La Graciosa vom Mirador del Rio aus gesehenIch weiß auch nicht so recht, warum ich so gern Inseln und Seen umrunde. Vielleicht liegt es daran, dass man so viele verschiedene Perspektiven auf die Landschaft bekommt. Eine ganz spezielle Gelegenheit bietet sich auf der Kanareninsel Lanzarote, wo die RUNNING Company im Winter immer eines ihrer beliebten Laufcamps veranstaltet. Ganz Lanzarote muss man nicht umlaufen, aber im Norden befindet sich die „achte“ Kanareninsel La Graciosa. Mit knapp 30 Quadratkilometern Fläche ist die Insel fast perfekt, um sie im Laufschritt zu erkunden.

LaGraciosa_1Nach La Graciosa gibt es eine gute Fährverbindung ab dem Hafen des Fischerdorfs Orzola im Norden von Lanzarote (20 EUR hin und zurück). Nach 25 Minuten ist man schon im Hafen von Caleta del Sebo angelandet und kann sich gegen den Uhrzeigersinn auf die traumhafte Strecke begeben. Es gibt keine asphaltierten Straßen, lediglich einige sandige Pisten sind ausgewiesen, die man auch mit dem Mountain Bike befahren kann. Zusätzlich gibt es einige Trails. Auf einem dieser laufen wir an der Südküste aus der Ortschaft raus. Gegen den Wind, aber angenehm zu laufen ist der mit Steinen markierte Singletrail. Schon nach drei Kilometern geht dem Trailrunner das Herz auf, wenn wir direkt an der Küste auf einem steinigen und technischen Pfad die ersten Höhenmeter der Runde abreißen. Nach guten fünf Kilometern erreichen wir den zweiten Ort der Insel: Pedro Barba. Hier stehen einige Ferienhäuser von Kanarios, ansonsten gibt es nichts zu sehen. Der Weg führt uns nun in nördliche Richtung. Vereinzelt treffen wir Radler, andere Läufer gibt es nicht.LaGraciosa_iPhone_4 Trailrunning auf La Graciosa ist ein exklusives Vergnügen. Die Vulkanlandschaft ist hier sehr sandig und alles andere als karg. Der Ausblick auf die Vulkankegel im Zentrum der Insel und auf die Nachbarinseln ist berauschend. Die Nordspitze ist erreicht und wir laufen westlich auf den Montaña Bermeja zu, der mit seinen 157 Metern höher scheint, als er ist. Vor dem Berg biegen wir rechts ab und umlaufen diesen so auf einem Trail, der uns direkt zum Playa de las Conchas bringt. Der schönste Strand der Insel glänzt mit gelbem Sand und Postkartenkulisse. Obacht: die Strömungen sind gefürchtet, Schwimmen ist nicht empfehlenswert. Wir knipsen ein paar Aufnahmen vor den Wellen und schleppen uns durch den arg tiefen Sand. Wer Lust hat, kann nun den Montaña Bermeja erklimmen. Wir beschließen, unsere Kräfte noch zu schonen.

iphone_3Die Westküste ist rauer und wenn man nicht den Fahrradweg laufen will, bedarf es Trittsicherheit auf dem Vulkangestein. Aber das macht den Reiz dieser Runde aus: es ist einfach alles dabei. An den Aussichten entlang der Küste können wir uns nicht sattsehen. Nach etwa 16 Kilometern Strecke treffen wir wieder auf den Weg und traben nun auf einem gut laufbaren Trail Richtung Südwestspitze von La Graciosa. Der Weg endet vor dem Montaña Amarilla. Um die Runde zu schließen, müssen wir auf diesen 172 m hohen Berg klettern. Das gelblich schimmernde Tuffgestein bietet dafür guten Halt. Unbedingt wegen der Steinschlaggefahr mit viel Abstand aufsteigen. bianca_3Auch hier gilt: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Die Aussicht entschädigt für die Anstrengung. Der Abstieg gestaltet sich weniger knifflig, da man nun wieder auf dem Wanderweg unterwegs ist. Im Geröll stürzen sich aber nur geübte Trailrunner im Laufschritt herab. Auf Meereshöhe biegen wir nun auf den Pfad Richtung Caleta del Sebo ein. Für die letzten vier Kilometer sollte man sich ein paar Körner aufgehoben haben: wir laufen durch stellenweise tiefen Sand gegen den Wind. Aber so geflasht, wie wir von den Eindrücken sind, stört uns das nun auch nicht mehr. Die Uhr springt auf Km 26, als wir in den Hafen einbiegen und vor der Eisdiele eine irre Runde um La Graciosa beschließen.

Aktivität auf Strava: Link
Läufer: Bianca und Henrik

Participants at the Wings for Life World Run event in Munich 23rd of January 2016 Bild: Daniel Grund

Wings for Life World Run Bloggertreffen in München // Bild: Daniel Grund

8. Mai 11:00:01 Uhr UTC. Dann ist der Startschuss gefallen zum Wings for Life World Run, der einzigartigen Laufveranstaltung, bei der dich das Ziel einholt. Der einzige Lauf in Deutschland startet im Münchner Olympiapark und der Deutschland-Sieger vom letzten Jahr Florian „Flo“ Neuschwander gab sich zusammen dem Gesamtsieger Lemawork Ketema in München die Ehre. Eine ganze Palette an Laufbloggern wurde von WFLWR-Mitarbeiterin Edith eingeladen, um die neueste Selfie-Run-App auf einer kurzweiligen Laufrunde mit den beiden Superstars zu testen.

