von Running Twin Marek am 30. August 2014 · 8 Kommentare · Kategorien: Aktuelles, Wettkampfbericht

Insgesamt könnte ich mit dem Frühjahr und Sommer sehr zufrieden sein. Nach dem verletzungsbedingt holprigen Start im Winter habe ich mich wieder ganz gut aufgerappelt. Zu einem langen Kanten im Renntempo hat es bisher noch nicht gereicht, daher habe ich mich eher auf die kürzeren Distanzen konzentriert. So kommt es, dass ich seit April immerhin schon 4 Wettkämpfe über 10k gelaufen bin. Man kann es Jammern auf hohem Niveau nennen, aber mit den Ergebnissen hadere ich schon ein wenig. Warum? Weil ich denke, es müßte einfach mehr drin sein. Insgeheim habe schon länger mit einer 35:xx spekuliert. Durchaus ambitioniert, aber ehrgeizige Ziele sind für mich ein wichtiger Motivationsfaktor im Training. Der Airport-Run im April hatte noch Comeback-Charakter, aber die anderen drei verliefen allesamt unter den Erwartungen. Die äußeren Faktoren lasse ich nicht als Ausrede gelten. Meine Analyse geht ganz klar in Richtung falsche Renneinteilung. Während ich zu Beginn meistens über dem Plan liege, langt es hintenraus einfach nicht. Schauen wir uns die nackten Zahlen an:

10k

Interessanterweise habe ich auf km 6-10 noch keine Runde unter 03:40 hinbekommen. Zu meiner Überraschung bin ich in Grünau im Mai sogar einen negativen Split gelaufen (Splits aus Runalyze):

Airport Run: 38:04 (18:49 19:13)
Grünau: 37:21 (18:40 18:35)
Citynacht: 37:06 (18:00 19:00)
Barssel: 37:08 (18:15 18:55)

IMG_3468Aber besonders die letzten beiden Rennen sind nicht konstant genug. “Kritische” Kilometer sind bei mir wohl km6 und km7: hier bleibt am meisten Zeit liegen, die am Ende nicht mehr aufzuholen ist, obwohl der letzte Kilometer meist noch im Plan ist. Leider setzt sich das Dilemma auch beim Halbmarathon fort – in Hamburg lagen zwischen Hälfte 1 und 2 über 2min. Mein Plan, die alte Bestzeit (36:41 aus März 2012) zu knacken, hat bis jetzt nicht funktioniert. Das wurmt mich schon ein wenig, aber das Jahr ist ja noch nicht vorbei und evtl. ergibt sich noch eine Möglichkeit. Da es mit dem Marathon im Oktober sehr wahrscheinlich nicht klappen wird, muss ich eben kleinere Brötchen backen, was jedoch nicht heißt, dass dies weniger anspruchsvoll ist.

von Henrik am 23. August 2014 · 7 Kommentare · Kategorien: Strecken, Zukünftiges

MedaillenSeit mehr als 5 Jahren lebe und laufe ich nun schon in der schönen Stadt München und -Asche auf mein Haupt- habe noch kein einziges Mal an einem Wettbewerb im Rahmen des München Marathons teilgenommen. Warum eigentlich nicht? 2009 und 2010 habe ich mich nicht getraut und erstmal die kleineren Laufveranstaltungen angeschaut. Und in den letzten drei Jahren stand jeweils der Berlin Marathon auf dem Plan. In München wird zwei Wochen später gelaufen und damit war es natürlich unmöglich, dort auch zu starten. Ich habe trotzdem in diesen drei Jahren die Gelegenheit genutzt, um als Helfer mitzumachen und war damit sehr nah dran am organisatorischen Drumherum. Das hat immer viel Spaß gemacht und sollte jeder Läufer zumindest einmal miterleben. Nach dem Frühjahrshighlight auf Gran Canaria und dem anschließenden -zugegebenermaßen zeitlich nicht sehr gut gelegten- Rotterdam Marathon soll noch ein Straßenmarathon im Herbst her. So schön es auch in Berlin ist, drei Teilnahmen in Folge reichen aus. Also was liegt näher, als den Marathon vor der Haustür zu laufen.

München – 4

Nun wird es also Zeit.

 
IMG_278650 Tage verbleiben noch bis zum 12. Oktober 2014. Genug, um das Training entsprechend zu gestalten. In dieser Saison hat mich bisher keine Verletzung aufgehalten und ich hoffe sehr, dass das auch bis zum Renntag so bleiben wird. Die Strecke des München Marathons ist sicher nicht so spektakulär wie in Berlin. Auf Sightseeing muss ich beim Anlaufen auf eine Marathon-Bestzeit sowieso verzichten, insofern trifft es mich nicht sonderlich schwer, dass der Zuschauerzuspruch an so einigen Stellen sehr übersichtlich ist. Auch der Zieleinlauf im (weitgehend leeren) Olympiastadion ist nicht so aufgregend, wie er gerne dargestellt wird. Dazu kommt, dass die Münchner Strecke nicht so flach ist wie in Berlin. Laut der Karte sollen es aber gerade mal 30 Höhenmeter sein. IMG_2643Das ist wahrlich keine Entschuldigung. Den Abschnitt durch den Englischen Garten kenne ich vom Stadtlauf und auch der Rest der Strecke führt durch bekanntes Terrain. Was auch noch für München spricht: es gibt kein Teilnehmerlimit und sogar eine spontane Nachmeldung ist bis kurz vor Startschuss möglich. Wo gibt es bitte sonst sowas? Der Veranstalter runabout um Marathon-Organisations-Legende Gernot Weigl zahlt kein Startgeld für kenianische Spitzenathleten und lässt den München Marathon damit zu einer nationalen Veranstaltung werden – perfekt für die Deutschen Marathonmeisterschaften, die in diesem Jahr zum 3. Mal in Folge in München stattfinden und somit deutlich aufgewertet werden. Weigls “Local Heros”-Prinzip findet auch RunnersWorld-Chef Martin Grüning richtig gut.

