Brienzergrat_RT_08

Ein Grat ist die oberste, oft scharfe Kante eines Bergrückens. Wer ihn entlangwandert, muss aufpassen, nicht auf eine Seite hinunterzufallen.

Brienzergrat_RT_02Wer redet denn von Wandern? Laufen wollen wir! Im RunnersWorld Laufkalender 2014 (der hängt ja schließlich wegen der schönen Bilder) zierte den Monat April wieder ein prächtiges Bild vom Brienzergrat. Nun bin ich am Wochenende mit Lauffreundin Katja-Maria endlich dazu gekommen, ins Berner Oberland zu fahren und diesen traumhaften Trail zu laufen. Ein wenig Vorbereitung bedarf diese Tour allerdings schon. Denn oberhalb des Brienzer (ausgesprochen: „Briejenzer“) Sees wartet die längste und wohl spektakulärste Gratwanderung der Alpen auf Wanderer und Trailrunner. Wir haben uns für die Variante ohne Schnörkel entschieden und starteten nach einer Übernachtung im Berghaus Rothorn Kulm vom Brienzer Rothorn (2.350m üNN) Richtung Harder, der Hausberg der Gemeinde Interlaken. Auf das Rothorn muss man nicht hochsteigen. Die kultige Brienzer Rothorn Bahn fährt noch mit Dampfloks. Allein die einstündige Auffahrt ist ein Erlebnis, wenn auch ein nicht ganz billiges. Hier oben lebt eine ansehliche Kolonie etwa 170 Steinböcken, die nicht gejagt werden dürfen.

Brienzergrat_RT_07Nachdem ich in der Vorwoche erfolglos versucht hatte, einen Betonpfeiler niederzurennen, war ich leider nicht im Vollbesitz meiner Kräfte. Vor allem die Arme schmerzten nach den sehr heftigen Prellungen. Das behinderte uns leider erheblich. Schon nach dem Chruterenpass mussten wir nämlich klettern, nachdem wir zunächst den Wanderweg nach unten eingeschlagen hatten. Das kostete leider schon viel Kraft, so dass wir nur langsam vorankamen. Vom Rothorn bis zum Augstmatthorn, also in westliche Richtung, ist der Gratweg kein ausgewiesener Wanderweg. Wer bis zum Harder will, sollte zwei Drittel der Zeit bis Augstmatthorn und ein Drittel bis Harder Kulm einplanen. Ist der Weg laufbar? Im Prinzip schon. Es sind ca. 20 kleinere und größere Gipfel zu erklimmen und der Weg ist meist recht steil. Aber zumindest zwischen diesen Gipfelchen kann man langsam laufen. Wirklich schmal und eine Prüfung für die Schwindelfreiheit wird der Weg nur an wenigen Stellen – auch wenn es auf den Bildern schlimmer aussieht. Klettern muss man aber auch mal. Besonders an der Ostflanke des Tannhorns bekommt die Tour Klettersteigcharakter. Da ging mir ganz schön die Düse. Ein gutes Profil unter den Trailschuhen ist Pflicht. Brienzergrat_RT_10Die Abstiege sind gut machbar, nur nass darf der Weg nicht sein. Dann hört der Spaß sehr schnell auf. Die Tour sollte keinesfalls nach einem nächtlichen Regenguss angegangen werden. Leider hatten wir uns gegen Stöcke entschieden. Die kann man aber sehr gut gebrauchen. Ab Augstmatthorn wird der Weg breiter und fester. Ein richtig idyllischer Waldweg folgt bis zur Harder Kulm, auf dem man wieder heizen kann. Allerdings ist der mit viel Wurzelwerk gespickt und geht ständig auf und ab. Hier muss man unverändert konzentriert laufen, um nicht auf den letzten Meter noch zu stürzen. Wer noch Reserven hat, läuft die 5 Km und 700 HM bis Interlaken runter. Alle anderen nehmen die Harderbahn.

Brienzergrat_RT_05Der Gratweg hat gute 21 Km und ca. 1.200 Höhenmeter. Da wir im Sinne unserer Sicherheit sehr gemütlich unterwegs waren und nur wenige Abschnitte gelaufen sind, haben wir dafür gute acht Stunden benötigt. Für den Abstieg nach Interlaken nochmal gute 50 Minuten. Man kommt auch nicht so richtig voran, weil man immer wieder stehenbleibt und sich an dem Panorama nicht sattsehen kann. Eine betörende Landschaft mit unbeschreiblichen Ausblicken entschädigt für die Strapazen, die man mit dem Brienzergrat auf sich nimmt.

Es lohnt sich.

von Henrik am 11. August 2015 · 9 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

SoSoSt_02Die ehernen Gesetze des Wechsels zwischen Belastung und Regeneration sind für uns Amateurläufer nicht zu brechen. Das war klar, als ich den Swissalpine und den Stockholm Ultramarathon gebucht und damit zwei intensive Wettkämpfe innerhalb von zwei Wochen im Hochsommer eingeplant hatte. Nun lief es in den Schweizer Alpen richtig gut, also machte ich mich ganz optimistisch nach Stockholm auf, wo im Rahmen der Eurogames lediglich eine Langdistanz angeboten wurde: die 50 Km des Ultramarathons, der sowieso an diesem Wochenende über die Bühne ging. 50 Km auf Tempo hatte ich noch nicht absolviert – eine Bestzeit war sowieso gesichert. Am Wettkampftag war es zum Glück nicht ganz so heiß wie in Deutschland, aber auch gute 23 Grad sind wahrlich keine Einladung für einen so langen Lauf im Kreis gegen die Uhr.

