von Running Twin Marek am 14. Juli 2014 · 12 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Wettkampfbericht

10527507_10202369245729233_4527494459397797736_nLaufen verbindet ungemein. Ein gemeinsames Training mit dem Partner ist eine feine Sache, aber ein gemeinsamer Wettkampf im Team setzt noch ein i-Tüpfelchen drauf. Bereits im letzten Jahr konnten Britta und ich diese schöne Erfahrung beim Paarlauf in Berlin machen, wo wir trotz rutschiger Bahn eine respektable Platzierung erreichen konnten. Dank größtenteils überstandener Verletzung meinerseits und Brittas regelmäßigem Training im Winter entschieden wir uns im Frühjahr für den Run&Bike im Lausitzer Seenland. Ich hatte dank unserer Teilnahme in Neuzelle 2013 schon etwas Rennerfahrung, aber auch ein Marathon muss erstmal gemeinsam absolviert werden. Allein die Anreise war schon ein Krimi: dank eines Staus schafften wir es buchstäblich in letzter Minute zur Startlinie am Senftenberger Hafen. IMG-20140714-WA0002Die Zeit reichte gerade noch für eine kurze Begrüßung von Heiko und Manuela und André – dann geht es genau 5min nach den Marathonis auf die Strecke! Zum Glück hatten wir uns schon auf der Autobahn umgezogen und die Verpflegung bereitgestellt, so dass wir gut ausgestattet ins Rennen gehen. Vorne geht – wie nicht anders zu erwarten – die Post ab. Bereits nach einigen hundert Metern kassieren wir die letzten Marathonis, auf der engen Strecke am See ist ordentlich Verkehr. Die ersten Teams wechseln relativ schnell, wir probieren uns an einer ungefähren 3:1-Taktik, da wir keine Gewissheit darüber hatten, wie lange uns Brittas Knie wohlgesonnen war. IMG-20140714-WA0009Im Augenwinkel hatten wir ein wenig die Mixed-Wertung, wo ein Podiumsplatz anhand der letztjährigen Ergebnisse durchaus im Bereich des Möglichen zu sein schien. Doreen und Jens sind schnell außer Sichtweite. Eva und Stefan kassieren uns ungefähr bei Kilometer 8. Aber wir sind trotzdem guter Dinge, es rollt ordentlich und wir können uns beim Überholen den einen oder anderen Plausch mit den reinen Männer-Teams leisten. Vorbei geht es am “rostigen Nagel“, einem Aussichtsturm, der an die Tagebau-Historie in dieser Region erinnern soll. Regelrecht verwöhnt werden wir durch die Verpflegungspunkte alle 2km, die abwechselnd allerlei Köstlichkeiten und Getränke bereithalten. Es muss ca. Kilometer 15 gewesen sein, als Britta vermeldet, dass sich ihr Knie mehr und mehr über die Belastung beschwert. Das Signal erteilt uns erstmal einen gehörigen Dämpfer und wir müssen etwas Tempo rausnehmen. Auch mein Schritt läßt sich nicht mehr so locker wie zu Beginn an. Vorbei am Sedlitzer See ist dann die Halbmarathon-Wendemarke erreicht. IMG-20140714-WA0004Maja und Tankred sind bei der Wende nur wenige Meter hinter uns. Wir kämpfen uns bei heftigem Gegenwind zurück, bevor die beiden uns auf der Brücke schnellen Schrittes stellen. Zum Scherzen sind sie leider nicht aufgelegt, wie überhaupt vielen eine für unseren Geschmack übertriebene Verbissenheit anzumerken ist. Aber gerade auf den vorderen Plätzen scheint das notwendig, gleicht doch der Run&Bike einem saftigen Intervalltraining über 42km: beim Laufen wird fast schon gesprintet, während man sich auf dem Rad wieder für das nächste Intervall verpflegen und erholen kann. Aber viele applaudieren uns auch beim Entgegenkommen, Manuela und André sind sehr gut mit dabei, als wir uns bei km23 treffen und gegenseitig anfeuern. Wir wechseln jetzt immer öfter, ich werde stetig langsamer, die Beine werden doch schneller müde als erwartet. IMG-20140714-WA0006Der Tiefpunkt ist bei km28 erreicht, als ich nach einem Wechsel völlig k.o. aufs Rad wechsele und mich kurz sammeln muss. Die Kilometer-Schilder (vom Spreewald-Marathon!) rufen keine guten Erinnerungen an meinen ersten Marathon hervor. Da war doch was bei km28? Britta versorgt mich eilig mit Brezeln, trotz zweier Gels auf dem ersten Teil habe ich plötzlich einen Bärenhunger. Auch der vegane Riegel muss dran glauben. Danach geht es mir aber wieder etwas besser. Der Tiefpunkt ist offensichtlich durch und nach km30, der wichtigen psychologischen Marke, bekommen wir auf einmal wieder Aufwind und nehmen schnellere Fahrt auf. Britta beißt auf die Zähne und zieht ihre Intervalle weiter durch. IMG-20140714-WA0000Ich stelle mir vor, wie ich als Läufer auf der Marathonstrecke zu diesem Zeitpunkt ganz sicher das Handtuch geworfen hätte. Mir tun die kämpfenden Marathonis leid, es muss demotivierend sein, von den Run&Bikern überholt zu werden. Aber viele sind es nicht, denn wir sind nachwievor auf einem sub3h-Kurs! Wie erholsam doch immer der Wechsel auf das Rad ist! Die zweite Luft kommt herbei und wir motivieren uns gegenseitig, weiterzukämpfen und nicht nachzulassen. Die Zeit für Selfies und Videos muss einfach sein, wußten wir doch, dass nach vorne nichts mehr ging. Nun kommen uns vermehrt Läufer und Walker entgegen, die Strecke wird schlagartig wieder voller. Wir können diese nicht mehr wirklich einordnen und versuchen nur, unfallfrei durchzukommen. Als wir den Senftenberger See erblicken, ist die Gewissheit da, dass es fast geschafft ist. Der Zieleinlauf ist dem Event wirklich angemessen und wir freuen uns über unsere doch etwas unerwartete Leistung. IMG-20140714-WA0007Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, dass wir die 3h packen. Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Leistungen man im Team in der Lage ist. Der Wermutstropfen mit Brittas Knie ist leider vorhanden und wir hoffen auf eine schnelle Diagnose, so dass es zu keiner Zwangspause kommen muss. Dass sie sich trotzdem in bester Schweinsteiger-Manier durchgekämpft hat, verdient meinen größten Respekt. IMG-20140714-WA0005Auch das Rahmenprogramm am Hafen im Anschluß paßt in eine insgesamt gut organisierte Veranstaltung. Unverständlich ist uns, warum für die 10km-Läufe die ersten sechs geehrt werden und für die Marathonis nur die ersten drei. Auch die Zeitmessung scheint bei Eva und Stefan versagt zu haben, so dass wir irrtümlicherweise erst als 3. gewertet werden. Mit fremden Lorbeeren wollen wir uns aber nicht schmücken und der Sachverhalt klärt sich zum Glück auch schnell auf. Nach einem Plausch mit Heiko, Manuela+André, André aus Dresden und Laufpirat Harry machen wir uns dann zufrieden wieder auf den Weg in Richtung Berlin. So ein Run&Bike ist einfach eine tolle Geschichte. Blut haben wir für 2015 bereits geleckt. Ihr vielleicht auch?