IMG_2630Marek und ich hatten angedacht, beide beim München Marathon zu starten. Ob das noch klappen wird, davon lassen wir uns selbst überraschen. Auch Britta hatte sich angemeldet für den inzwischen ausgebuchten Halbmarathon, laborierte aber an Knieproblemen vor und nach dem gemeinsamen Run & Bike. Wir müssen abwarten, wie gut die beiden überhaupt trainieren können. Ich werde nach meinen 5 Jahren in München jedenfalls zum ersten Mal im Startblock stehen.

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An einem wunderschönen Oktobertag im letzten Jahr wagten sich vier Läufer auf eine Tour mit dem Ziel, den höchsten Punkt Deutschlands zu erklimmen. Es war schon viel zu spät im Jahr für diese Tour -der Deutsche Alpenverein empfiehlt die Touren nur bis spätestens Ende September-, aber wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter. Die Truppe mit Katja-Maria, Stefan, Ron und mir ließ es gemütlich angehen und wanderte durch das Reintal hoch in Richtung Zugspitze. Oben lag schon eine Schneedecke und trotz großen Einsatzes schafften wir es “nur” bis zur Sonn-Alpin-Hütte auf 2.576m Höhe. Das letzte Stück bis zum Gipfel ist ein anspruchsvoller Abschnitt mit viel Klettereinsatz, den wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des meterhohen Schnees unmöglich wagen konnten. “Das holen wir im nächsten Jahr nach” war die Devise nach der Tour. Gesagt, getan. Die Hälfte der Gruppe setzte am Sonntagmorgen um 08:00 Uhr in Garmisch zum Gipfelsturm an.

1Die Route durch das Reintal ist der einfachste, aber auch längste Weg auf die Zugspitze. Stefan und ich hatten geplant, solange zu laufen, wie es halt geht. Startpunkt ist das Skistadion in Garmisch auf ca. 730m. 22_2Es geht durch die spektakuläre Partnachklamm hindurch (Achtung, man wird hier etwas nass) auf gut zu laufende Forstwege, die nur langsam ansteigen. Die ersten 14 Kilometer der Route bis zum Reintalanger sind gut laufbar. Nach ca. einer Stunde hatten wir bereits die Bockhütte auf 1.052m erreicht. Ein abswechslungsreicher Weg führt rechts von der Partnach entlang. Hier kann man sich bei gemütlichem Tempo noch gut unterhalten. Wir trafen wenige Wanderer, die sich schon sehr früh auf den Weg begeben haben mussten. An der Reintalangerhütte (1.370m) kreuzten wir nach 1:45h Laufzeit die Partnach über eine Brücke und liefen die letzten Meter auf dem Anger, bevor der Felsensteig unser Tempo dramatisch reduzierte.4 Der Tempowechsel ist brutal, und man braucht ein paar Höhenmeter, um sich reinzufinden in das Gelände. Für den Steig brauchten wir eine gute Stunde, dann war die Knorrhütte auf 2.052m erreicht. Hier legten wir eine 15-minütige Pause ein und stärkten uns mit Cola. Länger sollte man nicht sitzenbleiben, da man schnell auskühlt. Also auf zum letzten Meilenstein in Richtung Zugspitzblatt. 5Der Weg ist gut zu gehen, gelegentlich muss man etwas kraxeln, aber die gut 500 Höhenmeter bis zur Sonn-Alpin stellen keine große Herausforderung dar. Auch dieses Stück sind wir zügig hochgegangen und benötigten gute 50 Minuten. Angekommen auf dem Zugspitzblatt, ließen wir die Sonn-Alpin, die ihrem Namen alle Ehre machte, links liegen und steuerten nach dem Anlegen von Mütze und Handschuhen direkt in die extrem steil anmutende Schutt- und Geröllflanke hoch zum Gipfel. 7Als wir teilweise auf allen Vieren hochkrochen, verstrichen die angepeilten 4h für die Gesamtstrecke, aber das war uns ziemlich egal. Der Alpenverein kennzeichnet nur diesen Abschnitt als “anspruchsvoll”. Hat man die unangenehme Flanke hinter sich gebracht, klettert man auf einem mit Drahtseil gesicherten Weg auf dem Felsen bis nach oben. Konditionell sollte man für diesen Abschnitt noch Luft mitbringen. Hier waren so einige Bergsteiger unterwegs, die man nicht überholen konnte. Alle in dicker Bergsteigermontur. Wir wurden in unseren Laufoutfits etwas belächelt. Nach etwas mehr 4:30h hielten wir die Uhren an und freuten uns über den gelungenen Aufstieg auf den höchsten Berg Deutschlands.

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Die Route durch das Rein- und Brunntal ist die ideale für Läufer. Man läuft sich 15 Km bei gemäßigtem Tempo ca. 2h warm und geht bzw. klettert die folgenden 5.500 Meter. Unter 4 Stunden schafft man die Tour nur ohne größere Pause. Profiliertes Schuhwerk, warme Kleidung und ausreichend Verpflegung sind Pflicht. Die Meilensteine auf der Route liegen weit auseinander, so dass der Rückweg im Notfall lange dauern kann. Belohnt wird man für die Strapazen mit einer grandiosen Aussicht, die bis nach München reicht. Dafür lohnt sich der Weg immer wieder.