SoSoSt_04Um Punkt 9 Uhr fiel der Startschuss auf der Museumsinsel Djurgårdens. Etwas mehr als 200 Läuferinnen und Läufer gingen auf die 50 Km. Die 75er und 100er waren längst unterwegs. Es wurde eine 1,6 Km lange Einführungsrunde gelaufen, erst dann ging es auf die reguläre 8 Km-Runde, die nach Adam Riese nun sechs Mal zu laufen war. Eine Taktik hatte ich nicht so richtig, das Ziel war, unter vier Stunden zu bleiben. Dafür ist eine Pace von 4:48 min/Km im Schnitt erforderlich. Klingt nicht atemberaubend, aber auch die muss erstmal gelaufen werden. Nach der ersten vollen Runde war mir schon klar, dass das angesichts der vielen kleinen und wenigen großen Hügel sehr hart werden würde. Zudem war auf der Inselseite ein recht schottriger Weg mit wenig Grip. Natürlich waren die ersten beiden Runden viel zu schnell und ich legte mit jedem Kilometer mehr Augenmerk auf Kühlung. Drei Verpflegungspunkte pro Runde waren ein Segen, mit viel Wasser konnte man die Erwärmung in Grenzen halten. Zwei Duschen liefen auch. Ab Runde 3 lief ich quasi klitschnass durch die Gegend – die Skins-Tight hat das aber wunderbar vertragen und saugt auch nicht wirklich viel auf. Nach exakt 5 Runden war der Marathon geschafft, aber die 3:21h hatten bereits so gut wie alles abverlangt. Mental schwierig war die vorletzte Runde – zu wissen, dass man überall nochmal langlaufen müsse, war fies. Die Abschlussrunde war dann mit das Härteste, was mir bisher untergekommen ist. Auch wenn es noch lächerliche 8,7,6,5,4,3,2 Km sind – überhaupt im Laufschritt zu bleiben, fiel unendlich schwer. Noch einmal den Hügel zur Zielgeraden hoch und die Qual war beendet. Fast drei Minuten über der 4h-Marke und dann auch noch die Holzmedaille in der Eurogames-Wertung, so kann es laufen. That’s Running!

SoSoSt_12Enttäuscht war ich trotzdem nicht. Es gab ein schickes Asics Finishershirt und eine Medaille. Das Brigitte Nielsen-Double überreichte persönlich die Medaille und herzte jeden Finisher, die familiäre Atmosphäre ist sehr angenehm. Der Stockholm Ultramarathon ist eine perfekt organisierte Veranstaltung. Der Verein hat viel Erfahrung und denkt an jedes Detail. Exzellente Verpflegung, optimale Absperrung und Markierung der Strecke, Hightech-Zeitnahme mit Live-Übertragung ins Internet, super motivierte Helfer – es passt einfach alles zusammen. Wer sich mal an der Ultradistanz versuchen möchte, ist hier richtig. Vielleicht wäre ein Termin im Frühjahr oder Herbst noch besser. Aber auch dann sollte man nicht versuchen, die ehernen Gesetze zu brechen.

1000 Dank an den Starfotografen Gregor, der die Bilder aufgenommen hat!

Ein schönes Video hat der Veranstalter zusammengeschnitten:

Ausrüstung:

  • Hose: Skins A200
  • Singlet: Salomon S-lab Exo Singlet
  • Schweißband: x-Bionic Wallabe
  • Sonnenbrille: Oakley Flak Jacket XL
  • Cap: Salomon XA
  • Schuhe: Hoka One One Huaka
  • Socken: Bauerfeind Performance Compression Socks
  • GPS-Uhr: Suunto Ambit 2S

K42

Swissalpine_(c)running-twins.de_06Was für ein Wochenende! Ich habe gestaunt: gleich 11 Laufwettbewerbe hat der Swissalpine im Angebot. Vom flachen 10 Kilometer-Sprint (K10) bis zum Ultratrail über 76 Km (K78) ist für jeden was dabei. Ich hatte in einem Anflug von Übermut bei der Anmeldung im Dezember 2014 den K42 gewählt. Am vergangenen Samstag war es nun soweit und ich stürzte mich auf die Strecke von Bergün nach Davos im Schweizer Kanton Graubünden. Einige Zweifel hatte ich schon, doch die Vorfreude auf einen Trailrun der besonderen Art überwog. Wofür steht eigentlich dieses „K“?

K wie KULT
Swissalpine_(c)running-twins.de_05Der K42 ist der Kultlauf des Swissalpines schlechthin. Er ist lange im Programm und bietet mit dem 12 Kilometer langen und etwa 1.600 Meter hohen Anstieg auf die Keschhütte den herausforderndsten Teil aller Strecken. Der Kultstatus half aber nichts: der K42 wird es schwer haben. Mehr als 500 Finisher weniger als beim verregneten Lauf im letzten Jahr, das spricht eine deutliche Sprache. Unter dem Strich blieb dem Veranstalter aber ein dickes Plus an Teilnehmern, denn der als Rundkurs angelegte S42 mit seiner etwas milderen Streckenführung hat richtig eingeschlagen. Wer den K42 bewältigt und sich nicht abgeschossen hat, kann für das nächste Jahr durchaus auf den K78 schielen. Der Großteil der Strecke ist dann bekannt und es kommen „nur“ ca. 700 HM drauf.

K wie KÜHN
Es geht durch hochalpines Gelände, wo die Luft schon dünner werden kann. Über 2.700 Meter üNN zeigt der Höhenmesser auf dem Sertigpass an. Eine schroffe Felslandschaft begrüßt die Läuferinnen und Läufer, wenn sie den höchten Punkt der Strecke passieren. Die Logistik ist eine Herausforderung für sich: hier oben hat der Veranstalter einen Verpflegungsstand mit Massagemöglichkeit aufgestellt. Der Rennarzt schaut sich jeden ankommenden Läufer an und fragt im Zweifel höflich aber bestimmt nach, wie es geht. Kühn ist nicht nur der schroffe Aufstieg, auch der Downhill Richtung Dörfli bietet haarsträubende Passagen. Wer am K42 teilnimmt, sollte genau wissen, worauf er sich einlässt.

K wie KNÜPPELHART
Swissalpine_(c)running-twins.de_071.860 vertikale Meter auf 42 Km sind eine Hausnummer. Die gute Nachricht: es sind nur wenige wirklich steile Passagen zum Klettern. Auf dem Weg von Bergün zur Keschhütte sind gute acht moderat ansteigende Kilometer, die man noch laufen kann. Geschätzte 1000 Meter sind richtig zu klettern. Wenn man die Keschhütte aus der Ferne erstmal erblickt hat, geht es etwas besser. Aber trotzdem: die Oberschenkel brennen, die Pumpe ist am Anschlag und immer wieder die Frage, warum man sich das antut. Man muss nicht zwingend hochlaufen, um sich im Feld nach vorn zu schieben, ein zügiger Schritt mit gutem Armschwung reicht völlig aus und spart viel Kraft.

