von Henrik am 15. April 2014 · 8 comments · Categories: Wettkampfbericht

Rotterdam BannerWenn es denn nur eine Stunde w├Ąre! Nein, mehr als 3 Stunden muss man mit K├Ârper und Geist k├Ąmpfen, bis die Strapazen ├╝berstanden sind. Und daf├╝r hat man 12 Wochen trainiert, sich auf jede denkbare Situation vorbereitet. Und trotzdem, es l├Ąuft gar nicht so wie geplant. Oder sagen wir besser erhofft. Die Erwartungshaltung hatte ich vor der Abfahrt nach Rotterdam schon reduziert. Angesichts der knappen 6 Wochen zwischen Transgrancanaria und dem Rennen wollte ich mich nicht der Illusion hingeben, dass zwei lange Wettk├Ąmpfe in dieser Zeit mit Bestzeiten enden. Es sei denn, man ist Profisportler. Geschielt Richtung 3:15h, die wir ja schon f├╝r Berlin anvisiert hatten, habe ich schon. Vielleicht…/wenn…/sollte R├╝ckenwind… Und so stand nur zur Entscheidung, z├╝gig anlaufen und mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit einbrechen oder gem├Ą├čigt starten und auf eine gute zweite H├Ąlfte beim L├Ąufergott hoffen. Ich brauche wohl die Frage nicht zu beantworten, f├╝r welche Variante ich mich entschied.

10171068_10154019046215710_8078399876868174354_nDer Rahmen des 34. Rotterdam Marathons war perfekt. Eine gro├če Euphorie durchzieht im Vorfeld die Stadt, selbst im Supermarkt h├Ąngen Plakate mit Gl├╝ckw├╝nschen f├╝r alle Teilnehmer. Nun ist der Lauf mit seinen etwas mehr als 10.000 Finishern eine Nummer kleiner als z.B. der Berlin Marathon. Doch die ganze Stadt ist auf den Beinen und begibt sich zur Strecke. Zugegeben, so gro├č ist Rotterdam nun auch nicht und wer den Fu├č vor die T├╝r setzt, wird die Marathonstrecke kaum verfehlen k├Ânnen. Zwei Mal laufen die Marathonis ├╝ber die weltber├╝hmte Erasmusbr├╝cke. Die Streckenf├╝hrung bildet zwei Schleifen ab. Ein abwechslungsreicher Kurs, allerdings an vielen Stellen nicht ├╝berm├Ą├čig breit und keineswegs so superflach wie erwartet. Das Drumherum passt einfach. Die Marathonmesse im Beurs World Trade Center in der City beschr├Ąnkt sich auf ein paar St├Ąnde, so dass man ohne Zwangsumweg direkt zur Startnummernausgabe gelangt. New Balance verkaufte den 890V4 in der Rotterdam Marathon 2014-Edition. Lustig, dass ich genau den Schuh mitgebracht hatte f├╝r den Marathon. Ich kaufte nur ein paar Powerbar Hydrogels. Die Pastaparty am Vorabend war durchaus feudal, so auch der Preis mit 18 EUR p.P.. Daf├╝r gab es aber Pasta unlimited in gediegener Atmosph├Ąre.

Die Nacht vor dem Rennen ist immer unruhig bis furchtbar. Endlich konnten wir uns aufmachen zur Strecke. 500 Meter warmlaufen, ein wenig Stretching und ab in den Startblock D. Der ging flie├čend in C ├╝ber und eine halbe Stunde vor dem Start konnte man sich noch locker ganz nach vorn schieben. Ein niederl├Ąndischer Schlagers├Ąnger(?) sang noch “You’ll never walk alone” und dann wurde das Rennen per Kanonenschuss gestartet. Mit 6 Gels und Musik vom iPhone schob ich mich mit der Masse los.

Die ersten Kilometer vergehen wie im Fluge, die F├╝├če leicht, der Wind im R├╝cken, es rollte. Ich a├č und trank ziemlich fr├╝h, blo├č nicht trockenlaufen. Auf dem R├╝ckweg der Schleife traf uns dann aber der Gegenwind und die Strecke war schon so leer, dass kaum Windschatten m├Âglich war. Bei Km 15 trank ich in Ruhe und nahm etwas Tempo raus, weil ich mit 1:08h viel schneller als geplant unterwegs war. Das konnte nicht gutgehen. Die Halbmarathonmarke kam dann sp├Ąter als erwartet und hier war ich mit 1:36h wieder im Plan. Die Tendenz zeigte allerdings schon nach unten. So einige L├Ąufer ├╝berholten mich hier bereits. Es ging wieder hoch auf die Br├╝cke und da hat es mich ganz sch├Ân zerlegt. War ein Orkan aufgezogen? Ich habe Gregor am Br├╝ckenende gar nicht mehr wahrgenommen, so sehr hat mich dieser Streckenabschnitt angestrengt. Aber auch die Zwischenzeit bei Km 25 von 1:55h bot noch keinen Grund zur Beunruhigung. Ich haute noch einen Kilometer unter 5 Minuten raus vor dem Tunnel. Dann ging langsam aber sicher der Ofen aus. Kilometer 30 ist ein Meilenstein, ab dem der wahre Marathon beginnt. Stimmt. Mich verlie├č jetzt leider viel zu fr├╝h die Courage. Wenigstens noch das Ding zu Ende bringen und vielleicht geht ja am Ende nochwas? Auf der Gegengerade sah ich das Schild von Km 40 und vorbeifliegende L├Ąufer. Ich musste mich ja erstmal bis zum 30er durchschlagen. Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit kam dann die Matte, wieder Blick auf die Uhr: 2:20h. Das Unsch├Âne ist, dass man nicht mehr so richtig rechnen kann, der K├Ârper hat alle Energie aus dem Hirn in die Motorik geleitet. So ├╝bel war die Durchgangszeit -im Nachhinein betrachtet- ja nicht, immer noch drei Minuten unter der Bestzeit. Der “Rest” von immerhin 12 Kilometern war dann Krampf und Kampf, die Bilder vom Veranstalter sprechen B├Ąnde (ich kaufe die nicht!). Immerhin konnte ich die letzten beiden Kilometer nochmal z├╝giger laufen. Es tat mir ja nichts weh, der einzige Wunsch bestand nur noch darin stehenzubleiben. Beim Einbiegen auf die Prachtmeile Coolsingel schlo├č ich bereits Frieden mit mir, nahm Sonnenbrille und Kopfh├Ârer ab und trabte ins Ziel. Erhobenen Hauptes hielt ich die Uhr nach 3 Stunden, 26 Minuten und 22 Sekunden an.