Ausrüstung:

  • Kopfbedeckung: Buff High UV Protection / Björn Daehlie Hat Flag
  • Longshirt: Nike Dry-FIT Long-Sleeve
  • Hose: Asics Trail 2in1 Shorts
  • Beinlinge: Salomon Exo Calves
  • Schuhe: Salomon S-lab Sense 3
  • Trinkrucksack: Salomon Advanced Skin 5
  • GPS-Uhr: Suunto Ambit 2S

Spätestens so um 04:00 Uhr am Morgen des 26. Oktober werden wir mal durchatmen und die letzten Finisher des Marathons im Ziel begrüßen. Mehr als 4 Stunden braucht wohl keiner unserer Teilnehmer, dem Zeittunnel sei Dank. Der Bestzeitmarathon München geht am 25.10.2014 in die dritte Runde.

cropped-Zeitsprung-25.10.2014

Wie das mit Laufveranstaltungen so ist, keine bleibt, wie sie ist. Ein paar Neuerungen wird es also geben. Die Kernidee des Bestzeitmarathons bleibt unangetastet und selbst wenn wir wollten: das Zeitsprungphänomen ist nicht beeinflussbar. Um 3:00 Uhr beginnt für die Marathonis die Reise durch den Zeittunnel. Der Bestzeitmarathon ist eine total offizielle und vom KVR München genehmigte Veranstaltung, folglich müssen wir uns als Orga-Team an so einige Auflagen halten. Die wichtigste: das Teilnehmerlimit liegt bei 100 Läufern. Wer also auch nur überlegt, an unserem kleinen Experiment teilzunehmen, sollte nicht mehr allzu lange mit der Anmeldung zögern. Laufe ich auch selbst mit? Nein, so gerne ich das machen würde. Zum einen lässt das das ganze Organisationsdrumherum nicht zu, zum anderen habe ich meinen Platz in der ewigen Bestenliste des Bestzeitmarathons längst gesichert. Bei unterirdischen Wetterbedingungen habe ich den 1. Bestzeitmarathon im Jahr 2012 gewonnen. Das kann nicht mehr gesteigert werden ;).

Die Orga-Kollegen Chief Balla, Timekiller und ich freuen uns schon auf eine wieder großartige Veranstaltung mit euch.

BWUM_07Ich musste nochmal genau lesen, als Steffen vor ein paar Wochen zum “2. Badewasserultramarathon” einlud. Die Ähnlichkeit des Titels zum legendären Badwater Marathon sind rein zufällig. Beim Badewasserultramarathon handelt es sich um einen Lauf um den Starnberger See. Ja, der Starnberger See. Münchens Badewanne. Die Isar ist wohl eher das Fußbad. Ein bißchen voreingenommen war ich schon, habe ich den Starnberger See bisher nicht als das TOP-Badeziel wahrgenommen. Aber wenn man nur mit Auto oder Rennrad rumfährt, bekommt man vom Uferleben nichts mit. Ganz anders heute, als wir zu dritt mit den Ultramarathon-Erfahrenen Steffen und Andi die 50 Km-Runde in Angriff nahmen. 50 Km? Und dafür muss man sich schon so nah wie möglich am Ufer halten.

BWUM_01Um 10 vor 9 starteten wir am Strand von Percha im Uhrzeigersinn in eher gemütlichem Tempo. Aber Ultra läuft man halt langsam. Die einzige “Gefahr” drohte durch das angekündigte Nachmittagsgewitter, mit dem wir fest auf der Westseite rechneten. Die Tauchertrupps ließen wir schnell hinter uns. Auf der Ostseite auf Höhe Allmannshausen bis Ammerland gibt es traumhafte Badestellen, die auch zu späterer Tageszeit nicht wirklich überlaufen sein dürften. So habe ich den Starnberger See noch nicht gesehen, idyllisch! Der Weg bis zum ersten Verpflegungsstopp an der Anlegestelle in Seeshaupt zog sich, teilweise waren die Wege noch feucht von den jüngsten Regenfällen. Da der Kiosk am Anleger nicht geöffnet war, verschoben wir die Pause zur Tankstelle am Ortsausgang. Die ersten (alkoholfreien) Weißbiere wurden runtergekippt. Nur noch 26 Kilometer.

BWUM_13Die Stimmung war gut, die Sonne brannte nun. An Temposteigerung war nicht zu denken. Der Uferweg durch den Bernrieder Park bot wieder Schatten und griffige Laufwege. Eine Wohltat, in dieser Umgebung zu laufen. (Ultra-)Läufergarn wurde gesponnen und die Wettkampfplanung besprochen – Zeit genug war ja. An den Anstiegen (ja, es gab doch so einige) spielten die Herren ihre Erfahrung aus und gingen diese hoch. Die Höhenmeter der gesamten Runde summieren sich auf immerhin ca. 215, nicht so wenig für eine Seerunde, die fast immer am Ufer verläuft. Einen zweiten Verpflegungsstopp genehmigten wir uns im Tutzinger Biergarten, einer wunderschön gelegenen Wirtschaft direkt am Seeufer. Steffen gönnte sich ein “saures Radler”, ein Bier mit Wasser. Wieder was dazugelernt. Der Auftakt zur Schlussetappe fiel dann entsprechend schwer.

BWUM_15Durch das Possenhofener “Paradies” vorbei am Sisi-Schloss liefen wir rein nach Starnberg. Durch den Wald hätte ich allein nicht gefunden. Als wir da raus waren, ließen sich Andi und Steffen etwas zurückfallen und ich lief die letzten vier Kilometer allein. Natürlich verpasste ich am Wasserbad Percha den Weg zum Ufer und drehte noch eine Ehrenrunde. Wieder runter zum See traf ich die beiden wieder und wir konnten -letztmalig gebremst durch die Öffnung der Brücke- gemeinsam über die Ziellinie laufen, die Andi vor 6,5 Stunden gezogen hatte. Ich habe viele tolle Eindrücke mitgenommen. Danke an die beiden Ultramarathonis Steffen und Andi für diese ultra-schöne Runde, die mit einem Bad in der Badewanne gebührend abgeschlossen wurde.