Bild: Daniel Grund

Bild: Daniel Grund

Vorab durften wir uns beim Get-Together im Fitness- und Wellnesstempel „ELEMENTS“ kennenlernen und aufwärmen. Der Lauf zur Isar war dann kurz und knackig und hätte ich gewusst, dass der Treffpunkt der Gasthof Hinterbrühl ist, die Gruppe hätte sich auch schneller gefunden. Ein paar Fotos mit der App mussten natürlich sein. In diesem Jahr ist der Selfie-Run kostenlos (2015: 15 EUR), so dass wirklich jeder mitmachen kann völlig unabhängig von der Lokation. Eine gute Entscheidung, haben sich im letzten Jahr nur knapp 250 Läufer für den Selfie-Run entschieden. Nun hofft das Team, dass sich weltweit Laufgruppen zusammenfinden und zusammen dem (virtuellen) Catcher Car davonlaufen. Beim anschließenden Vortrag vom selbst querschnittsgelähmten Wolfgang bekamen wir einen spannenden Einblick in die Entstehungsgeschichte der Wings for Life-Stiftung und des Laufs. Auch wenn es zwei Extremsportler waren, deren Schicksal der Querschnittslähmung dem Gründer des Energy Drink-Imperiums sehr nahe ging, der Löwenanteil der Querschnittslähmungen rührt nicht aus dem Extremsport sondern aus Verkehrsunfällen, wie sie täglich auf unseren Straßen passieren und die wir mit einer Gleichgültigkeit zur Kenntnis nehmen, als wären sie unvermeidbar. Auch der organisatorische Aufwand des Laufs, der an 34 Orten in 33 Ländern ausgetragen wird, ist gigantisch und erreicht das Niveau von Olympischen Spielen. Unter den Austragungsländern sind auch Kandidaten wie Russland und Argentinien, die das Team vor extreme logistische und politische Herausforderungen stellen.

Ich habe mich sehr gefreut, so viele Blogger zu sehen und zu plaudern, u.a. mit Manuela, Daniel, Hannes, Michael, Conny, Isa, Micha Klotzbier, Under Armour Performance Runner-Kollege Maudi von den Flitzpiepen aus Berlin, Tina, Kate, Werner und Susi von Runskills. Auch über die Wahl der Lokation: ich bin dann einfach nach Hause gegangen. Und auf dem Weg habe ich mir überlegt, wie viele Kilometer denn in diesem Jahr realistisch sind. Der Flo und der Lemawork wollen die Marke von 80 Km knacken und dabei einen Schnitt von 3:45 min/Km laufen. Ultraläufer müssten schon spezielle Typen sein. Nicht aber die beiden. So sympathisch, wie die rüberkamen, drücken wir ihnen fest die Daumen für den 8. Mai 13:00 Uhr Ortszeit in München. Dann laufen wir gemeinsam für alle, die es nicht können. So weit uns die Füße tragen.

Denn allein das ist ein Privileg.

von Running Twin Marek am 13. Januar 2016 · 14 Kommentare · Kategorien: Reisen, Wettkampfbericht

(C) www.promclassic.com

(C) www.promclassic.com

Lauftraining bei winterlichen Bedingungen ist eine Herausforderung. Zweistellige Minusgrade gepaart mit eisigem Ostwind und ordentlich Schnee – das hatte Berlin in der letzten Woche zu bieten. Nur die ganz Harten zogen ihr Training draußen durch und trotzten dem glatten und nicht ungefährlichen Untergrund. Erstmals in der Geschichte wurde ein Lauf der Berliner Winterlaufserie wegen Glatteis abgesagt. Was also tun, um bei dem kalten Grau-in-Grau nicht depressiv zu werden? Richtig – ab in den Süden! Ziel des kurzen, aber auch sportlichen Wochenend-Trips war Nizza, die Hauptstadt der Côte d’Azur am schönen Mittelmeer. Zusammen mit Christian hatte ich die Ehre, die Laufblog-Szene einmal aus internationaler Sicht zu betrachten und im Rahmen unseres Treffens das erste große französische 10km-Rennen des Jahres, die Nice Prom Classic, mitzuerleben.

Und das war sehr spannend. Laufblogger aus Frankreich (wenig überraschend), Italien, Portugal, Belgien, Spanien, Großbritannien und eben aus Deutschland waren vertreten. Neben den vielen interessanten Gesprächen über das Laufen, das Training, das Equipment, die Rennen (ja, Läufer unterhalten sich eben über das Laufen) hatten wir die Möglichkeit, die aktuelle Schuh-Serie des jungen französischen Herstellers Kalenji unter die Lupe zu nehmen und mit dem Entwicklungsteam Erfahrungen auszutauschen. Hier war man sehr am direkten Feedback interessiert, auch weniger positive Meinungen wurden gehört und wohlwollend aufgenommen (mich hatte z.B. der Kiprun SD 2016 nicht so begeistert). Von Läufern für Läufer – an der Entwicklung der Produkte sind Top-Ahleten wie Stéphane Diagana (Weltmeister 400m Hürden) oder Julien Bartoli (Marathon 02:12) aktiv beteiligt. Man merkt sehr deutlich, dass der direkte Draht zum Kunden eine hohe Bedeutung hat und jede auch noch so subjektive Meinung Gehör findet.

