Den Durchbruch des Frühlings hatten wir uns anders vorgestellt. Tief saß der Schock nach den Anschlägen beim Boston Marathon am Montag, die die Nachrichtenlage dieser verrückten Woche dominierten. Doch anstatt panisch zu reagieren, offenbarte sich rasant eine ungeahnte Solidarität innerhalb der Läufergemeinde. Es wurde einfach weitergelaufen, Kilometer für Kilometer und Meile für Meile wurden in Erinnerungen an die Opfer abgespult. Die großen Marathons in London und Hamburg am Sonntag wurden zu wahren Lauffesten – das war Werbung für unseren Sport und ein wunderbares Zeichen: in beiden Städten zählten die Veranstalter mehr Zuschauer als je zuvor. Die Elite-Athleten liefen nicht ganz so schnell wie erwartet, aber das störte niemanden. Was nehmen wir mit? Ein sehr gutes Gefühl, dass die Läufergemeinde näher zusammengerückt ist. Wir halten es in diesem Sinne, laufen weiter wie bisher und trainieren auf die Wettkämpfe im Mai hin. Vor unserem gemeinsamen Saisonhighlight, dem Run & Bike am 10.05. in Neuzelle stehen für mich noch der Frühjahrslauf in Dachau über 10 Km und der StrongmanRun auf dem Plan. Letzterer ist zwar nur ein Spaßwettkampf, sollte aber nicht unterschätzt werden. Auch in diesem Jahr sind 15 Hindernisse auf 22 Kilometern zu überwinden. Ich hoffe auf tatkräftige Unterstützung der RUNNING Company. Sollte nichts schiefgehen, treten wir dort zu dritt an. Schließlich folgt am 26. Mai zum Abschluss des intensivsten Monats noch meine 8. Teilnahme am Rostocker Citylauf, wo ich mich voraussichtlich wieder auf der Halbmarathon-Distanz versuchen werde. Marek überlegt noch, ob er am 5. Mai doch wieder bei den BIG 25 in Berlin antritt. Seine letzten beiden Trainingswochen liefen aber aufgrund von Rückenproblemen alles andere als gut. Doch wir wissen aus Erfahrung, dass er auch ohne intensives Training zu Bestleistungen in der Lage ist. Soll er also kommen, der Mai.
München-Starnberg, ein echter Klassiker! Zur 4. Auflage von #starnberg30 haben sich heute 5 Teilnehmer eingefunden, die sich vom Olympiaeinkaufszentrum zum Starnberger See aufmachten. Rekordteilnehmer Lars passte wegen Trainingsrückstand, dafür fanden sich mit Lissy und Philipp zwei neue Teilnehmer. Timekiller und meine Wenigkeit komplettierten die Runde. Immerhin 32 Km sah der Plan vor. Diesmal sollte nicht in Starnberg Nord Schluss sein, sondern das letzte Stück bis zum Seeufer gelaufen werden. Geplant, getan. Das Tempo wurde konstant unter 6 min/Km gehalten, am Ende waren es im Schnitt 5:52 min/Km. Lissy startet am 21.04. beim Hamburg Marathon und nutzte #starnberg30 als letzten langen Lauf. Am Seeufer angekommen, stürzte die Meute in die Eisdiele -wir hatten uns bei der Terminplanung durchaus wärmere Bedingungen erhofft- und Lissy lief noch zwei weitere Kilometer am See auf und ab. Sie schaffte mit Endbeschleunigung sogar die gleiche S-Bahn wie wir zurück. Bei Km 8 wartete Ludwig und begleitete uns für 6 Kilometer. Das werten wir natürlich nicht als vollständige Teilnahme ;).