Ich kann heute ohne Schmerzen Treppen hochgehen. Ich habe das Ziel nach 42,2 Kilometern laufend erreicht. Ich bin sehr dankbar f├╝r die (zugegebenerma├čen harten) Erfahrungen. Alles riskiert, Bestzeit nicht gewonnen, aber einen lehrreichen Lauf mit nach Hause gebracht. Nach dem Marathon ist vor dem Marathon, im Herbst wird wieder angegriffen. Vielleicht sogar in der Heimat in M├╝nchen, wo ich noch nie teilgenommen habe. Eine Lehrstunde wird es trotzdem wieder. Das ist sicher.

von Running Twin Marek am 13. April 2014 · 12 comments · Categories: Kurioses, Wettkampfbericht

IMG_4130Der April ist traditionell der Monat, wo wir uns mitten ins Wettkampfgeschehen st├╝rzen. Und dieses Wochenende hatte es in sich. Aber alles der Reihe nach. Gestern gab es im Berliner Olympiapark die Deutschlandpremiere des Urbanian Run. Die neugeschaffene Hindernislaufserie IMG_4158richtet sich ├Ąhnlich dem Hamburger Urbanathlon an die urbane Fangemeinde und verspricht nicht weniger als ein “Gro├čstadtabenteuer”. Wir haben Britta in die Spur geschickt, um das Ganze zu testen. Clever wie sie ist, hat sie sich vorher noch eine Partnerin gesucht, um das Abenteuer nicht allein bew├Ąltigen zu m├╝ssen. Mit Steffi zusammen ging es dann bei strahlendem Sonnenschein ├╝ber die knappen 10km, auf denen 15 Hindernisse IMG_4230zu bezwingen waren. Wer hier die gro├če Herausforderung sucht, ist allerdings falsch: ein insgesamt ├╝berraschend leichter Schwierigkeitsgrad lie├č keinen Zweifel an einem DNF aufkommen. IMG_4236Aber 10km wollen auch erstmal gelaufen sein. Und wo kann man schonmal ohne Bedenken ├╝ber 20 Autos h├╝pfen? Sichtlich Spa├č hatten alle Teilnehmer, die “TK-Steilkurve” hatte es dabei am meisten in sich – hier war etwas Hilfestellung f├╝r Britta und Steffi notwendig. Und so erreichten beide nach knapp ├╝ber einer Stunde das Ziel, ohne sich 100% verausgabt zu haben. Die schnellsten waren schon unter 40min durch. Eine insgesamt top organisierte Veranstaltung, bei der sogar Drohnenkameras zum Einsatz kamen, um doch jedes noch so kleine Detail zu filmen. Die Kulisse des Olympiaparks bietet ein klasse Panorama f├╝r dieses Event. Nicht unterschlagen wollen wir den tollen 6. Platz von Olli von den Flitzpiepen.

IMAG0614Streich Nummer zwei fand dann am Samstag Abend auf dem noch nicht ganz fertigen neuen Berliner Flughafen statt: der “Airport Night Run” ├Âffnete f├╝r knapp 4000 L├Ąufer seine Pforten. Ich hatte mir die 10km-Distanz als allerersten Leistungstest f├╝r dieses Jahr vorgenommen. Hier fiel der Startschuss um 20Uhr als die HM-L├Ąufer schon eine Stunde unterwegs waren. Mit Training war dieses Jahr nicht wirklich viel. Seit knapp 4 Wochen stehe ich wieder einigerma├čen im Soll, so dass ich mir als Zielzeit um die 40min vorgestellt habe. Im Startblock 1 war es so leer, dass ich vorher noch mit Oliver Spohn vom SCC ├╝ber die Verletzungsmisere plauschen konnte. Daher kam ich auch ziemlich frei ans Laufen, nach 300m bogen wir zu den noch laufenden HM-L├Ąufern auf die Landebahn. Taktik? Hatte ich keine. Ich lief einfach erstmal mit, ohne gro├č auf das Tempo zu achten. Vor mir fand sich eine Gruppe, an der ich solange wie m├Âglich dranbleiben wollte. Klappte richtig gut, bis 2km sp├Ąter alles zerfiel. Von da an war ich auf mich allein gestellt. Ich ├╝berholte einen FiveFingers-L├Ąufer, der mit den Schlappen verdammt fix unterwegs war.airportrun2014-marek-neumann-finish Kopie Wir sprachen noch nach dem Rennen miteinander und er hat sich ge├Ąrgert, dass er die ersten 5km zu schnell angelaufen ist. Die zweite H├Ąlfte versuchte ich irgendwie das Tempo zu halten, nur der vorletzte Kilometer bot einigen Gegenwind, der aber nicht vergleichbar mit dem der Vorjahre war. Am Ende konnte ich sogar noch einen kleinen Spurt ansetzen und stoppte die Uhr bei knapp ├╝ber 38min. H├Ątte ich vorher nicht f├╝r m├Âglich gehalten. Gestern blickte ich danach noch optimistisch auf den HM in zwei Wochen im Spreewald – heute hat sich Ern├╝chterung breitgemacht, weil diesmal der rechte Vorderfu├č rumzickt. Vielleicht muss sich der Fu├č noch an die Minimalschuhe im Wettkampftempo gew├Âhnen. Mal schauen, wann ich wieder trainieren kann…

IMG_4272Da Britta f├╝r das Wochenende noch nicht v├Âllig ausgelastet war, entschied sie sich f├╝r eine spontane Teilnahme beim 18. K├Âpenicker Altstadtlauf. Eine sehr sch├Âne Strecke mit durchaus anspruchsvollen Passagen. IMG_4260Der erste Kilometer geht sch├Ân bergauf, bevor man sich dann herrlich die M├╝ggelberge herunterst├╝rzen kann. Zusammen mit Ilka ging es die ersten 4 Kilometer zusammen, dann konnte sich Britta etwas absetzen und lief in dem gro├čen Teilnehmerfeld eine ├╝berzeugende Zeit von knapp unter 54min. Damit liegt sie klar auf Kurs f├╝r das gro├če Ziel in diesem Jahr: die 10km im Rahmen der BIG25 am 4.Mai mit Ziel Berliner Olympiastadion. IMG_4300Der gro├če Traum von den 50min auf der blauen Bahn ist absolut realistisch. Der Zieleinlauf in der K├Âpenicker Altstadt ist auch jedesmal ein Erlebnis, auch wenn die Kommentatoren vom veranstaltenden TiB keinen wirklichen Durchblick hatten. IMG_4310Der Sieger und die Siegerin wurden mal eben ├╝bersehen, kann eigentlich nicht passieren, aber auch sonst eine ├Ąu├čerst schwache Moderation. Die Kulisse machte das aber wieder wett und Britta war mit ihrer Leistung nach dem anspruchsvollen Lauf gestern durchaus zufrieden.