Faszinierend sind immer wieder die Erlebnisse der anderen Läufer. Bo aus Portugal berichtet bspw. mit glänzenden Augen, wie sie einen irren Trail über 4d gefinished hat – da schlägt mein Läuferherz höher und ich möchte am liebsten sofort loslaufen. Das verhindert zum Glück der gute Tropfen Wein, der vielleicht einmal zu viel in unserem Glas landet. Schließlich wollten alle am Sonntag über die 10km einen guten Jahresanfang auf die Promenade des Anglais legen. Beim Frühstück lange ich dann ordentlich zu, der zweite Kaffee bekommt mir leider überhaupt nicht, so dass ich mit einem leichten Übelkeitsgefühl zum Strand gehe. War es Samstag noch diesig und grau, hatte das Wetter zum Sonntag gedreht und es fand sich keine Wolke am Himmel! Sehr angenehme 15°C, Palmen, Strand – was soll bei diesem Setting da eigentlich noch schiefgehen? Dass der Veranstalter die Sicherheitsnadeln im Start-Paket unterschlagen hat – nur ein kleiner Minuspunkt. Auch der Toilettengang ist einfach – mobile Pissoirs sind zumindest für die Herren ein echter Vorteil, um noch rechtzeitig in den mittlerweile gut gefüllten vorderen Startblock zu kommen. Hier wird akribisch kontrolliert und einige müssen den Weg nach hinten antreten ob der fehlenden Block-Eintragung auf der Startnummer.

Mit über 9000 Läufern ist die Promenade gefüllt, als es Punkt 10 losgeht. Ich verstehe vom Sprecher so gut wie nichts, aber ein Lauf ist ein Lauf und da wird nun einmal gelaufen. Das sollte ich doch hinbekommen? Den ersten Kilometer geht es gefühlt kaum voran – dabei stand ich doch recht weit vorne? Erinnerungen an die Berliner Citynacht kommen hoch. Aber dann wird es allmählich etwas leerer und ich kann mich Schritt für Schritt nach vorne arbeiten. Nur mein Magen spielt das Spiel noch immer nicht mit. Vor meinem geistigen Auge leere ich schon den Mageninhalt bei der Wendemarke. Das bleibt mir zum Glück erspart und halbwegs kontrolliert drehe ich nach 5km und 17:58 um, immer begleitet von den „Allez, allez!“-Rufen der Zuschauer. Christian entdeckt mich kurze Zeit später tatsächlich von der anderen Seite. Das Panorama ist einzigartig und für mich auf eine gewisse Weise auch unwirklich. Am Freitag bin ich noch mit Spikes durch den Schnee gestampft, nun wird mir doch recht warm ob der strahlenden Sonne, das Meer rauscht im Hintergrund und ich mache das, was ich liebe: Laufen. Genusslaufen sieht aber anders aus, es zieht sich schließlich wie jeder 10er und ich muss ganz schön auf die Zähne beißen, um das Tempo bis ins Ziel zu halten.

Das gelingt nicht ganz, aber netto 36:19 sind jetzt nicht so übel für den Jahresanfang. Hätte ich doch…nein – ich bin voll und ganz mit mir zufrieden. Das Kalenji Blogger-Team wird sogar 4. in der Firmenwertung, da sage mal einer, Blogger sind langsam unterwegs! Auch Christian ist angetan von seiner Performance, so dass wir beide im Anschluß noch ein wenig Kraft haben, um ein paar Treppenstufen zu erklimmen und uns Nizza von oben anzuschauen. Wirklich sattsehen können wir uns nicht. Die umliegende Berglandschaft beeindruckt aus der Ferne sehr, da gibt es bestimmt sehr nette Trails zu entdecken! Was nehmen wir mit von unserem internationalen Meeting? Läufer berichten gerne über ihre Erfahrungen. Sprache, Location, Umfänge, Geschwindigkeit – das alles spielt nur eine kleine Rolle, denn eine Gemeinsamkeit verbindet: die Liebe zum Laufen, die mit den vielen unterschiedlich gearteten Blogs transportiert wird. Der Trend zur Internationalisierung ist auch mehr und mehr auf den sozialen Medien erkennbar: während auf den Blogs i.d.R. noch die Muttersprache verwendet wird, sind Bilder oft bereits mit Englisch beschrieben, so dass möglichst viele Mitstreiter erreicht werden können und die Sprachbarriere kein Hindernis mehr darstellt. Für uns Läufer gibt es schließlich keine Grenzen.

Das internationale Bloggertreffen wurde von Kalenji (Frankreich) in 2015 organisiert. Das Lauf-Equipment wurde uns im Vorfeld kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Kalenjiblogcamp2

Das nächste deutschsprachige Bloggercamp findet vom 24.-26.06.2016 im Harz statt. Ihr möchtet dabeisein? Meldet Euch!

05. März 2016. 7:00 Uhr Ortszeit. 8:00 Uhr Mitteleuropäischer Winterzeit. Dann knallt es in Fontanales und etwa 450 Läuferinnen und Läufer starten in den Morgengrauen auf Gran Canaria zum Abenteuer, dass der Veranstalter als „Advanced“ bezeichnet. Vor uns liegen 83 bis 85 Km, so ganz genau weiß das wohl niemand, und eigentlich ist es auch egal. Dank der oft geforderten und nun umgesetzten Streckenänderung zwischen Kilometer 60 und 78 sind nochmal ein paar Höhenmeter dazugekommen, so dass die 5.000 nun geknackt sein müssten. Auch das weiß so ganz genau niemand. Der Transgrancanaria Advanced ist und bleibt eine heftige Herausforderung für die Trailrunner. Der ich mich in diesem Jahr zum zweiten Mal stellen werde. Die Verharmlosungsmaschine ist in vollem Gange. So wurden die Anstiege rückblickend mit etwas Abstand immer harmloser und -natürlich- dank der Streckenkenntnis wird doch nun „locker“ eine deutliche verbesserte Zeit drin sein. Doch die Erfahrung zeigt: diese Rechnung geht selten auf.