von Running Twin Marek am 30. Juni 2014 · 10 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

10458096_10202984489187901_3583490341928337724_nDie letzte persönliche Bestzeit lag schon länger zurück: im eiskalten März letzten Jahres bin ich auf verschneiter Strecke in Glashütte völlig unverhofft eine 01:24:04 im Halbmarathon gelaufen. Der Rest des Jahres war dann trotz des tollen Berlin-Marathons eher zum Vergessen. Erst holten mich die Piriformis-Unwägbarkeiten ein und dann machten mir die Fersen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Bestzeiten waren außerhalb jeder Reichweite. Richtig auf die Beine kam ich erst wieder Ende Februar diesen Jahres. Mit den langsam abklingenden Schmerzen kam auch Schritt für Schritt das Selbstvertrauen zurück. Die ersten Wettkämpfe am BER, in Grünau und am Scharmützelsee waren vielversprechend, so dass wir uns eher spontan entschlossen, den Hamburger Halbmarathon ins Visier zu nehmen. Da Britta aufgrund ihrer Knie-Probleme nicht trainieren konnte, begleitete sie mich als Support. 10270810_261613084034325_7345777100071982882_nIn Hamburg fanden wir Anschluß an eine verrückte Läufer-Schar der “Samurais” rund um “Teepapst” Thomas, der die Geschäfte von Aiya in Europa führt. Natürlich wurde bei der Pasta-Party am Vorabend auch Matcha kredenzt. Als japanische Samurais getarnt machten wir uns dann am Sonntag in aller Frühe bei regnerischem Wetter auf zur Reeperbahn. Zum Laufen perfekt, war der Regen für die ausharrenden Supporter eher suboptimal. Zum Glück lies dieser aber im Laufe des Rennens nach und hörte später ganz auf.

Der Hamburger Halbmarathon ist ein reiner Halbmarathon ohne zusätzliche Angebote wie 5km, 10km oder Staffelläufen. Aus meiner Sicht ein ganz großes Plus der Veranstaltung, da man hier offensichtlich nicht den – oftmals kommerziell motivierten – schwierigen Spagat zwischen den Dsiziplinen wagen will. Dass trotzdem über 8000 Teilnehmer um 10:01 auf die Reise geschickt werden, beweist einmal mehr, dass dieses Konzept aufgegangen ist. Vor dem Start treffe ich noch Norman und Martina, die Läuferwelt ist eben doch sehr klein. Nach dem Startschuss bin ich aber auf mich allein gestellt, da sich keiner aus der Gruppe für mein geplantes Tempo erwärmen konnte. Eine exakte Startblockeinteilung ist nicht vorgesehen in Hamburg, also stelle ich mich weit nach vorne, um im Getümmel keine Zeit liegenzulassen. Die Strecke hatte ich mir vorher nicht genauer angeschaut. hoehenprofil_hh_hm Nach ca. 700m geht es auf einen langgezogenen Anstieg auf der Königstraße in Richtung Altona. Bei km2 folgt dann der Wendepunkt, es geht am Wasser bis zum S-Bahnhof Landungsbrücken zurück. Der Teil ist herrlich abschüssig und dementsprechend leicht zu laufen. Dann aber geht es durch den alten Elbpark wieder hoch zum Start – die Schleife ist nochmals zu durchlaufen. Hinter dem Ziel bei km5 feuern uns die Supporter kräftig an, noch geht es leicht. 10389299_10154309533755710_7841690815544529078_nAber der erneute Anstieg kostet richtig Körner und läßt mich ernsthaft zweifeln, ob ich das hohe Anfangstempo überhaupt noch lange durchstehen kann. Ich denke immerzu an das Rennen vor zwei Wochen, als ich bei km10 noch einen lockeren Plausch mit den anderen Läufern führen konnte. Heute geht das einfach gar nicht und das deute ich als schlechtes Omen für das weitere Rennen.

Meine Uhr ist den offiziellen Kilometermarkierungen um Einiges voraus. 10km vermerke ich bei etwas mehr als 38min – alles noch im Plan. Wenn da nicht noch mehr als 10km zu laufen wären! Die ersten schnelleren Grüppchen sammeln mich ein. Der Tunnel am Steintorwall bei km12,5 (mit der Aufschrift “Wallfahrt”) ist ein Highlight. Musiker trommeln mich förmlich nach vorne und für ein paar Momente geht es auch wieder leichter vom Fuß. Die dann folgende Kennedybrücke hält einen erneuten Wendepunkt bereit. Beim Zurücklaufen werden die Läufer namentlich genannt, das motiviert unheimlich. Aber nochmal zulegen? Nichts zu machen. Ich versuche krampfhaft, die Uhr unter der 4min-Marke zu halten. Ab km16 reicht es auch dazu nicht mehr. Vorbei an der Alster geht es dann quälend langsam in Richtung Ziel. Überholt werde ich kaum noch, das tröstet etwas über meine sagenhaft schlechte Renneinteilung hinweg. Aber nach vorne wird die Lücke auch stetig größer. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die Rothenbaumchaussee erreicht. Was ist noch drin?

Mein mehrfacher Blick auf den Chronometer läßt mich kühn hochrechnen, dass maximal noch eine 01:22 möglich ist – aber auch die gerät bei dem Tempo in ernste Gefahr! Ich nehme mich also ein letztes Mal zusammen und würge die Zeit irgendwie über den Zielstrich. Gut aussehen können doch andere bei sowas. Die Anfeuerung unserer Truppe nehme ich gar nicht wahr, so hat mich der Tunnelblick auf die große Uhr vereinnahmt. So richtig weiß ich anschließend nicht, ob ich mich freuen oder zum wiederholten Male meine Renntaktik verteufeln soll. Ich entscheide mich aber schnell für die erste Variante und hole mir die verdiente Medaille ab.