Auch Henrik war heute unterwegs – in Rotterdam sollten es 42 Kilometer werden. Aber dazu gibt es diese Woche noch ein separaten Bericht!

von Running Twin Marek am 07. April 2014 · 6 comments · Categories: Gewinnspiel, Kurioses

Da schon der Strongman Run dieses Jahr ohne uns stattfinden muss, haben wir uns eine kleine “Entsch├Ądigung” f├╝r Euch ausgedacht. Achtung: es wird spontan! Der Urbanian Run feiert an diesem Samstag in Berlin im Olympiapark seine Premiere. Die 10km-Strecke f├╝hrt ├╝ber 15 Hindernisse, die den Teilnehmern einiges abverlangen werden. Erfahrungsgem├Ą├č ist eine gute Kraftausdauer f├╝r diese Art von sportlicher Bet├Ątigung von gro├čem Vorteil. Gerade die Laufeinheiten zwischen den Hindernissen erfordern einen hohen konditionellen Level, den man keinesfalls untersch├Ątzen sollte. Die Belastung ist um ein Vielfaches h├Âher als bei einem flachen 10km-Lauf. Nat├╝rlich sollte man das Ganze nicht so bierernst nehmen – bei solch einem Event steht der Spa├č ganz klar im Vordergrund und es kommt nicht auf die Sekunden an.

Der Streckenplan verspricht einige Highlights (Bild von http://www.urbanianrun.com/staedte/berlin/strecke):
Streckenplan_urbanian_berlin

F├╝hlt Ihr Euch stark genug, um diese Herausforderung zu bestehen? “Das Kraftwerk”, der “Tunnelblick” oder die “Urbanian Walls” warten auf Euch! Wir verlosen in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter noch zwei Freistarts f├╝r diesen Samstag. Start ist um 15Uhr. Was m├╝├čt Ihr tun daf├╝r? Hinterla├čt einfach einen Kommentar hier im Blog oder auf unserer Facebook-Seite! Die Gewinner losen wir unter allen Kommentaren aus und geben diese am Freitag vormittag bekannt. Wir w├╝nschen allen schon jetzt viel Erfolg und vor allem: viel Spa├č! Lasst es krachen und vergesst blo├č nicht, uns ein Foto von Eurem Abenteuer zu schicken!

von Running Twin Marek am 23. March 2014 · 3 comments · Categories: Aktuelles, Ern├Ąhrung, Gesundheit

IMAG0491Ruhig ist es geworden um mich in letzter Zeit. Aus sportlicher Sicht lief das Jahr bisher so wie das letzte aufgeh├Ârt hat: n├Ąmlich richtig bescheiden. An Umf├Ąngen in den ersten drei Monaten kamen die wenigsten Kilometer zusammen, seit ich mit dem Laufen 2006 ernsthaft begonnen hatte. Auch die sechsw├Âchige Komplettpause seit Dezember hat den Fersenschmerzen nichts anhaben k├Ânnen. Die ersten Gehversuche im Januar und Februar waren nur teilweise von Erfolg gekr├Ânt, so dass an eine gr├╝ndliche Vorbereitung des geplanten Spreewald-Marathons Ende April partout nicht zu denken war. Den Start ├╝ber die komplette Distanz habe ich schon gedanklich abgeschrieben. Das H├Âchste der Gef├╝hle w├Ąre ein Halbmarathon, aber auch der steht auf wackligen Beinen. Immerhin war die letzte Woche ein Hoffnungsschimmer, gute 75km kamen zusammen, auch wenn da keine langen L├Ąufe dabei waren. Beim Laufen selbst habe ich keine Schmerzen mehr, so langsam macht sich die Umstellung auf den Vorfuss bemerkbar. Auch die anfangs noch harten Waden durch die Umgew├Âhnung auf die Minimalschuhe (Skechers Go Run, Kwiss K-Ruuz, Skechers Bionic, Merell Glove, Five Fingers) geh├Âren mittlerweile der Vergangenheit an.

IMAG0539Meine Vegan-for-Fit-Challenge habe ich letzte Woche erfolgreich abgeschlossen. Die Ern├Ąhrungsumstellung tr├Ągt jetzt sicherlich auch einen Teil dazu bei, dass ich wieder schnell in Form kommen kann. Sicher war das keine ganz einfache Geschichte, aber mich hat das Konzept so ├╝berzeugt, dass ich gemeinsam mit Britta erstmal weiter dabei bleiben m├Âchte. IMAG0494Essensm├Ą├čig fehlt es mir an gar nichts, im Gegenteil: wir haben in den letzten Wochen mehr Lebensmittel kennengelernt, als all die Jahre zuvor. Ich h├Ątte niemals geglaubt, dass mir Kochen auch Spa├č machen kann (wenn das meine Mutti liest…). Wer denkt, das sei kompliziert, irrt ganz gewaltig. Und die Geschmackserlebnisse, die einem all die Jahre durch die “normale” Ern├Ąhrung nicht verg├Ânnt waren, geben einem noch mehr Auftrieb, am Ball zu bleiben.

