Von Running Twin Marek · 24. März 2013 · 6 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

GlashütteZwei Mal Halbmarathon innerhalb von 8 Tagen? Klingt schon ein wenig abgefahren, gebe ich zu. Aber nachdem ich jetzt im März wieder einigermaßen “im Flow” des Trainings bin, habe ich heute morgen der strahlenden Sonne in die Augen gesehen und die Bedenken beiseite geschoben. Vorangemeldet hatte ich mich für Auflage Nr.10 des Glashütte-Laufs eh schon und die liebe Familie hat mich auch noch begleitet und kräftig unterstützt. Die Temperaturen waren knackig kalt trotz der Sonne. Über -5′ ging es nicht hinaus heute. Sicher auch ein Grund, warum jetzt nicht ganz soviel Mitstreiter wie letzte Woche in Marienwerder den Weg ins historische Glashütte in der Mark fanden. An der Organisation gab es nix zu meckern, eine tolle Moderation, beheizte Umkleiden und viele Hintergrundinfos. Dann fiel auch schon der Startschuss.

Auf gehts!

Ich sortiere mich recht weit vorne ein und biege als Vierter in die Abzweigung, die nur für die HM-Läufer vorgesehen ist. Was dann kommt, habe ich beim Warmlaufen bereits befürchtet: es geht auf ein weitläufiges Feld und von den “geräumten Wegen” war weit und breit nichts zu sehen. Dafür wechselten sich Tiefschnee und Eispassagen fröhlich miteinander ab. Und der Wind pfeift ordentlich. Vorne scheint das wenig zu beeindrucken: die beiden Jungs schlagen ein hohes Tempo an. Dennoch gelingt es mir mit einem weiteren Läufer, die beiden kurz vor Radeland bei km7 einzuholen. Wir laufen kurzzeitig zu viert etwas gemütlicher zusammen. Dann ist aber Schluss mit lustig und das Tempo wird etwas verschärft. Christian von den Profilläufern, der am Anfang Dampf gemacht hatte, läßt etwas abreißen. Zu dritt kämpfen wir uns über Klein-Ziescht und Kladow bis zum Ende der ersten Runde nach Glashütte durch. Wobei die letzten beiden Kilometer natürlich nochmal über verschneite Wege führen. Wäre ja auch sonst zu langweilig geworden auf der Straße :-)

Zieleinlauf nach harten 21km

Auf diesen Passagen habe ich immer mehr Probleme, den beiden Jungs zu folgen. Aber an Start/Ziel bin ich doch wieder dran. Jetzt noch die 8km-Runde. Auf der Straße nach Radeland ist es dann aber endgültig vorbei mit der Herrlichkeit: die Tempoverschärfung kommt zu früh und ich muss die beiden ziehen lassen. Bis zum Ortskern geht es dann noch über einen unschönen sandigen Weg. Erstmals habe ich das Gefühl stehenzubleiben. Dann wird es einsam um mich herum. Die Lücke nach vorne wird größer und nach hinten sollte etwas Luft sein. Publikum: Fehlanzeige. Nur der Wachhund kläfft mich an aus seinem Garten. Brennt da noch was an? Nein.

Spannend...

Ich gönne mir sogar den “Luxus”, kurzzeitig ein wenig rauszunehmen. Vollgas erst wieder auf der Zielgerade. Mit dem Gefühl, trotz der heftigen Bedingungen eine gute Zeit zu holen, laufe ich freudestrahlend ins Ziel ein, wo mich meine Familie schon erwartet. Dass es am Ende zu einer neuen Bestzeit reichen würde, hätte ich mir heute morgen nie träumen lassen. Mir ist selbst nicht klar, was da eben ablief.

So wird Glas gemacht.

Nach der Siegerehrung haben wir uns noch das Museumsdorf angeschaut und diesen zwar sehr kalten aber trotzdem unglaublich schönen Frühlingstag gemeinsam ausklingen lassen. Die Glasherstellung hat dort eine sehr lange Tradition und man kann sich im Museum selbst ein Bild von dieser anstrengenden Arbeit machen. Ein toller Sonntagsausflug, der mich nun unerwartet positiv in die Saison blicken läßt.