Ich wagte ein kleines technisches Experiment. Das iPhone habe ich mit der App “Lifelapse” ausgestattet. Diese nimmt alle 30 Sekunden ein Foto auf. Eine passende Umhängetasche habe ich mir selbst gebastelt, dafür taugte eine alte iPhone-Gürteltasche mit Clip. Aus der lugt das iPhone etwas heraus, damit die Kameralinse sichtbar ist. Die Fixierung erfolgte zusätzlich an den Gurten des Trinkrucksacks. Damit gelingt es erstaunlich gut, Bilder von der Strecke einzufangen. Beim nächsten Mal muss ich weniger vorne laufen, damit man die anderen Teilnehmer öfter erwischt. Ein paar Schnappschüsse habe ich exportiert und in die Galerie eingefügt. Die App kann per Knopfdruck alle aufgenommenen Bilder zu einem Daumenkinofilm zusammenpacken und den dann auf YouTube hochladen. Ich habe mit iMovie noch Musik runtergelegt:
Steffen hat mit seiner Minikamera ein paar schöne Clips aufgenommen, die er hier zusammengeschnitten hat. Ein schönes Video, vielen Dank, Steffen!
Zumindest kann man so einen Eindruck gewinnen, wo wir so immer langlaufen. Beim nächsten Mal soll es wieder Wurm-abwärts von Starnberg nach München gehen. Vielleicht dank dieser Dokumentation mit neuer Rekordteilnehmerzahl?
- Hinter Gauting
- Vor dem Start am OEZ
- Letzter Uhrenabgleich
- Nymphenburg
- Nymphenburg
- Ludwig wartet auf die Meute
- 6 Km lief Ludwig mit uns
- Aufstieg zur Autobahnbrücke
- Kreuzende A95
- An der Würm bei Km 25
- Timekiller nach dem Aufstieg
- Die Bundesstraße nach Starnberg
- Nur noch 5 Kilometer bis zum See
- Steffen wartet auf dem Hügel mit Kamera
- Im Ziel in neuer Rekordzeit
Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen und man merkt kaum, wie schnell die Zeit rennt und die Frühjahrshighlights näher und näher rücken. Marathon hin oder her (ob ich in Dresden beim OEM die volle Distanz laufe, weiß ich immer noch nicht), unser geplantes Abenteuer 100km Bike&Run in Neuzelle wollen wir natürlich nicht ganz unvorbereitet angehen. Der Respekt vor der Distanz ist groß. Zumal sich dabei noch ein anderer Faktor dazugesellt, der für uns läuferisches Neuland darstellt: den Großteil des Wettkampfes werden wir in der Dunkelheit absolvieren. Und das bei einer Streckenkenntnis von ziemlich exakt 0%. Wir werden folglich beide topfit sein müssen, damit wir uns ausreichend auf die “restlichen” Unwegbarkeiten dieser Herausforderung konzentrieren können. Eine passende mentale Vorbereitung ist folglich auch notwendig. Nur wie?
Wir beide sind aktuell mehr als gut eingespannt in Job, Familie und allem, was neben dem Sport das Leben lebenswert macht. Henrik hat am Wochenende den (in Läuferkreisen mittlerweile sehr begehrten) Klassiker Starnberg30 auf dem Programm. Ich hatte mir mal wieder meinen Arbeitsweg auserkoren, um diesen wie schon öfters so effektiv wie möglich für das Training zu nutzen. Mit einem kleinen Unterschied zu den gewohnten Bedingungen: diesmal wartete kein Auto auf mich am S-Bahnhof, diesmal sollte es die volle Distanz werden mit einer Passage komplett im Dunkeln, diesmal wollte ich sehen, wie und ob ich sowohl physisch als auch mental diese Herausforderung meistern kann. In Zahlen ausgedrückt: Start um 6Uhr von der Haustür in den Weiten Brandenburgs und knapp 30km über Berlin-Treptow zum Ziel am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Versorgung auf Minimal-Niveau, d.h. ein Gel hatte ich mir für den abendlichen Rückweg mitgenommen. Gegen 08:30 kam ich dann wie geplant auch problemlos im Büro an und mußte nur die letzten 5km etwas “ziehen”. Meine Taktik, am Morgen auf dem
Hinweg nicht zu überziehen und möglichst lange im niedrigen Pulsbereich zu laufen, schien gut aufgegangen zu sein. Für die Energiezufuhr gab es mittags den obligatorischen Döner und ein paar Äpfel und Bananen.