10462770_261612847367682_9180043002623893870_nHätte, wäre, wenn… natürlich wäre am Sonntag mehr drin gewesen. Zufrieden bin ich trotzdem ob der ersten Bestzeit seit fast 1,5 Jahren. Die nackten Zahlen verraten meine nicht ganz konstante Geschwindigkeit: Hälfte 1 in 40:10, Hälfte 2 in 42:43. Aber jetzt weiß ich auch, woran ich in Zukunft arbeiten muss und das macht Hoffnung auf ein starkes zweites Halbjahr! Hamburg war auf jeden Fall eine Reise wert, wir kommen wieder. Danke an Britta für die Unterstützung und die tollen Fotos!

von Running Twin Marek am 26. Juni 2014 · 20 Kommentare · Kategorien: Kurioses, Reisen, Strecken

2014-06-21 10.46.48Ein halbes Jahr ist es schon her, als die Idee der Fortsetzung unseres ersten Laufblogger-Camps am Tegernsee entstand. Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit: die deutsche Laufblog-Szene traf sich im idyllischen Harzstädtchen Hohegeiß und diesmal hatte das “Camp” den Namen um Einiges mehr verdient als bei unserem doch etwas mondäneren Auftakttreffen. 2014-06-20 21.13.44Der Rahmen war gesteckt und die Vorfreude dementsprechend groß: inzwischen kennen wir uns gut, auch die “Neulinge” fanden schnell Anschluss – Sportler verstehen sich eben einfach. Zum Einrollen drehten wir noch am Freitagabend eine kleine Runde um den Block, währenddessen sich kein Geringerer als Jan Fitschen um unser Abendessen kümmerte. Ugali war irgendwie nicht so hoch im Kurs, obwohl Jan laut eigener Aussage “4kg besten Stoff extra aus Kenia” importiert hatte. Wir begnügten uns aber mit einem Riesenberg Nudeln und als Ausgleich erzählte uns Jan bis in die Nacht von seinen Eindrücken aus Kenia und las obendrein erste Kapitel aus seinem bald erscheinenden Buch über Kenias Wunderläufer vor. Was für ein Auftakt!

2014-06-21 11.09.37Am Samstag war Jan schon früh verschwunden, aber die Blogger scharrten pünktlich um 9 Uhr mit den Hufen und konnten es kaum erwarten, den Harz unsicher zu machen. Eddy und Phil trafen dank Bleifuß pünktlich ein und von Elend aus machten wir uns auf in Richtung der höchsten Erhebung im Harz: dem Brocken. Mit dem Tempo der ersten Kilometer hatten wir eine realistische Chance, das Fußballspiel am Abend (um 21 Uhr!) zu verpassen! Zum lockeren Quatschen, Flachsen, Fotos machen und Planen muss eben genügend Luft sein. Nach 5km trennte sich die Gruppe, die von Hannes erarbeiteten Tracks hatten einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Während Gerd, Phil, Heiko, Eddy und Andreas den direkten Weg zum Brocken nahmen, versuchte sich die Gruppe um Hannes, Henrik, Thomas, Heimo, Ruben und mir an einer Schleife, 2014-06-21 13.28.15die uns erst nach ca. 21km auf den Gipfel des Harzes führen sollte. Hannes nahm die GPS-Führung sehr genau und so konnten wir eine richtige Kletterpartie zum Ausruhen einlegen (“da war kein Weg”). Dann war der Trail aber wieder gefunden und nach dem ersten Aussichtspunkt und einem wunderschönen Downhill ins Tal machten wir uns über den Hirtenstieg an den Aufstieg. Das Wetter wurde zunehmends schlechter und der dichte Nebel versagte uns eine schöne Aussicht von oben. 2014-06-21 14.24.07Trotz trockenen Klamotten froren wir schnell und machten uns nach der längeren Pause an den Abstieg. Zu dem Zeitpunkt ahnte noch keiner von uns, dass wir nichtmal die Hälfte des heutigen Weges hinter uns hatten.

Runter ging es natürlich sehr viel schneller, die meisten gut laufbaren Passagen waren förmlich ein Genuß. 2014-06-21 10.26.26Welch ein Natur-Flash! Selten konnte ich einen Lauf so in mich aufsaugen wie an diesem Tag. Nach etwas mehr als 30km erreichten wir wieder Elend. Hier verabschiedeten wir Heimo und Ruben, die beide ihr Auto wieder nach Hohegeiß bringen mußten. 2014-06-21 14.58.34Hannes, Thomas, Henrik und ich nahmen sich die restliche Wegstrecke bis zur Heimathütte in Hohegeiß vor. “11km auf der Straße – das sind doch nur 9km durch den Wald.” Sicher. Alle fühlten sich noch gut. Nur wo lang mußten wir eigentlich? Die grobe Richtung war klar. “Immer dem Fluß entlang kann nicht verkehrt sein!”. Gesagt, gelaufen. Nur auf den Schildern stand nirgends Hohegeiß drauf. Mißtrauisch ob unserer Orientierung erwischte ich nach einiger Zeit gücklicherweise eine Radler-Gruppe, die eine gute alte Wanderkarte dabei hatte. Handy-Navigation war aufgrund der fehlenden Netzabdeckung partout nicht möglich. Und siehe da – wir liefen die ganze Zeit schlicht und einfach falsch. Der prompt erforderliche Richtungswechsel erzwang das Durchqueren einer weiteren Hügelkette, sonst hätten wir weit mehr laufen müssen. Der Regen setzte ein und mit zunehmender Dauer verging uns allen langsam die Motivation. 2014-06-21 16.47.00“Wo ist Tanne?” wurde schnell zum Leitspruch und nach sehr harten 10km kamen wir auch dort an. Hier war die Marathonmarke geknackt. Wir entschieden gemeinsam, auch die letzten 6km noch zu meistern. Thomas machte unermüdlich Tempo, während wir mit den Kräften langsam am Ende waren. 2014-06-21 17.03.11Bei mir war ca. 3km vor dem Ziel endgültig der Ofen aus und ich walkte mit Hannes den restlichen Weg zurück. Henrik und Thomas verliefen sich sogar noch auf dem letzten Teilstück. Da Henrik dann allein unterwegs war, machten sich Thomas und ich noch auf die Suche nach ihm. Wasser und Akku waren schließlich schon lange alle. Glücklicherweise fand auch er den Weg zurück zu unserer bescheidenen Hütte und wir konnten erleichtert das schon fertige Abendessen im Kreise erschöpfter aber glücklicher Laufblogger genießen.

Dass es dann am Abend nur zu einem 2:2 gegen Ghana gereicht hat, wurde zur Nebensache. Schließlich gab es noch viel zu erzählen und zu planen! Dass wir uns wiedersehen, war schon am Abreisetag beschlossene Sache. Einige der Stichworte wie “Kenia”, “Zugspitze”, “Rennsteig”, “Gürtelschnallen”, die da fielen, machen Lust auf mehr – aber ihr müßt nicht alles wissen, denn: “was auf dem Brocken passiert, bleibt auf dem Brocken!”.