Von Running Twin Marek · 16. März 2013 · 3 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

MarienwerderVor dem Start des Viertel- und HalbmarathonsDa muss man wohl schon etwas länger zurückschauen, an einem 16. März einen richtigen Winterlauf absolviert zu haben. Ich jedenfalls kann das von meiner (noch jungen) Lauferfahrung von 6,5 Jahren nicht behaupten. Aber das Attribut “winterlich” traf heute auf den 9. baff Naturmarathon voll und ganz zu. Klirrende Temperaturen von weit unter dem Gefrierpunkt und eine schneebedeckte Strecke mitten durch den Wald. Aber der strahlende Himmel und die tolle Stimmung bei den Teilnehmern hat für alles entschädigt. Und die Veranstaltung verdient höchstes Lob von allen Seiten: in der Woche wurde die Strecke noch von der Gemeinde vom Schnee geräumt und hervorragend präpariert. Natürlich war der Schnee nicht weg, aber es war gut laufbar und bis auf wenige Ausnahmen auch nicht glatt. Viertel-,Marek auf dem Anstieg vor der Start-Ziel-Wendeschleife Halb-, Dreiviertel- und Marathon wurden angeboten, von 1-4 Runden war also alles dabei. Ich ging auf die halbe Distanz, mehr traute ich mir im Wettkampf-Tempo im Moment noch nicht zu. So ganz wußte ich bis ca. km15 nicht, an welcher Position ich lag, da einige Viertelmarathonis ja vorne schon nach der ersten Runde raus sind. Aber von einem Zuschauer konnte ich dann im Wald aufschnappen, dass ich 3. wäre. Hallo? Das war ja ganz nach meinem Geschmack. Mit Erik, der am Ende über eine Minute vor mir war, lief ich noch die erste Runde zusammen, ließ dann aber etwas unaufmerksam im Zielbereich eine zu große Lücke, die ich auf der 2. Runde partout nicht mehr schließen konnte. Zum Glück hatte ich nach hinten ordentlich Luft, so dass das Podium dann auch zu keiner Zeit mehr in Gefahr geriet. 01:27:09 ist jetzt ordentlich weg von meiner Bestzeit, aber die war heute bei den Jens auf Runde 3 im "Kampfmodus"Ingo auf dem letzten AnstiegBedingungen auch niemals möglich. Super zufrieden wartete ich dann noch auf meine Lauf-Vorbilder Jens und Ingo. Jens wollte den Marathon unter 3h packen und Ingo rannte die 3/4-Distanz als Spaßlauf. Ingo lief in beeindruckender Manier als 2. ein. Einfach toll, ihm beim Laufen zuzuschauen. Sieht alles so leicht aus. Jens sah ich beim Wechsel von der 3. zur 4. Runde. Man sah ihm die Strapazen bereits an und es war zu dem Zeitpunkt schon klar, dass es mit der sub3h nicht klappen würde. Die letzte Runde war dann nochmal richtig zäh, mit Krämpfen und üblen Blasen hat er sich aber tapfer ins Ziel durchgekämpft. Bravo Jens! Nächstes Jahr gerne wieder – dann aber bitte 20° wärmer, oder?