Steffen hat bewegte Bilder auf der Videokamera festgehalten:

BadestrandEs ist wieder passiert. Auch wenn wir alles versucht haben, um genau das zu verhindern. Wir sind ins das gefürchtete Sommerloch gefallen. Der Trainingsumfang stürzt ab in Tiefen, die nach dem letzten Marathon angezeigt waren und der Körper bekommt Phantomschmerzen vom Nicht-Laufen. Dazu drückt noch das schlechte Gewissen, dass die 12 Wochen vor dem München Marathon längst angebrochen sind und man in GA1, GA2, SWT und TDL-Einheiten denken müsste statt den Fußweg zur nächsten Eisdiele zu überschlagen.

Alles halb so wild.

Natürlich machen alle Streber vorbildlichen Läufer eine 12-wöchige Vorbereitung auf einen Marathon mit. Aber so ganz wenig Grundlagen im Ausdauerbereich habe ich nicht, eine echte Laufpause hat es in diesem Jahr noch nicht gegeben. Vor allem der Juni hatte es in sich: mehr als 350 Monatskilometer inkl. des Laufwochenendes in den Dolomiten und des Bloggercamps im Harz – neuer Rekord. Dementsprechend schwach waren leider auch die Wettkampfergebnisse. In Frankfurt kam nach viel K(r)ampf noch eine 10 Km-Zeit von knapp über 40 Minuten raus, über die Genauigkeit der Streckenlänge schweigen wir uns lieber aus. Beim Rostocker Citylauf standen nach 21,1 Km 1:34h auf der Uhr, genauso beim Run4Trees vor zwei Wochen. Mit diesem beherzten Zieleinlauf war die Quälerei dann endlich überstanden:


  
Mit der Zeit brauche ich über eine 3:15h beim München Marathon gar nicht erst nachdenken. Also lassen wir das Zeitenphilosphieren, wichtiger ist ein gutes Gefühl und der Spaß am Laufen. Ich hatte das Privileg, Laufstrecken in Oslo (<-klick für Bild) erkunden zu können, mit einer tollen Truppe um den malerischen Walchensee zu laufen (siehe Bild) und in Hamburg auf Deutschlands beliebtester Laufstrecke um die Alster zu spurten. Bei 30 Grad Außentemperatur hört der Spaß nur leider schnell auf, umso wichtiger ist ein Ziel, für das es sich lohnt zu trainieren. Der München Marathon am 12. Oktober wird nur ein Meilenstein sein. Im März 2015 werden aller guten Dinge drei werden, wenn es wieder in die Berge Gran Canarias geht. Vielleicht schaffen wir es, den Transgrancanaria Advanced 2015 zusammen zu wuppen. Und darüberhinaus haben wir den Traum, auch beim ehrfürchtigen Transalpine-Run einmal als Team an der Startlinie zu stehen.

Walchensee

Wen tangiert bei solchen Aussichten noch ein Sommerloch im Jahre 2014.

von Running Twin Marek am 14. Juli 2014 · 13 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Wettkampfbericht