Wettk├Ąmpfe habe ich erstmal im Fr├╝hjahr nicht weiter eingeplant. Auch wenn es hart ist, Euch allen bei den Bestzeiten zuzuschauen, w├Ąre es mehr als frustrierend, wenn ich meine Erwartungen nicht erf├╝llen k├Ânnte. Fr├╝hestens beim K├Âpenicker Altstadtlauf in drei Wochen oder eben beim Spreewald-Marathon werde ich spontan entscheiden, ob ich mich wieder ins Wettkampfget├╝mmel st├╝rze und mit Euch das fr├╝hlingshafte Wetter genie├če. Und wenn es dann weiterhin nicht klappen sollte: so what? Auch diese Phase wird irgendwann vorbei sein. Kein Grund zum Jammern, der Blick ist nach vorne gerichtet.

von Henrik am 15. March 2014 · 12 comments · Categories: Aktuelles, Gewinnspiel

StrongmanRun 2013 ÔÇô 0Die Mutter aller Hindernisl├Ąufe in Deutschland, der Fishermans Friend StrongmanRun, steigt am 10. Mai wieder auf dem N├╝rburgring. Nat├╝rlich ist das Event seit Monaten ausverkauft. Ich hatte die Ehre, dort zwei Mal laufen zu d├╝rfen. Sowohl 2012 als auch 2013 waren das tolle Erlebnisse, wenn auch unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. In diesem Jahr werden wir aber nicht an den Ring fahren und beim Hindernisfestival mitmachen. Unsere Planung sieht in diesem Jahr anders aus. Dazu kommt, dass Marek nach wie vor seine Verletzung nicht ganz ├╝berstanden hat, da ist an derartige Extrembelastungen nicht mal zu denken.

Wir fahren also nicht, suchen aber zwei w├╝rdige Vertreter.

Es w├Ąre schlie├člich ein Jammer, unsere Tickets verfallen zu lassen. Deshalb verschenken wir zwei Wildcards f├╝r den StrongmanRun am 10.05.2014 auf dem N├╝rburgring. Diese berechtigen zur kostenlosen Teilnahme am st├Ąrksten Lauf aller Zeiten. Nun solltest ihr uns schon verraten, warum ausgerechnet ihr geeignet seid, die Running Twins zu vertreten. Niemand kriecht so sch├Ân durch den Schlamm wie du? Du f├Ąllst mit deinem Kost├╝m garantiert auf unter den 10.000 L├Ąufern? Du rechnest dir Chancen auf eine Top 10-Platzierung aus? Dann schreib uns einen starken Kommentar unter diesem Beitrag oder auf Facebook! Am 30.03. suchen wir die zwei Gewinner aus.

SMR

TGC14_06Als wir am fr├╝hen Samstagabend in der Abendsonne am Leuchtturm von Maspalomas vorbeispazierten, liefen bzw. gingen immer noch Marathonteilnehmer ins Ziel. Seit dem Start der mittleren Distanz ├╝ber 44,1 Km beim Transgrancanaria waren schon stolze 8 Stunden vergangen. Trotzdem wurde jeder Finisher gefeiert. An der Farbe der Startnummer konnten die Zuschauer erkennen, in welchem Wettbewerb gestartet wurde. Dunkelblau war die Startnummer der K├Ânigsdisziplin, dem eigentlichen Transgrancanaria ├╝ber 125 Km, der bereits am Freitag um Mitternacht im Nordwesten Gran Canarias gestartet wurde. T├╝rkis trugen die Ultral├Ąufer der Advanced-Kategorie ├╝ber 84 Km. Rot blieb den Marathonis vorbehalten, die um 10:00 Uhr in Gara├▒on auf die Strecke geschickt wurden und in die ich mich auch in diesem Jahr wieder einsortierte. Die Wettbewerbe Starter ├╝ber 31,5 Km und Promo ├╝ber 15 Km rundeten das Portfolio nach unten ab. Damit waren mehr als 3.000 Teilnehmer ├╝ber alle Distanzen gemeldet – neuer Rekord. Aber auch ein h├Âherer Anspruch an die Qualit├Ąt der Organisation durch den Veranstalter Arista ging damit einher. Zielschluss f├╝r den Transgrancanaria war erst am Sonntagmorgen um 6 Uhr, also 30 Stunden nach dem Start. Nach dem nicht ganz so planm├Ą├čigen Rennen im Vorjahr sollte in diesem Jahr nicht so viel schiefgehen, obwohl die Strecke ab dem Marathonstart komplett ge├Ąndert wurde und nun nach S├╝den f├╝hrt. Selbst das in den Bergen so wechselhafte Wetter spielte artig mit und so wurde es ein fast optimaler Lauf vom h├Âchsten Punkt der Insel bis auf Meeresh├Âhe in Meloneras.

El Gara├▒on – Tunte (12 Km)

TGC14_04Bei meiner Streckenerkundung am Montag lagen auf dem Pico de las Nieves noch vereinzelt Schneehaufen. Das Wetter war am Rennsamstag derart sonnig, dass ich selbst die Handschuhe auszog. Das nervige Gekreische des Moderators auf spanisch wurde von Rammstein-Musik untermalt, f├╝r meinen Geschmack ein etwas zu martialisches Warmup. Los ging es aber um 10:00 Uhr noch nicht, die ersten drei Ultras (Chaingneau, Vera, Sandes) wurden noch durchgelassen. Diese lagen unglaublich knapp beieinander. Dann ging es endlich los ├╝ber das Gel├Ąnde des Campingplatzes. TGC14_05Nach 500 Metern hatte sich das Laufen bereits wieder erledigt, ich reihte mich artig in die Schlange ein, im G├Ąnsemarsch ging es ca. 300 H├Âhenmeter auf den Pico de las Nieves hoch, dem h├Âchsten Berg Gran Canarias. Timothy Olson wurde durchgelassen, der lautstark fluchte ├╝ber den heftigen Anstieg. Ich schwamm artig mit und verortete mich im ersten Viertel des Feldes. Ganz nach Plan. Denn ├ťberholen war hier unm├Âglich und ich hatte mir vorgenommen, ganz kontrolliert hoch- und nach Tunte wieder runterzukommen, ohne aber im Verkehr steckenzubleiben. Da ich beim Runterlaufen auf den sehr steinigen Wegen vorsichtig blieb, lie├č ich einige L├Ąufer passieren. Wir kreuzten nach dem spektakul├Ąren Gratweg die Bundesstra├če 60 und liefen runter nach Tunte. TGC14_0790 Minuten Zeit hatte ich f├╝r diesen Abschnitt eingeplant. Sch├Ân K├Ârner aufsparen und nicht eingehen wie im Vorjahr. Vor mir knickte eine L├Ąuferin b├Âse um. So schnell kann das Rennen beendet sein. In Tunte f├╝llte ich nur die Trinkflasche nach und ging die Dorfstra├če mit Gregor hoch, der mich hier erwartete und meine ├ärmlinge ├╝bernahm. Es waren gerade mal 80 Minuten auf der Uhr und ich f├╝hlte mich noch frisch. Wieder ganz nach Plan.