 

 

Von Running Twin Marek · 10. März 2013 · 1 Kommentar · Kategorien: Wettkampfbericht

Marek kurz vor dem ZielNun liegt Henriks irres Abenteuer Transgrancanaria schon wieder mehr als eine Woche zurück. Die (wenigen) Fotos sind archiviert und zum ersten lockeren Lauf nach dem Marathon hat es auch schon wieder gereicht. Trotzdem wird die Regeneration nach dem Ritt noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Nach meinen ersten beiden eher halbherzigen Läufen, dem Towerrun in Berlin-Neukölln und dem sehr rutschigen Plänterwaldlauf, habe ich mich letzten Sonntag das erste Mal mit etwas ernstgemeinteren Ambitionen ins vorerst frühlingshafte Wettkampfgeschehen gestürzt. Diesmal war es nicht wie die letzten 5 Jahre der Britzer Garten in Berlin, stattdessen bin ich nach Empfehlung zum Frauensee nach Brandenburg gefahren. Und der Ausflug hat sich gelohnt! start_ziel Bei einer Rekordbeteiligung wurden Naturstrecken von 7,5km, 15km und 30km angeboten. Für 15km fühlte ich mich zwar unzureichend vorbereitet, aber irgendwann muss man ja auch anfangen, etwas schneller zu laufen. Jens ging auf die 30km und machte seinen letzten langen Lauf vor dem Marathon am kommenden Samstag in Marienwerder. Dort will ich den Halbmarathon in Angriff nehmen. Dass ich keine 4min/km packen würde, war mir relativ schnell nach dem Start klar, als die schnellen Jungs genauso schnell davonzogen. Aber dass mich schon die erste Runde (7,5km) so fordern würde, darauf war ich nicht eingestellt. Was sollte das erst im zweiten Umlauf werden? Erstaunlicherweise lief die dann aber besser als befürchtet. Die Strecke ist mit kleinen Hügeln gespickt und nicht ganz so flach wie allerseits behauptet. Bei km14 kassierte mich Uwe Länger vom 1.FC Union Berlin, der auf den 30km unterwegs war. Da Uwe ein absoluter Ausnahmeläufer ist, habe ich es sportlich genommen und ihm schonmal vorzeitig zum Sieg gratuliert. Zum Glück blieb mir das gleiche Schicksal bei Jens erspart, denn das Ziel war für mich kurz danach erreicht. Im Vergleich zum Oktober war ich über 4min langsamer, aber zum AK-Sieg hat es dennoch gereicht. Fazit: viel Luft nach oben, aber die letzte Woche hat mir weiter Selbstvertrauen gebracht, dass es am Samstag in Marienwerder doch noch klappen könnte mit einem guten Halben. Momentan macht nur noch der Schnee einen Strich durch den hoffentlich gelungenen Saisonauftakt.

Von Henrik · 24. Februar 2013 · 5 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

wintertrainingDa arbeitet man wochenlang auf das Frühjahrshighlight hin, kämpft mit Schnee, Eis, fiesen winterlichen Bedingungen und fragt sich immer wieder, ob sich die Schinderei auch lohnen wird. Und dann steht es plötzlich vor der Tür und die Aufregung steigt von Tag zu Tag. Teilweise kann ich nicht mehr einschlafen, ohne an das Event zu denken. Nicht mal eine magere Woche bleibt noch bis zum Transgrancanaria, dem wohl größten läuferischen Abenteuer meines bisherigen Läuferdaseins. Am Samstag 02.03. 10:00 Uhr (09:0011:00 Uhr deutscher Zeit) fällt der Startschuss in den Bergen der kanarischen Insel. Jetzt folgt nur noch ein gutes Tapering mit lockeren Läufen und wenigen Tempospitzen. Da bleibt Zeit für ein Fazit zur Vorbereitung.

Es war kein klassisches Marathontraining, dafür waren Pace und Umfang zu wenig. Ich hätte zudem gerne etwas früher begonnen, nur leider machte mir ein dämlicher Unfall mit dem Roller Ende November einen Strich durch die Rechnung. Dass ich am 01.12.2012 schon wieder am Nikolauslauf teilgenommen habe, war angesichts des Zustands des Knies unvernünftig. Aber es musste zumindest eine Zeit her, um die Winterlaufserie komplett zu laufen. Als Startschuss für das Marathontraining taugte der Lauf immerhin. Und so konnte ich vier Wettkämpfe in die Vorbereitung einbauen, die als richtig gute Tempoeinheiten fungierten. Dass die Form stimmt, zeigte der 20 Km-Lauf im Rahmen der Münchner Winterlaufserie und zuletzt auch die Leistungsdiagnostik. In Zahlen sah die Vorbereitungszeit so aus:

WocheKWTrainingseinheitenKmHöhenmeterZeit
1494632136:08 h
2503381173:42 h
351712345911:50 h
4525672635:41 h
515805537:42 h
625754487:22 h
736722987:24 h
8461065929:44 h
956583404:56 h
1065774027:56 h
1176~50
1284~40 + Wettkampf

Mit der Statistik und der Formkurve bin ich mehr als zufrieden. Am Ende werden mehr als 850 Vorbereitungskilometer auf dem Tacho stehen. Ob das Bergtraining mit den Höhenmetern reicht, werde ich am kommenden Samstag sehen, wenn es die zwei bösen Anstiege zu bezwingen gilt. Wichtig ist nach so einer Vorbereitung aber auch das Gefühl. Nichts ist schlimmer, als an der Startlinie zu stehen und ein schlechtes Gewissen ob einer schwachen Vorbereitung zu haben. Zum Glück wird mir das nicht passieren. Und man kann sicher auch von Glück sprechen, dass im Training alles heile geblieben ist und keine Verletzung den Trainingsplan ausgebremst hat. Überhaupt, der ausgewogene, aber fordernde Trainingsplan von RUNNING Company Cheftrainerin Bianca dürfte wieder ein Schlüsselelement zum Gelingen dieses verrückten Laufs sein. Wer den Spaß mitverfolgen will: es wird eine Echtzeitübertragung der Zwischenzeiten auf dieser Seite geben. Die hoffentlich besser funktioniert als beim Berlin Marathon. Dort werden also die Zwischenzeiten der Checkpoints

  • Teror – Km 17
  • Santidad – Km 27
  • Tenoya – Km 36
  • Las Palmas – Km 41 (Ziel)

einlaufen. Fotograf Gregor wird mit vor Ort sein und hoffentlich dazu kommen, den einen oder anderen Tweet auf unserem Twitter-Kanal abzusetzen. Also Daumendrücken, dass ich wohlbehalten in Las Palmas durch den Zielbogen laufe. Ich kann es kaum erwarten.

Von Running Twin Marek · 11. August 2012 · 4 Kommentare · Kategorien: Trainingstagebuch

Die Beilage in der neuesten Runners World kann einem schon ein schlechtes Gewissen machen. Das Special zum Berlin Marathon liegt bei und es zeigt deutlich: der Countdown läuft unerbittlich runter, jetzt sind es nur noch schlappe 7 Wochen bis zum Hauptstadt-Marathon. Wie ist also der Stand der Dinge? Bei Henrik sieht es momentan eher durchwachsen aus. Bei gesteigerten Umfängen (ja, ohne diese geht es nicht) machen sich die Schienbeine mehr und mehr bemerkbar. Das nervt natürlich unheimlich und ist für eine konzentrierte Vorbereitung sehr hinderlich. Zumal ja auf seinem Plan noch das Livigno-Laufcamp Anfang September angestrichen ist. Und dort wird es innerhalb einer Woche richtig zur Sache gehen. Halten wir die Daumen, dass er das Problem in den Griff bekommt!

Bei mir sieht die Lage schon etwas positiver aus. Nach den ersten 5 Wochen liege ich im Soll. Zwar habe ich mir aus dem Urlaub eine schöne Erkältung mitgebracht (Nummer 1 im gesamten Jahr!), aber so ganz unerwartet kam die jetzt nicht, so dass ich die drei gestrichenen Einheiten zwar zähneknirschend aber halbwegs entspannt weggesteckt habe. Ab Dienstag wurde wieder voll angegriffen und zu meiner eigenen Überraschung ließ sich das gegen Ende der Woche ziemlich gut an. Zufrieden bin ich besonders mit meinen Pulswerten und der vergleichsweise schnellen Erholung. Wenn ich da mal 3 Jahre zurück denke, dann sah es damit noch um Einiges schlechter aus. Als Hochpulser fühle ich mich mit einem 160-er Puls noch pudelwohl. Aber auch ohne Messung des Tempos oder der Herzfrequenz erkennt man gut, wie es aktuell mit der Form bestellt ist. Vor allem habe ich Spaß am Laufen und das ist die wichtigste Voraussetzung, damit der Berlin-Marathon ein Erfolg wird.