Tausend Dank an Nadin, Hannes, Andreas, Heiko, Phillip, Thomas, Eddy (Video!), Gerd, Jan, Ruben und Heimo für dieses geniale Wochenende!

von Running Twin Marek am 15. Juni 2014 · 9 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Das Podium des heutigen Tages
Mit Wettkämpfen habe ich mich in diesem Jahr bisher zurückgehalten, war doch der Jahresbeginn zu holprig, um für das Frühjahr rechtzeitig “in Fahrt” zu kommen. Doch die Umrundung des Scharmützelsees wollte ich mir dieses Jahr auf keinen Fall entgehen lassen. Vor zwei Jahren war dort für mich Premiere, damals hatte jemand über Nacht die Streckenmarkierung verändert und so lief ich einen falschen Weg. Heute gewann ich die Erkenntnis, dass die Alternativroute keineswegs von Nachteil war. Im Gegenteil. Waldwege mit ständigem Auf und Ab, gespickt mit Wurzeln, sandigen Passagen und Treppen wechseln sich auf Kilometer 15 bis 21 ab und haben es in sich. Daher auch der Tip der erfahrenen Läufer, sich auf dem ersten Teil nicht zu übernehmen, damit man später nicht einbricht. Mut zum Risiko war heute aber genug vorhanden, so dass ich nach dem Start um Punkt 9Uhr an den beiden Führenden dranblieb. Mir war schon auf den ersten 500m klar, dass Vater (Torsten Ledwig, M45) und Sohn (Felix Ledwig, M20) gemeinsame Sache machten. Warum auch nicht, bietet sich ja an, wenn beide so schnell sind! Ich lief ein paar Kilometer mit Respektabstand hinterher, bevor Torsten mich bat, auch etwas für die Führungsarbeit zu tun. Zurecht, denn von hinten war schon kurz nach dem Start keinerlei Gefahr auszumachen. Wir liefen konstant um die 4min/km, die mir trotzdem noch wie eine “kontrollierte Offensive” vorkamen. Felix bekam dann Seitenstechen und mußte sich mehrfach zurückfallen lassen. Aber das Rennen mit den insgesamt 27km ist zu lang, um so früh die vorderen Plätze zu verteilen.

Ohne dass wir es merkten, war Felix dann plötzlich wieder da und überholte uns mühelos, um vorne Tempoarbeit zu machen. Bis Kilometer 15 in Wendisch Rietz tat sich dann wenig. Dann ging es zum anspruchsvollen Teil über. Das Tempo war nun nicht mehr zu halten, die hügeligen Passagen trieben den Puls gnadenlos hoch. Wir fielen zeitweise einige Meter auseinander, rauften uns dann aber wieder zusammen. Jetzt weiß ich auch, wofür unser wöchentliches Treppentraining gut ist: die Stufen am Arosa kosten einige Körner und machen so gar keinen Spaß mehr nach über 20km. Trotz unseres moderaten Tempos machte ich mir wenig Sorgen, dass von hinten noch jemand an uns ranläuft. Nun ging es also “nur” noch um die Plätzeverteilung. Kurz vor dem Halbmarathon machte ich wieder Führungsarbeit und – warum wieso weshalb – an meiner Verfassung kann es nicht gelegen haben – zog ich das Tempo wieder etwas an. Ich merkte schnell, dass Torsten Probleme hatte zu folgen. Aber es war einfach noch zu früh, um die Initiative zu ergreifen: Felix hatte mich schon bald eingeholt und übernahm die Führung.

© pneumantsport.de

© pneumantsport.de

Die Taktik war mir wieder schnell bewußt: das Tempo verschleppen, damit Torsten uns wieder einholen kann. Ich hatte dem wenig entgegenzusetzen – aber wir blieben dennoch allein. Dann ging es auch schon auf die letzten 4km. Ich schaue gefühlt alle Minute auf die Uhr, aber die Kilometer vergehen in diesen Momenten elendig langsam. Ich trinke nochmal etwas. Die Reservetanks sind leer, der Tunnelblick wird größer, man sehnt das Ziel herbei. Der letzte Anstieg in Bad Saarow am Strand entscheidet dann diese Partie: Felix zieht erbarmungslos hoch und ich kann ihm nicht mehr folgen. Die Strandpassage mit staunenden Urlaubern wirkt surreal: keiner weiß hier, dass wir bereits einmal um den See gerannt sind. Mir kickt ein kleiner Junge seinen Ball zwischen die Füße, aber ich nehme es kaum mehr wahr. Zwischen Felix und mir liegen ca. 50m, die mir aber wie ein unüberwindbares Tal erscheinen. Das Ding ist gelaufen. Aber wo bleibt Ledwig Nr. 2? Ich riskiere einen Blick zurück ca. 1km vor dem Ziel. Der Abstand ist ähnlich und ich weiß, da kann eigentlich nichts mehr anbrennen, wenn ich anständig weiterlaufe. Felix hat die 150m im Stadion Vorsprung und mit ungefähr dem gleichen Abstand reiht sich Torsten am Ende hinter mir ein. Ich bin mit mir zufrieden, wenngleich die Zeit mit 01:52:32 doch langsamer als erwartet war.

Mein Kollege Carl, den ich zu diesem tollen Lauf unter der Woche überreden konnte, kam tatsächlich als 4. mit 01:54:50 ins Ziel. Er hatte sich von einer Vierergruppe absetzen können, die auch lange Zeit zusammen gelaufen war. Das macht Hoffnung auf die 3h in Berlin im September. Hartmut fightete hart, mußte sich aber am Ende mit einer 02:03 zufrieden geben, zumal ihm der AK-Sieg noch im Stadion abhanden kam. Dieser Lauf ist einfach toll und mit Sicherheit mit lockerem Tempo viel mehr zu genießen!

von Henrik am 11. Juni 2014 · 6 Kommentare · Kategorien: Reisen, Strecken

Laufwochenende_SeiserAlm_2014_01Schafft der das noch? Ich zweifelte arg, ob mein Lieblingstrailschlappen das Pfingstlaufwochenende auf der Seiser Alm überleben würde. Ab in den Koffer und los, die 100 Kilometer müssen nun auch noch gehen!