10527507_10202369245729233_4527494459397797736_nLaufen verbindet ungemein. Ein gemeinsames Training mit dem Partner ist eine feine Sache, aber ein gemeinsamer Wettkampf im Team setzt noch ein i-Tüpfelchen drauf. Bereits im letzten Jahr konnten Britta und ich diese schöne Erfahrung beim Paarlauf in Berlin machen, wo wir trotz rutschiger Bahn eine respektable Platzierung erreichen konnten. Dank größtenteils überstandener Verletzung meinerseits und Brittas regelmäßigem Training im Winter entschieden wir uns im Frühjahr für den Run&Bike im Lausitzer Seenland. Ich hatte dank unserer Teilnahme in Neuzelle 2013 schon etwas Rennerfahrung, aber auch ein Marathon muss erstmal gemeinsam absolviert werden. Allein die Anreise war schon ein Krimi: dank eines Staus schafften wir es buchstäblich in letzter Minute zur Startlinie am Senftenberger Hafen. IMG-20140714-WA0002Die Zeit reichte gerade noch für eine kurze Begrüßung von Heiko und Manuela und André – dann geht es genau 5min nach den Marathonis auf die Strecke! Zum Glück hatten wir uns schon auf der Autobahn umgezogen und die Verpflegung bereitgestellt, so dass wir gut ausgestattet ins Rennen gehen. Vorne geht – wie nicht anders zu erwarten – die Post ab. Bereits nach einigen hundert Metern kassieren wir die letzten Marathonis, auf der engen Strecke am See ist ordentlich Verkehr. Die ersten Teams wechseln relativ schnell, wir probieren uns an einer ungefähren 3:1-Taktik, da wir keine Gewissheit darüber hatten, wie lange uns Brittas Knie wohlgesonnen war. IMG-20140714-WA0009Im Augenwinkel hatten wir ein wenig die Mixed-Wertung, wo ein Podiumsplatz anhand der letztjährigen Ergebnisse durchaus im Bereich des Möglichen zu sein schien. Doreen und Jens sind schnell außer Sichtweite. Eva und Stefan kassieren uns ungefähr bei Kilometer 8. Aber wir sind trotzdem guter Dinge, es rollt ordentlich und wir können uns beim Überholen den einen oder anderen Plausch mit den reinen Männer-Teams leisten. Vorbei geht es am “rostigen Nagel“, einem Aussichtsturm, der an die Tagebau-Historie in dieser Region erinnern soll. Regelrecht verwöhnt werden wir durch die Verpflegungspunkte alle 2km, die abwechselnd allerlei Köstlichkeiten und Getränke bereithalten. Es muss ca. Kilometer 15 gewesen sein, als Britta vermeldet, dass sich ihr Knie mehr und mehr über die Belastung beschwert. Das Signal erteilt uns erstmal einen gehörigen Dämpfer und wir müssen etwas Tempo rausnehmen. Auch mein Schritt läßt sich nicht mehr so locker wie zu Beginn an. Vorbei am Sedlitzer See ist dann die Halbmarathon-Wendemarke erreicht. IMG-20140714-WA0004Maja und Tankred sind bei der Wende nur wenige Meter hinter uns. Wir kämpfen uns bei heftigem Gegenwind zurück, bevor die beiden uns auf der Brücke schnellen Schrittes stellen. Zum Scherzen sind sie leider nicht aufgelegt, wie überhaupt vielen eine für unseren Geschmack übertriebene Verbissenheit anzumerken ist. Aber gerade auf den vorderen Plätzen scheint das notwendig, gleicht doch der Run&Bike einem saftigen Intervalltraining über 42km: beim Laufen wird fast schon gesprintet, während man sich auf dem Rad wieder für das nächste Intervall verpflegen und erholen kann. Aber viele applaudieren uns auch beim Entgegenkommen, Manuela und André sind sehr gut mit dabei, als wir uns bei km23 treffen und gegenseitig anfeuern. Wir wechseln jetzt immer öfter, ich werde stetig langsamer, die Beine werden doch schneller müde als erwartet. IMG-20140714-WA0006Der Tiefpunkt ist bei km28 erreicht, als ich nach einem Wechsel völlig k.o. aufs Rad wechsele und mich kurz sammeln muss. Die Kilometer-Schilder (vom Spreewald-Marathon!) rufen keine guten Erinnerungen an meinen ersten Marathon hervor. Da war doch was bei km28? Britta versorgt mich eilig mit Brezeln, trotz zweier Gels auf dem ersten Teil habe ich plötzlich einen Bärenhunger. Auch der vegane Riegel muss dran glauben. Danach geht es mir aber wieder etwas besser. Der Tiefpunkt ist offensichtlich durch und nach km30, der wichtigen psychologischen Marke, bekommen wir auf einmal wieder Aufwind und nehmen schnellere Fahrt auf. Britta beißt auf die Zähne und zieht ihre Intervalle weiter durch. IMG-20140714-WA0000Ich stelle mir vor, wie ich als Läufer auf der Marathonstrecke zu diesem Zeitpunkt ganz sicher das Handtuch geworfen hätte. Mir tun die kämpfenden Marathonis leid, es muss demotivierend sein, von den Run&Bikern überholt zu werden. Aber viele sind es nicht, denn wir sind nachwievor auf einem sub3h-Kurs! Wie erholsam doch immer der Wechsel auf das Rad ist! Die zweite Luft kommt herbei und wir motivieren uns gegenseitig, weiterzukämpfen und nicht nachzulassen. Die Zeit für Selfies und Videos muss einfach sein, wußten wir doch, dass nach vorne nichts mehr ging. Nun kommen uns vermehrt Läufer und Walker entgegen, die Strecke wird schlagartig wieder voller. Wir können diese nicht mehr wirklich einordnen und versuchen nur, unfallfrei durchzukommen. Als wir den Senftenberger See erblicken, ist die Gewissheit da, dass es fast geschafft ist. Der Zieleinlauf ist dem Event wirklich angemessen und wir freuen uns über unsere doch etwas unerwartete Leistung. IMG-20140714-WA0007Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, dass wir die 3h packen. Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Leistungen man im Team in der Lage ist. Der Wermutstropfen mit Brittas Knie ist leider vorhanden und wir hoffen auf eine schnelle Diagnose, so dass es zu keiner Zwangspause kommen muss. Dass sie sich trotzdem in bester Schweinsteiger-Manier durchgekämpft hat, verdient meinen größten Respekt. IMG-20140714-WA0005Auch das Rahmenprogramm am Hafen im Anschluß paßt in eine insgesamt gut organisierte Veranstaltung. Unverständlich ist uns, warum für die 10km-Läufe die ersten sechs geehrt werden und für die Marathonis nur die ersten drei. Auch die Zeitmessung scheint bei Eva und Stefan versagt zu haben, so dass wir irrtümlicherweise erst als 3. gewertet werden. Mit fremden Lorbeeren wollen wir uns aber nicht schmücken und der Sachverhalt klärt sich zum Glück auch schnell auf. Nach einem Plausch mit Heiko, Manuela+André, André aus Dresden und Laufpirat Harry machen wir uns dann zufrieden wieder auf den Weg in Richtung Berlin. So ein Run&Bike ist einfach eine tolle Geschichte. Blut haben wir für 2015 bereits geleckt. Ihr vielleicht auch?

von Running Twin Marek am 30. Juni 2014 · 10 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

10458096_10202984489187901_3583490341928337724_nDie letzte persönliche Bestzeit lag schon länger zurück: im eiskalten März letzten Jahres bin ich auf verschneiter Strecke in Glashütte völlig unverhofft eine 01:24:04 im Halbmarathon gelaufen. Der Rest des Jahres war dann trotz des tollen Berlin-Marathons eher zum Vergessen. Erst holten mich die Piriformis-Unwägbarkeiten ein und dann machten mir die Fersen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Bestzeiten waren außerhalb jeder Reichweite. Richtig auf die Beine kam ich erst wieder Ende Februar diesen Jahres. Mit den langsam abklingenden Schmerzen kam auch Schritt für Schritt das Selbstvertrauen zurück. Die ersten Wettkämpfe am BER, in Grünau und am Scharmützelsee waren vielversprechend, so dass wir uns eher spontan entschlossen, den Hamburger Halbmarathon ins Visier zu nehmen. Da Britta aufgrund ihrer Knie-Probleme nicht trainieren konnte, begleitete sie mich als Support. 10270810_261613084034325_7345777100071982882_nIn Hamburg fanden wir Anschluß an eine verrückte Läufer-Schar der “Samurais” rund um “Teepapst” Thomas, der die Geschäfte von Aiya in Europa führt. Natürlich wurde bei der Pasta-Party am Vorabend auch Matcha kredenzt. Als japanische Samurais getarnt machten wir uns dann am Sonntag in aller Frühe bei regnerischem Wetter auf zur Reeperbahn. Zum Laufen perfekt, war der Regen für die ausharrenden Supporter eher suboptimal. Zum Glück lies dieser aber im Laufe des Rennens nach und hörte später ganz auf.