Abends um Punkt 19Uhr machte ich mich dann wieder auf in Richtung Süden. Während morgens das Wetter noch recht schön war, wurde es abends wieder unangenehm kalt. Die warmen Handschuhe wären die bessere Wahl gewesen! Während ich noch im Hellen gestartet bin, dämmerte es langsam und nach der Halbzeit war es dann komplett dunkel. Passend dazu stieg auch der Garmin aufgrund von Batteriemangel aus. Die Beine waren erstaunlich locker und vom morgendlichen “Ausflug” merkte ich kaum etwas. Diese Feststellung hatte ich ja schon mehrfach, aber noch nie war ich morgens 30km gelaufen! Aber der mentale Test sollte erst folgen. Immer parallel zur S-Bahn gab es mehrfach Möglichkeiten, das Experiment spontan zu beenden. Am S-Bahnhof Grünau, ca. 12km vor dem Ziel, kam die letzte Chance: alles oder nichts? Aber mir ging es bis auf die gefrorenen Finger noch gut. Die Stirnlampe für die folgenden 5km war Pflicht: außer vorbeirasende Autos kam hier keine Menschenseele vorbei. Das Tempo mußte ich merklich drosseln und auch das Gel kam nun zum Einsatz. War ich froh darüber, wo ich doch nun mehr und mehr abbaute! Die Stadtgrenze war dann aber schneller als erwartet erreicht. Nur noch 7km. Und die zogen sich wie Kaugummi. Jetzt war die Verlockung doch groß, einfach ein Stück zu gehen. Außerdem hatte ich einen Bärenhunger mittlerweile. Jeden McDonald’s hätte ich jetzt skrupellos überfallen. Was macht man in solchen Momenten: die restliche Strecke in Einheiten aufteilen, und wenn sie noch so klein sein mögen. Bis zum Kindergarten. Bis zum Bahnübergang. Bis zum S-Bahnhof. Verdammt noch mal, jetzt wird nicht mehr aufgegeben! Erleichterung macht sich breit, als ich vor unserer Haustür stehe. 21:28Uhr – sogar 2min unter der Zeit :-) Aber das spielt nun gar keine Rolle in dem Moment. Dann muss ich erstmal mit Pizza und Apfelschorle auftanken. Ganz schönes Brett! Die einzige Nachwehe heute war der Muskelkater im Hintern. Damit kann ich leben.
Relativ spontan habe ich mich entschlossen, doch eine Woche Laufcamp einzuschieben und mit der RUNNING Company Truppe in die Toskana zu fahren. Nach dem Transgrancanaria hatte ich zwei Wochen keinen nennenswerten Lauf absolviert, die Beine artig stillgehalten und Marek das Feld überlassen (was er mit zwei Podestplatzierungen großartig nutzte). Ich wollte es zunächst nicht wahrhaben, aber die Strapazen des Marathons hatten ihre Spuren hinterlassen; die Trainingspause war bitter nötig. So bot sich drei Wochen nach dem Wettkampf die Gelegenheit, das Training bei erträglichen Temperaturen wieder hochzufahren und die Unterstützung der Gruppe zu genießen. Ein wichtiges (Halb-)Marathonziel habe ich ja im Frühjahr nicht. Aber mit dem Köpenicker Altstadtlauf (14.04., 10 Km) und dem Bike & Run (11.05., 100 Km) stehen zwei Läufe an, bei denen wir als Running Twins gut mitmischen wollen. Dafür kann eine Woche intensives Training noch viel wert sein.