Vor ziemlich genau einem Jahr hatten wir dort die Strecken erkundet und waren begeistert von der fast kitschig anmutenden Kulisse der Dolomiten in Südtirol und den prächtigen Laufstrecken. Mehr als 30 Läuferinnen und Läufer fanden sich in St. Christina im Grödnertal ein, um mit der RUNNING Company ein Laufwochenende zu verbringen. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_02Bereits am Freitag durfte ich mit dem Trainerteam eine Runde drehen und die Strecke zur Regensburger Hütte erkunden. Die Luft auf mehr als 2.000 Meter über Meereshöhe ist schon wesentlich dünner und fordert in Kombination mit knackigen Steigungen ihren Tribut. Auch beim Runterlaufen der Wege muss man trittsicher sein. So einige Wege sind im Winter Skipisten und damit im Sommer sehr geröllig. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_03Da kann ein falscher Tritt schon den Abflug bedeuten. Mich hat es zum Glück nicht erwischt und auch alle anderen Mitstreiter blieben unversehrt. Der Samstagnachmittag war reserviert für schnelle Läufe auf der Stadionbahn von St. Christina. Darauf hatte ich gar keine Lust und lief mit Franzi und Brigitte von St. Christina nach Saltria. Zu unserem Erstaunen war der Florianslift in Betrieb und da ließen sich die Damen nicht bitten. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_08Mich dagegen baten sie zum Hochlaufen auf der Skipiste 7a. 500 Höhenmeter klingen nicht dramatisch, aber an HochLAUFEN ist da relativ schnell nicht mal zu denken. Leider verfehlten wir uns oben, da der Lift bis zur Williamshütte und nicht zur Zallinger Alm führt, wo ich wartete. Auf dem Rückweg konnte ich die beiden wieder “einfangen” und so trabten wir gemütlich zum Hotel zurück. Der Sonntag war für einen Ausflug auf die Südseite der Seiser Alm vorbehalten. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_06Von St. Ulrich aus nahmen wir die Raschötz Zahnradbahn zur Seceda Bergstation, liefen den Weg zum Gipfelkreuz hoch, um dann eine wunderschöne Halbrunde auf dem Hochplateau zu ziehen. Der Ausblick auf die Hausberge des Grödnertals ist spektakulär und erfordert zahlreiche Fotostopps. Am Eingang zum Annatal befindet sich eine Kneipp-Anlage, in der wir unsere vom Runterlaufen geschundenen Füße erstmal runterkühlen konnten. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_05Der abschließende Pfingstmontag bot nochmal Gelegenheit für einen längeren Lauf. Ich entschied mich trotz einiger Warnungen für den Weg zur Langkofelhütte, die auf 2.256 Metern liegt. Damit waren vom Monte Pana aus ca. 650 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg ist am Anfang noch recht flach und gut zu laufen. Nach gut drei Kilometern wird es aber steil und geröllig. Am Wegesrand wird der Schnee immer mehr. Laufwochenende_SeiserAlm_2014_16Im Winter hat es dermaßen viel geschneit, dass die Hütte statt wie geplant Ende Mai erst am kommenden Wochenende öffnen wird. Warum, war nicht schwer zu erkennen: Schnee bedeckte die abschließenden 50 Höhenmeter zur Hütte. Also kroch ich auf allen Vieren da hoch. Oben entschädigt das Panorama für die Strapazen. Ich entschied mich für den Wanderweg rüber zum Plattkofel und dann zur Zallinger Hütte, wo ich vielleicht die anderen Läuferinnen und Läufer treffen würde.Laufwochenende_SeiserAlm_2014_15 Da das Runtergehen im Schnee völlig aussichtslos war, rutschte ich einfach auf dem Hosenboden die Strecke zum Wanderweg 527. Wintersport im Sommer! Spaß hat es gemacht. Immer wieder lag Schnee auf dem Weg. Gute 6 Kilometer waren nun im Klettermodus zu überwinden. Ich traf einige Wanderer, die mich verwundert anschauten. Am Piz da Uridl ging es doch noch einmal 200 Meter hoch und über einen kleinen Umweg gelangte ich auf den Weg runter zur Williamshütte. Die Füße waren sowieso nass und ich freute mich auf ein Skiwasser. Die Laufgruppe traf ich auf der Zallingerhütte und lief zusammen mit einem Teil wieder runter zum Monte Pana. Eine wunderbare Runde!

Laufwochenende_SeiserAlm_2014_17Am Ende des Montags musste mein Lieblingstrailschuh wirklich dran glauben. Nach mehr als 1.200 Kilometern waren die PureGrit 2 (Testbericht hier) einfach ruiniert. Mehrere Löcher hatten sich schon gebildet. Der Schuh hat mich auf dem Transgrancanaria begleitet und allein deshalb verbinde ich mit dem PureGrit nur gute Erinnerungen. Nun warte ich auf den Nachfolger, den Brooks für Juni angekündigt hat. Der erlebt dann sicher das Pfingstwochenende auf der Seiser Alm im nächsten Jahr.

von Running Twin Marek am 26. Mai 2014 · 4 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

IMG-20140524-WA0003Während Henrik sich in Frankfurt beim Samsung Event im Rahmen des Stadtlaufs über 10km versuchte, stand für meine Familie die fast schon traditionelle und mittlerweile in der 4. Auflage stattfindende Nacht im Grünauer Forst an. Nach dem verregneten letzten Jahr konnte es ja nur besser werden. Und es wurde. Der Regen vom Freitag verzog sich artig über die Nacht und wir konnten bei nahzu idealen äußeren Bedingungen einen wirklich tollen Lauf miterleben. Organisiert vom Eichwalder Verein Kind & Kegel unter der sportlichen Leitung von Helmut Winter gab es diesmal sogar einen neuen Teilnehmerrekord zu verzeichnen. Und die Veranstaltung hat dies verdient! Neben der hervorragenden Organisation empfinde ich hier während des Laufes eine Atmosphäre, die ich bei vielen größeren Veranstaltungen vermisse: die Läufer unterstützen sich gegenseitig. Begünstigt durch die 2,5km lange Wendepunktstrecke läuft man zwangsläufig oft aneinander vorbei und gerade die Langsameren sind sich nicht zu schade, den Schnelleren zu applaudieren oder Ihnen noch ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg zu geben. Natürlich geht es auch andersherum, sodenn die Kräfte dies noch zulassen. Und genau diese haben bei mir am Samstag Abend einfach gefehlt, um dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen.

Dabei waren die Voraussetzungen ideal: die Vorbereitung der letzten 4 Wochen war zumindest halbwegs geordnet und vielversprechend. Es war zwar warm, aber nicht zu warm für Bestzeiten, der Fuß vermeldete, dass er mit einem Wettkampf einverstanden ist und vor dem Start ergab es sich spontan, dass sich Seriensieger Jonas Engler als Hase für mich “opferte”. Er war nach seinem Marathon-Debüt in Kassel vor drei Wochen keinen Meter mehr gelaufen und wollte es dementsprechend ruhig angehen lassen. Daniel Naumann lief konkurrenzlos vorneweg, er pulverisierte den 5k-Streckenrekord in starken 16:13 wie erwartet und war für uns schnell außer Reichweite. Ich blieb erstmal etwas skeptisch hinter Jonas, bis ich realisierte, dass er wirklich zu keinem Zeitpunkt vorhatte, sein eigenes Tempo zu gehen, sondern immer zurückschaute, wie es mir denn so erging. Die erste Hälfte liefen wir relativ konstant auf eine 37:xx hin, wobei ich alleine sehr wahrscheinlich sogar noch schneller angelaufen wäre. Übermut… An der 5km-Wendemarke hörte ich von Helmut etwas von “18:30″ und ich realisierte zähneknirschend, dass der Zug mit meiner über 2 Jahre alten Bestzeit da fast schon ohne mich abgefahren war. Evtl. war dies auch der Grund für den kleinen Hänger über die nun folgenden 2km, die am Ende den kleinen Unterschied gemacht haben. Ich mußte von da an arg die Zähne zusammenbeißen, um das Tempo zu halten. Jonas sagte mir ständig die Zwischenzeiten durch, motivierte und rechnete hoch (ich war dazu nicht mehr fähig), doch mit der “es kann noch eine 36 werden, wenn wir das Tempo durchziehen” sollte es bei mir an diesem Tag einfach nicht sein. Kein Aufbäumen mehr möglich, es zog sich wie Kaugummi und der Schlußspurt – Fehlanzeige. Ich war platt wie ein Flunder. Ernüchterung machte sich ob der 37:19 im Ziel bei mir breit.