Der Swissalpine wurde inzwischen zu einer Veranstaltungswoche in und um Davos ausgebaut. Die legendär perfekte Schweizer Organisation hat wieder zugeschlagen. Alles funktioniert reibungslos und greift ineinander. Dafür ist die Startgebühr entsprechend hoch. Der starke Franken ist für die Läufer aus dem Ausland eine Hemmschwelle. Nicht unbedingt die Startgebühr selbst, aber die hohen Nebenkosten für Übernachtung und Verpflegung lassen viele Teilnehmer überlegen, ob der Swissalpine lohnt. Wir bejahen das 100%-ig. Die Landschaft, die Organisation, die Atmosphäre – alles in allem bietet der Swissalpine ein grandioses Paket für ein Trailrunning-Wochenende, das man nicht vergessen wird.

Ausrüstung:

  • Hose: Salomon Endurance Twinskin Short
  • Shirt 1: Under Armour Tactical HeatGear
  • Shirt 2: Pebbex RUNNING Company Laufshirt
  • Schweißband: x-Bionic Wallabe
  • Sonnenbrille: Oakley Flak Jacket XL
  • Cap: Salomon XA
  • Schuhe: Merrell All Out Charge
  • Beinlinge: Salomon Exo Calfs
  • GPS-Uhr: Suunto Ambit 2S
  • Trinkrucksack: keiner
von Henrik am 17. Juli 2015 · 6 Kommentare · Kategorien: Gewinnspiel

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Es ist dieser magische Moment. Unvorhersehbar. Mal mitten im Training, mal kurz vor der Haustür, mal im Wettkampf, wenn dem Körper alles abverlangt wird. Die Welt um dich herum steht still und du schwebst dahin. Die Anstrengung, die Schmerzen sind ausgeblendet und du hast das Gefühl, du könntest ewig so weiterlaufen. „Runners High“ wird dieser Moment auch genannt. Oder #meinflowmoment. Was würden wir dafür geben, diesen oft zu erleben. Wir würden ihn nicht unbedingt mit der Welt teilen wollen, die Magie des Augenblicks darf auch nur ganz für uns selbst sein. Er ist die -wenn auch viel zu kurze- Belohnung für das Training, für die Strapazen, für die Hingabe an den schönsten Sport der Welt.

Bauerfeind sucht mit der Aktion „RUN TO NEW YORK – #MEINFLOWMOMENT“ euren persönlichen magischen Moment. Und wenn ihr den (rein zufällig) mit der Kamera eingefangen habt, könnte er euch im November zum legendären New York Marathon bringen. Alles, was ihr dafür tun müsst: das Selfie mit #meinflowmoment taggen und auf Facebook (unter diesem Beitrag kommentieren), Instagram (dein Bild mit dem Hashtag #meinflowmoment posten), Twitter (deinen Tweet mit dem Hashtag #meinflowmoment versehen) oder direkt auf dieser Social Site hochladen. Einfacher geht es eigentlich nicht. Eine Jury um die Hahner Twins wird ein besonders gelungenes Selfie auswählen und die Läuferin oder den Läufer nach New York schicken. Mitmachen könnt ihr noch bis 31.07.2015. Egal, ob ihr dabei seid oder nicht: wir wünschen euch ganz viele Flow-Momente für euren Laufsommer.

Mareks #meinflowmoment width=

Das Bild zeigt Marek beim Hafenfestlauf in Barßel an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein. Ein toller 10 Km-Lauf in entspannter Atmosphäre, wo es einfach "lief". Es ging in diesem Moment nicht um Bestzeit oder Platzierung, sondern einfach nur um das Laufen und darum, alles andere für ein paar Minuten hinter sich zu lassen.

Laufen am Strand wird gerne romantisiert, aber in diesem Bild, aufgenommen im Januar 2013 auf Lanzarote, passt alles zusammen. Henrik schwebt über den festen Sand vor der aufgehenden Sonne.

Laufen am Strand wird gerne romantisiert, aber in diesem Bild, aufgenommen im Januar 2013 auf der traumhaften Kanaren-Insel Lanzarote, passt alles zusammen. Henrik schwebt über den festen Sand vor der aufgehenden Sonne. In diesem Moment steht alles herum still und man wird eins mit der Umgebung. Ein #meinflowmoment!

von Henrik am 13. Juli 2015 · 24 Kommentare · Kategorien: Aktuelles, Reisen, Strecken

LBC2015_Pano

Wir haben es wieder getan. Unserem Aufruf zum inzwischen 3. Laufbloggercamp sind am vergangenen Wochenende so einige laufende Blogger gefolgt. Da wir im vergangenen Jahr eine perfekte Unterkunft im Harz gefunden hatten, verschlug es uns erneut nach Hohegeiß in ein Haus der Erlebnistage Harz. Sehr wahrscheinlich nicht zum letzten Mal, denn wir hatten ein in jeder Hinsicht gelungenes und intensives Wochenende. „Nur“ 13 von ursprünglich über 30 geplanten Bloggerinnen und Blogger konnten wir versammeln, da überraschend viele leider kurzfristig absagen mussten. Und sie haben etwas verpasst!

Am Freitagabend drehte die illustre Truppe eine Aufwärmrunde auf dem Hohegeiß-Rundweg. Es ist nicht bekannt, dass wir von anderen Menschen gesichtet wurden, etwas aus der romantischen Bergwelt gefallen muss die lautschwatzende, kunterbunt angezogene und mit Foto-Video-Aufzeichnungstechnik bestens ausgerüstete Gruppe gewirkt haben. Hier wurden bereits mögliche Routen für den „Langen Lauf“ am Samstag diskutiert. Zur Auswahl standen Vorschläge über 15, 30 oder gar 60 Km durch den Harz, der sich uns in sommerlicher Pracht präsentierte. Wir ließen den Abend bei dem einen oder anderen Bierchen ausklingen und freuten uns auf einen tollen Lauftag. Pünktlich am Samstagmorgen um 8 Uhr trafen auch Miele und Olli von den Flitzpiepen aus Berlin ein.