Der Hamburger Halbmarathon ist ein reiner Halbmarathon ohne zusätzliche Angebote wie 5km, 10km oder Staffelläufen. Aus meiner Sicht ein ganz großes Plus der Veranstaltung, da man hier offensichtlich nicht den – oftmals kommerziell motivierten – schwierigen Spagat zwischen den Dsiziplinen wagen will. Dass trotzdem über 8000 Teilnehmer um 10:01 auf die Reise geschickt werden, beweist einmal mehr, dass dieses Konzept aufgegangen ist. Vor dem Start treffe ich noch Norman und Martina, die Läuferwelt ist eben doch sehr klein. Nach dem Startschuss bin ich aber auf mich allein gestellt, da sich keiner aus der Gruppe für mein geplantes Tempo erwärmen konnte. Eine exakte Startblockeinteilung ist nicht vorgesehen in Hamburg, also stelle ich mich weit nach vorne, um im Getümmel keine Zeit liegenzulassen. Die Strecke hatte ich mir vorher nicht genauer angeschaut. hoehenprofil_hh_hm Nach ca. 700m geht es auf einen langgezogenen Anstieg auf der Königstraße in Richtung Altona. Bei km2 folgt dann der Wendepunkt, es geht am Wasser bis zum S-Bahnhof Landungsbrücken zurück. Der Teil ist herrlich abschüssig und dementsprechend leicht zu laufen. Dann aber geht es durch den alten Elbpark wieder hoch zum Start – die Schleife ist nochmals zu durchlaufen. Hinter dem Ziel bei km5 feuern uns die Supporter kräftig an, noch geht es leicht. 10389299_10154309533755710_7841690815544529078_nAber der erneute Anstieg kostet richtig Körner und läßt mich ernsthaft zweifeln, ob ich das hohe Anfangstempo überhaupt noch lange durchstehen kann. Ich denke immerzu an das Rennen vor zwei Wochen, als ich bei km10 noch einen lockeren Plausch mit den anderen Läufern führen konnte. Heute geht das einfach gar nicht und das deute ich als schlechtes Omen für das weitere Rennen.

Meine Uhr ist den offiziellen Kilometermarkierungen um Einiges voraus. 10km vermerke ich bei etwas mehr als 38min – alles noch im Plan. Wenn da nicht noch mehr als 10km zu laufen wären! Die ersten schnelleren Grüppchen sammeln mich ein. Der Tunnel am Steintorwall bei km12,5 (mit der Aufschrift “Wallfahrt”) ist ein Highlight. Musiker trommeln mich förmlich nach vorne und für ein paar Momente geht es auch wieder leichter vom Fuß. Die dann folgende Kennedybrücke hält einen erneuten Wendepunkt bereit. Beim Zurücklaufen werden die Läufer namentlich genannt, das motiviert unheimlich. Aber nochmal zulegen? Nichts zu machen. Ich versuche krampfhaft, die Uhr unter der 4min-Marke zu halten. Ab km16 reicht es auch dazu nicht mehr. Vorbei an der Alster geht es dann quälend langsam in Richtung Ziel. Überholt werde ich kaum noch, das tröstet etwas über meine sagenhaft schlechte Renneinteilung hinweg. Aber nach vorne wird die Lücke auch stetig größer. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die Rothenbaumchaussee erreicht. Was ist noch drin?

Mein mehrfacher Blick auf den Chronometer läßt mich kühn hochrechnen, dass maximal noch eine 01:22 möglich ist – aber auch die gerät bei dem Tempo in ernste Gefahr! Ich nehme mich also ein letztes Mal zusammen und würge die Zeit irgendwie über den Zielstrich. Gut aussehen können doch andere bei sowas. Die Anfeuerung unserer Truppe nehme ich gar nicht wahr, so hat mich der Tunnelblick auf die große Uhr vereinnahmt. So richtig weiß ich anschließend nicht, ob ich mich freuen oder zum wiederholten Male meine Renntaktik verteufeln soll. Ich entscheide mich aber schnell für die erste Variante und hole mir die verdiente Medaille ab.

10462770_261612847367682_9180043002623893870_nHätte, wäre, wenn… natürlich wäre am Sonntag mehr drin gewesen. Zufrieden bin ich trotzdem ob der ersten Bestzeit seit fast 1,5 Jahren. Die nackten Zahlen verraten meine nicht ganz konstante Geschwindigkeit: Hälfte 1 in 40:10, Hälfte 2 in 42:43. Aber jetzt weiß ich auch, woran ich in Zukunft arbeiten muss und das macht Hoffnung auf ein starkes zweites Halbjahr! Hamburg war auf jeden Fall eine Reise wert, wir kommen wieder. Danke an Britta für die Unterstützung und die tollen Fotos!

von Running Twin Marek am 26. Juni 2014 · 20 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Reisen, Strecken

2014-06-21 10.46.48Ein halbes Jahr ist es schon her, als die Idee der Fortsetzung unseres ersten Laufblogger-Camps am Tegernsee entstand. Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit: die deutsche Laufblog-Szene traf sich im idyllischen Harzstädtchen Hohegeiß und diesmal hatte das “Camp” den Namen um Einiges mehr verdient als bei unserem doch etwas mondäneren Auftakttreffen. 2014-06-20 21.13.44Der Rahmen war gesteckt und die Vorfreude dementsprechend groß: inzwischen kennen wir uns gut, auch die “Neulinge” fanden schnell Anschluss – Sportler verstehen sich eben einfach. Zum Einrollen drehten wir noch am Freitagabend eine kleine Runde um den Block, währenddessen sich kein Geringerer als Jan Fitschen um unser Abendessen kümmerte. Ugali war irgendwie nicht so hoch im Kurs, obwohl Jan laut eigener Aussage “4kg besten Stoff extra aus Kenia” importiert hatte. Wir begnügten uns aber mit einem Riesenberg Nudeln und als Ausgleich erzählte uns Jan bis in die Nacht von seinen Eindrücken aus Kenia und las obendrein erste Kapitel aus seinem bald erscheinenden Buch über Kenias Wunderläufer vor. Was für ein Auftakt!