Den einen oder anderen Wettkampf werden wir aber vorher noch mitnehmen. Henrik war heute 10km in Dachau unterwegs. Dazu dann aber zur rechten Zeit mehr.

Von Running Twin Marek · 21. Juni 2012 · 5 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Der Juni hatte es nochmal in sich. Drei Wettkämpfe innerhalb von 8 Tagen waren geplant, bevor die wohlverdiente Zeit der Regeneration beginnen sollte. Den Startschuss bildete am 9.6. der 8. Eichwalder Rosenlauf. Der Lauf ist eingebettet in das Eichwalder Rosenfest, ein schönes familiäres Event, das wir jedes Jahr gerne besuchen. 8 Runden um die Festmeile sind jetzt nicht das absolute Streckenhighlight, aber es ging nur über 9,6km. Hoffnungen auf das Treppchen waren da, in den wenigen Teilnehmern konnte ich nur einige starke Läufer ausmachen. Geht da was? Nicht wirklich. Ich muss dem hohen Anfangstempo schnell Tribut zollen und kämpfe mich durch jede Runde. Der Erste ist bald außer Sichtweite und auch den zweiten Platz verliere ich in Runde 7 an Jens. Ich baue konstant ab und erwarte jederzeit den dritten starken Läufer hinter mir auftauchen. Helmut steht an der Strecke, probiert seine neue Zeitmessung aus und prophezeit mir auf der letzten Runde: “da kommen noch zwei!”. Ich nehme alles zusammen und kann den 3.Platz knapp nach Hause laufen. Im Anschluß haben wir Bekanntschaft mit Jens gemacht und festgestellt, dass wir uns ja in einer Woche am Scharmützelsee wiedersehen werden. Alles andere als ein optimaler Lauf, aber solche Tage gibt es eben immer wieder.

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Von Running Twin Marek · 03. Dezember 2011 · 3 Kommentare · Kategorien: Grundsätzliches, Trainingstagebuch

Dezember, Jahresende, Weihnachtskalender, Geschenke, Weihnachtsmarkt…blablabla, geht es nur mir so oder hat man die “schönste Zeit des Jahres” schon über, bevor sie eigentlich richtig angefangen hat? Irgendwie kann man sich nicht dagegen wehren, man wird einfach automatisch in diesen Weihnachtssog mit reingezogen. Auch wenn man gar nicht will. Es gibt kein Entkommen. Oder doch? Laufen? Ja, natürlich! Neben all diesem unübersehbaren Weihnachtswahnsinn muss einfach die Zeit dafür da sein. Auch wenn es wie bei mir nur der Arbeitsweg ist oder die Mittagspause. Manchmal muss man auch mal egoistisch sein und nur Rücksicht auf sich selbst nehmen. Klar, am Wochenende geht die Family vor und da reicht es wenn überhaupt “nur” zur dunklen Abendrunde am Sonntag Abend. Immerhin. Ich habe da einen mir nicht erklärlichen Widerspruch in diesen Tagen erkannt. Mein Training (hat es diese profimäßige Bezeichnung überhaupt verdient?) hat null Struktur, immer bin ich in Zeitnot, die Umfänge dieses Jahr gleichen fast meinem ersten richtigen Laufjahr 2007. Kann eigentlich nix Vernünftiges dabei rauskommen. Und genau das Umgekehrte passiert: seit ich im August wieder mehr oder weniger regelmäßig laufe, geht es steil nach oben. Erst fahre ich völlig außerplanmäßig meinen ersten Sieg ein, dann bleibe ich scheinbar problemlos unter 40min auf 10km, pulverisiere meine HM-Bestzeit um mehr als 3min und knacke die 10km-Bestzeit bei der Staffel “so nebenbei”. Erschwerend kommt noch hinzu, dass mir das Laufen momentan leichtfällt, ich muss mich häufig einbremsen, um nicht ständig den Fahrradfahrern hinterherzustellen. Häh? Gehts noch? Tja, manche Dinge kann man eben nicht erklären. Mir gefällt’s. Frohes Fest!