Unterhaltungskünstler Eddy hat bereits seine bewegten Bilder in einen Clip geschnitten:

LBC2015 05Die Gruppe „Ultra“ hatte sich doch stark ausgedünnt und so starteten Marek und ich zusammen mit Hannes als einzige auf die mit 60 Km veranschlagte Runde, die uns über den Wurmberg, die Eckertalsperre und den Brocken führen sollte. „Maximal 8 Stunden“ sollte die Tour dauern. Nach anfänglicher Ver(w)irrung fanden wir auf die Strecke und trabten gemütlich vorbei an Braunlage. LBC2015 13Den Wurmberg (971 m) hatten wir auf der Skipiste unterhalb der Seilbahn recht schnell erklommen, auch wenn sich hier schon andeutete, dass die Tour nicht nur an die ehemalige innerdeutsche Grenze, sondern auch an die Grenze der Belastbarkeit führen würde. Schöne und teilweise anspruchsvolle Trails führten uns zum Eckertalstausee und die Talsperre, die einst BRD und DDR trennte. LBC2015 1132 Km waren in den Beinen, der lange Fotostopp war reine Notwendigkeit. An einer unbeholfenen MTB-Gruppe liefen wir schnell wieder vorbei, bevor es dann aber wirklich rauf auf den höchsten Gipfel des Harzes ging: Brocken rocken! Hannes verschwand mit einem „wir sehen uns oben“ im Wald und wir prügelten uns auf den Gipfel. Die Panzerstraße ist schon eine harte Prüfung, vor allem, da die Sonne nun erbarmungslos knallte. LBC2015 20Hannes‘ Vorsprung belief sich auf 15 Minuten vor mir und 45 Minuten vor Marek. Wir stärkten uns mit Pommes und Cola. Trotzdem traten wir erst 90 Minuten später nach dem obligatorischen Gipfelfoto den Abstieg an. Meine Suunto Ambit 2S verabschiedete sich hier als erste – „bitte aufladen“, eine ganz schwache Performance. Ein schlechtes Omen? Es waren nur noch 20 Km bis Hohegeiß. Der Hexenstieg machte wieder richtig Spaß. LBC2015 35Marek machte hier jedoch Bekanntschaft mit dem Harzer Boden, zum Glück nichts Ernstes. Vorbei an Schierke führt der Boderandweg. Gut laufbare und richtig tolle Singletrails führten uns zügig nach Elend. Und dort begann dann leider wieder das Drama. Hohegeiß scheint man hier nicht zu kennen und wir schlugen einen ähnlichen Weg wie schon letztes Jahr ein. LBC2015 31Mareks Akku (nein, nicht der Polar-Akku) war nun komplett leer und wir schleppten uns im immer gleichen Modus von Abzweigung zu Abzweigung: Hannes vorneweg, ich folgte mit Sicherheitsabstand und Marek schloss später auf. Hannes lief dann 6 Km vor dem vermuteten Hohegeiß allein weg und traf gegen 19:30 Uhr wieder am Startpunkt ein. Ich verlief mich noch zwei Mal und landete genau 10 Stunden nach dem Start wieder an unserer Hütte. Marek beendete seinen Longrun am Grenzmuseum Sorge und wurde von Olli und Heimo eingesammelt. Da standen bereits fast 62 Km auf dem Tacho. Was für ein Ritt!

Unsere späte Ankunft hatte immerhin den Vorteil, dass der Grill bereits auf Hochtouren glühte und wir schnell den Speicher wieder aufladen konnten. Für uns gab es sogar Veganes. Gruppe 1 und 2 berichteten von richtig schönen Laufabenteuern durch das Unterholz mit Badestopp im Bergsee und wir blickten in zufriedene Gesichter. Am Lagerfeuer wurden zu späterer Stunde noch mehr Läufergarn gesponnen und Pläne geschmiedet für das nächste Bloggercamp. Wir werden es also wieder tun.

DANKE AN ALLE TEILNEHMER, DANKE BROCKEN, DANKE ERLEBNISTAGE!

Hier haben die anderen Teilnehmer des #LBC2015 berichtet:

von Running Twin Marek am 30. Juni 2015 · 12 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Strecken, Wettkampfbericht

20150628_114450-2Ein Marathon zum Abschluss des ersten Halbjahres 2015 sollte es noch sein. Nur ist die Auswahl an schönen und auch halbwegs erreichbaren Marathons nicht so üppig, wenn es auf den Hochsommer zugeht. Mit etwas Bauchschmerzen entschied ich mich vor drei Wochen für die Premiere des Strausberg-Marathons, welcher in die 775-Jahr-Feier der Stadt Strausberg am Rande von Berlin eingebettet war. Schon die Strecke warf einige Fragezeichen vorher auf: Start in Berlin am Strausberger Platz (dieser liegt in Friedrichshain, nicht weit vom Alexanderplatz entfernt, also recht citynah). Ziel sollte am Flugplatz in Strausberg sein, womit eine Punkt-zu-Punkt-Strecke, die 14km über die Haupteinfahrtstrasse im Berliner Osten führt, tatsächlich angedacht war! Man kann nicht sagen, ich war nicht gewarnt. Trotzdem hielt ich an dem Start fest, habe ich doch „berlin-läuft“ als professionellen Veranstalter in Erinnerung.