Transgrancanaria 2015 28Im Falle vom neuen deutschen Rekordhalter Arne Gabius befürchtete Martin Grüning das Schlimmste für dessen zweiten Marathon. Der zweite Marathon überhaupt für ihn! Da fabuliert der Hallodri vorher sogar vor versammelter Presse über den Europarekord. Es ging nicht in die Hose und Arne brachte das Ding ins Ziel. Trotzdem waren Grünings Bedenken nicht aus der Luft gegriffen. Einmal Finisher heißt noch gar nichts. Der Marathon mag noch viel kalkulierbarer sein, aber vor dem gefürchteten Einbruch ist niemand sicher. Die große Gefahr insbesondere für uns Amateure ist, beim zweiten Mal viel zu schnell anzulaufen. Im letzten Jahr bin ich es im wahrsten Sinne des Wortes angeGANGEN. Zumindest die Anstiege, auch nicht die flacheren, habe ich mich nicht getraut zu laufen. Trotzdem ist mir im letzten Drittel heftig die Puste ausgegangen. Nach Arteara runter bin ich nur noch gestolpert. Der Schotterweg bis Playa del Inglès war nur im walk-and-run-Modus zu bewältigen. Das alles vergisst man lieber schnell nach dem Zieleinlauf – ist ja auch beim ersten Mal ziemlich egal, WIE man ins Ziel gekommen ist, war das Ankommen schließlich das alleinige Ziel. Ich würde gut daran tun, den Track von 2015 zu analysieren. Blöd, ganz blöd, dass die Aufzeichnung nach 7 Stunden endet, der Akku der Suunto Ambit 2S war alle. So fehlen mir jetzt wichtige Daten der zweiten Rennhälfte. Zumindest dieses Dilemma wird nicht nochmal vorkommen, denn ich habe aufgerüstet.

Weitere Aufrüstung: ich nehme Stöcke mit. Gute Ausrüstung ersetzt zumindest teilweise dünnes Trainingspensum. DAS MUSS DOCH MINDESTENS EINE STUNDE BRINGEN. Und überhaupt, die Strecke kann ich doch mit verbundenen Augen laufen, so oft bin ich den Roque Nublo rauf und runter. Das Wetter wird bestimmt nicht so windig wie 2015, da wird an den Hängen auch mehr Speed machbar sein. Schließlich will ich doch noch im Tageslicht ankommen, damit das mit dem Zieleinlauffoto endlich mal was wird.

Egal, wie es ausgeht: spätestens im Ziel werde ich dann an die Überschrift dieses Artikels zurückdenken.

100MC 8

Wo ist denn bloß der Startbereich?

Um 8:45 Uhr suchten wir immer noch die Zelte und Startlinie des 100MC Marathons am Öjendorfer See im Osten Hamburgs. Henrik hatte bereits 2014 das Jahr mit dem familiären Marathon ausklingen lassen, nun wollten wir beide antreten – nur dafür mussten wir halt bis 09:00 Uhr da sein. Mit viel Gehetze standen wir dann doch gerade noch rechtzeitig an der virtuellen Startlinie – und schon ging es auch los. Es blieb nicht mal Zeit für den Toilettengang oder eine Strategiebesprechung. Keine guten Voraussetzungen für den letzten Marathon des Jahres. Das Wetter war aber prächtig und auch die Strecke auf der 4 Km langen Seerunde weitgehend trocken. Wir liefen nur 2 Runden zusammen an der Spitze. Dann war klar, dass heute nur Marek das Tempo gehen konnte. Die erste Runde im 4 Minuten-Schnitt – für mich der Beginn des Endes. Also sollte jeder sein eigenes Rennen laufen. Die Runde ist nicht ganz so anspruchslos, wie sie scheint. Ein paar eklige Wellen und zwei Rampen beim Wendepunkt auf der Südseite und zum Zielbereich summieren sich laut Strava auf stolze 258 Höhenmeter. Umso erstaunlicher, wie Marek über die Piste flog.

100MC 6

Ein blitzsauberer Start-Ziel-Sieg in persönlicher Bestzeit und in Sichtweite des Streckenrekords. Ich war mehr damit beschäftigt, das zu bestaunen als mich um mein eigenes Rennen zu kümmern. Das war quasi eine Analogie des Vorjahres. Die Hälfte ungefähr in 90 Minuten mit inzwischen starker Tendenz zum Joggen. Jeder Marathoni weiß spätestens nach dem Halbmarathon, das wird noch was oder eben nicht. Spätestens, als Carsten -der spätere Zweiplatzierte- vorbeiflog, als würde er mich überrunden, war das Ding gelaufen. Die Beine waren Blei und die Muskelatur verhärtet wie noch nie. Heute sollte nicht mein Tag werden, aber was spielte das schon für eine Rolle angesichts Mareks fulminanten Auftritts. Nur 2-3 Minuten haben letztendlich zu meiner Überrundung gefehlt, als er nach 2:54:21h über die Ziellinie lief. Als ich mich dann völlig leer joggend und -ganz leicht- versteift über eben diese Ziellinie quälte, war die Siegerehrung schon durch. Das geht echt flott in Öjendorf. Ein großes Kompliment an die Organisation dieses kleinen, aber sehr schönen Marathons. Marek lauschte beim Umziehen noch dem Fachgesimpel der ersten Läufer und schnappte den respekteinflößenden Spruch auf.

Der eine ist ein Killer

– besser kann man diesen wunderbaren Jahresabschluss nicht beschreiben!

