von Running Twin Marek am 16. Juni 2011 · 3 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Jahr bisher das Schwierigste meiner noch jungen „Laufkarriere“ ist. Bisher hatte ich keine größeren Verletzungen oder Blessuren zu beklagen und mußte nie länger als 1-2 Wochen mit dem Laufen pausieren. Nun sind schon 2,5 Monate seit dem Berliner Halbmarathon vergangen und meine Zerrung in der Wade begleitet mich noch immer. Damit ich nicht völlig einroste, habe ich mir ein kleines Alternativtraining auferlegt, bei dem die Wade kaum belastet wird: Fahrrad fahren! Natürlich muss auch das in den Berufs- und Familienalltag integriert werden und so fahre ich nun brav jeden Mittwoch mit dem Mountainbike in die Stadt und wieder zurück. Mit den immerhin 60 Tageskilometern habe ich schon jetzt das Pensum des gesamten letzten Jahres getoppt. Die Frage, die sich viele Läufer stellen: bringt das denn überhaupt etwas für die Laufform? Nun ich sehe folgende Vorteile:

  • Sportliches Fahren ist ein gutes Training für das Herz- / Kreislaufsystem.
  • Die sportliche Abwechslung macht mir Spass.
  • Ich kann trotz Verletzungspause weiter trainieren.
  • Die starke Belastung der Wade wie beim Laufen ist kaum vorhanden.
  • Meine Jungs freuen sich, wenn ich sie im Anhänger durch die Gegend ziehe :-)
  • Ich spare Benzin und belaste die Umwelt weniger.

Gerade wenn man viel im aeroben Bereich fährt (mir fällt es wie beim Laufen schwer, langsam vor mich hin zu fahren), trainiert man zumindest die Grundlagenausdauer und belastet andere Muskelgruppen als beim Laufen. Und man glaubt gar nicht, wie schnell man auch vorankommt (auch wenn man an den roten Ampeln stehenbleibt, wie es viele Radfahrer leider nicht tun). Nichtsdestotrotz bleibe ich natürlich dem Laufen treu und hoffe, dass ich bald zu 100% fit bin und wieder angreifen kann. Sonntag steht ja bereits mit dem Airportrun der nächste Wettkampf auf dem Plan. Ich habe keinerlei zeitliche Ambitionen und werde versuchen, locker durchzulaufen. Die Temperaturen sollen angenehm werden, was mir sehr entgegenkommt. Ob ich durchstarten kann?

Sowas passiert immer auf der Wiesn. Da trinkt man eine Maß über den Durst und schon sitzt man mit im Boot. Mein Kollege Olaf schlug im September vor, in diesem Jahr am Alpen Triathlon teilzunehmen – als Staffel. Dirk dazu als Schwimmer, ich als Läufer. Und *kling* wurde darauf angestoßen. „Daran erinnert sich in einer Woche sowieso niemand mehr.“ Weit gefehlt. Ich persönlich habe die Planungen vorangetrieben, denn nachdem ich die Ausschreibung gelesen hatte, ließ mich das Event nicht mehr los. Da war vom „malerischen Bergpanorama“ und einer „anspruchsvollen Strecke“ die Rede. Mit ein wenig internem Marketing haben wir inzwischen sogar drei Firmenstaffeln für die Olympische Distanz (1,5 Km Schwimmen, 40 Km Radfahren, 10 Km Laufen) zusammen. Doch bevor ich die Anmeldungen absetze, wollte ich mir selbst einen Eindruck von der Strecke verschaffen. Streckenkenntnis wird gern als Erfolgsfaktor unterschätzt. Und gerade die gefürchteten Anstiege sollte man mal gelaufen sein. Alles halb so wild? Ja und nein. Weiterlesen »