Wie läuft so ein Laufcamp eigentlich ab? Bis auf den Anreisetag sind jeden Tag zwei Trainingseinheiten angesetzt, eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Am Mittwoch ist Ruhetag. Auf dem Programm stehen ruhige Dauerläufe, lange Dauerläufe und zwei Tempotrainings, eines davon auf der Bahn im Stadion von Cecina. Begleitprogramm während der ganzen Woche: Lauf-ABC, Dehnen und Stabilisierungseinheiten. Letztere stoßen bei Läufern grundsätzlich auf wenig Begeisterung, fallen aber in der Gruppe wesentlich leichter aus. Spaß hat es wieder gemacht, mit den Red Runners zu trainieren. Der Pinienwald von Cecina Mare ist Nationalpark und bietet ein berauschendes Setting für Waldläufe. Der Boden ist weich und sehr angenehm zu belaufen. Laufstrecken sind vermessen und ausgeschildert, kurzum: ein Paradies für Läufer. Ich habe ganz ordentlich mitziehen können, auch wenn der Wiedereinstieg etwas holprig ausfiel und ich es etwas langsamer als erwartet angehen lassen musste. Mit der Schuhwahl lag ich leider etwas daneben, der einzig brauchbare Schuh war der K-ruuz 1.5 von K-Swiss. Mit dem Puma Mobium und dem Brooks PureGrit 2 bin ich noch nicht warmgeworden. Mehr als 130 Km haben wir in den 7 Tagen geschafft. Ganz spurlos geht das nicht in einer Woche an mir vorbei. Aber insgesamt lässt diese Woche hoffen auf gute Wettkämpfe im Frühjahr!
Wer auf den Geschmack gekommen ist: mehr Infos zu den beliebten RUNNING Company Laufcamps gibt es hier. Vielleicht sieht man sich mal in der Toskana, in Livigno oder auf Lanzarote.
Es ist Mittwoch, der 21.03.2013. Kalendarischer Frühlingsanfang. Gegen 20:30Uhr beschließe ich meinen langen Arbeitstag und mache mich vom Büro am Berliner Alexanderplatz auf zum nächtlichen Lauf aus der Stadt. Kaum aus der Tür raus, beginnt es zu schneien. Nicht, dass mich das noch überraschen würde, ich nehme es locker und versuche, den stressigen Tag so gut wie möglich hinter mir zu lassen und auf den knapp 18km zum S-Bahnhof auf andere Gedanken zu kommen. Die gleiche Strecke bin ich am Morgen in die Stadt hereingelaufen und kann auf einigen Abschnitten sogar noch meine Fußabdrücke erkennen. Um etwas Abwechslung zu bekommen, beschließe ich nach ein paar Kilometern, mein Telefon hervorzukramen und den Lauf mit ein paar bewegten Bildern zu dokumentieren. Seht selbst, wie es mir ergangen ist an jenem frühlingshaften Abend.
Vorbei geht es am Treptower Park. Die Strecke am Wasser ist nicht vollständig beleuchtet und war schon die letzte Woche schwer zu laufen. Auch abends trifft man hier oft noch Läufer – an diesem Abend habe ich keinen gesehen. Wer kennt das nicht: das Gesicht und das Sprachzentrum frieren bei solchen Bedingungen langsam aber stetig ein. Demzufolge wirken meine Bemerkungen wahrscheinlich zunehmend wirrer ;-)
Der kopfmäßig schwierigste Abschnitt war nun hinter mir, so stelle ich mir ungefähr unseren nächtlichen Ausflug beim 100k Bike & Run in Neuzelle vor – nur da ohne Schnee und mit Henrik an meiner Seite. Bis dahin ist noch einiges an Training notwendig, auch für den Kopf. Denn Laufen ist für mich auch viel Kopfsache.
Nach ca. 80min war es dann auch geschafft – ich war es auch und zudem tropfnass. Schön war es trotzdem. Im Schnee zu laufen ist anstrengender als im Trockenen, aber mir macht das Laufen im Moment wieder viel Spaß. So soll es auch bleiben! Und bei Euch? Wartet Ihr auf den Frühling oder zeigt ihr dem Winter den Stinkefinger?
Da arbeitet man wochenlang auf das Frühjahrshighlight hin, kämpft mit Schnee, Eis, fiesen winterlichen Bedingungen und fragt sich immer wieder, ob sich die Schinderei auch lohnen wird. Und dann steht es plötzlich vor der Tür und die Aufregung steigt von Tag zu Tag. Teilweise kann ich nicht mehr einschlafen, ohne an das Event zu denken. Nicht mal eine magere Woche bleibt noch bis zum Transgrancanaria, dem wohl größten läuferischen Abenteuer meines bisherigen Läuferdaseins. Am Samstag 02.03. 10:00 Uhr (09:0011:00 Uhr deutscher Zeit) fällt der Startschuss in den Bergen der kanarischen Insel. Jetzt folgt nur noch ein gutes Tapering mit lockeren Läufen und wenigen Tempospitzen. Da bleibt Zeit für ein Fazit zur Vorbereitung.