Tunte – Arteara (15 Km)

TGC14_08Vorbei am malerischen Berghotel ┬╗Viverde Las Tirajanas┬ź f├╝hrte die Strecke nun z├╝gig wieder nach oben. Auch hier machte ich keine Anstalten, auch nur an laufen zu denken. Es reicht v├Âllig aus, z├╝gig zu gehen. Auch so kann man schon L├Ąufer einsammeln. Der Weg f├╝hrt hinter dem Bergkamm im Schatten weiter, wo man wieder laufen konnte. Es war nun einsam auf der Strecke, ein Schotterweg mit leichtem Gef├Ąlle zog sich ├╝ber ca. 5 Km, angenehm zu laufen. Nach dem letzten Bergaufst├╝ck folgte der enge und steinige Abstieg nach Arteara, der mir schon auf der Streckenbesichtigung Respekt eingefl├Â├čt hatte. Hier liefen wir auf die ersten L├Ąufer der 31,5 Km-Distanz auf. Ich schob mich konzentriert runter, auch wenn ich die Steine sicher Hundert Mal verfluchte. Die F├╝├če beschwerten sich zunehmend, da man bei jedem Schritt ├╝ber den Vorderfu├č schieben musste. Der wohl anspruchsvollste Abschnitt des Marathons war nach ziemlich genau 3 Stunden geschafft und ich konnte am Verpflegungspunkt auftanken. Ich trank das kalte Iso etwas zu schnell und hielt mich mind. 3 Minuten auf. Schnell noch zwei Viertelbananen rein und raus aus dem Zelt. Gregor sagte mir, dass RUNNING Company-L├Ąuferin Brigitte nur 6 Minuten vor mir durchlief. Ich w├╝rde sie also relativ schnell einholen. Die Stimmung war gut, auch wenn Abschnitt 2 Kraft gekostet hatte. Wie erwartet.

Arteara – Maspalomas (17 Km)

TGC14_1290 Minuten hatte ich auch f├╝r den letzten Abschnitt eingeplant. Das war schnell Makulatur, da es noch ein letztes Mal hochging. Vor dem Ende des Aufstiegs entdeckte ich Brigitte und wir legten einen Fotostopp ein. Das Selfie gelang nicht und so half uns eine andere L├Ąuferin des Starters aus. Soviel Zeit musste sein! Ich hatte gehofft, nun Fahrt aufzunehmen und bis zum Ziel durchzulaufen, aber das gelang nur halbherzig. TGC14_09Hatte noch jemand seit Mittwoch H├╝gel auf die Strecke gebaut? Es ging dann aber schnell besser und ich lief im 6er Schnitt Richtung Meer. Den einen oder anderen Marathoni sammelte ich ein. Meine Renntaktik ging nun endlich auf. Bei Km 34 hatte das rote Kreuz einen au├čerplanm├Ą├čigen VP mit Cola eingerichtet und in Machacadores wartete bei Km 37,5 der letzte Checkpoint auf die L├Ąufer. TGC14_10Der war richtig gut besucht und nachdem ich fast ├╝ber den Hund stolperte, den eine L├Ąuferin mit sich f├╝hrte(!), f├╝llte ich ein letztes Mal die Trinkflasche. Nun lief ich ohne Gehpause bis zum Beginn des Flussbetts in Playa del Ingles. TGC14_11Wieder lie├č ich einige Marathonis stehen. Ca. 3 Km zieht sich das breite -so tauften wir es- “Flussbett des Grauens” in der knalligen Mittagssonne bis nach Maspalomas – zum Schluss noch eine echte mentale Herausforderung. Durch die verwunderten Touristen hindurch schl├Ąngelte ich mich langsam aber laufend zum Leuchtturm. Immerhin unter 5 Stunden stoppte ich die Uhr und war heilfroh, gesund angekommen zu sein. Im Vorjahr war ich noch entt├Ąuscht angesichts der Zeit, aber schon vor Zieleinlauf war ich sicher, dass ich nicht so schlecht lag. Zumal die Strecke vier Kilometer l├Ąnger und keineswegs anspruchsloser war.

Feierlichkeiten

TGC14_1Im Ziel warteten Gregor und meine Eltern auf mich und wir konnten gem├╝tlich meine Sachen trocknen und auf Brigitte warten. Das letzte Gel haute ich mir gleich rein, auch die Verpflegungsplanung mit 5 Gels und 3 Liquid Gels ging damit auf.

Die Strapazen wurden mit einem ordentlichen 41. Platz bei etwas weniger als 600 Startern belohnt. Damit bin ich hochzufrieden. Man beachte die Aufholjagd: Platz 71 nach 12 Km, Platz 61 nach 27 Km, Platz 51 nach 37 Km und Platz 41 im Ziel. Sicher w├Ąre noch mehr drin gewesen, aber daf├╝r h├Ątte ich ein viel h├Âheres Risiko eingehen m├╝ssen. Die Gefahr “trockenzulaufen” ist durchaus da. Vorjahressieger Seb Chaingneau hat es 30 Km vor dem Ziel erwischt. Au├čerdem soll ja noch Luft bleiben f├╝r 2015. Im Spa├č haben wir schon ├╝ber den Advanced spekuliert, aber 84 Km sind eine ganz andere Hausnummer und keine Distanz, die man sich spontan vornimmt. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf 2015 mit einem hoffentlich wieder so sch├Ânen Transgrancanaria. Vielleicht verschiebt sich mein Einlaufzeitpunkt dann auch in die Abendsonne von Meloneras.

Danke an den pers├Ânlichen Rennfotografen Gregor f├╝r die gro├čartigen Bilder!

von Running Twin Marek am 15. February 2014 · 13 comments · Categories: Aktuelles, Ern├Ąhrung, Gesundheit