Aber die erste Enttäuschung verzog sich schnell, als Britta uns im Ziel erwartete und mir freudestrahlend berichtete, dass sie über die 5km auf dem Podium gelandet ist. Der kleine Wermutstropfen: die verflixten 25min hat sie diesmal um die Winzigkeit von 2s verfehlt. Zwei Gehpausen gegen Ende haben da einen Strich durch die sub25-Rechnung gemacht und auch die Knie-Probleme über die letzten zwei Wochen eine Unsicherheit über den aktuellen Leistungsstand gebracht. Und weil wir über Podiumsplätze nicht meckern wollen, freuen wir uns natürlich über diese Plazierungen! Unser Großer rundete das starke Familienergebnis ab, holte sich beim Kinderlauf den 6. Platz und durfte damit auch auf das Treppchen klettern. Die Siegerehrungen nahmen Jörg Peter und Michael Heilmann vor – vor 30 Jahren auf dieser Strecke die schnellsten deutschen Marathonläufer auf deutschem Boden! Der Schüler-Wettbewerb über die “Grünauer Meile” war wieder toll besucht und endete sogar mit einem weiteren großartigen Streckenrekord (05:57). Unser Team World Vision Läufer Danny knackte seine anvisierte 50min-Zeit mit Bravour und kam sogar noch mit einer 47 vor dem Doppelpunkt ins Ziel gespurtet. Läuferherz – was willst du mehr? So fing das Wettkampf-Wochenende mit der Erkenntnis an, dass auch Edelhasen nicht zwangsläufig dafür sorgen können, dass es mit der gewünschten Zeit klappt. Auch Henrik hat am Sonntag diese Erfahrung gemacht. Wunsch und Wirklichkeit liegen eben – oder gerade – beim Laufen manchmal zu weit auseinander.

Photos teilweise von Thomas Jung

Samsung Run^5 Weekend – 29Das Wochenende stand wieder mal ganz im Zeichen von Wettkämpfen. Der Mai bleibt der Kampfmonat Nummer 1. Marek startete mit der ganzen Familie bei der schon traditionellen “Nacht im Grünauer Forst” im Berliner Umland und ich hielt mich beim Frankfurter Stadtlauf auf.

Samsung Run^5 Weekend – 02Recht kurzfristig hatte Samsung zum “Run^5 Weekend” im Rahmen des Frankfurter Stadtlaufs eingeladen, um bei der Gelegenheit die sportlichen Produkte zu testen. Für mich kam das Event eigentlich gar nicht so gelegen, da ich vorhatte, beim Sixtus-Lauf von Bayrischzell zum Schliersee mitzulaufen. Aber 10 Km Asphalt klangen moderater als der bergige Halbmarathon zum Schliersee. Und vielmehr motivierte mich, Nils Schumann zu treffen, Olympiasieger über 800 Meter im Jahr 2000 in Sydney und Pate der SportScheck Stadtlaufserie. So fand ich mich am Samstagnachmittag beim Empfang von Samsung in einem Frankfurter Hotel wieder, zu dem zum einen Läufer eingeladen wurden, die bei einem Gewinnspiel mitgemacht hatten, zum anderen vier Laufblogger. Neben mir als Vertreter für die Running Twins auch Nadin von EiswürfelimSchuh, Andreas vom Startblog-F sowie Henning, der für die Men’s Health über Laufen schreibt.

Samsung Run^5 Weekend – 01Nils Schumann hielt zunächst einen Impulsvortrag mit der Überschrift “Olympia steckt in jedem von uns”. Das hat richtig Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Keine Slides mit viel Text, sondern kleine Geschichten aus seiner Karriere hielt er bereit. Vorausschickend zeigte er natürlich seinen unglaublichen Lauf von Sydney – Gänsehautfeeling und spontaner Applaus. Nachdem sich alle mit der Technik (u.a. das Samsung Galaxy S5 und die Samsung GearFit Sportuhr – dazu in einem separaten Artikel mehr) vertraut gemacht hatten, bat Nils die Truppe zum Warmup für Sonntag an den Main. Samsung Run^5 Weekend – 07Lauf-ABC und Koordination standen auf dem Programm. Und obwohl die Haare etwas weniger geworden sind, hat Nils nichts verlernt. Das Wetter deutete schon auf einen sehr warmen Sonntag hin – keine idealen Bedingungen für einen Stadtlauf. Zum Abendessen saßen wir in einem kleinen aber feinen Frankfurter Restaurant zusammen und spannen Läufergarn. Nils berichtete aus seinem Erfahrungsschatz, den er als Trainer in den letzten Jahren über sein eigenes Fitness- und Gesundheitsstudio in Erfurt gesammelt hat.

Samsung Run^5 Weekend – 16Das für 8:00 Uhr terminierte “Anschwitzen” am Sonntag habe ich nicht geschafft, ich schaute mir die Strecke später genau an. So ganz flach ist es nicht, zunächst auf der Zeil und Friedenstraße runter zum Main, dort auf einer Pendelstrecke wieder zurück zur SportScheck-Filiale. Das ganze dann zwei Mal. Punkt 13:00 Uhr, als die Mittagssonne stand. Wir waren mit Shirts von Samsung ausgestattet worden, so dass unser Team im orangen Einheitsbrei herausstach. Unser Jungspund-Triathlet Felix flitzte vorneweg, während die Bloggerfreunde sich wenige Reihen weiter hinten einsortierten. Die Sonne machte mir recht schnell zu schaffen, aber wie immer, die ersten 3.000 Meter fliegen noch easy-peasy vorbei. Schon der Rückweg hoch zur Zeil auf der ersten Runde war anstrengend. Ich konnte die anderen Samsung-Läufer durch die Pendelei immer gut erkennen und wir grüßten uns eifrig. Samsung Run^5 Weekend – 11Auch Nils begegnete mir mehrmals – er rollte das Feld von hinten auf! Der Wendepunkt war direkt vor der Ziellinie, knapp unter 20 Minuten zeigte dir Uhr. Den Zwischenzeiten nach GPS traute ich nicht. Eine richtig harte zweite Runde stand bevor. Auch wie immer, die Kilometer 6 und 7 entscheiden einen 10 Km-Lauf. Die waren halt zu langsam. Der Weg am Main bis zum Wendepunkt war gefühlt unendlich. Kurz danach hatte mich Nils mit großen Schritten eingeholt und teilte mir mit, dass er eine schlechte Nachricht hätte. Er laufe jetzt mit mir mit.