Es war kein klassisches Marathontraining, dafür waren Pace und Umfang zu wenig. Ich hätte zudem gerne etwas früher begonnen, nur leider machte mir ein dämlicher Unfall mit dem Roller Ende November einen Strich durch die Rechnung. Dass ich am 01.12.2012 schon wieder am Nikolauslauf teilgenommen habe, war angesichts des Zustands des Knies unvernünftig. Aber es musste zumindest eine Zeit her, um die Winterlaufserie komplett zu laufen. Als Startschuss für das Marathontraining taugte der Lauf immerhin. Und so konnte ich vier Wettkämpfe in die Vorbereitung einbauen, die als richtig gute Tempoeinheiten fungierten. Dass die Form stimmt, zeigte der 20 Km-Lauf im Rahmen der Münchner Winterlaufserie und zuletzt auch die Leistungsdiagnostik. In Zahlen sah die Vorbereitungszeit so aus:
| Woche | KW | Trainingseinheiten | Km | Höhenmeter | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 49 | 4 | 63 | 213 | 6:08 h |
| 2 | 50 | 3 | 38 | 117 | 3:42 h |
| 3 | 51 | 7 | 123 | 459 | 11:50 h |
| 4 | 52 | 5 | 67 | 263 | 5:41 h |
| 5 | 1 | 5 | 80 | 553 | 7:42 h |
| 6 | 2 | 5 | 75 | 448 | 7:22 h |
| 7 | 3 | 6 | 72 | 298 | 7:24 h |
| 8 | 4 | 6 | 106 | 592 | 9:44 h |
| 9 | 5 | 6 | 58 | 340 | 4:56 h |
| 10 | 6 | 5 | 77 | 402 | 7:56 h |
| 11 | 7 | 6 | ~50 | ||
| 12 | 8 | 4 | ~40 + Wettkampf |
Mit der Statistik und der Formkurve bin ich mehr als zufrieden. Am Ende werden mehr als 850 Vorbereitungskilometer auf dem Tacho stehen. Ob das Bergtraining mit den Höhenmetern reicht, werde ich am kommenden Samstag sehen, wenn es die zwei bösen Anstiege zu bezwingen gilt. Wichtig ist nach so einer Vorbereitung aber auch das Gefühl. Nichts ist schlimmer, als an der Startlinie zu stehen und ein schlechtes Gewissen ob einer schwachen Vorbereitung zu haben. Zum Glück wird mir das nicht passieren. Und man kann sicher auch von Glück sprechen, dass im Training alles heile geblieben ist und keine Verletzung den Trainingsplan ausgebremst hat. Überhaupt, der ausgewogene, aber fordernde Trainingsplan von RUNNING Company Cheftrainerin Bianca dürfte wieder ein Schlüsselelement zum Gelingen dieses verrückten Laufs sein. Wer den Spaß mitverfolgen will: es wird eine Echtzeitübertragung der Zwischenzeiten auf dieser Seite geben. Die hoffentlich besser funktioniert als beim Berlin Marathon. Dort werden also die Zwischenzeiten der Checkpoints
- Teror – Km 17
- Santidad – Km 27
- Tenoya – Km 36
- Las Palmas – Km 41 (Ziel)
einlaufen. Fotograf Gregor wird mit vor Ort sein und hoffentlich dazu kommen, den einen oder anderen Tweet auf unserem Twitter-Kanal abzusetzen. Also Daumendrücken, dass ich wohlbehalten in Las Palmas durch den Zielbogen laufe. Ich kann es kaum erwarten.