IMAG0483Schon wieder ein neuer Hype? Das fragen sich bestimmt die meisten, die den Titel dieses Posts lesen. Erst sollen alle barfuss rennen und jetzt auch nur noch Pflanzen essen? Gef├╝hlt ist das Thema gesunde Ern├Ąhrung in letzter Zeit wieder st├Ąrker in den Fokus der Menschen ger├╝ckt. Und es gibt viele Facetten und es ist alles andere als einfach, die Komplexit├Ąt zu ├╝berblicken: Bio, Low-Carb, fettarm, vegetarisch, Rohkost, Vollwertkost – und jetzt auch noch vegan. Zugegeben, auch ich war skeptisch, als Britta im letzten Jahr das Thema einbrachte und pl├Âtzlich Zutaten und Lebensmittel im Schrank standen, die noch nie auf meiner bisherigen Speisekarte standen: Mandelmu├č, Matcha, Agavendicksaft, Hirse, Tofu, Soja-Joghurt… Im Vorratsschrank wurden eigens zwei F├Ącher daf├╝r freiger├Ąumt, damit alles Platz hat. Man wei├č durchaus auch von Leistungssportlern, die sich vegan ern├Ąhren (Scott Jurek z.B.), aber auch Breitensportler sind von dem Konzept ├╝berzeugt (besonders zu erw├Ąhnen sind die Blogs von Nadin und bevegt.de). Mit veganer Ern├Ąhrung fit werden (und bleiben) – kann das funktionieren? Das behauptet zumindest Attila Hildmann, der das Thema Veganismus mit seinen B├╝chern (u.a. “Vegan for fit”) in die K├╝chen gebracht hat. Dort enthalten sind Rezepte, die fast alle einfach nachzukochen sind und, ein wenig “Grundausstattung” vorausgesetzt, auch den Geldbeutel nicht viel mehr als eine nicht-vegane Ern├Ąhrung belasten sollen. Genau diese Lekt├╝re hatte Britta sich im Dezember zugelegt und entschieden, die “30-Tage Challenge” ab Januar zu starten. D.h. 30 Tage kein Wei├čmehl, kein Alkohol, kein Zucker und nat├╝rlich keine tierischen Produkte. Besonders spannend erschien uns die Frage: wie wirkt sich die Ern├Ąhrungsumstellung auf die k├Ârperliche Leistungsf├Ąhigkeit aus? Seit November steht n├Ąmlich wieder regelm├Ą├čiges Lauftraining auf Brittas Kalender. Ein toller 3.Platz beim Gr├╝nauer Silvesterlauf hat gezeigt, dass schon die kurze Zeit richtig was in ihrer Form bewegt hat. Die Challenge ist jetzt bereits seit zwei Wochen Geschichte. Was ist in der Zeit passiert? Sportlich gesehen lassen wir einfach mal Bilder sprechen:

Aber wie es ihr dabei genau ergangen ist, das fragen wir sie einfach selbst:

“Wie bist du ├╝berhaupt auf das Thema vegane Ern├Ąhrung gesto├čen?”

“Ich habe zun├Ąchst etwas gesucht, was ich zelebrieren kann. Hier habe ich Matcha (gr├╝ner Tee in seiner vollendetsten Form) f├╝r mich entdeckt. In dem Zusammenhang bin ich ├╝ber vegane Ern├Ąhrung gestolpert und habe mich damit n├Ąher befasst. Da ich in meiner Ern├Ąhrung eh schon lang etwas ver├Ąndern wollte, habe ich mir “Vegan for fit” gekauft. Das Buch hat mich so begeistert, dass ich beschlossen habe, die 30-Tage-Challenge zu versuchen.”

“Wie hat sich dein Speiseplan ver├Ąndert? Hast du etwas vermisst in dieser Zeit?”

“Vermisst habe ich gar nichts. Ich dachte vorher, mir w├╝rde der t├Ągliche Latte Macchiato fehlen, aber dem war nicht so. Im Gegenteil, alles war eine Bereicherung f├╝r mich. Ich esse jetzt vielseitiger und erlebe komplett neue Geschmacksrichtungen, die ich vorher nie kannte. Ich habe gelernt, wieder bewusst zu essen und das Essen zu genie├čen. Au├čerdem konnte ich auch mal nur etwas f├╝r mich kochen und nicht immer nur f├╝r meine M├Ąnner.”

“Welche k├Ârperlichen und psychischen Auswirkungen hast du feststellen k├Ânnen?”

“Ich f├╝hle mich generell energiegeladener und frischer. Meine sportlichen Leistungen konnte ich sehr schnell steigern in dieser Zeit. Meine Hautprobleme sind deutlich weniger geworden.”

“Welche Schlussfolgerungen hast du nach der Challenge f├╝r deine Ern├Ąhrung gezogen?”

“F├╝r mich ist es im Moment das Richtige. Die vielen positiven Auswirkungen haben mich dazu bewogen, dass ich dabeibleiben und jetzt einen zweiten Anlauf nehmen m├Âchte. Zu dogmatisch m├Âchte ich das Ganze aber nicht sehen: es wird mit Sicherheit hin und wieder etwas zu essen geben, was nicht vegan ist.”

Nat├╝rlich stellen Brittas Erfahrungen nur einen winzigen subjektiven Beitrag zu dieser Thematik dar. Schlussendlich muss jeder f├╝r sich selbst entscheiden, was auf dem Speiseplan steht. Eine Erw├Ąhnung sollte an dieser Stelle auch noch die wissenschaftliche Erkl├Ąrung finden, in welchem Zusammenhang die tierische Ern├Ąhrung und die Entstehung chronischer Krankheiten steht. Die “China Study” (auch in Deutsch erh├Ąltlich) ist f├╝r alle Skeptiker fast eine Pflichtlekt├╝re. Das Buch steht mittlerweile auch bei uns im B├╝cherschrank (neben “Born 2 Run” :-)).

Mich hat das Ganze so ├╝berzeugt, dass ich ab morgen ebenfalls die Challenge starten werde. Britta hat mich vorher zu meinen Beweggr├╝nden befragt:

“Was hat dich motiviert, die Challenge zu starten?”

“Zun├Ąchst konnte ich mir ja einen Monat genau anschauen, wie es dir dabei ergangen ist. Die positiven Auswirkungen haben mich aber vollends ├╝berzeugt, so dass ich das ebenfalls bei mir ausprobieren m├Âchte. Ohnehin wei├č ich, dass ich bei meiner Ern├Ąhrung viel Potential ‘nach oben’ habe. Jetzt ist die Gelegenheit dazu da.”

“Oder warst du einfach nur neidisch auf meine sportlichen Entwicklungen (lacht)”?

“Nat├╝rlich war ich das! Die schnelle Entwicklung hat mich schon beeindruckt und mir Mut gemacht, dass ich nicht soviel falsch machen kann.”

“Hast du Angst oder Bef├╝rchtungen, dass sich die Umstellung negativ auf deine Leistungsf├Ąhigkeit auswirken k├Ânnte?”

“├ťberhaupt nicht. Ich wei├č ja, dass auch Ultral├Ąufer die vegane Kost bevorzugen. Warum soll das bei mir nicht klappen?”

“Die Challenge beinhaltet auch regelm├Ą├čiges Krafttraining. Bist du bereit, auch das durchzuziehen?”