Gleich geht es wieder zum Gruppentraining. Anfang Februar hatte ich beschlossen, mir dieses Modell über einen längeren Zeitraum mal anzusehen. Deutschland ist Läuferland. So gibt es in den Großstädten dieses Landes gleich mehrere Möglichkeiten, unter professioneller Anleitung und in der Gruppe zu trainieren. In meiner Wahlheimat München stehen z.B. die üblichen Verdächtigen von jk running, ein Newcomer namens Smartrunning, die Running Company um Bianca Meyer und nicht zuletzt der alteingesessene MRRC zur Auswahl. Der MRRC passt als nicht-gewinnorientierter Verein nicht ganz in das Schema. Ich hatte mich nach einem imposanten Probetraining (wo bei gefühlten -10 Grad sowie Eis/Schnee/Dunkelheit fast 20 Läufer anwesend waren!) für einen 12-wöchigen Testlauf bei der Running Company entschieden. Das modulare Angebot aus einem Gruppentraining unterhalb der Woche zu einer arbeitnehmerfreundlichen Zeit und wöchentlich aktualisiertem Trainingsplan hat mich angesprochen. Erst beim zweiten Training habe ich mitbekommen, dass Chefin Bianca Meyer die Titelverteidigerin des München Marathons über die halbe Distanz ist. Die 12 Wochen sind nun bald in’s Land gegangen – Zeit für Fazit und Ausblick. Was gefällt mir eigentlich am Gruppentraining? Weiterlesen »

von Running Twin Marek am 30. März 2011 · 7 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

Wenn es diesen Sonntag um 10:45 auf die flache Strecke beim Berliner Halbmarathon geht, dann wird es für mich der 13. „Halbe“ sein. Wenn ich richtig gezählt habe, wird Henrik seinen 12. bestreiten. Dann wollen wir doch mal hoffen, dass die 13 in diesem Fall keine Unglückszahl für mich wird. Die Vorzeichen stehen durchaus positiv, obwohl der März in der Vorbereitung alles andere als optimal für mich lief: durch einen Magen-Darm-Virus konnte ich knapp 2 Wochen gar nichts tun. Lehrgeld dabei: ein verfrühter Comeback-Versuch ist zum Scheitern verurteilt. Diese Woche, die ich eigentlich noch zur Vorbereitung nutzen wollte, habe ich bis jetzt beim Graben und Fräsen des heimischen Gartens verbracht. Muss ja auch mal sein. Wann hat man sonst dafür Zeit, außer im Urlaub!? Wenn wir schonmal beim Jammern sind: nach meinem Lauf vom Sonntag habe ich plötzlich Schmerzen im rechten Schienbein bekommen. Ich hoffe ich kriege das mit genug Voltaren wieder hin. Wäre doch gelacht. Aber sind bestimmt alles nur wieder irgendwelche Lappalien, die in der letzten Woche vor dem Wettkampf urplötzlich auftreten (oder man bildet es sich ein). Bei Henrik mache ich mir null Sorgen um seinen Auftritt, bei seiner Laufleistung in diesem Jahr bekomme ich eher große Augen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch gleich der Deutschen Telekom huldigen, die es in sage und schreibe 8 Monaten geschafft hat, einen Telefonanschluss in unserem Haus bereitzustellen. Jetzt gibt es folglich Highspeed nicht nur auf der Laufstrecke sondern auch auf der Leitung. Wir sehen uns am Sonntag Leute!

Ok, ein wenig feiern und anstoßen durfte schon sein am vergangenen Freitag. Wir laufen ja nicht nur zusammen, sondern haben auch am gleichen Tag Geburtstag. Bevor die übliche Frage aufkommt, wer denn der ältere von uns ist: ich war 10 Minuten schneller. Auf die Halbmarathon-Distanz also eine Ewigkeit. Generell gibt es ja schon eine gewisse Antiproportionalität zwischen Alter und Geschwindigkeit. Wenn wir die ganz jungen Hüpfer auf der Strecke sehen, werden wir natürlich ein wenig neidisch. Ja, die Wehwehchen werden nicht weniger. Aber Hand auf’s Herz, auch mit 32 fühlen wir uns noch frisch und sind uns sicher, dass noch so einiges „geht“ auf der Laufstrecke. Es muss nicht immer das Hochschrauben der Bestzeiten sein -in nicht allzu ferner Zeit wird das sowieso hinreichend schwierig bis unmöglich-, vielmehr kommt mit der zunehmenden Erfahrung auch die Genusskomponente hinzu. Oder das eine oder andere nicht ganz so konventionelle Laufevent. Mit dem StrongmanRun fangen wir in diesem Jahr einfach mal an. Wer weiß, was noch für extreme Herausforderungen auf die Running Twins warten? Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk an uns beide ist die gemeinsame Teilnahme am Berliner Halbmarathon am kommenden Sonntag. Es gibt für 2011 mehr als genug Unwägbarkeiten, aber was sicher ist: auch im neuen Lebensjahr bleiben wir dem Laufen treu. Dem Bloggen natürlich auch. Auch darauf haben wir am vergangenen Freitag (leider nur virtuell) angestoßen.