Kein Zweifel. Während Henrik seit Dezember intensiv für den Transgrancanaria trainiert, hatte das Laufen für mich in diesem Winter eine eher untergeordnete Priorität. Man könnte auch sagen: gar keine. In den Jahren zuvor hatte ich in der kalten Jahreszeit immer fleißig Kilometer gesammelt, getreu der Devise: die Sieger des Sommers werden im Winter gemacht. An der These ist ja mit Sicherheit auch etwas Wahres dran. Einen großen Einfluss hatte sie allerdings nicht. Der Laufsport an sich ist mir nachwievor sehr wichtig und wir haben ja dieses Jahr auch eine Menge großartiger Events eingeplant. Es hat mich schon ein wenig überrascht, wie gut ich mit der Situation klargekommen bin. Normalerweise werde ich relativ schnell unerträglich, wenn die Laufpause länger als eine Woche andauert. Aber dieses Mal habe ich mit den Fakten Frieden geschlossen und versucht, den Druck (den ich mir ja nur selbst auferlege), rauszunehmen und die anderen Prioritäten ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Ein absolut positiver Nebeneffekt der Pause war das Mehr an Zeit, das ich für meine Familie aufbringen konnte. Die kommt im Alltag einfach oft zu kurz. Und gerade in der laufintensiven Zeit, z.B. vor einem Marathon, versucht man aus der wenigen Zeit zum Training noch ein wenig mehr zu machen. Das ist nicht wirklich förderlich für ein ausgeglichenes Familienleben, machen wir uns nichts vor. Gutes Ausdauertraining braucht nun einmal viel Zeit.
In den letzten Tagen habe ich festgestellt, dass allein schon das Wort “Training” ein schlechtes Gewissen verursachen kann. Training heißt doch, dass man konkret auf ein Ziel hinarbeitet, um auf den Punkt genau topfit zu sein. Aber Laufen sollte primär dazu dienen, dass man Spaß an der Bewegung hat, raus in die Natur und Entspannung vom stressigen Alltag finden kann. “Training” findet in zukünftigen laufarmen Zeiten also bei mir nicht mehr statt. So ganz habe ich die Laufschuhe die letzten 3 Monate ja auch nicht an den Nagel gehängt. Die wenigen Einheiten waren dann aber eher im regenerativen Bereich. Für eine gute Platzierung beim Silvesterlauf hat es dennoch gereicht. Zwei Erkältungen schon in diesem Jahr waren dem Ganzen dann auch nicht weiter förderlich. Ich glaube, die Signale meines Körpers aber verstanden zu haben. Wie geht es nun weiter? Konkrete Ziele habe ich für 2013 noch gar nicht definiert. Das wird sich im Kopf schon zu gegebener Zeit entwickeln. Im Frühjahr werde ich mich erstmal auf den Halbmarathon stürzen. Ob ich Ende April die Marathondistanz beim OEM in Angriff nehmen werde, steht noch in den Sternen. Jetzt überlasse ich erstmal Henrik das Feld für sein Frühjahrshighlight. Die gemeinsamen Highlights werden folgen, soviel ist sicher!
Schnödes Trainingsprogramm – so lautete die Devise für die vergangene Woche. Da gibt es wahrlich nichts Spannendes zu berichten. Ja, es waren zwei harte Einheiten dabei. Am Mittwoch und Freitag habe ich mich jeweils kurz vor Mitternacht nach draußen geschoben und im Münchner Dauerregen den Trainingsplan abgespult. Solche Einheiten sind allein gelaufen völlig spaßbefreit, mögen mir Motivationsspezialisten erzählen, was sie wollen. Da laufe ich um 1 Uhr morgens unter Ausschluss der Öffentlichkeit 7x um die Theresienwiese und stelle mir gefühlte 10 Mal die Frage
WAS TREIBT UNS AN?