“Das wird eine Herausforderung werden, da ich das bisher wenig gemacht habe neben dem Laufen. Aber ich gebe mein Bestes!”

Ein wenig Respekt habe ich schon. Da meine Kochk├╝nste doch sehr beschr├Ąnkt sind, bin ich dabei stark auf Brittas Hilfe angewiesen. Und auch Gewohnheiten wie der Gang zur D├Ânerbude oder das Bier nach einem anstrengenden Lauf m├╝ssen erstmal warten.

Ich bin gespannt, ob ich es schaffe. Wir sind an Euren Meinungen zu dem (durchaus kontroversen) Thema sehr interessiert! Habt Ihr Erfahrungen gemacht oder sagt ihr, das ist nix f├╝r Euch?

Strongmanrun2013_3H├Ątten wir doch vor 15 Jahren die Idee gehabt, einen Hindernislauf zu veranstalten! Da w├Ąren wir noch Pioniere gewesen. Und nur wenige “Verr├╝ckte” h├Ątten sich angemeldet, um ihre Laufschuhe mal so richtig im Schlamm zu versenken. Hindernisl├Ąufe boomen. Abenteuerliche Preise werden bezahlt, um einen Parcours von gr├Â├čtenteils k├╝nstlichen Hindernissen zu bew├Ąltigen. Dass dazwischen noch gelaufen werden muss, ist fast nebens├Ąchlich. Woher kommt der Hype? Was bringt sie mit sich, die neue Lust am Dreckigmachen?

Strongmanrun2013_5Am 12. April kommt recht kurzfristig ein neues Event in den M├╝nchner Olympiapark: das Spartan Race. Das Event ist Teil einer globalen Wettkampfserie und gastiert nun erstmals in Deutschland. Dabei erstaunen mich zwei Dinge: zum einen zieht eine weiterer Lauf mitten in die Stadt in den Olympiapark, der von L├Ąufen sowieso hochfrequentiert wird und nicht unbedingt geeignetes Terrain f├╝r den Aufbau von 15 k├╝nstlichen Hindernissen ist. Zum anderen wundert mich, dass das Startgeld von 54-64 EUR so akzeptiert wird. Ist der Startschuss wirklich von uns so “lang ersehnt”, wie es die Ank├╝ndigung auf der Homepage uns glauben machen will?

Strongmanrun2013_2Heute kam dazu passend die Ank├╝ndigung vom “Original”, dem StrongmanRun, dass es am 30. August im Ferropolis in Sachsen-Anhalt einen zweiten Lauf mit einem Limit von 6.000 Teilnehmern geben wird. Den 13.000 gemeldeten Teilnehmern des ersten Teils auf dem N├╝rburgring standen ca. doppelt so viele Voranmelder gegen├╝ber, und das trotz einer Startgeb├╝hr von 79-89 EUR – wenn man denn schnell genug mit der Anmeldung ist und auch einen eigenen ChampionChip besitzt. Es wird nicht mehr lange dauern und die Startpl├Ątze werden wie beim Berlin Marathon verlost. Die Anmeldung f├╝r den 2. Teil ├Âffnet am 1. Februar. Ich bin mir sicher, dass es keine zwei Tage dauern wird, bis die Anmeldung auch schon wieder geschlossen wird. Auf der Homepage ist sogar schon die Voranmeldung f├╝r 2015 m├Âglich!

Strongmanrun2013_1Auf ein wenig Erfahrung bei diesem Event kann ich zur├╝ckgreifen. Immerhin zwei Teilnahmen an der “Mutter aller Hindernisl├Ąufe” (2012, 2013) habe ich vorzuweisen. Das waren ziemlich unterhaltsame, aber anstrengende L├Ąufe. Hier gab es nur wenige Teilnehmer, die das Ganze ernst nahmen. Die Hindernisse waren so gestaltet, dass auch weniger Sportliche irgendwie dr├╝ber und nach sp├Ątestens 6 Stunden ins Ziel kommen. Mehrheitlich Vertreter der Spa├čgesellschaft eben, die mal “was erleben” wollen. Sich im Schlamm suhlen und rutschige H├Ąnge hochklettern kann man doch aber auch selbst?

Und die Liste der Hindernisl├Ąufe wird immer l├Ąnger, die Events professioneller:

Strongmanrun2013_4Die “L├Ąufe” verlieren ihren sportlichen Charakter und werden zu gesellschaftlichen “Events”, an denen die Community direkt oder kurz danach teilhaben kann. Die Kamera auf der Stirn ├╝bertr├Ągt den “Spa├č” im Extremfall live auf soziale Netzwerke, so dass die Freunde das Ganze anschauen und sich belustigen k├Ânnen. Es ist ├╝berhaupt kein Problem mehr, wenn man nicht ganz so sportlich ist – es gibt Tausende, die noch schlechter trainiert sind. Beim StrongmanRun hatte die H├Ąlfte der Teilnehmer wohl ignoriert, dass das Wort “Run” im Namen auftaucht und immerhin 24 Kilometer zu laufen waren. 2012 schaffte es nicht mal die H├Ąlfte der Teilnehmer im Zeitlimit ins Ziel. ├ťberhaupt, das Gruppenerlebnis macht die Schinderei offenbar erst reizvoll. Gemeinsam qu├Ąlen ergibt mehr Spa├č!?

Ich bin gespannt, wann der Hype abflauen wird. Wie steht ihr zu Hindernisl├Ąufen, insb. den teuren Massenveranstaltungen? Eine Riesengaudi, von der man nicht genug bekommen kann und die ihr Startgeld wert sind? Oder ├╝berteuerte Abzocke f├╝r Jogger, die sich sonst nicht mal durchs nasse Laub trauen?