20150628_060737-2Es ist Sonntag früh um 7Uhr, als sich die überschaubare Anzahl an Marathonis am Strausberger Platz für den Start bereitmacht und den ersten Ansagen des Moderators lauscht. Dieser verkündet sogleich, dass der Marathon auf dem Berliner Stadtgebiet als Demonstration angemeldet ist und ein freies Laufen und somit schnelle Zeiten heute nicht möglich seien, weil die Strecke nicht gesperrt sei. Den Anweisungen der Polizei, die vorneweg fährt, sei unbedingt Folge zu leisten, ein Überholen in jedem Falle zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt war die neue Bestzeit bereits gestorben. Aber wenn man schonmal um 4 aufsteht, verläßt man den Ort des Geschehens auch nicht freiwillig. Eventuell ist ja wenigstens eine gute Platzierung möglich!? Bevor es losgeht, treffe ich noch Matthias von den Vegan Runners. Pünktlich um 8 gibt es einen fliegenden Start. Das hat man auch nicht bei jedem Marathon. Es geht wie vorhergesagt sehr entspannt auf die ersten Kilometer.

Das Tempo pendelt sich bei ca. 04:30-04:45 ein (und nicht wie angekündigt auf 4,2min). Genug Zeit, um noch bequem zwei P-Pausen einzulegen und danach wieder an die Spitze ranzulaufen. Die Strecke hat so gut wie gar keinen Charme, schon die Fahrt mit dem Auto ist höchst eintönig und Zuschauer sind an einem frühen Sonntagmorgen auch nicht zu erwarten. Das wusste ich zumindest vorher. Nur ein paar ungläubige Blicke der Brötchenholer können wir ernten. Das nächste „Highlight“ lässt nicht lange auf sich warten: kurz hinter dem Tierpark-Tunnel wird das Feld angehalten. „Kurze Stops seien aufgrund des kreuzenden Verkehrs möglich“, so stand es in den Teilnehmerinfos. Aber wir standen dort geschlagene 10min! Den meisten wurde schnell kalt und auch der Gang zum Gebüsch konnte nur wenig Zeit überbrücken. Ein Verpflegungspunkt war hier wohl nicht vorgesehen. Die Zeit war schon komplett im Eimer, als es endlich weiterging. Wieder nur knapp unter 5min/km. Die Spitze scharrte langsam mit den Hufen, aber man sollte nicht versuchen, einem Polizisten zu erklären, dass 04:30 und 04:15 einen wesentlichen Unterschied machen. Sicher war das eher ein „Luxusproblem“ der schnelleren Leute, manche aus dem hinteren Feld bekamen den Stop überhaupt nicht mit. Aber ein Marathon mit Zwangsstop – ist das noch ein regulärer Wettkampf? Kann man so mit Teilnehmern umgehen, die manchmal monatelang auf solch einen Lauf trainieren?

trackAls wir uns der Stadtgrenze nähern, wird es schleichend schneller. Die fixen Jungs sortieren sich vorne ein und als wir endlich in Mahlsdorf von der B1 abbiegen, ist die Tempobremse ausgeschaltet. Tobias und Stephan kontrollieren das Feld scheinbar mühelos und werden sich später die ersten Plätze nicht mehr nehmen lassen. Doch was passiert dahinter? Zunächst geht es in einem Tempo knapp unter 4min/km weiter. Ich kann noch relativ problemlos folgen, der nächste Zwischenspurt der beiden reißt dann aber die erwartete Lücke. Christian, der mit Fahrradbegleitung unterwegs ist (was bei den wenigen Teilnehmern problemlos geht), eilt hinterher. Ich rechne ihm kaum Chancen nach vorne aus, zu stark sind Tobias und Stephan. Das Tempo sieht für beide eher nach Warmlaufen aus als nach einem schnellen Marathon. Und so finde ich mich als Vierter wieder, als es auf die Strassen durch Hoppegarten, Neuenhagen und Altlandsberg geht.

Die Jungs vorne sind schnell aus meinem Blickfeld verschwunden. Auch von dem 5. hinter mir ist nichts mehr zu vernehmen, es wird einsam. Mein zweites Gel nehme ich bei km25, die Verpflegungsstationen sind so weit auseinander, dass ich bei den steigenden Temperaturen schnell Durst bekomme. Ich halte daher jedesmal an und trinke in Ruhe, auch wenn es Sekunden kostet. Aber was kann ich schon noch gewinnen? Weder Bestzeit noch Podium sind mehr machbar. Meine Motivation, das Tempo weiter hoch zu halten, verschwindet in der Einöde der vielen Brandenburger Felder, die den Weg kreuzen. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass es ständig bergauf geht. Vereinzelt stehen jetzt Zuschauer an der Strecke, ich klatsche die Kids ab, um der Monotonie wenigstens etwas zu entkommen. Das Verhältnis Helfer/Zuschauer neigt sich mehr und mehr der 90/10-Marke. Verlaufen kann man sich immerhin nicht, da an jedem kreuzenden Weg jemand aufpasst. Teilweise müssen die Autos an den Kreuzungen extra für mich aufgehalten werden. Hat schon was von VIP-Status.

20150628_114229-2Als es bei km35 dann nochmal in den Wald geht, ist mein Tank ziemlich leer. Ich stolpere über die gut markierten Wurzeln und reihe mich dann bei km37 in das Feld der 7,75km- und Halbmarathon-Läufer ein. Nur wenige nehmen wahr, dass die Marathonis jetzt mitlaufen. Vereinzelt wird mir beim Überholen Beifall gezollt („oh der läuft den Marathon!“). Im Grunde ist es mir sogar recht, dass ich nicht mehr so alleine laufen muss. Es geht durch Strausberg durch, vorbei am schönen Straussee. Ich sehe Kira von den Vegan Runners, das sogar zweimal, weil ich am letzten Verpflegungspunkt gleich drei ISO-Becher in mich reinschütte und verschnaufen muss. Dass mich Christoper überholt, bekomme ich noch gerade so mit. Mir ist es ziemlich gleich. Ich bin durch und kann den letzten Anstieg bei km41 nur noch hochgehen. Schon ulkig, wenn man von Halbmarathonis dann noch mitleidig angefeuert wird: „Komm‘, da vorne ist das Ziel!“. Tja, das muss man dann eben durch. Irgendwann ist aber jeder Marathon zuende. Am Flugplatz stehen viele Zuschauer. Die Zeitnahme erfolgt 200m vor dem Zielbogen. Warum, bleibt das Geheimnis des Veranstalters (wahrscheinlich wäre die Strecke sonst zu lang gewesen). Am Ende wird es ein fünfter Platz mit netto 03:11:13.