Von Henrik · 09. Juni 2011 · 3 Kommentare · Kategorien: Wettkampfbericht

Das Wetter hatte uns im letzten Jahr richtig im Stich gelassen. Im Wolkenbruch startete die Teamstaffel im Münchner Westpark. Diesmal hingen die Wolken zwar wieder tief, aber es blieb einigermaßen trocken. Die Teamstaffel – das ist eine richtig schöne, fast familiäre Veranstaltung. 52 Staffeln liefen mit, kein Vergleich zum Berliner Pendant – dort waren 2010 über 4.000 Staffeln am Start. Laufgruppen-Chefin Bianca Meyer hatte allein 8 Staffeln zusammenstellen können – ein beachtliches Ergebnis. Das mündete in einem richtigen Teamevent, bei dem jeder die anderen anfeuerte, mitfieberte und natürlich mitlief. Drei Wertungen wurden angeboten: Männerstaffel mit 5×5 Km, Mixed-Staffel mit 4×5 Km und Damenstaffel mit 3×5 Km. Ich durfte mit Dirk, Ariane und Carolin in einer Mixed-Staffel laufen und war der Schlussläufer. Und meine Staffel machte das richtig gut, alle liefen deutlich schneller als ich das erwartet hatte. So sprang für die Staffel “Running Company Mixed 1″ Platz 3 heraus. Im Einzelnen liefen wir:

  • Dirk 20:14 (20:14)
  • Ariane 22:26 (42:38)
  • Carolin 21:34 (1:04:12)
  • Henrik 19:32 (1:23:44)
  • Die Strecke führt über 1,65 Runden durch den Westpark West und ist nicht ohne: drei Mal muss man vorbei an Start und Ziel und dabei einen ziemlich ekligen Anstieg zum Rosengarten absolvieren. Sie ist sogar so anspruchsvoll, dass ich mich auf meiner ersten Runde verlaufen habe, weil ich etwas zu früh abgebogen bin. Zum Glück bemerkte ich den Fehler und lief ca. 40 Meter zurück. Im Gegensatz zu manch anderem Läufer, der die Abkürzung vorsätzlich durchlief – unsportlich! Die letzte Runde lief Bianca größtenteils mit und feuerte mich an. Da lief ich schon auf dem Zahnfleisch und musste ordentlich punpen – so ist das halt auf 5000 Meter. Es wäre bei voller Quälbereitschaft und ohne das Verlaufen eine 18:xx dringewesen. Aber das war dann auch egal, Platz 4 lag mehr als eine Runde hinter uns. Ein wunderbares Event war das, unter sportlichen und organisatorischen Gesichtspunkten war hier nicht mehr zu holen. Daran änderte auch der einsetzende Regen zum Ende hin nichts mehr.

    Viele Bilder gibt’s dazu von der Running Company Presseabteilung hier auf Facebook.