von Henrik am 17. January 2014 · 9 comments · Categories: Zuk├╝nftiges

TGC2013Oh wie sch├Ân (schmerzhaft) war es im letzten Jahr bei meiner ersten Teilnahme am Transgrancanaria. Die Strecke war anspruchsvoller und die Zeit langsamer als erwartet, aber der Lauf war ein beeindruckendes Naturerlebnis und hat mir meine Grenzen deutlich gemacht. F├╝r diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar. Und hoffe, dass ich sie am 01.03. nutzen kann, wenn es wieder auf die Strecke geht. Schade ist, dass diese radikal ge├Ąndert wurde und mir somit die 2013 erworbene Streckenkenntnis nichts helfen wird. Der Startpunkt des Marathons in den Bergen bleibt, aber die Route f├╝hrt nicht mehr nord├Âstlich nach Las Palmas, sondern s├╝dlich nach Maspalomas. Warum ├Ąndert der Veranstalter eine bew├Ąhrte Strecke? Sicher, das Event Transgrancanaria hat mehr Zuschauer verdient als in den letzten Jahren. Lediglich in Teror, wo sich der erste Verpflegungspunkt befand, waren viele Leute auf der Stra├če und haben die L├Ąufer angefeuert. Ansonsten war der Zuschauerzuspruch sehr ├╝bersichtlich. Dagegen war der Zielbereich in Las Palmas vor dem Plaza de la Musica sehr sch├Ân gestaltet und bot vielen Zuschauern Platz. Nun geht es in die touristische Epizentrum Maspalomas, das im sonnenverw├Âhnteren S├╝den liegt. Das Kalk├╝l ist ganz klar, den Lauf einer breiteren ├ľffentlichkeit zu pr├Ąsentieren. Ob es daf├╝r reicht, die L├Ąufer vor dem gr├Â├čten Hotel der Insel ins Ziel laufen zu lassen, bezweifle ich stark. Immerhin f├Ąllt die Pendelei nach Las Palmas nun weg, da die meisten Teilnehmer sowieso im S├╝den ├╝bernachten. Das H├Âhenprofil aller Strecken ist durch die neue Streckenf├╝hrung entsch├Ąrft worden, daf├╝r hat sich der Marat├│n auf 44 Km verl├Ąngert. Die 2 Kilometer mehr fallen nicht wirklich ins Gewicht. Gleich zu Beginn werden wir mit dem Pico de las Nieves fast den h├Âchsten Punkt der Insel erklimmen. Bei sch├Ânem Wetter ist die Aussicht atemberaubend. Wenn man nur verweilen und sie genie├čen k├Ânnte!

Bild: (c) transgrancanaria.net

Bild: (c) transgrancanaria.net

Trainingstechnisch habe ich mir f├╝r die verbleibenden sechs Wochen bis zum Rennen nicht so viel vorgenommen wie im letzten Jahr. Die 800 Km werde aufgrund meiner momentanen Arbeitsauslastung nicht wieder schaffen k├Ânnen. Das ist aber nicht dramatisch, denn die Erfahrung aus 2013 zeigt, dass weniger ein gro├čer Kilometerumfang auf der flachen Strecke, sondern das gezielte Kraftausdauertraining z├Ąhlt. Beim Runterlaufen erm├╝det die Oberschenkelmuskulatur so schnell, dass jeder H├Âhenmeter bergauf weh tut. Es werden also viele Berganl├Ąufe auf dem Plan stehen. Olympiaberg, Pullacher Berg, H├Âllerer Berg – macht euch was gefasst. Zudem werde ich Mitte Februar die j├Ąhrliche Leistungsdiagnostik und am 16. Februar die abschlie├čenden 20 Km der M├╝nchner Winterlaufserie absolvieren. Sp├Ątestens hier wird sich zeigen, ob die Form stimmt. Ich habe da ein gutes Gef├╝hl.

von Running Twin Marek am 09. January 2014 · 5 comments · Categories: Kurioses, Wettkampfbericht

Gute Laune vor dem StartAbwechslung ben├Âtigt der L├Ąufer. Nicht immer nur die gleiche Runde um den Block. Als Gerald uns vor gut einem halben Jahr fragte, ob wir denn nicht Lust h├Ątten, beim Stundenpaarlauf des ABC-Zentrums am 03.12. mitzumachen, haben wir nicht lange gez├Âgert. Da Britta seit letztem Jahr wieder l├Ąuferisch durchstartet, musste ich sie zudem nicht lange ├╝berzeugen. Schwups – waren wir gemeldet zu unserem ersten Paarlauf ├╝berhaupt. Die Regularien sind nicht schwer zu erfassen: es sind 60min zu absolvieren, wobei sich das Paar selbst einteilen kann, wer wieviele Runden l├Ąuft. Am Ende z├Ąhlt die gelaufene Distanz beider zusammen. Wir entschieden uns f├╝r eine 2:1-Taktik, d.h. ich drehte jeweils zwei Runden, bevor ich an Britta ├╝bergab und sie dann eine Runde lief. Erw├Ąhnung sollte finden, dass die Runde im Stadion an der Holzmarktstra├če nur 240m aufweist und keine 400m-Runde der ├╝blichen Form darstellt. Action! Und nicht nur die Enge machte bei 75 Teilnehmern Probleme: Hier wird gewechselt aufgrund des nassen Wetters und der kalten Temperaturen Anfang Dezember verwandelte sich die Bahn in eine richtige Rutschpartie. Obwohl lt. Ausschreibung Spikes nicht erlaubt waren, wurde der Einsatz aufgrund der heftigen Bedingungen vorher zugelassen. Um es vorsichtig auszudr├╝cken: diese Entscheidung hat die Ergebnisse etwas verzerrt. Der Leistungsunterschied war gerade in den Kurven eklatant. Ich z├Ąhle mich nun wirklich nicht zu den langsamsten L├Ąufern, aber wenn man auch auf der Bahn-Gerade ├╝berholt wird, als wenn ein Porsche gegen eine Ente antritt, sagt das eigentlich alles. Schlimm war das aber nicht, weil wir den Lauf eh als Spa├čwettkampf mitnahmen und eine vordere Platzierung ├╝berhaupt nicht in Betracht zogen. Die Podiumspl├Ątze machten dann auch die Vereins-P├Ąrchen unter sich aus. Die "Running Twins"Am Ende landeten wir auf einem tollen 6. Platz in der Mixed-Wertung, Sabrina+Gerald und Ilka+Danny reihten sich im Mittelfeld ein. Und dass wir bei den ├Ąu├čeren Bedingungen ├╝ber 14,5km verteilt auf 60 Runden absolvierten, h├Ątte ich vorher nicht f├╝r m├Âglich gehalten. So ein Paarlauf hat einen ganz besonderen Reiz. Der Kampf gegen die Uhr (eine Stunde ist verdammt lang!) ist ein hervorragendes Intervalltraining. Mit dem Partner im Team zu laufen motiviert nat├╝rlich obendrein. Das wird sicher nicht unser letzter Paarlauf gewesen sein. Aber n├Ąchstes Mal haben wir auch die Spikes im Gep├Ąck!