Diese Frage wird von der allgemeinen Verständnislosigkeit für das Trainingsprogramm noch angefacht. Da bekomme ich oft zu hören, dass ich doch meine Gesundheit ruiniere bzw. zu dieser Zeit schlafen müsse. Und dass ich abgenommen hätte wegen der ganzen Lauferei. Wobei Bemerkungen solcher Art noch in die nettere Urteilskategorie fallen. Inzwischen geht das ins eine Ohr rein und direkt aus dem anderen wieder raus. Wobei es ja absolut unstrittig ist, dass Bett und Couch attraktive Alternativen zum Wintertraining sind. Wo kommt sie also her, die Motivation?
Zum einen ist da natürlich das große Frühjahrsziel in Form des Transgrancanarias am 2. März. Ohne dieses sähe es jetzt wohl anders aus. Genau an Weihnachten 2012 habe ich etwas Torschlusspanik bekommen (“nur noch 10 Wochen bis Anfang März!”) und das Training hochgefahren. Dahinter steht einzig und allein der Gedanke, in den Bergen der Insel nicht einzugehen und das Rennen abseits der unvermeidbaren Quälerei zumindest abschnittsweise genießen zu können. Mit einem großen Fragezeichen hinter dem Trainingszustand an der Startlinie eines Marathons zu stehen, ist erfahrungsgemäß gar kein gutes Gefühl. Also bildet sich der Antrieb vor allem aus dem Wunsch, dass der Wettkampf belohnt für die Trainingsanstrengungen und nicht das Leiden noch verlängert. Doch es muss viel mehr als das sein.
Machen wir uns nichts vor, das Ego wird schon gelegentlich gestreichelt von Menschen in der “peer group”, die zumindest Respekt gegenüber der sportlichen Leistung zeigen. Der Motivationsklopfomat liefert mehr oder weniger sinnreiche Aussprüche von Menschen ab, die Laufen nicht nur als Hobby, sondern als eine Ausprägung ihrer Lebenseinstellung und Mittel zur Selbstfindung betrachten. Eine Nebenbeschäftigung in der Freizeit ist das Laufen schon lange nicht mehr. Wer einmal einen Marathontrainingsplan durchgezogen hat, weiß, dass mind. 12 Wochen eine Beschäftigung Priorität eins hat. Es ist auch eine emotionale Beschäftigung mit sich selbst. Man hat auf den endlosen Runden im “Flow” ganz viel Zeit zum Nachdenken, bekommt ständig Gedankenanstöße einfach nur dadurch, dass man etwas auf der Strecke sieht. Und wenn nicht gerade das Todes-Tempointervall auf der Uhr angepiept wird, vollzieht das Hirn wahre Gedankensprünge. Es ist erwiesen, dass Ausdauersport die geistige Aktivtät anregt. Aber auch der physische Verfall wird durch regelmäßiges Laufen nachweislich gebremst. “Fit bleiben” klingt als höhere Motivation wenig konkret. Wenn ich aber schneller die U-Bahn-Treppen hochlaufe als die Rolltreppenbenutzer fahren, macht sich das Plus an Lebensqualität auch im Alltag bemerkbar. Allein das ist ein täglicher innerer Vorbeimarsch.
“Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann lauf Marathon.”
Wie der große Emil das gemeint haben könnte, muss wohl jeder selbst erfahren, der auf einen Marathon (oder gar einen Ultra) hintrainiert. Der Weg zum Marathon hält so viele schöne Momente bereit, die ohne das Laufen schwer vorstellbar sind. Da ist das Erkunden der Umgebung. Als überzeugter Innenstadtbewohner habe ich so die Umgebung von München step-by-step erlaufen und berauschende Strecken und Plätze gefunden. Da sind die Menschen, die ich auf dem Weg kennengelernt habe. Es sind nicht unbedingt Freundschaften für’s Leben, die da entstehen. Ob im Training oder bei Wettkämpfen, ich freue mich immer wieder über das Fachsimpeln, das gemeinsame Training und das gegenseitige Anspornen. Niemand aus dem Kreise macht das professionell, und doch ist Laufen für die meisten ebenso mehr als ein Hobby. Laufen verbindet. Und bringt uns dazu, auch mal verrückte Dinge zu tun. Und daran denke ich auch, wenn mir zum x-ten Mal auf der langen Wiesnrunde die Frage nach dem Warum aufkommt.