    Von Running Twin Marek · 16. Mai 2011 · 5 Kommentare · Kategorien: Grundsätzliches, News

    Wenn ich am Samstag Abend um 19Uhr am Start im Grünauer Forst stehen werde und auf den Startschuss zum 10k-Lauf warte, dann wird die Aufregung wahrscheinlich ähnlich groß sein, wie am 31.12.2006. An diesem besagten Silvestertag bin ich meinen ersten Wettkampf gelaufen. 6,3km über Teufels- und Drachenfliegerberg haben mir damals alles abverlangt, konnte ich doch die Länge und den Schwierigkeitsgrad der Strecke kaum einschätzen. Trotz der Erschöpfung war es ein umheimliches Glücksgefühl, das Ziel erreicht zu haben. Gleich am Neujahrstag ging die Anmeldung zum Berliner Halbmarathon raus – ich sollte erst im Februar das erste Mal eine Strecke über 15km absolvieren und folgerichtig ging die Premiere im April dann auch gründlich daneben. Aber solche Erfahrungen sind sehr wertvoll, schließlich kann man aus den Fehlern lernen. Dass es auch besser funktionieren kann, konnte ich 2007 mehrfach untermauern und lief beim 1. Müggelsee-HM im Oktober den ersten und einzigen negativen Split in einem Halbmarathon (unglaublich, aber wahr). Anfang des Jahres gab es eine sehr kontroverse Diskussion in vielen Laufblogs, ob man denn an Wettkämpfen teilnehmen sollte oder nicht. Natürlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen. Wir nehmen gerne an Wettkämpfen teil, weil allein schon das gezielte Training auf einen konkreten Lauf sehr motivierend sein kann. Sich selbst zu verbessern, nach vorne zu kommen – das allein ist Ansporn genug, um alles zu geben und manchmal auch das Letzte aus sich herauszuholen. “Qualität kommt von Quälen” hat mal ein berühmter Laufkollege treffend formuliert. Am Limit zu laufen hat mit Sicherheit auch etwas mit Grenzerfahrung zu tun. Wie oft geben wir im alltäglichen Leben schnell auf? Kann man sich dadurch selbst und seine Mitmenschen besser einschätzen und kennenlernen? Sicher kann man diese Erfahrungen auch allein machen, bei einem langen Lauf oder einem tollen Trail. Nur ist es nicht etwas Anderes, wenn viele wildfremde Menschen in diesem Augenblick genauso kämpfen, sich durchbeißen und etwas für sich erreichen wollen? Ich finde, das sollte man respektieren. Gewinnen werden wir sicher nie einen Lauf. Aber das geht ja 99,99% der Läufer genauso und es spielt auch keine Rolle. Und wann lauft Ihr Euren nächsten Wettkampf?

    Von Henrik · 11. Mai 2011 · 11 Kommentare · Kategorien: Laufen, Strecken

    Läufer unterscheidet von Joggern nun einmal, dass sie auch an Wettkämpfen teilnehmen. Die Motivation dahinter mag unterschiedlich sein. Besonders Männer sollen ja den Vergleich mit anderen für ihr Ego brauchen, andere schreiben den Wettkampftag in den Kalender, um auf dieses Ziel hin zu trainieren und die Motivation hochzuhalten. Zahlen müssen alle Teilnehmer das gleiche: die Startgebühr. Heiko von laufe-marathon.de hat in seinem Aufruf zur Blogparade die Community gebeten, zur Entwicklung der Startgebühren Stellung zu nehmen. Die Startgebühr ist nicht umsonst eine “Gebühr” – für diese gibt es definierte Leistungen: Zeitnahme, vermessene Streckenführung, Startnummer, Chip, Shirt, Verpflegung, Pokal für die Sieger. Um es vorwegzunehmen: für die meisten Veranstaltungen halte ich die Gebühren für angemessen. Da für den Teilnehmer keine Transparenz herrscht, wie hoch die Kosten für die Organisation eines Laufs sind, ist “angemessen” natürlich sehr relativ. Es wird jedem einleuchten, dass eine Veranstaltung für 20.000 Läufer nicht mit 5 EUR pro Teilnehmer bezahlbar ist. Auch deshalb geht ja die Tendenz weg von den City-Marathons hin zu den kleineren und famililiäreren Events über kürzere Distanzen. Der Vergleich von Startgebühren ist auch schwierig, weil meistens Anmeldeperioden gelten. Weiterlesen »