014 · 7 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

141109_110142_PB7_1787Ich blicke zurück auf einen historischen Tag. Der vergangene IMG_2586Sonntag, der 09.11.2014, führte uns die Bedeutung der Geschehnisse vor 25 Jahren vor Augen und stand im Zeichen der Erinnerung an eines der freudigsten Ereignisse der Nachkriegszeit. Und Berlin wußte das Jubiläum zum Mauerfall angemessen zu würdigen: über 6000 Ballons wurden an der ehemaligen Mauer zu einer Lichtgrenze aufgestellt und am Abend in die Freiheit entlassen. Als ich gegen Mittag in Teltow im Zelt auf eine Siegerehrung wartete, spielte der DJ gerade ‘Wind of Change’ und mir wurde einmal mehr bewußt, dass erst die Ereignisse rund um den 09.11.1989 diese Szenerie an der Berlin-Brandenburger Grenze ermöglichten: der Teltowkanal-Halbmarathon wurde zum 11. Mal ausgetragen. Nachdem ich im letzten Jahr als Zuschauer das Geschehen verfolgen konnte, ging ich dieses Jahr als Aktiver auf die Halbmarathon-Distanz. Und der Ausflug sollte sich lohnen. Die Runde am Kanal ist 7,1km lang, wobei der Teil auf der Ostseite komplett asphaltiert ist (der Moderator sprach von “blühenden Landschaften” :-)) und der Teil auf der Westseite einige Single Trails aufweist, welche mit vielen Wurzeln gespickt sind. Die Stadtgrenze liegt genau hinter der Brücke, die über eine Treppe erklommen werden muss. Über 1600 Läufer gingen zeitgleich über 7,1km, 14,1kIMG_2570m 21,1km und einem Staffelwettbewerb ins Rennen – der Start, den ich mit Nadin absolviere, ist dementsprechend sehr gedrängt. Aber es zieht sich schnell auseinander und ich kann mich darauf konzentrieren, nicht zu schnell das Rennen anzugehen. Genaue Ambitionen habe ich nicht – Das gelingt diesmal besser als noch im Sommer in Hamburg. Die Wurzeln auf dem Rückweg sind allesamt toll markiert, so dass die Sturzgefahr minimal ist. Bei der Wende kurz nach Beginn der 2. Runde laufe ich Stephan hinterher, der zu dem Zeitpunkt aussteigt. Es dauert ein paar Sekunden, bis ich das realisiere und mich wieder auf den richtigen Weg begebe. Ganz kann ich das geplante Tempo dann nicht halten, zumal auf dem Rückweg in Runde 2 bereits die ersten 141109_113128kk1332Überrundungen anstehen. Aber die Walker sind allesamt sehr aufmerksam und machen problemlos Platz. Hier merke ich, dass ich noch Reserven habe. In Hamburg war ich zu dem Zeitpunkt bereits völlig am Ende der Kräfte. Nadin feuert mich hinter der Brücke an, in der Eile vergesse ich zu fragen, ob es für den Sieg im Sprint gereicht hat (es wurde der 3. Platz). Jetzt wird es schlagartig voller, aber auf der Ostseite ist reichlich Platz zum Überholen. Das ändert sich dann auf dem Rückweg. Hier muss ich ständig auf mich aufmerksam machen, um keineeiswuerfelimschuh-teltowkanal-halbmarathon-berlin-lauf-wettkampf-2014-25 Zeit zu verlieren. Bis auf wenige Ausnahmen geht es unerwartet gut. Eine Bestzeitenstrecke ist das wahrlich nicht, doch ich bin bis zum Ende konstant unterwegs – was geht also? Kurz vor dem Ziel renne ich fast die Fotografin um, weil mir beim Überholen die Strecke ausgeht. Tatsächlich stoppe ich die Uhr mit neuer Bestzeit. Immerhin 13s konnte ich gegenüber Hamburg abknipsen. Das ist nicht viel, aber für die Rahmenbedingungen an diesem 9. November bin ich sehr zufrieden. Eine insgesamt sehr gelungene Veranstaltung, bei der für mich besonders die hervorragende Moderation hervorsticht. Auch der letzte Läufer bekommt hier nach über 2,5h noch eine Würdigung beim Zieleinlauf. Das paßt perfekt zu diesem historischen Tag.