von Running Twin Marek am 26. Februar 2011 · 6 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

Nach dem Wettkampf ist vor dem nächsten Lauf: wieder ist eine Trainingswoche vorbei, in der alles nach Plan lief. Wobei: einen Plan – genauer einen Trainingsplan – habe ich ja bis heute noch nicht. Das muss sich ändern. Evtl. kann mir einer von Euch ja einen guten empfehlen!? Ernährungstechnisch haben wir unser Frühstück auf vollwertige Komponenten umgestellt. Das Foto habe ich heute morgen gemacht, im Anschluss habe ich bei herrlichem Sonnenschein meinen ersten Lauf in diesem Jahr mit den FiveFingers hingelegt. Ich dachte, meine Waden melden sich danach und beschweren sich, aber nix da, keinerlei Nachwehen sind aufgetreten. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Vorbereitungswoche, wenn man den letzten Samstag mit einbezieht, bin ich auf 80km gekommen, das läßt sich doch sehen…für die kommende Woche steht noch mindestens ein Intervalltraining auf dem „Plan“, denn am kommenden Sonntag steigt der Frühjahrsauftakt über die 10km im Britzer Garten. Dann mit hoffentlich wieder so herrlichem Wetter wie heute. Die Vorfreude ist schon groß, das wird ein Familienevent, weil unser Großer (4 Jahre) erstmals den Bambinilauf mitmachen will. Bin gespannt, was da gehen wird.

von Running Twin Marek am 11. Februar 2011 · 4 Kommentare · Kategorien: Laufen, Trainingstagebuch, Zukünftiges

Die kreative Phase ist momentan bei keinem von uns beiden ausgebrochen. Während die Intervalle beim Tempotraining immer kürzer ausfallen, werden sie zwischen den Blog-Posts länger. Dieses Jahr haben wir uns ja einiges vorgenommen und ohne eine vernünftige Vorbereitung im Winter („im Winter werden die Sieger des Sommers gemacht.“ – von wem stammt das eigentlich – Achilles oder Zatopek?) geht ja mal bekanntlich gar nix bei den Versuchen, die Wettkämpfe einen Tick „optimaler“ zu gestalten als in den Vorjahren. Wir schreiben den 11.02.2011, den Tag, an dem ein ägyptischer Despot nach 30 Jahren an der Macht seinen Hut nimmt, den Tag, an dem ein Nelson Mandela vor 21 Jahren aus Robben Island entlassen wurde und den Tag, an dem ich einen kleinen Ausblick aufs Frühjahr wage. Machen wir es kurz und bündig: Henrik ist auf dem besten Weg, ein grandioses Jahr auf den Asphalt und Waldboden (und die Hindernisse beim Strongman) zu zaubern. Die Umfänge seit Dezember mehren den Verdacht, dass er zu den Ultras überlaufen will. Im Ernst, 333km in guten 5 Wochen, im Februar ein 6-Tage-Streak – der Junge hat Großes vor. Doch nicht etwa Achim besiegen? Bei mir läuft es eher durchwachsen, um mal eben meine Form stark herunterzuspielen. Nach einer fast trainingsfreien Superkompensationswoche gehe ich am Sonntag auf die 20km beim Plänterwaldlauf. Der Wettergott zeigt sich immerhin von seiner besseren Seite und beschert uns bessere Bedingungen als im Dezember. Wenn ich da heil wieder rauskomme, plane ich einen Start beim gefühlten Lauf-Frühlingsanfang im Britzer Garten am 6.März. Natürlich die Wohlfühldistanz von 10km. Wenn ich nicht von meinem Großen abgehängt werde, der erstmals den Bambini-Lauf bestreiten will, dann wird das sogar ein guter Formtest. Schließlich nähert sich der läuferische Höhepunkt des Frühjahrs unaufhaltsam: am 03.04. gehts zum 5.Mal für uns auf die Halbmarathon-Distanz in Berlin. Und die Strecke hat ein neues (altes) Start-Zielgebiet an der Karl-Marx-Allee gefunden – die einzige „Steigung“ am Kaiserdamm ist somit weggefallen. Ganz klar: der Angriff auf die Bestzeiten ist alternativlos…