Gestern gab es auch wieder so eine schöne Belohnung. Mit den Olympiabergziegen Lars-Peter, Timekiller Heimo, Hans-Martin und Steffen (beide erstmals dabei) ging es zum dritten Mal auf die Strecke Starnberg-München. Und obwohl das immerhin 30 Km sind, der Schneefall noch nicht aufgehört hatte, das Thermometer knapp über 0° anzeigte, wollte ich zu keinem Zeitpunkt auf der Couch oder im Bett sein. Am Ziel auf dem S-Bahnhof Starnberg Nord baten wir einen älteren Herrn, von uns ein Foto zu schießen. So ganz glauben konnte er nicht, dass wir aus München gelaufen sind. Nicht für jeden muss man die große Frage beantworten, was uns antreibt.
WAS TREIBT EUCH AN?
Am Sonntag soll ich also bei einer Stadioncross-Veranstaltung mitlaufen. Das ist schon was für die etwas robustere Kategorie. Ja, der Schnee. Natürlich hat das seinen Reiz, diese schön anzuschauende weiße Pracht und das knirschende Geräusch unter den Fußsohlen. Dass die Außentemperatur sich um den Gefrierpunkt bewegt, ist dabei nicht weiter störend, sogar meine Erfrierungserscheinungen halten sich in Grenzen. Die Bodenverhältnisse sind schon kritischer, wer will sich schon verletzen am Anfang der Saison. Solange der Schnee einigermaßen trittfest ist, kommt man auch mit normaler Sohle unter dem Laufschuh gut voran. Schwieriger ist das Abrollen in jedem Fall: beim Auftreten droht das Wegrutschen genau wie beim Abdruck. Welche Schuhe sind also empfehlenswert, um nicht auf längs auf dem Boden zu landen? Grundsätzlich sollte man den Nutzen von Trailschuhen nicht überbewerten. Diese haben eine stabilere, profiliertere Sohle, sowie ein robusteres und wassserabweisendes Obermaterial. Beide Eigenschaften sind für nass-kalte Tage gut zu gebrauchen. Doch bevor man die Schuhe schnürt, sollte genau überlegt werden, wo die Laufrunde langführen soll. Auf extrem rutschigem Untergrund sind die Profilsohlen von Trailschuhen eher kontraproduktiv, auf unebenem bzw. matschigem Boden dagegen leisten sie sehr gute Arbeit. Mit diesen Trailschuhen sind wir in diesen Tagen unterwegs:
Die Trail-Variante aus der Minimus-Serie ist eine sehr gelungene Kombination aus Minimal- und Trailschuh. Geringe Sprengung, hochgradig flexibel, bequeme Passform und ein toller Look. Die “Molekül”-Sohle sorgt für ordentlichen Grip im Schnee und auf feuchten Böden.
Der erste Ausführung des Trailschuhs aus der Pure-Serie hat uns ebenso überzeugt. Die geschmeidige Passform und das robuste Obermaterial zeichnen den PureGrit aus. Die Sohle ist etwas eigensinniger: durch die Anordnung der Noppen lässt der Grip auf rutschigem Untergrund zu wünschen übrig.
Ein Allrounder ist der Crossmax. Die Dämpfung ist durchaus üppig, hier hat man deutlich mehr Schuh am Fuß. Dafür stabilisiert der Salomon auf wechselnden Untergründen sehr gut. Praktisch ist die Schnellschnürung. Der Crossmax XR mit seiner Contagrip-Sohle ist die “Nummer sicher” aus der Trailschuhabteilung.
Welcher Schuh am Sonntag bei den 8 Runden des PSV Stadion-Cross zum Einsatz kommt, hängt stark von der Schneelage ab. Aber so ganz ohne Schnee und Matsch macht so eine Veranstaltung doch gar keinen Spaß.
Wie jedes Jahr: völlig überraschend steht schon wieder Weihnachten vor der Tür. Und der obligatorische Jahresrückblick. Lassen wir doch in diesem Jahr Bilder statt Worte sprechen.