Marek: Platz 1 in 2:54:21h
Henrik: Platz 6 in 3:12:01h
Ergebnisse bei myraceresult

von Running Twin Marek am 17. Dezember 2015 · 13 Kommentare · Kategorien: Grundsätzliches, Laufen, Planung, Zukünftiges

35257-lauf_in_die_tropen_Andreas_Schwarz-161

Keine zwei Wochen mehr und das Jahr 2015 ist Geschichte. Es flog so schnell vorbei wie vielleicht keines davor. Was wohl auch daran lag, dass wir sehr viel auf dem Zettel hatten und gemacht haben, vielleicht zeitweise zu viel des Guten. So einige Premieren waren dabei, die uns an unsere Grenzen gebracht und uns auch auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht haben. Wir haben Neues gewagt und wurden dafür belohnt. Für uns war 2015 ein wordle Laufjahr. Wir sind dankbar, dass wir das machen können, was wir lieben und das hoffentlich noch sehr lange. Wir wollen gar nicht so lang und breit zurückschauen. Mit den absoluten Highlights klicken wir uns nur kurz durch das Jahr:

Ein paar Tage hat 2015 auch noch und einen davon werden wir für einen gemeinsamen Lauf auch nutzen. In 2016 werden wir weiter auf unsere Teamstärke setzen und so oft wie nur möglich gemeinsam die Laufschuhe anziehen, vermehrt auf den Trails dieser Welt, weniger auf den Straßen der großen Städte. Gemeinsam werden wir kämpfen und auf unsere Ziele hinarbeiten, auch wenn wir manchmal hart auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen. Aber das gehört beim Laufen dazu wie im „richtigen“ Leben. Große Ziele sind schließlich da, um sie trotz aller Hindernisse zu erreichen. Bleibt uns weiter treu, lasst uns gemeinsam Berge erklimmen, die Straßen entlangflitzen, die Städte erobern, unsere Erfahrungen austauschen, mitfiebern, leiden, feiern, Enttäuschungen wegstecken, jubeln und vor allem: Spaß am Laufen haben.

2016 – wir sind bereit.

von Henrik am 05. Dezember 2015 · 12 Kommentare · Kategorien: Ausrüstung, Laufen

Transgrancanaria 2015 – 257Wenn ich in den Schrank mit den Laufsachen blicke, gibt es nur sehr wenige Stücke, die mehr als 5 Jahre überdauert haben und die ich noch benutze. Da wäre lediglich ein rotes Kompressionsshirt für die erste Schicht, dessen Logo längst runtergewaschen ist und auf das ich automatisch zurückgreife, wenn ich Ausrüstung mit 100%-iger Verlässlichkeit brauche. Oder ein Singlet von Brooks. Und ja, ein Schweißband. Vielleicht waren damals, als ich mit dem Laufen anfing, Schweißbänder gerade in. Auf jeden Fall musste das Ding etwas gehabt haben, denn es wurde mein permanenter Begleiter auf allen Läufen. Ob Training oder Wettkampf, ob Sommer oder Winter, dem Wallaby von x-Bionic war ich treuer als jedem Partner.

Transgrancanaria 2015 – 0Wie kommt x-Bionic auf diesen Namen und was kann an einem Schweißband so besonders sein? Das Wallaby ist eine Känguru-Art, die sich häufig die Unterarme leckt, um das unter der Haut vorbeilaufende Blut im ganzen Körper zu kühlen. Natürlich ist der Slogan „Turns sweat into energy“ gequirlter Marketing-Dresch. Dazu kommt, dass ich ein Wenigschwitzer bin, damit „es läuft“, muss es schon tropisch heiß werden. Andernfalls weigert sich mein Körper beharrlich, Schweiß in relevanter Menge abzusondern. Man muss aber auch nicht als klitschnassgeschwitztes, vor Schweiß-triefendes Laufungeheuer durch die Gegend rennen, damit das Wallaby richtig nützlich wird. Bild: laufen.de/Andreas SchwarzOk, jetzt wird es weniger delikat. Mir läuft schnell die Nase bei kühleren Temperaturen. Der Großteil des Rotzes geht auf direktem Wege in die Natur, aber einen gewissen Rest kann das Schweißband aufnehmen. Und das macht das Wallaby durch sein Gittermuster ungeschlagen gut. Die durch dieses Muster erzeugte große Verdunstungsfläche soll den aufgesaugten Schweiß zur Kühlung einsetzen. Generell, die Saugfähigkeit ist großartig. Wenn die Stirn feucht ist oder die Augen wegen der klirrenden Kälte tränen – das Wallaby sorgt für Abhilfe. Im Sommer kann man es auch einfach nass machen und nimmt sich so ein wenig extra-Kühlung mit auf die Reise. Im Winter schützt es gut gegen die Kälte, die sich unter die Jacke frisst. Das Wallaby ist halt ein Multitalent. In der jüngsten Ausführung ist es etwas gewachsen, x-Bionic hat noch breitere Ränder spendiert. Es sieht zudem cool und nicht so aufdringlich wie diese untauglichen weißen Schweißbänder aus dem Tennis aus.

wallaby_2Das Wallaby gibt es im Doppelpack für 15 EUR. Für jeden Arm eins und deshalb finde ich: ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Kleiner Tipp: auch auf Marathonmessen kann man die bei gut sortierten Händlern einsacken. Ich benutze es meistens nur rechts, weil links die Uhr sitzt. Bevor ihr euch den 5. Visor oder das 7. Cap holt: ich empfehle das Wallaby. Für mich ganz klar ein Teil aus der Reihe: Lieblingsstücke.