von Running Twin Marek am 26. Januar 2011 · 4 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

Jetzt, wo sich mein Arbeitsweg von früher 15km auf nun knapp 30km quasi verdoppelt hat, ist es nicht mehr so ohne Weiteres möglich, von zuhause loszulaufen und die Strecke komplett laufend zurückzulegen. Wäre doch etwas zuviel des Guten (zumindest wenn man denn noch in der Lage sein möchte, einen halbwegs produktiven Arbeitstag hinter sich zu bringen). Da ich aber auf die Integration des Trainings in meinen Arbeitsweg nicht verzichten möchte – schließlich kann ich mir dann den Lauf spät abends im Dunkeln ersparen – habe ich mir eine simple Lösung überlegt. Warum nicht einfach einen Teil der Strecke mit dem Auto zurücklegen, das Auto abstellen und den Rest zur Arbeit laufen? Die selbe Prozedur dann abends nach Feierabend nur mit umgekehrten Vorzeichen. Letzte Woche stand der Proof-of-Concept an. Und es hat problemlos funktioniert. Fürs Erste habe ich mir aufgrund der noch jungen Saison und meines noch *ähm* sagen wir mal optimierungsbedürftigen Trainingszustandes „nur“ 10km als Teilstrecke vorgenommen. So komme ich dann am Ende des Tages auf 20km, verteilt auf 2 Läufe. Das Ganze erfordert natürlich ein wenig logistischen Aufwand, schließlich muss man ja einige Klamotten auch vorher auf Arbeit deponieren, um nicht ganz blöd nach dem Eintreffen dazustehen. Das Ganze gestaltet sich dann im Sommer etwas einfacher, weil man einfach mit weniger Klamotten auskommt als bei der jetzigen Witterung notwendig sind. Hier noch zwei Impressionen vom morgendlichen Berlin:

Die Molecule Man Statue im oberen Bild steht an der Kreuzung von drei ehemaligen Bezirken (Friedrichshain, Kreuzberg, Treptow) und ist ganze 30m hoch. Die Berliner bezeichnen Sie gerne auch als „Calgon-Männer“. Sie ist nicht zu übersehen, wenn man über die Brücke fährt oder – wie ich es gemacht habe – unter der Brücke durchläuft.

Im Kopf hatte ich die Idee schon lange, heute bot sich die Chance zur Umsetzung meines Vorhabens. Einmal von der Grünwalder Brücke im Süden von München an der Isar entlang bis zum Flughafen zu laufen. Warum ist das so reizvoll? Der Radwanderweg (führt bis nach Freising) an der Isar ist traumhaft. Schnee und Sonnenschein bieten das perfekte Setting. Richtung Norden geht es zudem Isar-abwärts, auf der gesamten Strecke verliert man ca. 100m Höhe, das macht die Sache etwas angenehmer. Es gibt nix Gutes, außer man tut es. Und so stand ich heute morgen um 10:30 auf der Grünwalder Brücke und zweifelte schon ewas an diesem Vorhaben. Bis zum Ziel Besucherpark waren es gute 43 km. Soweit war ich noch nie am Stück gelaufen. Aber was konnte schon passieren? Bis Garching kann man jederzeit aussteigen und die Bahn zurück nehmen. Getränke und Powerbar-Riegel waren im Getränkegurt verstaut und an den Füßen hatte ich meinen heißgeliebten Lieblingsschuh für lange Distanzen: den Adidas SuperNova Glide 2M. Also los! Weiterlesen »