20150628_113844-2Kira und Matthias sehe ich nach dem Duschen wieder. Auch Matthias ist wenig erbaut über den Verlauf des Marathons, sieht es aber recht locker. Wie fällt das Fazit aus nach dieser sehr durchwachsenen Premiere? Dass hier ein Marathon veranstaltet wurde, der auf einer teilweise nicht abgesperrten Strecke unter dem Deckmantel einer Demonstration stattfand, ist aus Sicht der betroffenen Teilnehmer ein großes Versagen. Damit stösst man jeden ambitionierten Läufer vor den Kopf. Manch einer trainiert eine lange Zeit auf solch ein Event hin und muss dann damit leben, „aus Sicherheitsgründen“ 10min warten zu müssen und 10km lang eingebremst zu werden. Bestzeiten waren damit unmöglich, ein konstantes Tempo wurde verhindert. Allein dieser Makel muss ausreichen, um den Teilnehmern wenigstens einen Teilbetrag der stolzen 77,50,-! zu erstatten. Diese Gebühr steht in keinem Verhältnis zu der gebrachten Leistung. Hier hat man sich scheinbar deutlich verkalkuliert und sollte kulant den Läufern gegenübertreten, um den bisherigen guten Ruf als Veranstalter auch zu behalten. Ich bin gespannt, wie diese Kulanz aussehen wird (Update folgt, immerhin wurde jetzt auf die Beiträge auf Facebook reagiert). An den vielen eifrigen Helfern an der Strecke und im Start-/Zielbereich hat es jedenfalls nicht gelegen. Die gaben sich alle Mühe, das Event zu retten und zu einem guten Gelingen beizutragen. Auch die Zuschauer in Strausberg freuten sich sehr über das Event und brachten den Teilnehmern viel Anerkennung entgegen. Dass Strausberg vier S-Bahnhöfe hat und ich dann im Anschluss noch 2,5h umhergeirrt bin, um mein Auto wiederzufinden – das war nun wirklich mein Verschulden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Marathon in 2016 noch einmal auf dieser Strecke stattfinden wird. Vielleicht sollte man es einfach beim Halbmarathon belassen. Manchmal ist so ein Marathon eben eine Nummer zu groß.

von Running Twin Marek am 26. Juni 2015 · 1 Kommentar · Kategorien: Kurioses, Reisen, Strecken

Appalachian-Trail-signEs soll das Meisterstück seiner Karriere werden. Eine denkwürdige Verabschiedung von der professionellen Ultra-Laufszene. Dafür hat sich Scott Jurek ein großes Ziel gesetzt: die Durchquerung des „Appalachian Trail“ in einer neuen Rekordzeit. Der Trail, eine Art Fernwanderweg, führt durch 14 US-Bundesstaaten und ist laut der gleichnamigen Website der „berühmteste Kletter-Trail der Welt“. Über 3500km und knapp 160.000 Höhenmeter sind dabei zu bewältigen. Für manche ist das ein monatelanges Unterfangen, die meisten nehmen auch „nur“ eine Teilstrecke in Angriff. Nicht so Jurek. Sein Ziel ist die Pulverisierung des bisherigen Streckenrekordes, der bei 46 Tagen, 11 Stunden und 20 Minuten liegt. Aufgestellt wurde dieser von Jennifer Pharr-Davis im Jahr 2011. Seither gab es mehrere Versuche, diese Zeit zu unterbieten u.a. von Karl Meltzer. Ohne Erfolg.

jurek-app-map-v3-1-1024x683Jurek, der in seiner Karriere alle großen Ultra-Rennen gewonnen hat (u.a. den Spartathlon, 7x in Folge den Western States 100, den Badwater und viele mehr) und einen gott-ähnlichen Status in der Szene genießt, weiß um die Schwierigkeit der Strecke. Er läuft von Georgia im Süden nach Maine im Norden. Auf dem Weg wird die Strecke immer anspruchsvoller und technischer. Der Start fand am 27. Mai statt, seitdem hat er bereits über die Hälfte geschafft und sich dabei auch von einer Zerrung im Oberschenkel nicht aufhalten lassen. Über 80km pro Tag sind für den Rekord notwendig, d.h. mindestens 13h täglich in Bewegung zu sein. Selbst für einen so erfahrenen Ultra-Läufer ist das ein Pensum, das er nie zuvor in seinem Leben bewältigt hat. Die bisherige Planung sah vor, dass das Ziel bereits nach 42 Tagen erreicht sein soll (am 4. Juli), das wären ganze 4 Tage schneller als die bisherige Bestmarke. Bildschirmfoto 2015-06-26 um 21.38.08Dafür ist aber eine erhebliche Steigerung der Umfänge auf dem zweiten, anspruchsvolleren Teil erforderlich. Updates kommen täglich über die sozialen Netzwerke (siehe Instagram), unterstützt wird Jurek von einer Support-Crew, u.a. von seiner Frau Jenny.

Bildschirmfoto 2015-06-26 um 21.30.16Eine sehr eindrucksvolle Darstellung, wo sich Jurek gerade befindet, gibt die Google-Earth Tour, die leider nur mit einem speziellen Browser-Plugin läuft. Hier wird recht schnell ersichtlich, welch immense Distanz der Trail hat. Nach nunmehr 30 Tagen hat er die Grenze Connecticut – Massachusetts erreicht und scheint im Plan zu liegen. Die aktuelle Position ist auf dieser Karte ersichtlich. So dürften es dann nicht einmal zwei Wochen sein, wenn Jurek sein ehrgeiziges Ziel in Maine wirklich erreichen sollte. Die Unterstützung der Community ist ihm sicher. Im Anschluß an den Rekordtrail hat er sich bereits weitere Ziele gesetzt, die allerdings einen weniger hohen Kilometerumfang erfordern: eine Familie gründen und Kinder haben.