Samsung Run^5 Weekend – 20Leider war mir die Gruppe um Asics Frontrunnerin Tinka Uphoff bei Km 6 enteilt. Die zweite Runde war bisher zum Vergessen, nun versuchte ich mich wenigstens in Anwesenheit des Edel-Pacemakers zusammenzureißen. Es waren noch zwei schlimme Kilometer. Letzter Blick auf die Uhr beim Einbiegen von der Zeil auf die Zielgerade: 39:38. Und dann ging doch noch ein Zielsprint. Die Uhr hielt ich bei 40:05 min an. Nun ist es kein Beinbruch, aber jeder Läufer weiß, dass diese 5 Sekunden eben einen Unterschied machen. Trotzdem bin ich zufrieden, nach der intensiven Woche und dem dritten Wettkampf innerhalb von 7 Tagen war das nicht unbedingt zu erwarten. Samsung Run^5 Weekend – 17Ohne den Motivator auf den letzten Kilometern wäre ich noch deutlich langsamer gewesen. Nadin lief als vierte Frau in knapp 42 Minuten ins Ziel, auch ein klasse Ergebnis. Andreas nahm das Tempo angesichts der Wärme früh raus und finishte in 48 Minuten. Alle Samsung-Läufer hängten sich voll rein und liefen beachtliche Zeiten. Da war viel Teamspirit, obwohl sich das Team erst 24h vorher zusammengefunden hatte. Was will man mehr von einem spontanen Stadtlauf?

Rostocker Citylauf 2014 – 08Exakt acht Jahre ist es her. Am 21.05.2006 begann mit einem Lauf über sagenhafte 2.500 Meter meine Wettkampfkarriere. Mit einer Zeit von 10:49 min reichte es gleich bei der Premiere zu einem Altersklassenpodestplatz. Ziemlich stolz war ich, daran kann ich mich noch erinnern. Eine Pulsuhr hatte ich noch nicht besessen und mit Sicherheit war das Laufoutfit auch nicht aus Funktionsfasern. Und was genau mich dazu bewegte, ausgerechnet in Rostock zu laufen, weiß ich auch nicht mehr. Der Rostocker Citylauf war der Auftakt zum Betreiben des schönsten Hobbies der Welt verbunden mit einer gewissen Sucht nach Wettkämpfen. Zusammen mit Lauffreund Jan wurde an diesem verregneten Sonntag eine Tradition begründet. Seitdem haben wir in jedem Jahr gemeinsam am Citylauf teilgenommen. Nicht immer auf der gleichen Distanz, aber immer mit viel Motivation und Spaß am Laufen. Am vergangenen Sonntag zum 8. Mal in Folge. Bis zum Zehnjährigen im Jahr 2016 ist es nun nicht mehr weit – das schaffen wir noch locker!

Rostock zeigte sich auch am vergangenen Citylauf-Wochenende wieder von der besten Seite. Einen ganzen Tag hatte ich am Samstag in Rostock Zeit und konnte die Sonnenstunden am Stadthafen genießen. Der Citylauf führt auf einer 3 Km langen Runde durch die Altstadt mit Start und Ziel am Neuen Markt. Dort ist auch das Rathaus, wo in diesem Jahr die Startnummernausgabe stattfand. Thomas radelt schon mal von Rostock nach München oder Barcelona und ist Teil des Orga-Teams. Die Marke von 3.000 Teilnehmern über alle Veranstaltungen wurde erstmals geknackt. Ich kaufte bei ihm eine der letzten Startnummern für den Halbmarathon. Der 10 Km-Lauf hat nach wie vor durch die Position des Startbogens Überlänge. Schade, dass der Veranstalter trotz mehrerer Hinweise nicht in der Lage ist, das zu korrigieren. Ansonsten ist die Organisation des Laufs tadellos. Sieben Runden mussten also die Halbmarathonis abspulen. Und bloß nicht verzählen!

Zum Startschuss um 10:00 Uhr war es noch trocken, bestes Laufwetter. Lediglich der übliche Wind im hinteren Teil der Strecke in Kombination mit der Steigung hoch zum Kröpeliner Tor-Center sollte wie immer ungemütlich werden. Auf der ersten Runde wurde zudem eine kleine Schleife durch den Rosengarten gelaufen, um die 100 Meter rauszuholen. Sieben Runden ziehen sich erwartungsgemäß wie Kaugummi. Abwechslungsreich wurde es noch auf den ersten drei Runden, weil einige Teilnehmer der 5×3 Km-Staffel überholten. Die “Laufen in Rostock”-Staffel holte mit den Lokalmatadoren sogar Streckenrekord. Auch Pamela Anderson zog im Rettungsschwimmer-Outfit vorbei – die am originellsten kostümierte Staffel wurde wieder prämiert. Ich lief die ersten 10 Kilometer in guten 42:20 min. Jedenfalls die ersten 10 Km auf meiner Uhr. Da der Forerunner am Ende gute 21,5 Km zählte, dürfte auch hier schon die Pace zu langsam gewesen sein, um noch in die Nähe der 90 Minuten-Marke zu kommen. Also hielt sich Quälix auf der zweiten Hälfte sehr zurück. Mit eher kontrolliertem Tempo wollte ich zumindest unter 1:35h ins Ziel laufen. Am Ende der 7. Runde war es dann eine Punktlandung: 1:34:00,0. Exakt 5 Minuten vor dem Ziel setzte auch der Regen ein. Viel besser hätte das Timing nicht sein können.

Der 17. Mai 2015 ist schon geblockt im Kalender. Ob es dann 6, 10 oder wieder mal 21 Kilometer werden, wir werden es sehen. Jede der Strecken hat ihren Reiz. Und so wird die Tradition fortgeschrieben. An dem Ort, wo alles begann.

von Running Twin Marek am 11. Mai 2014 · 12 Kommentare · Kategorien: Ausrüstung, Technik

TomTomRunnerEin Gastbeitrag von Danny aus Berlin, der für uns freundlicherweise den Test der TomTom-Uhren übernommen hat:

“Am vergangenen Montag war ich von TomTom eingeladen worden, mir die 2. Generation der Laufuhr “TomTom Runner” anzusehen. Die neue Uhr mit dem Zusatz “Cardio” im Namen trägt den Pulsmesser bereits an Bord, so dass auf einen zusätzlichen Brustgurt verzichtet werden kann. Auf Basis einer neuen Technologie, die bisher nur noch von der Adidas MiCoach und der Mio Alpha verwendet wird, misst die Uhr mittels zweier Leuchtdioden und einer Fotozelle den Blutfluss unter der Haut direkt am Handgelenk und berechnet daraus die aktuelle Herzschlagfrequenz.

TomTom RunnerFür die Präsentation hatte TomTom in das Hotel Pestana in Berlin eingeladen. Nachdem sich alle Teilnehmer in Lauf-Schale geworfen hatten, ging es zusammen mit dem offiziellen TomTom-Botschafter und Schweizer Marathonläufer Viktor Röthlin zu einem kleinen Lauf in den Tiergarten. Nach einem kurzen Warm Up durften wir dann in unsere Uhren ein kleines Intervalltraining programmieren und diese auch gleich testen. Ein paar kurze Cooldown-Tipps vom Fachmann rundeten den Lauf schließlich ab. Bei Fingerfood und kühlen Getränken konnte anschließend ausgiebig über die Uhr sowie vergangene und anstehende Laufevents gesprochen werden.