Für diesen Artikel habe ich keine Kiste mit Wallabys von x-Bionic geschenkt bekommen. Nicht ein einziges.

von Running Twin Marek am 01. Dezember 2015 · 8 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Trainingstagebuch

newsbild_hswBildschirmfoto 2015-12-01 um 21.09.00Dieses Jahr hatte ich ja bereits zweimal einen Ausflug in die Welt des Triathlons gewagt: einmal beim weltgrößten Triathlon, dem ITU-Triathlon in Hamburg und einmal beim schönen Berliner Staffeltriathlon. Und ich muss ehrlich zugeben: Triathlon ist ein großartiger Sport, der einem eine unglaubliche Vielseitigkeit abverlangt. Gerade als „Nur-Läufer“ habe ich feststellen müssen, dass das Laufen zwar eine immens wichtige Komponente, aber bei weitem nicht ausreichend ist, um einen Triathlon erfolgreich zu überstehen. In Hamburg habe ich auf der 5km Laufstrecke richtig gelitten und kam mir vor wie eine Schnecke, die überhaupt nicht vom Fleck zu kommen scheint. Den größten Respekt hatte ich aber vor der Disziplin, deren Element ja so überhaupt nicht meines ist: dem Schwimmen. Für viele klingt es lächerlich, aber für mich sind 500m Schwimmen im Freiwasser eine große Herausforderung. Respektvoll schaute ich allen hinterher, die mit Kraultechnik durchs Wasser peitschten und uns Brustschwimmer schnell hinter sich ließen. Ich weiß nicht mehr, ob es in Hamburg oder erst später war: der Entschluss, Britta einmal bei einem „Happy Swim Weekend“ zu begleiten und ein wenig Basis-Techniktraining zu absolvieren, war irgendwie gefasst. Mit Dirk Nanni haben wir in Berlin einen erfahrenen Coach, der auch mir quasi-Nichtschwimmer helfen kann.

11696365_10204720060938144_5391123369779196899_oAls ich dann am Freitag Abend in der Vorstellungsrunde zu Wort kam und meine Ziele erklären sollte, fiel mir spontan nur ein: „nicht ertrinken“. Und das war die reine Wahrheit. Britta schaffte es abends nicht mehr dabeizusein und so hüpfte ich dann alleine in der Anfängergruppe ins kühle Nass des SSE in Berlin-Friedrichshain. Wobei ich wirklich der einzige Anfänger war. Das zeigte sich auch, als es an die ersten Kraul-Übungen ging: Beinschlag mit den Armen auf dem Brett und der erste Krampf war da. Mit Krämpfen habe ich beim Laufen nur sehr selten zu tun. Ich kann mich nur an einen einzigen beim Harz-Ultra nach 55km erinnern. Beim Schwimmen scheint es aber nicht so ungewöhnlich zu sein. Ich berichtete Dirk, dass ich morgens noch eine lockere 30km-Runde zur Arbeit gedreht hatte, was nur ein verdutztes Kopfschütteln auslöste. Wie ich denn nur sowas machen könnte vor dem Schwimmtraining! Tja. Lektion Nummer eins war damit gelernt. Weiter ging’s. Aber schon bei der nächsten Übung machte auch die linke Wade zu. Ich hiefte mich mit Schmerzen aus dem Wasser und versuchte, den Krampf irgendwie rauszubekommen. Gelingen sollte es mir nicht mehr an diesem Abend. Keine Ahnung, wie ich dann die restliche Zeit inkl. 100m-Testschwimmen überlebt habe. Nach dem Abend hatte ich meine berechtigten Zweifel, ob mein kommuniziertes Ziel wirklich erreichbar war.

itu1Zum Glück hatte ich am Samstag Vormittag Britta an meiner Seite. Die Beine waren immer noch lädiert, aber irgendwie ging es zum Glück ohne weitere Krämpfe ab. Beim Kraulen kommen so viele Dinge zusammen: die Arme, die Beine und vor allem: die Atmung. Mein größtes Problem. Auch wenn die Technik auch nur ansatzweise da ist, will mir das Atmen einfach nicht gelingen. Nach 5-6 Zügen ist immer Feierabend, da das Ertrinken droht. Zudem kommt noch die immense Ganzkörperbelastung dazu, die beim Laufen in der Form einfach nicht vorhanden ist. Ich merke es vor allem in den Armen, die im Laufe des Trainings bereits über Muskelkater klagen. Samstag Nachmittag muss ich dann wieder ohne Britta kämpfen, gebe mein Möglichstes, auch wenn es überhaupt nicht an das Niveau der anderen Teilnehmer heranreicht. Blutiger Anfänger eben. „So ging es mir beim ersten Mal auch.“ Diesen Satz höre ich des Öfteren und ich hoffe inständig, dass wenigstens meine Motivation, etwas zu lernen, erkennbar ist. Dirk springt schließlich selbst ins Wasser, um uns die Technik des Kraul-Wechselzuges möglichst exakt zu veranschaulichen. Mein Respekt wird jedenfalls immer größer, je intensiver und anspruchsvoller die Übungen werden. So ganz nebenbei kommt auch eine erhebliche Schwimmstrecke zusammen, die jenseits meiner körperlichen Leistungsfähigkeit liegt. „Überbelastung“ trifft es ganz gut. Jedenfalls bin ich am Abend froh, dass ich auch diesen Tag mit einigen neuen Erkenntnissen geschafft habe.