logo_swissalpine_RGBDen „wohl anspruchsvollsten Berglauf der Alpen“ habe ich mir ausgesucht. Am 25.07. steigt die inzwischen 30. Auflage des Swissalpine, einer altehrwürdigen Berglaufveranstaltung rund um Davos im Schweizer Graubünden. Es sind sechs Laufstrecken von 10 bis 76 Km im Angebot. Zum Glück hatte ich mich bei der Planung für den „K42“ und nicht für die Ultra-Distanz entschieden. Denn auch der Marathon hat es in sich: Auf- und Abstiege „hart wie Granit“, raue Bergtrails, hochalpine Streckenführung bis auf 2.600 m Höhe und 1830 positive Höhenmeter – das sind keine leichten Rahmenbedingungen. Nur gute 100 Leute sind im letzten Jahr unter 5 Stunden gelaufen. Ein sicheres Zeichen, dass das kein Zuckerschlecken wird. Im letzten Jahr hat Dauerregen zudem für einen besonders harten Wettkampf gesorgt. Die Teilnehmer berichten regelmäßig von einer perfekten Organisation und reibungslosen Abläufen, die mit der langen Erfahrung des Veranstalters einhergehen. Die Startgebühr ist wahrlich kein Schnäppchen (ab 130 CHF), darin enthalten ist aber unter anderem ein ÖPNV-Ticket für das gesamte Rennwochenende und das exklusive Finishershirt, das seinem Namen alle Ehre macht und nur an Finisher ausgegeben wird. Der Swissalpine K42 passt perfekt in meine Saisonplanung. Er liegt genau zwischen dem Bloggercamp und dem Stockholm 50K Ultramarathon. Jetzt muss nur noch das Training entsprechend hochgefahren werden. Die Woche in den Dolomiten beim RUNNING Company Laufcamp war schon eine richtig gute Grundlage. Übrigens dürfen in den Laufdisziplinen keine Stöcke eingesetzt werden. Für mich nicht schlimm, da ich noch kein Rennen mit Stöcken gelaufen bin. Ich freue mich auf ein spektakuläres Wochenende in den Schweizer Bergen und auf die Premiere beim Swissalpine. Das mit dem Granit wird sich wohl bewahrheiten. Das mit dem Juwel hoffentlich auch.

DAVOS, 26JUL14 - Ganz schoen steil: Die Auf- und Abstiege, die Hoehenlage sowie die teilweise rauhen Bergtrails verlangen den Marathon Laeufern beim Aufstieg zum Sertigpass alles ab. Impression vom 29. Swissalpine am Samstag, 26. Juli 2014. swiss-image.ch/Photo Andy Mettler

DAVOS, 26JUL14 – Ganz schoen steil: Die Auf- und Abstiege, die Hoehenlage sowie die teilweise rauhen Bergtrails verlangen den Marathon Laeufern beim Aufstieg zum Sertigpass alles ab. Impression vom 29. Swissalpine am Samstag, 26. Juli 2014.
swiss-image.ch/Photo Andy Mettler

von Henrik am 14. Juni 2015 · 3 Kommentare · Kategorien: Strecken, Zukünftiges

Logo-250x137Dennis Kimetto muss jetzt ganz stark sein. Die verrückten Leute von der Bestzeitmarathon Groundcrew wollen es wirklich wissen in diesem Jahr. Sie haben wieder mit dem Zeittunnelkomitee verhandelt und wollen zum vierten Mal mutige Marathonläuferinnen und -läufer in diesen Zeittunnel schicken. Mit dem Ziel, endlich den Marathon-Weltrekord nach München zu holen. Dafür wurde die „Luis-Trenker-Gedächtnisstrecke“ aus dem Jahr 2014 verworfen und der flachste Kurs gewählt, den man überhaupt im Münchner Stadtgebiet finden kann. Im Riemer Park (wegen der längst vergessenen Bundesgartenschau 2005 auch „BuGa-Park“ genannt) wird sich am 24.10.2015 um Mitternacht wieder Fantastisches ereignen. Menschen werden im Kreis um den See rennen, manche 10, manche 20 Runden, in der Hoffnung, dass ihnen der Zeittunnel eine Stunde ihrer Marathonzeit schenken möge. Die Öffnung des Zeittunnels ist für 03:00 Uhr MESZ vorhergesagt, aber niemand kann eine belastbare Aussage darüber treffen, ob das klappen wird. Die Geschichte des Bestzeitmarathons ist eben auch eine Geschichte voller Missverständnisse. Nicht wenige Menschen sprechen sogar von „Betrug“ und vom „Mogelmarathon“. Die Groundcrew kann das mal wieder nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil: in diesem Jahr werden wieder hochkarätige Partner an Bord sein, die dem Bestzeitmarathon zu nie vorhersehbarer Präsenz verhelfen werden. Vielleicht sogar in den Bestenlisten dieser Welt. Wir mussten selbst ein wenig schlucken, wie sich das alles so entwickeln konnte:

  • 2012: Geburtsstunde – im Schneetreiben gewinnt Henrik die Premiere des Bestzeitmarathons
  • 2013: Zeitsprung 2.0 – die Verrückten wiederholen es und verpassen den Weltrekord haarscharf
  • 2014: Aller guten Dinge sind drei – auf neuen Pfaden im Ostpark wird Rekordbeteiligung gefeiert

Du bist auch nicht so ganz „gewöhnlich“ und willst dich unter die Bestzeitmarathonis mischen? Ein Start um 24:00 Uhr ist für dich eher Routine als Herausforderung? Dann wollen wir dich mal nicht aufhalten, zur Anmeldung geht es hier entlang. Auch in diesem Jahr ist das Teilnehmerfeld limitiert. Schnell sein lohnt auch deshalb, weil bis Monatsende noch die Preise vom letzten Jahr gelten. Wo gibt es denn noch sowas? Halt nur bei diesen Verrückten von der Groundcrew.