2014-06-21 11.09.37Am Samstag war Jan schon früh verschwunden, aber die Blogger scharrten pünktlich um 9 Uhr mit den Hufen und konnten es kaum erwarten, den Harz unsicher zu machen. Eddy und Phil trafen dank Bleifuß pünktlich ein und von Elend aus machten wir uns auf in Richtung der höchsten Erhebung im Harz: dem Brocken. Mit dem Tempo der ersten Kilometer hatten wir eine realistische Chance, das Fußballspiel am Abend (um 21 Uhr!) zu verpassen! Zum lockeren Quatschen, Flachsen, Fotos machen und Planen muss eben genügend Luft sein. Nach 5km trennte sich die Gruppe, die von Hannes erarbeiteten Tracks hatten einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Während Gerd, Phil, Heiko, Eddy und Andreas den direkten Weg zum Brocken nahmen, versuchte sich die Gruppe um Hannes, Henrik, Thomas, Heimo, Ruben und mir an einer Schleife, 2014-06-21 13.28.15die uns erst nach ca. 21km auf den Gipfel des Harzes führen sollte. Hannes nahm die GPS-Führung sehr genau und so konnten wir eine richtige Kletterpartie zum Ausruhen einlegen (“da war kein Weg”). Dann war der Trail aber wieder gefunden und nach dem ersten Aussichtspunkt und einem wunderschönen Downhill ins Tal machten wir uns über den Hirtenstieg an den Aufstieg. Das Wetter wurde zunehmends schlechter und der dichte Nebel versagte uns eine schöne Aussicht von oben. 2014-06-21 14.24.07Trotz trockenen Klamotten froren wir schnell und machten uns nach der längeren Pause an den Abstieg. Zu dem Zeitpunkt ahnte noch keiner von uns, dass wir nichtmal die Hälfte des heutigen Weges hinter uns hatten.

Runter ging es natürlich sehr viel schneller, die meisten gut laufbaren Passagen waren förmlich ein Genuß. 2014-06-21 10.26.26Welch ein Natur-Flash! Selten konnte ich einen Lauf so in mich aufsaugen wie an diesem Tag. Nach etwas mehr als 30km erreichten wir wieder Elend. Hier verabschiedeten wir Heimo und Ruben, die beide ihr Auto wieder nach Hohegeiß bringen mußten. 2014-06-21 14.58.34Hannes, Thomas, Henrik und ich nahmen sich die restliche Wegstrecke bis zur Heimathütte in Hohegeiß vor. “11km auf der Straße – das sind doch nur 9km durch den Wald.” Sicher. Alle fühlten sich noch gut. Nur wo lang mußten wir eigentlich? Die grobe Richtung war klar. “Immer dem Fluß entlang kann nicht verkehrt sein!”. Gesagt, gelaufen. Nur auf den Schildern stand nirgends Hohegeiß drauf. Mißtrauisch ob unserer Orientierung erwischte ich nach einiger Zeit gücklicherweise eine Radler-Gruppe, die eine gute alte Wanderkarte dabei hatte. Handy-Navigation war aufgrund der fehlenden Netzabdeckung partout nicht möglich. Und siehe da – wir liefen die ganze Zeit schlicht und einfach falsch. Der prompt erforderliche Richtungswechsel erzwang das Durchqueren einer weiteren Hügelkette, sonst hätten wir weit mehr laufen müssen. Der Regen setzte ein und mit zunehmender Dauer verging uns allen langsam die Motivation. 2014-06-21 16.47.00“Wo ist Tanne?” wurde schnell zum Leitspruch und nach sehr harten 10km kamen wir auch dort an. Hier war die Marathonmarke geknackt. Wir entschieden gemeinsam, auch die letzten 6km noch zu meistern. Thomas machte unermüdlich Tempo, während wir mit den Kräften langsam am Ende waren. 2014-06-21 17.03.11Bei mir war ca. 3km vor dem Ziel endgültig der Ofen aus und ich walkte mit Hannes den restlichen Weg zurück. Henrik und Thomas verliefen sich sogar noch auf dem letzten Teilstück. Da Henrik dann allein unterwegs war, machten sich Thomas und ich noch auf die Suche nach ihm. Wasser und Akku waren schließlich schon lange alle. Glücklicherweise fand auch er den Weg zurück zu unserer bescheidenen Hütte und wir konnten erleichtert das schon fertige Abendessen im Kreise erschöpfter aber glücklicher Laufblogger genießen.

Dass es dann am Abend nur zu einem 2:2 gegen Ghana gereicht hat, wurde zur Nebensache. Schließlich gab es noch viel zu erzählen und zu planen! Dass wir uns wiedersehen, war schon am Abreisetag beschlossene Sache. Einige der Stichworte wie “Kenia”, “Zugspitze”, “Rennsteig”, “Gürtelschnallen”, die da fielen, machen Lust auf mehr – aber ihr müßt nicht alles wissen, denn: “was auf dem Brocken passiert, bleibt auf dem Brocken!”.