10516783_10204712221742169_4207004424595578296_nMan munkelt, dass der Sonntag Vormittag dann immer die härteste Einheit des ganzen Wochenendes sein würde. Aber Britta ist am Sonntag wieder an meiner Seite, was die Sache für mich schon deutlich entspannter macht. Dirk zeigt mir per Trockenübung, wie ich denn richtig atmen kann. In der Theorie eigentlich ganz einfach. Aber sobald es an die Umsetzung im Wasser geht, scheitere ich. An das Durchkraulen einer Strecke von 25m ist einfach noch nicht zu denken, aber das entspricht auch voll und ganz meiner Erwartungshaltung. Die Schwimmtechnik wird von allen für eine weitere Optimierung gefilmt. Ein 10-minütiges zügiges Schwimmen ohne Pause bringt dann alle langsam an die Belastungsgrenze. Ich muss nicht erwähnen, dass meine bereits am Freitag erreicht war. Aber das reine Brustschwimmen geht erstaunlich gut bei mir. Die letzten anspruchsvollen Übungen („Hampelmann“) wollen dann allen nicht mehr so recht gelingen. Einige wiederholen sogar noch den 100m-Test vom Freitag. Ich liebäugele auch damit, überlege es mir dann aber nochmal. Nicht, dass ich nicht schon zu fertig wäre.

Das Happy Swim Weekend ist eine super Geschichte, um an drei Tagen intensiv an der Kraultechnik zu arbeiten und diese weiter zu verfeinern. Und allein die Tatsache, dass ich als absoluter Kraul-Novize die 5 Einheiten überstanden habe, beweist, dass es wirklich auch für Anfänger geeignet ist. Natürlich kann man nicht erwarten, in drei Tagen Kraulen zu lernen. Aber auf den Basics, die ich zweifelsohne mitgenommen habe, lässt sich aufbauen. Ich hätte ehrlich erwartet, dass ich danach erstmal vom Wasser reichlich Abstand halten möchte. Aber irgendwie hat es mich doch ein wenig gepackt. Vielleicht nimmt mich Britta ja zu der einen oder anderen Schwimmeinheit mal mit, so dass nicht alles wieder verloren geht. Und auch einer Wiederholung solch eines Wochenendes bin ich nicht mehr abgeneigt. Auch wenn es für mich verdammt hart und fordernd war: Spaß hat es allemal gemacht.

Lauf-in-die-TropenDas lief richtig gut am letzten Wochenende. Die Running Twins haben sich zum zweiten Mal innerhalb einer Woche getroffen. Und natürlich hatte das wieder etwas mit Laufen zu tun. Wir folgten der Einladung des „Tropical Islands“, am „Lauf in die Tropen“ teilzunehmen. Die Läufer flitzen 1-5 Runden à 4,13 Km um die größte freitragende Halle der Welt und können danach zur Belohnung im Badeparadies entspannen – der Eintritt ist in der Startgebühr enthalten. Eine charmante Idee, die mich bewog, extra aus München anzureisen. Wir fürchteten etwas die winterlichen Bedingungen in Brandenburg und entschieden uns für die 4 Runden und damit für etwa 16,5 Km Laufstrecke. Kein Halbmarathon, aber doch ein paar Kilometer jenseits des Zehners – das wäre doch gleich ein prima Trainingslauf. Und auch Mareks Jungs würden ihren Spaß haben, denn die Kinderläufe mit 400 und 800 Metern Länge führten direkt durch den Regenwald in der Halle.

EISWUERFELIMSCHUH FOTOGRAFIE - Runnig Twins Tropical Islands 2015 (2)Vor dem Lauf trafen wir Nadin, die ebenso die Berliner Marathonstaffel „schwänzte“, um auf die 8 Km-Strecke zu gehen. Das Wetter war top, der angekündigte Schneefall bzw. Schneeregen blieben aus, es war trocken und zeitweise lukte sogar die Sonne hervor. Nur der Wind auf der Südseite der Halle, der war ein richtig fieses Element. Kurz vor dem Startschuss kündigt der Rennleiter Ronny vom ausrichtenden Verein, dem SC Tegeler Forst, eine „spezielle“ Siegerehrung an, sagt aber nichts weiter dazu. Pünktlich starten wir und sortieren uns im vorderen Fünftel ein. Marek läuft in seiner eigenen Liga und peilt sogar eine Zeit von unter einer Stunde an. Wir strengen uns richtig an, denn im brutalen Gegenwind gibt es keine Sekunde geschenkt. Die Böen werfen sogar die schweren Metallpfosten der Streckenabsperrung um. Es zieht sich dann ganz schön, aber wir laufen das routiniert zu Ende. Marek gewinnt mit 5 Minuten Vorsprung vor mir und dann kam lange nichts. Der 16 Km-Lauf war dünn besetzt, so what. Wir waren jedenfalls hochzufrieden mit unserem Wettkampf.

Lauf in die Tropen – 03Ja, das war ein Wettkampf. Es ging um sportliche Leistungen, die mit einer Zeitnahme untermauert wurden. Warum der Veranstalter dann im Nachgang einen „Funlauf“ draus machen wollte, erschloss sich uns nicht. Selbst die Kinderläufe wurden gezeitet. Das ist nicht üblich, damit die Kleinen nicht zu großen Ehrgeiz entwickeln. In der Lagune und Südsee geplanscht und erholt, spazierten wir denn zur Siegerehrung, die um 14:30 Uhr starten sollte – stolze viereinhalb Stunden nach dem Start des Hauptlaufs. Sicher hatten die meisten Teilnehmer Zeit, schließlich relaxten alle im warmen Wasser oder in der Sauna. Ich aber nicht, denn ich wollte pünktlich nach München zurückfahren. Für jeden Gast gab es einen Cocktail und mit 15-minütiger Verzögerung ging es dann los -endlich-. So viele Teilnehmer und Gäste bei einer Siegerehrung haben wir noch bei keinem Lauf gesehen. Eine exzellente Gelegenheit, den Lauf und das Tropical Islands nochmal vor der interessierten Masse zu präsentieren und einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen. Die Kids sind zuerst dran, hier wird jede AK durchgegangen und geehrt – richtig toll, alle freuen sich und viel Applaus für die Olympiateilnehmer 2030. Dann erklärt Ronny das Verfahren für die Hauptläufe. Da „immer die gleichen Gesichter auf dem Treppchen stehen“, wird man heute nur die Sieger der Altersklasse eines jeden Laufs ehren, die am stärksten vertreten war. -DENKPAUSE-