Langkofelumrundung_04Die Dolomiten sind ein Paradies für Läufer. Insbesondere die Seiser Alm und deren Umgebung im Grödnertal hat sich in den letzten Jahren einen Namen bei Trailläufern gemacht. Dazu beigetragen hat die Kartografierung eines Running Parks, in dem die schönsten Laufstrecken aufgeführt werden. Aber nicht nur die Seiser Alm an sich, die mit der Dolomiten-Berglandschaft übrigens zum UNESCO Welterbe zählt, bietet eine atemberaubende Kulisse für Landschaftsläufe. Das gesamte Tal und die angrenzenden Gipfel sind viel zu schön, um sich „nur“ auf die Seiser Alm zu beschränken. Diese ist flankiert vom Schlern und den beiden „Wahrzeichen“, dem Langkofel und dem Plattkofel. Schon Luis Trenker bewunderte die Kulisse mit den beiden schroffen Postkartenschönheiten, die vom Sonnenlicht und Wolken zu jeder Tageszeit anders gefärbt werden. Der Gipfelsturm des Langkofels ist den Kletterern vorbehalten. Als Wanderer kann man immerhin durch die Langkofelscharte bis zur Toni-Demetz-Schutzhütte aufsteigen. Die Läufer begnügen sich mit der Umrundung des Bergs und seinem kleinen Bruder auf etwas tieferer Ebene.

Die Langkofel- und Plattkofel-Umrundung zählt zu den schönsten Touren im gesamten Grödnertal.

Postkartenkulisse - so schönDer Startpunkt ist variabel, je nach Höhe muss man zunächst etwas aufsteigen. Gut geeignet ist das Plateau am Monte Pana mit dem Hotel Cendevaves, das auf etwas über 1.600 Meter Höhe liegt und bequem mit dem Auto von St. Christina angefahren werden kann. Von dort aus folgt man dem Wanderweg 528 in Richtung Langkofel, der erst gemächlich und dann zügig ansteigt. Der Weg ist teilweise Skipiste im Winter, entsprechend geröllig ist der Untergrund. Trailschuhe sind Pflichtausrüstung! Langkofelumrundung_08Nach etwa drei Kilometern gelangt man in die ersten Ausläufer der „Steinernen Stadt“, das Resultat eines riesigen Felssturzes vom Langkofel. Man hält sich weiter linksseitig und gelangt ca. 2.000 Meter später zur Comici-Hütte, die nach übereinstimmender Meinung mit das beste kulinarische Angebot der Berghütten in den Dolomiten bereithält. Wir halten uns hier aber nicht lange auf und steuern südlich vorbei am Langkofelhang. Immer besser wird der Blick auf das Sella-Massiv zur linken Hand, bekannt durch die legendäre Sella Ronda. Übrigens, die Sella Ronda ist nicht nur für Ski- und Radfahrer gut machbar. Wie wäre es mal mit einer Laufrunde? ;)

Langkofelumrundung_09Es geht auf welligem Weg, der gut laufbar ist, bis das Passo Sella-Ressort in Sichtweite kommt. Das kann man passieren und dann auf der Straße weiter zum Friedrich-August-Weg hochlaufen. Oder aber aber man biegt vorher rechts direkt auf die Skipiste, die etwas steiler nach oben führt. Von dieser aus führt auch der steile Weg direkt hoch zur bereits erwähnten Demetz-Hütte. Es ist der letzte größere Anstieg der Umrundung mit ca. 250 Höhenmetern. Oben biegt man direkt auf den Friedrich-August-Weg. Der Sachsenkönig war vom Panorama so begeistert, dass er einen Höhenweg anliegen ließ. Wir bewegen uns nun bereits an den Südhängen unterhalb des Plattkofels direkt auf die Friedrich-August-Hütte zu. Langkofelumrundung_12Der Weg ist schmal, aber nicht zu steil, so dass man zügig laufen kann. Kleinere Kletterpartien unterbrechen den Flow. Dafür gibt es grandiose Aussichten. Bis zur Plattkofelhütte legen wir etwa 4,5 Km zurück. Ist diese passiert, folgt der Abzweig des Weges zur Plattkofel-Spitze. Diese lassen wir liegen und biegen erst 200 Meter später auf den Singletrail, der uns am Westhangs des Massivs entlangführt. Der Weg führt nun zunächst abwärts durch waldreiches Gebiet. Konzentration ist geboten, denn spitze Steine laden zum Umknicken ein. Es bleibt geröllig auf dem Wanderweg 527, der zunächst in nördliche und später in östliche Richtung führt. Die Langkofelhütte ist nun angeschlagen, ein schöner Meilenstein auf diesem langen und teilweise anspruchsvollen Teilstück. Wer die Runde abkürzen will (wie in der Karte), nimmt den direkten Weg über eine große Alm zum Monte Pana. Dafür der etwas unscheinbaren Markierung „St. Christina“ folgen. Dieser Weg führt auf die 525 und dann auf den Forstweg Nr. 30 zurück zum Ausgangspunkt zum Monte Pana. Wer sich alles geben will, läuft weiter und steigt nochmal etwa 200 Höhenmeter zur Langkofelhütte auf. Von dort führt ein gut ausgebauter Schotterweg auf die 526B, ein wunderbarer Panoramaweg, der nach etwa 4 Kilometern am Hang die Runde schließt.

Die Umrundung des Langkofelmassivs ist auch für weniger geübte Trailrunner machbar. Mit 700-1.000 Höhenmetern (je nach Route) und 20-22 Kilometern hat man eine Panorama-Tour mit irren Aussichten, die nicht alles abverlangt. Je nach Pace schafft man die Runde in 2,5h (größtenteils laufen) bis 5 Stunden (größtenteils gehen). Trailschuhe, Trinkrucksack mit ausreichend Wasser und Nahrung sowie die Regenjacke sind unverzichtbar. Das Wetter ist gefürchtet wechselhaft und auch über die Öffnungszeiten der Hütten sollte man sich vorab informieren.

Ausrüstung:
  • Jacke: Salomon Bonatti WP Jacket
  • Hose: Salomon S-lab Exo Short Tight
  • Schuhe: Salomon S-lab Sense 3
  • Trinkrucksack: Salomon Advanced Skin Pro 14+3
  • GPS-Uhr: Suunto Ambit 2S
  • Sonnenbrille: Oakley Flak Jacket XLJ
  • Schweißband: x-Bionic Wallabe
  • Energy Gels: High5 Energy Liquid