Tausend Dank an Nadin, Hannes, Andreas, Heiko, Phillip, Thomas, Eddy (Video!), Gerd, Jan, Ruben und Heimo für dieses geniale Wochenende!

von Running Twin Marek am 15. Juni 2014 · 9 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Das Podium des heutigen Tages
Mit Wettkämpfen habe ich mich in diesem Jahr bisher zurückgehalten, war doch der Jahresbeginn zu holprig, um für das Frühjahr rechtzeitig “in Fahrt” zu kommen. Doch die Umrundung des Scharmützelsees wollte ich mir dieses Jahr auf keinen Fall entgehen lassen. Vor zwei Jahren war dort für mich Premiere, damals hatte jemand über Nacht die Streckenmarkierung verändert und so lief ich einen falschen Weg. Heute gewann ich die Erkenntnis, dass die Alternativroute keineswegs von Nachteil war. Im Gegenteil. Waldwege mit ständigem Auf und Ab, gespickt mit Wurzeln, sandigen Passagen und Treppen wechseln sich auf Kilometer 15 bis 21 ab und haben es in sich. Daher auch der Tip der erfahrenen Läufer, sich auf dem ersten Teil nicht zu übernehmen, damit man später nicht einbricht. Mut zum Risiko war heute aber genug vorhanden, so dass ich nach dem Start um Punkt 9Uhr an den beiden Führenden dranblieb. Mir war schon auf den ersten 500m klar, dass Vater (Torsten Ledwig, M45) und Sohn (Felix Ledwig, M20) gemeinsame Sache machten. Warum auch nicht, bietet sich ja an, wenn beide so schnell sind! Ich lief ein paar Kilometer mit Respektabstand hinterher, bevor Torsten mich bat, auch etwas für die Führungsarbeit zu tun. Zurecht, denn von hinten war schon kurz nach dem Start keinerlei Gefahr auszumachen. Wir liefen konstant um die 4min/km, die mir trotzdem noch wie eine “kontrollierte Offensive” vorkamen. Felix bekam dann Seitenstechen und mußte sich mehrfach zurückfallen lassen. Aber das Rennen mit den insgesamt 27km ist zu lang, um so früh die vorderen Plätze zu verteilen.

Ohne dass wir es merkten, war Felix dann plötzlich wieder da und überholte uns mühelos, um vorne Tempoarbeit zu machen. Bis Kilometer 15 in Wendisch Rietz tat sich dann wenig. Dann ging es zum anspruchsvollen Teil über. Das Tempo war nun nicht mehr zu halten, die hügeligen Passagen trieben den Puls gnadenlos hoch. Wir fielen zeitweise einige Meter auseinander, rauften uns dann aber wieder zusammen. Jetzt weiß ich auch, wofür unser wöchentliches Treppentraining gut ist: die Stufen am Arosa kosten einige Körner und machen so gar keinen Spaß mehr nach über 20km. Trotz unseres moderaten Tempos machte ich mir wenig Sorgen, dass von hinten noch jemand an uns ranläuft. Nun ging es also “nur” noch um die Plätzeverteilung. Kurz vor dem Halbmarathon machte ich wieder Führungsarbeit und – warum wieso weshalb – an meiner Verfassung kann es nicht gelegen haben – zog ich das Tempo wieder etwas an. Ich merkte schnell, dass Torsten Probleme hatte zu folgen. Aber es war einfach noch zu früh, um die Initiative zu ergreifen: Felix hatte mich schon bald eingeholt und übernahm die Führung.

© pneumantsport.de

© pneumantsport.de

Die Taktik war mir wieder schnell bewußt: das Tempo verschleppen, damit Torsten uns wieder einholen kann. Ich hatte dem wenig entgegenzusetzen – aber wir blieben dennoch allein. Dann ging es auch schon auf die letzten 4km. Ich schaue gefühlt alle Minute auf die Uhr, aber die Kilometer vergehen in diesen Momenten elendig langsam. Ich trinke nochmal etwas. Die Reservetanks sind leer, der Tunnelblick wird größer, man sehnt das Ziel herbei. Der letzte Anstieg in Bad Saarow am Strand entscheidet dann diese Partie: Felix zieht erbarmungslos hoch und ich kann ihm nicht mehr folgen. Die Strandpassage mit staunenden Urlaubern wirkt surreal: keiner weiß hier, dass wir bereits einmal um den See gerannt sind. Mir kickt ein kleiner Junge seinen Ball zwischen die Füße, aber ich nehme es kaum mehr wahr. Zwischen Felix und mir liegen ca. 50m, die mir aber wie ein unüberwindbares Tal erscheinen. Das Ding ist gelaufen. Aber wo bleibt Ledwig Nr. 2? Ich riskiere einen Blick zurück ca. 1km vor dem Ziel. Der Abstand ist ähnlich und ich weiß, da kann eigentlich nichts mehr anbrennen, wenn ich anständig weiterlaufe. Felix hat die 150m im Stadion Vorsprung und mit ungefähr dem gleichen Abstand reiht sich Torsten am Ende hinter mir ein. Ich bin mit mir zufrieden, wenngleich die Zeit mit 01:52:32 doch langsamer als erwartet war.

Mein Kollege Carl, den ich zu diesem tollen Lauf unter der Woche überreden konnte, kam tatsächlich als 4. mit 01:54:50 ins Ziel. Er hatte sich von einer Vierergruppe absetzen können, die auch lange Zeit zusammen gelaufen war. Das macht Hoffnung auf die 3h in Berlin im September. Hartmut fightete hart, mußte sich aber am Ende mit einer 02:03 zufrieden geben, zumal ihm der AK-Sieg noch im Stadion abhanden kam. Dieser Lauf ist einfach toll und mit Sicherheit mit lockerem Tempo viel mehr zu genießen!