Bild: laufen.de/Andreas Schwarz

Bild: laufen.de/Andreas Schwarz

Richtig verstanden. Von keinem der fünf Wettbewerbe wurden die ersten Drei geehrt, weil die halt nicht in der zahlenmäßig stärksten Altersklasse waren. Man könnte das Pech nennen. Oder „speziell“. Oder Veralberung der Teilnehmer. Mit Verlaub, die Ehrung der Glücks-Altersklassen hätte der Veranstalter doch zusätzlich vornehmen können. Man macht immer Leute glücklich, wenn sie es gar nicht erwarten. Aber was man beim SC TF leider nicht verstanden hat: man macht eben auch alle Läufer unglücklich, die eine sportliche Leistung erbracht und einen Podiumsplatz erkämpft hatten. Kein Sieger läuft mit, um ein Bierglas vom Sponsor oder ein Handtuch vom Tropical Islands abzugreifen. Es geht hier um das Prinzip der Anerkennung einer sportlichen Leistung, für die die Sportler trainiert und die sie nicht beim Spazierengehen bekommen haben. Selbst Walker wurden gezeitet und geehrt. Aber das passte dann wieder zu einem ärgerlichen und skurril anmutenden Abschluss eines Laufs, der das Zeug hatte, ein richtig guter zu werden.

Bis zur Siegerehrung.

von Running Twin Marek am 19. November 2015 · 7 Kommentare · Kategorien: Planung, Strecken, Zukünftiges

Die Grundlagen für Erfolge im Sommer werden im Winter gelegt. Jeder Läufer, der sich Ziele für die kommende Saison setzt, weiß das auch. Natürlich sind die Ziele für jeden Einzelnen unterschiedlich. Der eine möchte erstmals einen Marathon schaffen, der andere 1000km im Jahr laufen oder nach einer überstandenen Verletzung wieder Anschluß finden. Es muss nicht immer „schneller, höher, weiter“ sein. Manchmal tut einfach ein wenig Abwechslung not, um die Motivation zum Laufen über den Winter zu erhalten und dem inneren Schweinehund fleißig Paroli zu bieten. Warum nicht auch einmal einen Wettkampf machen, den man bisher vielleicht als „völlig verrückt“ abgetan hat? Oder sich einer Laufgruppe anschließen, die nachts Berge hochläuft? Oder sich zum Muskelaufbau einmal Strom durch den Körper jagen lassen? Wir ziehen doch auch nicht zu jedem Training die gleichen Schuhe oder Klamotten an!? Wir haben unsere Saisonplanung für das kommende Jahr schon grob abgesteckt. 2016 wollen wir uns einen großen Traum erfüllen und im Rahmen des Transalpine Runs die Alpen überqueren.

gruenau_myfinishWie plant man also richtig? Wenn es um die großen Brocken geht, dann braucht es nur einen Blick auf die Seite der Veranstalter, um das meist schon feststehende Datum für das nächste Jahr zu lokalisieren. Bei begehrten Veranstaltungen ist mitunter auch der Anmeldestart und das dann folgende Prozedere von Bedeutung. Wie aber findet man die weniger bekannten Events mit ihren Terminen? Vielleicht sogar einen Geheimtipp? In gedruckter Form hat sich in den letzten Jahren für den Berlin/Brandenburger Raum die Wettkampffibel etabliert. Ein kleines und kompaktes Heftchen, in dem alle regionalen Veranstalter ihre Termine inkl. Details (Wettkampfart, welche Distanzen, Preis, Startzeit, Location) auf einen Blick sichtbar publiziert haben. Der besondere Clou: auch Triathleten wurden dabei berücksichtigt und konnten unter dem immer größer werdenden Angebot auswählen. Nun ist der Umfang in der Printversion mit dem kleinen Heft arg begrenzt und kann zudem schlecht aktualisiert werden. Diese Nachteile wurden nun konsequent ausgemerzt und mit myfinish.de entstand eine komplett neue, leicht durchsuchbare Datenbank, die das Sportlerherz so einfach wie noch nie die Saison planen lässt. Das gesamte Wettkampfgeschehen (Laufen, Schwimmen, Radeln, Walken, Wandern, Inline-Skating, Duathlon, Triathlon oder auch reine Lauftreffs) ist exakt verzeichnet – und das mit einem überregionalem Ansatz. Die umfangreiche Datensammlung kann man eigens ergänzen oder aktualisieren. Für Veranstalter ergeben sich damit neue Möglichkeiten, ihre Veranstaltung attraktiver und bekannter zu machen. Checkt doch einmal, ob Euer liebster Volkslauf oder das MTB-Radrennen aus dem Nachbarort dort verzeichnet sind!

Wir wünschen Euch schon jetzt viel Erfolg bei der Verwirklichung Eurer sportlichen Ziele! Das muss nicht immer Laufen sein, jede Bewegung (besonders an der frischen Luft) hat eine positive Wirkung auf den Körper. Walkt, wandert, lauft, radelt oder schwimmt, was das Zeug hält und vergeßt dabei niemals: Spaß zu haben! Gerade in diesen dunklen Tagen können wir zeigen, dass das Wichtigste im Leben vor allem eines ist: leben. Der Sport kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Inline