TomTom Runner Cardio_Rot-Schwarz_HFWie bereits erwähnt ist die wichtigste Neuerung die integrierte Pulsmessung. Der lästige Brustgurt wird damit überflüssig, was ich persönlich sehr begrüße. Der Gurt der “alten” Runner hinterließ zuweilen schmerzliche Eindrücke an meinem Oberkörper. Die zweite auffällige Änderung ist das Armband der Uhr. Das neue Design ist ebenfalls der integrierten Pulsmessung geschuldet. Diese braucht zum einwandfreien Arbeiten absolute Dunkelheit. Das wird durch zwei seitliche Gummilippen gewährleistet, welche die Leuchtdioden von äußeren Lichtquellen abschirmen. Natürlich muss die Uhr dazu plan am Handgelenk anliegen und entsprechend festgezogen werden, was aber keineswegs unangenehm ist. Mit dem neuen Armband scheint auch gleichzeitig ein Mangel behoben zu sein, der mich an der 1. Generation doch etwas störte: so fiel mir die Uhr beim Abnehmen des öfteren aus dem Armband und landete unsanft auf dem Boden. Das neue Armband hält die Uhr dagegen sehr gut fest.

TomTom Runner Cardio_Rot-Schwarz_ZielAnsonsten ist die Uhr mit der aktuellen Software Version ausgestattet und bietet die gleichen Funktionen, wie das Vorgängermodell. Für mich ist die “Ein-Knopf-Bedienung” eine angenehme Sache. Sie ist intuitiv und auch während des Laufens gut zu bedienen. Das Display ist deutlich lesbar und zeigt die mir wichtigen Informationen an. So kann man beim Laufen zwischen verschiedenen Ansichten umschalten. Dazu gehören zum Bsp. Puls, Pace, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, Runde, Strecke in der aktuellen Runde oder natürlich die bisher gelaufenen Kilometer.

So gut ich die Uhr auch finde, das “Drumherum” ist weniger überzeugend. An der TomTom MySports Website hat sich gefühlt seit der ersten Version nichts getan. Der Funktionsumfang ist eher klein und für mich ist die Seite schlicht und ergreifend unübersichtlich. Da ich meine Aktivitäten aber über Endomondo tracke (und damit überaus zufrieden bin), spielt die MySports Plattform für mich keine Rolle. Die zur Uhr gehörende Software bietet die Möglichkeit, die Läufe in verschiedene Dateiformate (tcx,gpx,kml … ) zu exportieren. Klickt man die Uhr in die mitgelieferte Dockingstation, werden die Läufe in den vorher definierten Formaten auf der Festplatte abgelegt. Hat man einen MySports Account, werden sie auch gleich dorthin hochgeladen. Ich lade dann das entsprechende Exportfile bei Endomondo hoch und alles ist schick. Aufpassen muss man nur, wenn man die Pausefunktion der Uhr nutzt und bei einem Stadtlauf an der Ampel die Zeit anhält. Endomondo erkennt beim Analysieren der Exportdateien diese Pausen leider nicht und so kann das Resultat nach dem Upload sehr ernüchternd sein.

TomTom Runner Cardio_Rot-Schwarz_Du gegen Dich_2Ich bin ein Gelegenheitsläufer mit einem Wochenpensum von unter 20km. Ich laufe also eher ohne Trainingsplan und nutze bei der Uhr hauptsächlich den einfachen Laufmodus. Wem das auf Dauer zu langweilig ist, empfehle ich das individuell programmierbare Intervalltraining. Natürlich kann man im Laufmodus verschiedenste Trainingsziele wie das Laufen nach Zeit, Distanz, Kalorienverbrauch oder Pulsbereich setzen. Hinzu kommt ein Lauf gegen sich selbst, bei dem man einfach einen älteren Lauf als Vergleich auswählt. Läuft man los, bekommt man auf dem Display angezeigt, ob man gegenwärtig schneller oder langsamer als der virtuelle Gegner ist.

Fazit: Für mich als Hobbyläufer ist die TomTom Runner ein toller Laufbegleiter. Die Uhr ist leicht, schick und bietet ausreichend viele Funktionen. Und letzten Endes ist das Tracking ja eh nur Nebensache. Im Vordergrund sollte immer der Spaß an der Bewegung stehen. Also ab nach draußen und einfach mal loslaufen!”

von Henrik am 26. April 2014 · 2 Kommentare · Kategorien: Aktuelles, Reisen

TOSKANA_08Nach dem nicht ganz so wunschgemäßen Ergebnis des Rotterdam Marathons ging es eine Woche später gleich weiter in den Aktivurlaub. Eine Woche im RUNNING Company Toskana Laufcamp mit viel Sonne und Training mit Handbremse habe ich mir gegönnt, um die Akkus aufzuladen und mich auf den Mai einzustimmen. Jetzt kommen noch ein paar Wettkämpfe, bevor es im Juni eher moderat mit dem Training weitergehen wird. Nun ist es sicherlich schwierig, in einem Laufcamp zu regenerieren, es sei denn, man lässt alle Einheiten sausen. So haben wir uns für moderate Einheiten ohne Maximalbelastungen entschieden. Das hat sehr gut funktioniert. Eine einzige Tempoeinheit habe ich mitgemacht, aber schnell gemerkt, dass da nicht viel zu holen war. Umso schöner, dass wir den Pinienwald zwischen Cecina Mare und Marina di Bibbona mehrmals für Dauerläufe verlassen haben, um im Hinterland durch die hügelige, berauschende Landschaft der Toskana zu laufen. Auch die Radfahrer konnten sich wieder austoben. Viele Triathleten treiben sich im Frühjahr auch in der Toskana rum. Gelaufen habe ich in der Woche keine 50 Kilometer, aber dafür von den legendären Kraftzirkeln, Lauf-ABC-Einheiten und Dehn-Sessions ordentlich Muskelkater mitgebracht. Das Trainingskonzept in den RUNNING Company Laufcamps setzt nicht auf Kilometersammeln, sondern auf das Vermitteln von Trainingskompetenz – jeder Teilnehmer soll lernen, wie das eigene Training verbessert werden kann. Dazu gibt es Theorievorträge inklusive. Es macht immer wieder Spaß, blutige Laufanfänger kennenzulernen, die ihre ersten Schritte unter Anleitung wagen und mit den erfahrenen Jungs und Mädels zu laufen, die schon den einen oder anderen Marathon hinter sich haben, auf die drei Stunden schauen und viel zu erzählen haben. Dass die eine oder andere Eiskugel und Tiramisu genossen wurden, versteht sich von selbst. Wo könnte das besser gehen als in Bella Italia?